Ostfriesland und Cuxhaven

Wer an die Nordsee reist, findet herrliche Orte zum Entspannen. Und lernt, die Marschwiesen am Geruch zu unterscheiden.

Wenn mich jemand vor der Tour gefragt hätte, was mir zu Ostfriesland einfällt, hätte ich wahrscheinlich einen dieser Witze erzählt. Nicht sehr originell, ich weiß. Aber ich hätte nicht gewusst, dass es Orte gibt wie Greetsiel, Carolinensiel oder Neuharlingersiel, die aussehen, als wären sie für die Nordsee-Ecke von Euro-Disney designt worden. Fischkutter am Hafen, schnuckelige Friesenhäuser und Gassen mit unendlich vielen Teestuben, die Namen haben wie "Is Teetied".

In Greetsiel sitze ich an der Mole und beobachte die Fischer, in Neuharlingersiel esse ich im "Dattein" Wattwürmer (kleine, dünne Salamis). Aber zugegeben, der Zauber der südlichen Nordsee erschließt sich nicht sofort. Nicht, wenn man die Ferien bisher an den Stränden von Sylt und Dänemark verbracht hat, an die tagaus, tagein die Brandung donnert. Hier ist überall Wattenmeer, und es donnert nichts, außer ab und zu der Wind über das sehr platte Land. Das muss man mögen.

Mitten in diesen platten Wiesen entdecke ich meine Ostfriesland-Oase, das Landhotel "Nakuk" in Horumersiel. Kein überladener Friesenkitsch, sondern ein schlichter, schöner, alter Hof. In Wischhafen überquere ich per Fähre die Elbe, in Westerhever rutsche ich direkt vor der "Knutzenswarft" beim Wenden mit dem Heck in einen Graben. Dabei will ich doch dringend zur Fähre nach Pellworm. Am Ende meiner Tour, auf Sylt, habe ich dann endlich meine sehnsüchtig erwartete Brandung. Ich sitze einen karibisch-milden Abend lang bei "Wonnemeyer" in Wenningstedt am Strand, trinke auf Empfehlung des Hausherrn "Golden Dream" (Cointreau, Galliano, O-Saft, Sahne - schön süß), höre Salsa-Musik und stelle mir vor, wie das gleiche Wasser, das hier vor meiner Nase in mächtigen Wellen an den Strand rollt, vielleicht irgendwann ganz sanft 160 Kilometer südlich in Greetsiel an die Hafenmauer plätschert.

Reise-Infos Ostfriesland

Grünstrände und Wattenmeer, das ist Norddeutschland pur. Und dazu: viele kleine Fischerorte mit Krabbenkuttern und Windmühlen.

Altes KurhausWelcher Ort hat schon eine Internetseite, auf der ein angeregter Austausch über Kuchen stattfindet. Dangast hat eine - und zwar zu Recht. Im "Alten Kurhaus" gibt's den wirklich besten Rhabarberkuchen. Das 1797 erbaute Kurhaus des Grafen Bentinck ist Kult- und Kunsttreff in einem. Hier sitzt man auf einer wunderschönen Terrasse direkt am Meer oder drinnen im Saal an langen Tischen zwischen Omas, Bikern, Punks und Großfamilien; an den Wänden hängen die Werke verschiedener Künstler. (An der Rennweide 46, Varel-Dangast, www.lust-auf-dangast.de.

NakukWas passiert, wenn zwei Menschen sich einen Traum verwirklichen? Karin und Ulrich Judick hatten keine Lust mehr aufs Ruhrgebiet. Sie wollten Weitblick und frische Luft und beschlossen, ein Hotel in Ostfriesland zu eröffnen. Eines, das ein bisschen anders ist, ohne Friesentümelei und Rüschenkissen. Es ist ihnen gelungen. Das "Nakuk" (Natur/Kunst/Kultur) ist ein ehemaliger ostfriesischer Bauernhof, innen modern gestaltet. Die Wände sind lehmverputzt, die schlichte Einrichtung ist nach Feng-Shui-Grundsätzen angeordnet. Egal, ob bei Sonne im großen naturbelassenen Garten, bei Schlechtwetter vor dem Kamin oder in der Sauna - hier gibt's Ruhe. (DZ/Frühstück ab 48 Euro (Wiardergrooden 22, 26434 Horumersiel, Tel. 044 26/90 44 00, Fax 90 44 29, www.nakuk.de).

Hannys Radler-Café Bei Hanny fährt keiner vorbei. Schon deswegen nicht, weil man selten einen so traumhaften Bauerngarten sieht. Und wer erst mal anhält und einen Blick auf die selbst gebackenen Kuchen wirft, kommt nicht mehr weg. Es kann durchaus passieren, dass man einfach sitzen bleibt, abends noch ein selbst gebackenes Schwarzbrot mit Schmalz bekommt, ein bisschen mit Hanny klönt und am liebsten nie mehr weitermöchte. Aber das macht nichts, denn Hanny hat auch Zimmer. Mit Glück sogar eines frei. (Störtebeker Str. 15, 26434 Horum, Tel. 044 26/18 58, www.hannys-radlercafe.de).

Unterkunft

Hohes Haus:300 Jahre altes Haus im Ortskern von Greetsiel, alte Möbel, blaue Deckenbalken, schlicht und edel für Puristen; DZ/Frühstück ab 88 Euro (Hohe Straße 1, 26736 Greetsiel, Tel. 049 26/18 10, Fax 181 99, www.hoheshaus.de).

Witthus:beschauliches Landhaus in Hafennähe, mit einem der besten Restaurants Ostfrieslands, Zimmer im Landhausstil, Restaurant mit Kamin; DZ ab 80 Euro (Katrepel 5, 26736 Greetsiel, Tel. 049 26/920 00, Fax 92 00 92, www.witthus.de).

Hof Akkens:einfacher Bauernhof hinterm Deich, Zimmer, Appartements, Heuhotel, Kaffeegarten mit Blick über die Felder; DZ/Frühstück, Appartements und Heuzimmer ab 35 Euro (26736 Greetsiel, Tel./Fax 049 26/17 14, www.akkens.de).

Pension Altes Posthaus:efeuberanktes Haus mit Toskana-Flair. Der Hausherr restauriert mit Leidenschaft alte Möbel, das sieht man der Einrichtung an; zum Strand nur ein paar Meter; DZ/Frühstück ab 50 Euro (An der Rennweide 38, 26316 Varel-Dangast, Tel. 044 51/833 53, Fax 832 44, www.dangast.com/posthaus).

Villa Caldera in Cuxhaven

Villa Caldera:charmante Seebad-Villa direkt hinterm Deich mit jungen Inhabern, die das Haus liebevoll restauriert haben; hell und gemütlich. (Döser Seedeich 4, 27472 Cuxhaven, Tel. 047 21/350 44/Fax 34 581, www.villa-caldera.de).

Badhotel Sternhagen:erstes Haus am Platz, edel-rustikal eingerichtet, direkt am Meer, Whirlpool in jedem Zimmer, riesiger Wellnessbereich, drei Restaurants von einfach bis Gourmet; DZ/Frühstück ab 100 Euro (Cuxhavener Str. 86, 27476 Cuxhaven, Tel. 047 21/43 40, Fax 43 44 44, www.badhotel-sternhagen.de).

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