Planlos in Japan

Das Inselreich am anderen Ende der Welt kannte BRIGITTE-Mitarbeiterin Tinka Dippel nur aus "Lost in Translation" und den Büchern von Haruki Murakami. Bis sie auf eigene Faust auf Entdeckungsreise ging.

Die erste Ratlosigkeit kam nach einer Stunde.

Die Farbe Rosa ist beliebt in Tokio - bei Läden ebenso ...

Wenn doch nur alles kurz auf Zeitlupe schalten könnte, wenn all diese Lichter, Menschen und Autos langsamer würden, wenn eins nach dem anderen und nicht alles gleichzeitig passieren würde: Hell erleuchtete Aufzüge rasen über uns die Gebäude auf und ab, japanische Hitparaden-Stars tanzen auf riesigen Monitoren über Blumenfelder, Schriftzeichen, vielleicht sind es Nachrichtenticker, wandern über Glasfassaden, alles spiegelt sich ineinander. Und schier endlose Menschenraupen mit tausenden ausdruckslosen Gesichtern und dünnen Beinen kommen von allen Seiten.

Seit wir die sichere englische Beschilderung des Flughafens verlassen haben, kommen wir uns vor wie zwei Nussschalen im sturmgepeitschten Meer. Wir haben es ja nicht anders gewollt, unser Plan ist, keinen zu haben: Die Fotografin Nora und ich wollen Japan bereisen ohne Gruppe, ohne Übersetzer, ohne ein Reisebudget in Höhe zweier Monatsgehälter und ohne feste Route. Wir wollen die Welt kennen lernen, in der Romanfiguren von Haruki Murakami sich oft einsam fühlen und über die Bill Murray in "Lost in Translation" ständig den Kopf schüttelt. Fest steht nur das Hotel für unsere erste Nacht im Tokioter Stadtteil Shibuya, "da vorn links", sagt der Typ, dem ich soeben unseren Stadtplan unter die Nase gehalten habe.

... wie bei Manga-Mädchen

Bei Tageslicht gewöhnen wir uns langsam an Tokios Dimensionen: Rund 8,5 Millionen Menschen leben in den 23 Bezirken, fast 35 Millionen im Ballungsgebiet um die Stadt, bis zu acht Millionen davon drängeln sich morgens und abends in die U-Bahnen und rund zwei Millionen durch den Bahnhof Shinjuku, den größten des Landes. Hier winden sich schlauchartige Fußgängerbrücken über mehrspurige Straßen und ein Gleisgewirr, dahinter ragt ein Bürogebirge auf wie ein futuristischer Skulpturenpark. Wir irren zwischen graublau verspiegelten Türmen umher, lassen uns von Aufzügen in Sekundenschnelle zu großartigen Ausblicken beamen. Wir wandeln durch Läden, in denen es keine Regale und keine Verkäufer gibt, nur Automaten, durch das Kaufhaus "Shibuya 109", das vor lauter Rosa und Glitzer wie ein riesiges Barbie-Puppenhaus aussieht. Wir bewundern die Sushiplatten und Nudelgerichte aus Plastik, die vor jedem Restaurant in Vitrinen liegen. Ich komme mir vor wie ein Kind, das zum ersten Mal durch einen Erlebnispark läuft.

Den Ehrgeiz, unsere Wege selbst zu finden, haben wir schnell aufgegeben. Wir entwickeln ein System aus Wegskizzen und Fragen. Wenn man sie mal zum Stehen gebracht hat, sind die Tokioter sehr nett, und ich glaube, sie würden uns gern weiterhelfen - sind aber froh, wenn sie ihren eigenen Weg kennen. In Tokio sind die Häuser nicht der Reihe, sondern dem Alter nach nummeriert. Straßennamen sind oft keine zu finden und schwer herauszubekommen: Als ich den Verkäufer in einem Laden frage, ob das da draußen die Roppongi- Kreuzung sei, sagt er: "Moment" und rennt raus. Drei Minuten später kommt er wieder und sagt: "Ja, das ist sie."

Die ersten Freunde machten wir uns beim Singen.

Außer uns sitzen nur Japaner in der Bar "Gengetsu" im Stadtteil Roppongi. Soeben hat der Barkeeper Nora einen Geburtstagskuchen gebracht, und alle haben ihr ein Ständchen gesungen. Jetzt gucken sie uns neugierig an: zwei Frauen, ein Typ und ein Chihuahua. Eine der Frauen, weißer Angorapullover, braunes Hütchen, dickes Makeup, spricht Englisch. Sie heißt Mayumi, ist 38 und Redakteurin beim Frauenmagazin "Anan". Shinya, der Mann, und Sonoko-Ima, die andere Frau, verstehen uns nicht, sie lächeln. Kechop, der Chihuahua, gähnt, aber es wird nicht geschlafen. Wir fragen nur "Karaoke?", schon haben die drei ihre Jacken an und weisen uns den Weg.

Am Eingang eines großen Klotzes bekommen wir einen Raum zugewiesen und fahren in die achte Etage. Das gesamte Gebäude besteht aus Zimmern verschiedener Größe, die nur zu einem Zweck ausgestattet sind: singen. Neonfarbene Fantasielandschaften an der Wand sind das einzige Licht. Auf einem Tisch liegen Liedersammlungen, groß und dick wie Großstadt-Telefonbücher, und Schellen zur musikalischen Untermalung. Shinya schaltet einen Monitor an, bestellt per Wandtelefon Getränke, dann drückt er mir eines der Bücher in die Hände und schnappt sich das Mikro.

Vom Trubel in Tokio schaltet Sonoko-Ima beim Karaoke ab

Auch wenn er nicht Englisch reden kann, Englisch singen kann er umso besser - Red Hot Chili Peppers rauf und runter. Mayumi gibt eine passable Debbie Harry, Sonoko-Ima eine granatenmäßige Whitney Houston. Was habe ich denn auch erwartet in einem Land, in dem Singen Volkssport ist? Es soll sogar Leute geben, die sich allein eine solche Box mieten, um zu üben. Ich gehöre zu den Menschen, die schon beim einfachsten Geburtstagsständchen konstant einen halben Ton daneben liegen. Sie sehen mich erwartungsvoll an, ich schwitze, dann versuche ich es mit "Venus". Sie klatschen - mehr höflich als begeistert -, meine Hemmschwelle sinkt, meine Lautstärke steigt, Kechop verkriecht sich in seinem Täschchen. Shinya wird noch viele Getränke bestellen, aber das ist nicht der Grund, warum ich es in der nächsten Runde schon kaum mehr erwarten kann, wieder dran zu sein und Kechop weder Madonna noch Robbie Williams erspare. Es liegt mehr an dieser entspannten, unaufgeregten Art der Geselligkeit, daran, dass alle - je später der Abend - immer mehr im Singen versinken. Es wird kaum geredet, wir erfahren von den dreien so gut wie nichts. Aber wir verbringen eine Zeit wie unter guten Freunden. Als wir gegen drei Uhr nachts unsere Box verlassen, wird in den zig anderen Zimmern noch laut weitergesungen.

Die erste Ruhe erhofften wir uns, als wir nach Norden fuhren.

Mal schrill, mal still: Die Wege um Nikko sind gut beschildert - was BRIGITTE-Mitarbeiterin Tinka Dippel auch nicht weiterhilft.

Nikko, mit dem Zug rund zwei Stunden von Tokio, ein Städtchen in den Bergen, das Tor zu einem Nationalpark: Hier wollen wir nach drei Tagen Tokio die Ruhe genießen. Neun Uhr abends, kein Mensch auf den schmalen, von Holzhäusern gesäumten Straßen. Hinter unserer Pension plätschert ein Bach. Nikko schläft früh, wir auch.

Und so sitzen wir am nächsten Morgen um sieben im Bus auf dem Weg zu einem Ausflug Richtung Chuzenji-See. Immer höher geht es, auf engen Serpentinen durch wunderschön gelb und rot gefärbte Wälder. Wo um diese Zeit schon viele Autos parken und zig Japaner warten, dass eine Gondel losfährt, muss etwas Besonderes zu sehen sein. Nach einer Stunde Warten und einer Minute Fahrt sind wir schlauer: Es geht zu einer Aussichtsplattform, und die war die ganze Zeit in Sichtweite, keine zehn Gehminuten entfernt. Wir stehen mit einer Gondelladung Japaner an der Brüstung, sie werfen dem Ausblick ehrfurchtsvolle "Hooooos" und lange Fotosalven entgegen: Die vom Herbstlaub gesprenkelten Berge rahmen den langen See ein, davor stürzt der Kegon-Wasserfall fast 100 Meter in die Tiefe. Wir wollen den Blick in Ruhe genießen und folgen dem Wanderpfad zum See. "Das dauert mindestens drei Stunden", ruft der Mann von der Gondel uns nach. In einer bequemen Stunde sind wir da.

Der Eikando-Tempel in Kyoto

Und viele andere auch. Und es werden immer mehr. Dass die Herbstlaubfärbung eine Attraktion ist, wussten wir, was das bedeutet, nicht: auf der Straße ein Stau, an der Bushaltestelle eine Schlange. Und als wir endlich wieder in Nikko sind, ist es nicht wiederzuerkennen. Auch hier Stau: Auf den Straßen bewegt sich nichts mehr, durch den Toshogu-Schrein, eines der Heiligtümer des Landes, wälzen sich tausende von Menschen. Wo waren sie alle gestern Abend? Und wo müssen wir Japans Schönheit nicht mit ganz so vielen teilen? "Matsushima", sagt der Wirt in unserer Pension. "Eine der schönsten Ecken am Meer, und um diese Zeit ist dort niemand."

Die erste echte Ruhe fanden wir in einem Pinienwäldchen.

Was wirklich Ruhe ist, erlebt, wer in Matsushima die Muschelfarmen besucht

Von Nikko ein Stück mit der Regionalbahn, den Schnellzug Shinkansen weiter nach Norden - jeder Zug ist auf die Minute pünktlich. Dann mit einer Art S-Bahn, aus der wir im Dunkeln schon das Meer glitzern sehen. Es ist wieder Nacht, als wir ankommen, diesmal an einer riesigen Jugendherberge nahe Matsushima. Ich würde gern mehr über die Gegend wissen und frage den Mann an der Rezeption nach einem Internetanschluss. Er malt zwei Pfeile auf einen Zettel, nach Süden und nach Norden, und schreibt einmal "20 Min" und einmal "60 Min" daneben. Dann sieht er mich an und sagt: "By train!" Die Riesenmonitore, Wandtelefone und Hightech- Toiletten - das ganze hochtechnisierte Japan ist hier weit weg.

Als wir am nächsten Morgen mit Fahrrädern die Gegend erkunden, wird uns klar, wie weit. An dem breiten, leeren Sandstrand sind nur ein paar Surfer unterwegs. Die Straße auf der nahe gelegenen Halbinsel haben wir für uns. Wir radeln vorbei an dicht bewaldeten Bergen, Fischerhäfen, Feldarbeitern, Tempeltoren und Buddha-Figuren, geschmückt mit Silberpapierchen, Blumen und Hello-Kitty- Lätzchen. Wo im Sommer Autokarawanen zum Strand unterwegs sind, ist es jetzt im Herbst fast unwirklich ausgestorben. Aber auf eine technische Errungenschaft der Japaner ist auch in menschenleeren Winkeln noch Verlass: Getränke-Automaten. Wo immer wir unterwegs sind, versorgen sie uns mit gut gekühlten Erfrischungen und mit heißem Kaffee und Tee aus der Dose.

In Matsushima sind die Wünsche auf Papier vor den Tempeln zahlreich

Auf der Straße nach Matsushima wundern wir uns über die weißen Haufen auf den Feldern - bis wir erkennen, woraus sie bestehen: Muschelschalen. Aus dem Meer ragen überall die Holzstecken der Austernfarmen, am Straßenrand stehen in einem länglichen Gebäude rund 30 Frauen, brechen in monotonen Bewegungen die Schalen auf, pulen die glibberigen Dinger raus und halten uns welche zum Probieren hin. Mit der Ausrede, dass es erst neun Uhr morgens ist, lehnen wir dankend, aber bestimmt ab. In Matsushima essen wir stattdessen frischestes Sushi und als Nachtisch Eis, das aus Reis gemacht und etwas bröckelig, aber dennoch köstlich ist.

Die wenigen Touristen bleiben bei den Tempelanlagen, Ausflugbooten und dem Teehaus direkt am Meer. Wir sitzen auf dem Aussichtshügel, gucken über die Dächer des Städtchens aufs Wasser und viele dicht bewachsene Inselchen und stoßen mit einem Automaten- Grüntee auf den Wirt an, der uns hierher geschickt hat. Er hatte so recht: Japan ist da am schönsten, wo gerade nicht Saison ist.

Den ersten Familienanschluss hatten wir in Kyoto.

Der Goldene Pavillion in Kyoto

Jeden Morgen um viertel vor sieben klopft Yasuyuki Hirai, der Wirt unserer Pension in Kyoto, an unsere Tür und ruft: "Shower is ready!" Dann kocht er Milchkaffee, schmiert Sandwiches und schnipselt Obst. Wie in jeder Unterkunft müssen wir am Eingang unsere Turnschuhe aus- und Plastikschlappen anziehen. Wenn wir wieder mal mit den Klo-Schlappen ins Bad laufen oder mit den Haus- Schlappen ins Klo, schlägt Yasuyuki verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammen. Wenn wir morgens eine volle Wasserflasche im Zimmer stehen lassen, hat er sie abends in eine Kühltasche gepackt.

Von unserem Zimmer sehen wir schon die verschachtelten Treppen und Gässchen, die Dächer der Holzhäuser und Tempel - rund 2000 sind es in Japans ehemaliger Hauptstadt. Die 1001 goldenen Buddhas im Sanjusangen-do, der Goldene Pavillon, der Zen-Garten im Ryoanji - dazwischen sitzen wir auf Leihrädern und fahren durch die im Vergleich zu Tokio nahezu ruhigen Straßen von Kyoto. Wir schlendern durch den riesigen Park um den alten Kaiserpalast, durch die Gartenanlagen der Tempel, die schmalen Holzhaus-Gassen im Gion-Viertel, den Philosophenweg entlang. Wir sehen Mönchen beim Gebet zu, blicken in die alte Seele Japans.

Gemeinsames Abendessen mit Keiki und Junichi Kitao

Und werden immer neugieriger darauf, wie die Japaner in den eigenen vier Wänden leben. Auf Vermittlung des International Community House, einer Art Zentrum der Völkerverständigung, besuchen wir das Ehepaar Keiko und Junichi Kitao, voller Vorfreude, endlich eine dieser stylishen, minimalistisch eingerichteten Wohnungen aus unserer Japan-Vorstellung zu sehen. Die Kinder sind aus dem Haus, für japanische Verhältnisse haben die beiden sehr viel Platz - den sie auch bis in den letzten Winkel vollgestellt haben. Das Wohnzimmer ist eine einzige Galerie der Andenken von Reisen aus aller Welt. Während die beiden uns erzählen, in wie wenigen Tagen sie Israel, Hawaii und Deutschland bereist haben, vereinen sich in einer Tischpfanne getrocknete Shrimps, Schweinefleisch, Frühlingszwiebeln, Mehl, Eier, Ingwer, Tintenfisch und pürierte Kartoffeln zu einer Art Omelett, Okonomiyaki genannt. Von uns wollen sie so gut wie nichts wissen, und selber viel gefragt werden, das haben sie gleich gesagt, wollen sie auch nicht. So erzählen entweder sie oder wir irgendwas, ansonsten wird gegessen und geschwiegen. Ich frage mich die ganze Zeit, ob sie etwas von uns erwarten, ob ich zu schnell esse oder zu langsam, ob wir uns, ohne es zu merken, irgendwie unhöflich verhalten. Nach drei Stunden sitzen wir wieder in der Bahn, bepackt mit Küchlein, Mandarinen, kunstvoll bedruckten Mousepads und der Gewissheit, dass die japanische Kommunikation nicht nur wegen der Schriftzeichen ein Rätsel für uns ist.

Den ersten Rabatt bekamen wir, weil ein Mann Angst um sein Auto hatte.

Dieses Auto haben wir soeben gemietet. Und wie wir so ruckartig, mit der Automatik noch nicht ganz vertraut, seine Station verlassen, läuft der Mann noch winkend neben uns her und ruft, ob alles in Ordnung sei. Wir sind zwar den Linksverkehr nicht gewöhnt, verstehen die Zeichen auf dem Navigationsgerät und die auf den Straßenschildern nicht, aber sonst ist alles bestens.

Am Biwa-See steht ein Tempeltor im Wasser

Vom Berg Hiei nahe Kyoto blicken wir in die nebelige Endlosigkeit des Biwa-Sees, den größten See des Landes. Am Ufer sehen wir den Anglern zu, halten an unbekannten Tempeln, schieben uns mit Blechlawinen durch kleine Städte Richtung Norden, biegen ab Richtung Meer, verfahren uns, fragen uns durch, kaufen bei "Seven Eleven" Sushi, Tee und Pudding, picknicken am Strand bei Obama, sind mal wieder die einzigen beiden lebendigen Punkte und fragen uns, ob es in Japan auch was zwischen überfüllt und ausgestorben gibt.

Auf dem Rückweg nach Kyoto nehmen wir die Straße durch dicht bewaldete Berge und kommen gerade noch rechtzeitig bei der Autovermietung an. Der Mann verbeugt sich mehrmals, läuft ein paar Runden um den Wagen, sucht nach Kratzern, nimmt dankbar den Schlüssel entgegen. Wir hätten es nicht mehr geschafft zu tanken, sagen wir. Er lacht und antwortet, er schenke uns das Benzin. Und ich glaube, er denkt: Hauptsache, das Auto ist wieder da.

Die totale Entspannung fanden wir in Hakone.

Egal, wo man in Japan unterwegs ist, Getränke- Automaten gibt es immer in der Nähe

Eines der beliebtesten Japan-Motive ist der Ashi-See in Hakone und im Hintergrund ein riesiger Kegel, der Fuji, mit 3776 Metern der höchste Berg des Landes. Von beidem sehen wir nichts bei unserer Ankunft, der Fuji ist von Wolken verdeckt, der See weit weg von unserem Guesthouse. Umso besser, so bleibt uns nur, uns in eines der vielen Onsen-Bäder zu legen. Für die Japaner sind diese Bäder Teil ihrer Kultur, man sagt, das heiße Wasser aus dem Inneren der Felsen habe heilende und kräftigende Wirkung. Wo es keine natürlichen Quellen gibt, wird das Wasser auf andere Weise gewärmt, aber hier, im Südwesten von Tokio, gibt es eine Menge Quellen. Und viele Tokioter nehmen an freien Tagen die eineinhalb Stunden Anreise gern in Kauf, um sich im heißen Wasser zu entspannen.

Im Tenzan Notemburo lassen wir uns im Wasserdunst durch Steingrotten treiben und die Erlebnisse der vergangenen Tage noch mal vorbeiziehen. Langsam fühlen wir uns mit Japan ein bisschen vertraut, trotzdem gibt es einiges, was wir wohl nie verstehen werden, es bleibt ein Rest Lost-in-Translation-Staunen: Warum es manchmal so voll und ein paar Kilometer weiter auf einmal so leer ist, zum Beispiel. Wie die Japaner es schaffen, dass bei der großen Automatenund kleinen Mülleimer-Dichte so wenig Plastik und Dosen rumliegen. Oder was sie an Hausschlappen finden, in denen schon viele Füße gesteckt haben. Warum selbst Geschäftsmänner in Anzug und Krawatte Hello-Kitty-Tierchen an ihre Klapphandys hängen. Wie man einen sonnigen Sonntag von morgens bis abends in Tokios Shopping-Palästen verbringen kann. Warum viele Japaner Angst haben, etwas gefragt zu werden, was sie vielleicht nicht beantworten können. Und warum sie sich für alles entschuldigen und bedanken.

Der erste Tag ohne Fragen war unser letzter.

Die dicken Fische gibt es um fünf Uhr morgens. Ich bin so müde, dass ich mich kaum auf den Beinen halten kann, und bleibe abseits vom Gewimmel, um nicht überfahren zu werden. Wir sind zurück in Tokio und starten den Abschlusstag unserer Reise mit der Tunfisch- Auktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt, dem größten der Welt.

Wer genug der ein bis zwei Meter langen Leiber erstanden hat, lädt sie auf seinen Wagen und rast zu seinem Stand, ohne Rücksicht auf im Weg stehende Zuschauer. Wir laufen durch die riesigen Hallen, gucken in die zahllosen Bottiche voller verschlungener, mir teils vollkommen unbekannter Meerestiere: Muscheln, Gurken, Hummer, Tintenfische, Krabben - wabbelige, stachelige, schuppige Körper.

Jedem sein Ruheplatz: Im Glitzer-Glimmer-Viertel Shibuya in Tokio ist der Eingang zum Kaufhaus "109" verhältnismäßig ruhig.

Unsere letzten Stunden nutzen wir dann, um über möglichst viele Fußgängerbrücken und Shoppingmeilen zu laufen, noch mal den ganzen wunderbaren Tokio-Wahnsinn in uns aufzusaugen. Wir essen noch einmal Nudelsuppe im Schnellrestaurant, kaufen Berge bunter Sinnlosigkeiten wie Aufkleber, Handy-Anhänger, Origami-Papier, Limonadedosen mit Manga-Aufdruck und Stempel, werden wehmütig beim Gedanken, dass Japan bald wieder das andere Ende der Welt sein wird. Und dann sehen wir zum Abschied noch einmal zwei vertraute Gesichter: Mayumi, unsere Karaoke-Begleitung, und Kechop, den Chihuahua. Wir treffen sie in der Bar "Bizarres" und trinken Shochu, den japanischen Wodka. Kechop trägt heute ein rotes Adidas- Kapuzenshirt und ist munterer als bei der letzten Begegnung. Mayumi fragt und sagt nicht viel. Wir auch nicht. Vielleicht sind wir zu müde, vielleicht aber auch einfach ein bisschen japanisiert.

Reise-Infos Japan

ANREISE Japan Airlines fliegt täglich von Frankfurt nach Tokio, hin und zurück rund 1150 Euro (Tel. 0180/222 87 00, www.jal.com).

BESTE REISEZEIT März bis Mai (Kirschblüte) und Oktober/November (Laubfärbung).

GELD In vielen Hotels und Restaurants kann man mit Visa oder Mastercard bezahlen. Geld abheben z.B. mit EC-Karte in Postämtern.

RUMKOMMEN Mit dem Zug. Japan Rail Pass ab 175 Euro für eine Woche. In allen Zügen der Japan Railways gültig, muss in Deutschland gekauft werden. Mit dem Auto. Japanische Führerschein-Übersetzung nötig (20 Euro, über Japan Auto Federation).

GRUPPENREISEN IN JAPAN Nippon für Backpacker. Alter 20-35. Beim Sumotraining zusehen in Tokio, Radeln in und um Kyoto und Japan per Zug bereisen. 13 Reisetage inkl. Flug (hin nach Fukuoka, zurück ab Osaka), Ü in Mittelklassehotels, Bahnfahrten, ab 1999 Euro (Marco Polo Reisen, Tel. 008 00/96 86 45 46, Fax 089/15 00 19 18, www.younglinetravel. de). Im Land der aufgehenden Sonne. Die quirligen Viertel Tokios, die Tempel von Kyoto, Hiroshima, Hakone. 13 Reisetage inkl. Flug (hin nach Tokio, zurück ab Osaka), Ü/F in Hotels und einem Ryokan, Bahn- und Busfahrten, ab 3349 Euro (Karawane Reisen, Tel. 071 41/ 284 80, Fax 28 48 26, www.karawane.de).

INFO <Egal, wo man ankommt: der Weg zur Touristeninfo lohnt sich immer (v.a. für Kartenmaterial, in den großen Städten für aktuelle kostenlose Stadtmagazine, für Tipps). Tourist Information Center Tokyo. 9-17 Uhr, Tokyo Kotsu Kaikan Building, 10. Etage, Yurakucho Station, Tel. 03/32 01 33 31. Kyoto Tourist Information. 10-18 Uhr, jeden zweiten und vierten Di im Monat geschlossen, Kyoto Station, 9F, Tel. 075/344 33 00. Nikko Informationszentrum. in der Hauptstraße, auf halbem Weg Richtung Toshogu Schrein links (9-17 Uhr, Tel. 02 88/53 37 95). Hakone Touristeninformation. Gegenüber der Yumoto Station. 9.30-17.30 Uhr, Tel. 046 08/589 11). Tourist Information Office Matsushima. 10-17 Uhr, Matsushima-Kaigan Station, Tel. 022/354 22 63.

TOKIO

Für einen ersten Überblick: die Yamanote-Linie von Japan Railways fährt oberirdisch einmal im Kreis durch die wichtigsten Viertel, Dauer etwas über eine Stunde. Diese Bahn in Verbindung mit den feiner verästelten Metro-Linien ist die beste Art, sich durch die Stadt zu bewegen (Bahnen fahren zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens nicht).

ÜBERNACHTEN Hotel Fukudaya. Ruhig, sauber, 15 Minuten zu Fuß zur Shibuya-Station. DZ ab 56 Euro, kein Frühstück (4-5-9, Aobadai, Meguro-ku, Tokyo153-0042, Tel. 03/34 67 58 33, Fax 34 67 60 83, www.fukudaya.com). Sakura Fleur Aoyama. Schönes Hotel mit Massagesalon und Café. DZ/F ab 103 Euro (2-14-15 Shibuya, Shibuya-ku, Tokyo 150-0002, Tel. 03/ 54 67 37 77, Fax 54 67 37 97, www.sakurahotels.com). Hotel Asia Center of Japan. Sauber, funktional, Personal spricht Englisch. Zwischen den Stationen Aoyama, Akasaka und Roppongi. DZ/F ab 76 Euro (8-10-32, Akasaka, Minatoku, Tokyo 107-0052, Tel. 03/34 02 61 11, Fax 34 02 07 38, www.asiacenter.or.jp). Ryokan Sansuiso. Einfache, günstige Unterkunft, fünf Minuten von der Bahnstation Gotanda, zwei Stationen vom trendigen, aber noch nicht so überlaufenen Stadtteil Ebisu. DZ ab 53 Euro, kein Frühstück (2-9-5, Higashi-Gotanda, Shinagawa-ku, Tokyo 141-0022, Tel. 03/34 41 74 75, Fax 34 49 19 44, www.sansuiso.net) Günstige Unterkünfte in Tokio und ganz Japan: über Welcome Inn Group oder Japanese Inn Group.

ESSEN UND TRINKEN Wasshoi. Nette, kleine, junge Bar in Daikanyama. Einfache, sehr gute Küche, z.B. Schweinefleisch mit Ingwer für rund vier Euro. Tägl. 18-5 Uhr. Von der Metro Nakameguro die Yamate-dori auf der rechten Seite nach Norden laufen und nach der zweiten Querstraße auf ein Schild achten, das in die erste Etage weist (Tel. 03/37 11 48 33). Ryn-rey. Sie werden vor vielen Tellerchen sitzen, alles genießen - und das inkl. Getränke schon ab rund 30 Euro pro Person. Tägl. 17-24 Uhr. Von der Metro Omotesando die Aoyma-Dori bis zum Spiral-Building, dahinter links, nach einer kleinen Kreuzung rechts nach dem Schild Ausschau halten und mit dem Fahrstuhl in die vierte Etage fahren (Tel. 03/57 66 27 33). Nakame Takkyu Lounge. Ein riesiger Raum mit Sofa-Ecken und einer Tischtennisplatte. Eintritt rund 3 Euro, Schläger 2 Euro. Liegt versteckt: von der Metro Nakameguro parallel zu den Gleisen über den Meguro-Fluss, am Seven Eleven rechts, vor einer Bar auf der linken Seite links in einen Hauseingang und in der 2. Etage klingeln (Tel. 03/57 22 30 80). Gengetsu. Im Partyviertel Roppongi ist diese schöne Bar eine wahre Oase. Auch kleine Gerichte. Von der Roppongi-Kreuzung die Gaien- Higashi-dori Richtung Norden, dann die zweite Straße links, die Bar ist auf der rechten Seite (Tel. 03/34 03 10 13). Fastfood-Läden. Schnell, gut, günstig: Nudelsuppen, Dim Sums, Tempura, Sushi, Burger - für rund drei Euro kann man sich stärken, für rund fünf Euro wird man gut satt (z. B. Mos Burger, R Burger, Tenya Tempura). Extratipp: Vor und nach dem Tsukiji-Fischmarkt. Die Tunfisch-Auktion ist um fünf Uhr morgens. Wer durchmachen will: Nicht weit vom Markt, im Nobelviertel Ginza, hat die Bar "Bizarres" bis vier Uhr auf. Nach der Auktion kann man Sushi frühstücken. Um neun macht um die Ecke der Hama-Rikyu-Garten auf, dort gibt es in einem Teehaus Grüntee mit Süßigkeit für 4,30 Euro. Dann von Shinbashi vier Stationen bis Akihabara fahren und Mittagsschlaf halten, in einem der wenigen Kapselhotels, wo auch Frauen schlafen dürfen (Bizarres, Mo-Fr 20-4 Uhr, von der Metro Higashi-Ginza am Kabuki-za-Theater vorbei, die zweite kleine Straße links, die Bar ist an der dritten Ecke links, Tel. 03/35 45 57 27; Capsule Inn Akihabara, 6-9 Akihabara, Taito-ku, Tokyo, Tel. 03/32 51 08 41, Fax 32 51 08 44, www.capsuleinn.com).

EINKAUFEN Es gibt so viele Shopping-Malls in Tokio, dass man den Glitzerpalästen sowieso nicht entkommt. Groß und verschachtelt: Roppongi Hills. Zehn Etagen Glitzersteinchen und Klamotten in S und XS: Kaufhaus 109 in Shibuya. Sonntägliches Schaulaufen: auf den Straßen Omote-sando und Takeshita-dori. Viele stylishe Boutiquen und Secondhand-Läden: in Ebisu und Daikanyama. Schlicht-Schönes wie Klamotten, Bürobedarf, Badutensilien: Muji (z. B. an der Station Yurakucho; Muji-Regale auch bei Family Mart).

KYOTO

Überall in der Stadt, vor allem rund um den Bahnhof gibt es Läden, die Räder verleihen. Zentral, täglich von zehn bis 18 Uhr geöffnet, Fahrrad pro Tag rund 6,60 Euro: Muji Rent-a-cycle, Platz Department Store, Karasuma-dori).

ÜBERNACHTEN Viele Hotels und Ryokans in Kyoto schließen um 23 oder 24 Uhr die Türen, bei der Buchung nachfragen! Watazen Ryokan. Modernes Ryokan um die Ecke der Vergnügungsmeile Kiyamachi-dori. DZ/F ab 105 Euro (auf der Yanaginobaba Straße, südlich der Rokkaku, Nakagyo-ku, Kyoto 604-8113, Tel. 075/223 01 11, Fax 223 01 12). Pension Kotomu. Schön gelegen nahe dem quirligen Gion-Viertel. Yasuyuki Hirai vermietet zwei riesige Zimmer mit eigenem Eingang und eigener Toilette. Sehr freundlicher Service. DZ/F 62 Euro (Chawanzaka, Higashiyama-ku, Kyoto 605-0846, Tel. 075/531 18 48, Fax 551 18 25). Matsuba Ya Ryokan. Zentral, klein, familiär. DZ/F ab 70 Euro (Kamijuzuyamachi-dori, Shimokyoku, Kyoto 600-8150, Tel. 075/351 37 27, Fax 351 35 05, www.matsubayainn.com). Hotel Nishiyama. 32 japanische Zimmer mit Bad, dazu großes Gemeinschaftsbad mit Glasfront. DZ/F ab 124 Euro (Nijo-Sagaru, Gokomachi, Nakagyo-ku, Kyoto 604-0933, Tel. 075/ 222 11 66, Fax 231 35 58, www.ryokan-kyoto.com).

Extratipp: International Community House. Vermittelt mit ca. zwei Tagen Vorlauf Besuche bei japanischen Familien (Home Visit Program). Di-So 9-21 Uhr (2-1 Torii-cho, Awataguchi, Sakyo-ku, Tel. 075/752 35 11, www.kcif.or.jp).

ESSEN UND TRINKEN Oishinbo. Man kombiniert köstliche Kleinigkeiten, z. B. Kürbisgratin für 4,50 Euro (zwei Blöcke südlich der Shijo-dori, östlich der Hanamikoji, Tel. 075/541 61 00, www.kyoto-oishinbo.com). Negiya Heikichi. Offene Küche, viel Action. Spezialität "Hot Pot", z. B. mit Huhn oder Rind und viel Lauch (auf der Pontocho, zwischen Shijo-dori und Sanjodori, Tel. 075/256 88 08). Bon Bon Café. Blick auf den Kamo-Fluss, Sandwiches 2-3 Euro, Salate 3-5 Euro (auf der Imadegawa-dori, westlich des Flusses, Tel. 075/213 86 86). Pomme. Sehr nettes kleines Café am Philosophenweg, vom Ginkakuji Tempel kommend rechterhand, etwa auf der Mitte. Selbst gebackene Kuchen. Do-Mo und jeden zweiten Dienstag 11-18 Uhr.

NIKKO

Wer im Spätsommer oder Herbst hierher kommt, ist nicht allein - außer: Man steht sehr früh auf und nimmt den ersten Bus um 7 Uhr zum Chuzenji See. Etwas früher aussteigen, wo die Gondel zum Aussichtspunkt für den Kegon-Wasserfall losfährt. Und sich dann bloß nicht in die Warteschlange stellen, man kann zu Fuß zum Aussichtspunkt gehen, von dort bequem in einer Stunde zum See wandern. Und hat dann genug Zeit, zum weniger belagerten Yunoko See weiterzufahren, länger zu wandern oder mit einem Boot über den See zu schippern.

ÜBERNACHTEN Turtle Inn Nikko. Nette Pension am Rande Nikkos, in Laufweite zum Toshogu-Schrein. DZ/F ab 67 Euro (2-16, Takumi-cho, Nikko, Tochigi Pref. 321 14 33, Tel. 02 88/53 31 68, Fax 53 38 83, www.turtle-nikko.com). Hippari Dako. Gut und günstig essen oder im Internet surfen. Hauptgerichte 3-6 Euro. Tägl. 11-20 Uhr (auf der Hauptstraße, kurz vor der Brücke auf der linken Seite, Tel. 02 88/53 29 33).

ESSEN UND TRINKEN Sakuraya Coffee Bell. Café/Restaurant um die Ecke vom Turtle Inn, das - große Ausnahme in Nikko - bis 23 Uhr geöffnet hat (vom Turtle Inn Richtung Stadt laufen, dann die zweite links, das Café ist auf der linken Seite, Tel. 02 88/53 28 43).

HAKONE

Onsen-Bad in Hakone

Wanderwege, Seen, heiße Quellen, tolle Aussichten auf den berühmten Berg Fuji und all das nur eineinhalb Stunden Fahrt entfernt von Tokio – Hakone ist zurecht beliebt und meist voll. Aber es gibt Platz und Wege genug, hier ein bis drei entspannte Tage zu genießen.

ÜBERNACHTEN Fuji Hakone Guest House. Das Personal spricht Englisch - und setzt Sie gern auf die Liste für die heißen Onsen-Bäder (Bus Nr. 4 ab Odawara oder Yumoto bis Senkyoro-mae (912 Sengokuhara Hakone, Kanagawa 250-0631, Tel. 04 60/84 65 77, Fax 465 78, www.fujihakone.com). Tenzan Notemburo. Eine Oase! Besonders schönes Onsen-Bad. Männer und Frauen getrennt, Massageraum, Restaurant. 8 Euro, tägl. 9-23 Uhr (mit dem Shuttlebus von Yumoto, Tel. 04 60/641 26).

ESSEN UND TRINKEN Irorichaya. Gemütliches Restaurant, fünf Minuten zu Fuß vom Fuji Hakone Guest House (hoch zur Busstation, rechts die Straße runter, das Restaurant kommt auf der linken Seite, Eingang nicht direkt an der Straße). Jedes Gericht kommt auf einem Tablett voller Töpfchen mit diversen Kleinigkeiten. Hauptgerichte um 15 Euro.

MATSUSHIMA

Sushi in Matsushima

ÜBERNACHTEN Pila Matsushima Okumatsushima Youth Hostel. Jugendherberge in einem Pinienwäldchen. Leihfahrräder. DZ/F (japanische Zimmer) 74 Euro (mit dem Zug bis Nobiru, über die Brücke und geradeaus, bis ein Schild nach rechts weist, nach einigen hundert Metern liegt die Herberge rechts, Tel. 02 25/88 22 20, www.jyh.or.jp).

ESSEN UND TRINKEN Matsushima Sushikou. Leckeres Nigiri, sechs Stück rund sieben Euro. Mo-So 11-21 Uhr (gegenüber vom Bootsanleger in die kleine Straße, rechts hinter dem Weinladen).

Text: Tinka Dippel Fotos: Nora Bibel BRIGITTE Heft 20/2007
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