Mecklenburgische Ruhezone: Schlosshotel Basthorst

Traumhafte Betten drinnen und ein romantischer See vor der Tür: das Schlosshotel Basthorst in der Nähe von Schwerin macht mit schlichten Dingen glücklich.

Über Kopfsteinpflaster rumpelt das Auto auf Schloss Basthorst zu. Eine schmale schnurgerade Allee entlang, die eigentlich danach verlangt, mit der Kutsche befahren zu werden. Der Gast zerrt seinen Trolley die Freitreppe zum Schlosseingang hoch und denkt: Ein Lederkoffer wäre jetzt stilvoll. Am Empfang steht eine Silberschale voller Pfefferminztaler mit eingeprägtem Wappen. Schnell einen in den Mund gesteckt, während die Rezeptionistin die Papiere fertig macht.

Zimmer 101. Frisch renoviert in sanftem Taubenblau, eine dezente Stuckleiste an der Decke, weiße Sprossenfenster und dunkler Holzboden. So würde sich jemand auch sein privates Schlafzimmer einrichten. Hotelbesitzerin Marjon Wolthuis kommt aus Holland, dem Land mit den besten Wohnzeitschriften. Sehr undeutsch hat sie das mecklenburgische Anwesen eingerichtet und das ist eindeutig als Kompliment gemeint. Was sie hier vorfand an alten Gemälden, Himmelbetten, Stühlen, Schränken, hat sie aufarbeiten lassen und mit modernen Dingen gemixt. Es ist zu spüren, dass die ausgebildete Gastronomin dabei mit Detailwut vorgegangen ist.

Jedes Zimmer im Gutshaus ist anders: mal in warmen Tabaktönen gehalten und mit derbem Leder und englischen Möbeln ausgestattet, mal in Rosé mit Blumentapeten von Designers Guild. Überall ist die Balance gehalten: Nie kippt die Ausstattung ins Dekorativ-Historische, immer steht der Wunsch im Vordergrund, der Gast möge sich hier wohlfühlen. Über die erst im Mai 2008 renovierten Räumlichkeiten im ersten Stock sagt Wolthuis: "Meine letzten Zimmer gefallen mir immer am besten". Sie hat in großen Hotels in China gearbeitet, die allen Schnickschnack hatten. Und glaubt: "Letztendlich geht es immer um das eine: Das Wichtigste in einem Hotelzimmer ist das Bett und das Bad." Wie zur Bestätigung liefern unten im Hof zwei Männer gerade neue Matratzen an.

Ausruhen und entspannen kann man in diesem Haus wirklich überall: Im großen Spa-Bereich, 2007 fertig gestellt, stehen etliche Sofas und weiße Sessel. Auch zwei Kamine gibt es hier, einen direkt am Pool. Selbst wer keine einzige Wellness-Anwendung bucht, erlebt in diesem Spa, was Wellness ist: Erst in die Sauna, dann ins Pool, dann ins Lesezimmer mit Blick auf den Wald, dann vor den Kamin. Wer allerdings eine Behandlung haben will, sollte die ayurvedische Massage ausprobieren: Mit viel warmem Öl als Gleitmittel glitscht die Masseurin über den ganzen Körper von der Stirn bis zur Fußsohle, drückt hier fest, streicht und kreist dort sanft, so dass man danach schwerelos und tiefmüde aufs nächste Sofa sinkt.

Nicht so empfehlenswert wie die ayurvedische Massage ist das ayurvedische Gericht, das die Küche passend zur Behandlung offeriert. Indisches Essen in Norddeutschland - das muss nicht sein. Wie überhaupt die Speisekarte etwas zu experimentell ausfällt: Paniertes Sellerieschnitzel mit essbaren bunten Blüten ist sicher nicht nach jedermanns Geschmack. Dafür aber das Frühstück auf der Veranda oder die Teestunde im sonnenhellen Wintergarten in Gesellschaft eines Elchs: Ein anderthalb Meter großer ausgestopfter Elchkopf lächelt einem subtil von der Seite zu, während man hier seinen Tee schlürft. Schräg, aber schön.

Ideal für: Paare (auch für den Honeymoon), Golfer, kleine Gruppen, weniger empfehlenswert für Singles und FamilienAmbiente: norddeutsch. Im historischen Guthaus gemütlich und edel zugleich, im angrenzenden neuen Turm-Haus anonymer und moderner (z.B. kabelloser Internetzugang), im eine Gehminute vom Herrenhaus entfernten Appartement-Haus wie in einer eigenen Ferienwohnung (sogar teilweise mit Kamin)Atmosphäre: sehr ruhig, ländlich, viel Privatsphäre für jeden Gast Wellness-Angebot: 1300 qm großer, 2007 fertig gestellter Spa-Bereich. Saunalandschaft mit Dampfbad und finnischer Sauna, Schwimmbad mit Blick in die Landschaft sowie Meditations- und Fitnessraum. Neben den gängigen Wellness- und Kosmetikbehandlungen auch Rassoul- und Ayurveda-Anwendungen.Umgebung: Schwerin mit imposantem Schloss und netter Altstadt ist 25 Minuten mit dem Auto entfernt, Hamburg 90 Min., eine Golfanlage ist in der Nähe und die Ostsee auch nicht weit. Die Gemeinde Basthorst selbst besteht nur aus ein paar Häuschen mit Ost-Charme Preis-Leistung: gut, Doppelzimmer im Herrenhaus ab 128 Euro, Wochenend-Arrangements mit einer Wellness-Anwendung ab 216 Euro pro Person. Einstündige ayurvedische Ganzkörpermassage 75 EuroHighlight: der See direkt vor der Terrasse, die ganz neu und sehr individuell gestalteten Zimmer im ersten Stock des Guthauses

Schloss Basthorst - 19089 Crivitz OT Basthorst - Schlossstr. 18 - Tel. 03863 525-0 - Fax: 03863 525-555 www.schloss-basthorst.de

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