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Im Norden Fuerteventuras findet man Glück jenseits des Pauschaltourismus: Das "Kempinski Hotel Atlantis Bahía Real" erfüllt Urlaubern jeden Wunsch - vorausgesetzt, sie können es sich leisten.

"Ist das hässlich!", denke ich, als ich vom Flughafen gen Norden nach Corralejo fahre. Nichts als braune, staubige Wüste. Kein Baum, kein Strauch, kein Grün, an dem das Auge Halt finden könnte.

"Ist das herrlich!", denke ich, als ich auf der Segelyacht im türkisblauen Atlantik dümple, kühlen Weißwein auf den Lippen, heiße Sonne auf der noch nassen Haut. Wir ankern vor der unbewohnten Insel Los Lobos, essen frische Paella, baden im blauen Meer und reden. Könnte dieser Tag doch bitte niemals aufhören.

Er hört natürlich auf, und als ich am frühen Abend in mein kühles Hotelzimmer zurückkehre, glücklich und erschöpft, warten dort ein Obstkorb, eine Flasche Wasser und ein Aloe Vera Gel auf mich, das meine Haut nach der Sonne pflegen soll. Während ich ein Bad einlasse, mache ich es mir mit den Früchten auf der Terrasse bequem und genieße den Blick auf Lanzarote und Los Lobos. Die Inseln schimmern rot in der Abendsonne.

Blütenduft am Pool

Das "Kempinski Hotel Atlantis Bahía Real" versteht es bestens, seinen Gästen eine schöne Zeit zu bescheren - das Hotel mit dem Zusatz "Grand Luxe" ist eines von drei Fünf-Sterne-Häusern auf Fuerteventura und lässt einen das Karge der Insel vergessen, sobald man die Lobby betritt. Das 241 Zimmer große Hotel wurde 2004 am Strand von Corralejo im maurischen Stil erbaut.

Besonders schön ist die Poollandschaft im Innern des in warmen Erdtönen gehaltenen, dreistöckigen Komplexes. Drei geschwungene Becken plätschern leise vor sich hin, eines ist für die Kinder, in einem anderen kann man sich die verspannten Schultern von Wasserdüsen massieren lassen. Hier blühen herrlicher Hibiscus, stolze Strelizien und purpurrote Bananen, hier wuchern Palmen und Papaya, hier streiten Sperlinge im windgeschützten Patio um die hausgebackenen Kekse, die auf den luxuriösen Liegen zum Café con leche gereicht werden.

Der Strand vor dem Hotel ist dagegen eine Enttäuschung. Erstarrte Lava verbietet es, hier zu baden. Man muss zehn Minuten am Strand entlang gehen, bevor man an eine imposante, aber schattenlose Dünenlandschaft gelangt. Auf dem Weg dorthin stapft man an trostlosen, zerfallenden Appartementanlagen und gelben Baukränen vorbei. Die Kräne stehen hier, weil das Kempinski hinter dem "Bahía Real" ein zweites Hotel baut. Die verwaisten Anlagen nebenan werden demnächst einem Sechs-Sterne-Hotel weichen.

Von diesen Schönheitsfehlern bekommt man im "Bahía Real" nichts mit. Hier genießt man den Blick auf die Bucht von den weichen Polstern der großen Terrasse aus, die geräumige Lobby mit dem Brunnen in der Mitte und den Fresken in der Kuppel strahlt in hellem Sonnenlicht, es duftet nach mediterranen Aromen, und abends spielt ein Jazzquartett oder ein klassisches Duo zum Champagner oder frischen Grapefruitsaft.

Vierhandmassage & Co.

Der Stolz des "Bahía Real" sind seine kulinarische Vielfalt und das "SPA Bahía Vital". Lässt man sich abends zu einem Menü in einem der Gourmetrestaurants auf dem Hotelgelände hinreißen, kann man sich am nächsten Tag ein persönliches Trainingsprogramm erstellen lassen, um die Kalorien wieder abzustrampeln. Tausendmal angenehmer ist natürlich eine "Vierhandmassage" mit zwei Masseurinnen oder ein "Hot Stone Treatment" im wunderschönen Ambiente des 3000 Quadratmeter großen SPAs. Oder ein sprudelndes Bad im Jacuzzi auf dem Dachgarten.

Sterneküche mit Ambiente

Im "Bahía Real" gibt es drei Restaurants, in denen man sehr lecker essen kann. Das "La Cúpula de Carles Gaig" wird vom gleichnamigen Starkoch aus Barcelona geführt, der mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde. Bekannt geworden ist Gaig für seine Canelones mit Trüffelsauce. Auch das japanische Restaurant "Yamatori" ist einmalig auf Fuerteventura: Das Ambiente mit Wasser, dunklem Holz und Bambus ist edel, Sushi und Sashimi schmecken köstlich und frisch. Man kann sich auch an einen Teppan-Yaky setzen, wo der japanische Chef im traditionellen Kostüm Hähnchen-Teriyakki zubereitet, das zu erlesenen Weinen gereicht wird. Und zum Abschluss kann man wählen zwischen gebackenem Vanilleeis oder Eis aus grünem Tee. Im "Il Gardinetto" nebenan wird italienische Haute Cuisine gereicht.

Im "Bahía Real" erlebt man Glück jenseits von Pauschalangeboten. Zwei Dinge sind allerdings Voraussetzung: Man äußert seine Urlaubswünsche an der Rezeption, das Personal kümmert sich um jedwedes Anliegen, sofern es ihm möglich ist. Egal, wie ungewöhnlich es sein mag: "Ein Gast wollte einmal einen Karton haben, in ganz bestimmten Abmessungen", erzählt Hotelchef Gerd Ruge. "Wir besorgten den gewünschten Karton, was gar nicht so einfach war. Nachdem der Gast abgereist war, stellten wir fest: Er hat darin den Fernseher aus seinem Zimmer geklaut!"

Das zweite, was man braucht, ist ein gut gefüllter Geldbeutel. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, um sich Segeltörns, Helikopterflüge, Gaumenfreuden und Wellnessanwendungen zu leisten, kann selbst in der kargsten Wüste einen fantastischen Urlaub erleben. Immerhin: Ein Segeltörn auf der "Marhaba" ist mit 50 Euro pro Person (bei sechs Teilnehmern) ein durchaus erschwingliches und absolut empfehlenswertes Erlebnis.

Man kann sich übrigens auch dem ortskundigen Wanderführer anschließen, der einem die Schönheit der Insel nahe bringt, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Vielleicht zeigt er einem die unscheinbare Cochenille, jene Laus, die auf der Feigenkaktee lebt, und aus der heute wieder das Karminrot für Lippenstifte hergestellt wird. Oder die Reste des Terrassenanbaus, der auf Fuerteventura blühte, bevor die Touristen kamen.

Kurz und knapp: Hotel-Info

Im "Bahía Real" gibt es 175 Standardzimmer, 58 Juniorsuiten, 16 Suiten und als Krönung die "Royal Suite". Alle Zimmer sind mit Safe, Minibar, Satelliten-TV, Internetanschluss, Klimaanlage, Haartrockner, Doppelwaschbecken, Bidet, Badewanne, Bademantel, Badeschuhe und Luxusbadeartikel ausgestattet.

Außerdem: 24-Stunden Service, Wäscherei, Kopfkissenauswahl, Autovermietung, Boutique, Laden, Miniclub, Spielplatz, Tagungsräume, 5 Restaurants, 3 Bars.

Das Doppelzimmer mit Frühstück gibt es ab 191 Euro pro Nacht. Weitere Infos unter www.kempinski-fuerteventura.com

Anschauen: Dia-Show

Wir haben eine Menge Fotos aus Fuerteventura mitgebracht .... hier

Susanne Arndt, Stand: Mai 2006

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