Reisen und Helfen

"Explore & Help" - dahinter verbirgt sich eine gute Idee: Gründer Sven Mangels bietet im Internet Urlaubsreisen an, mit denen zugleich Hilfsprojekte in armen Ländern unterstützt und besucht werden können.

Reisen, Erleben und Helfen? Bei "Explore & Help" ist das möglich. Unter www.exploreandhelp.de können Sie ein Urlaubsziel in Afrika, Südamerika, Asien oder Europa in Kombination mit einem bestimmten Hilfsprojekt aus dem Bereich Umwelt, Tierschutz oder Bildung und Soziales buchen. Sie zahlen dabei etwa zehn bis 15 Prozent mehr als eine vergleichbare Reise bei einem anderen Veranstalter kosten würde. Dieser zusätzliche Betrag kommt dann direkt dem entsprechenden Hilfsprojekt als Spende zugute. Sven Mangels verdient, wie andere Reiseagenturen auch, an der Vermittlungsprovision. Der Spendenanteil fließt zu 100 Prozent in die Projekte.

Sven Mangels

Das Besondere an "Explore & Help" ist, dass die Teilnehmer einer Urlaubsreise die von ihnen unterstützten Projekte auch selbst aufsuchen und sich mit den Menschen austauschen können. So wissen sie genau, wohin ihre Spende geflossen ist. "Viele Menschen spenden, wissen aber nicht genau, was mit ihrem Geld genau passiert", sagt Mangels. "Mit unserem Reisekonzept schaffen wir Transparenz. Der Reisende kann das Projekt direkt vor Ort anschauen und den Einsatz seines Geldes nachverfolgen." Außerdem hat der Teilnehmer auch das gute Gefühl, etwas Positives bewirkt zu haben. "Wer zum Beispiel eine Tour nach Ecuador bucht, kauft symbolisch zwei Hektar Regenwald und unterstützt seinen Erhalt", so Mangels. Es muss aber nicht nur beim Besuch der Projekte bleiben. Mangels kann sich durchaus vorstellen, dass die Teilnehmer zukünftig auch aktiv mithelfen könnten - beispielsweise bei dem Bau von Schulgebäuden oder Wohnhäusern in Afrika oder Asien. Zu 95 Prozent werden Projekte unterstützt, die von deutschen Hilfsorganisationen geleitet werden. Fast alle besitzen das DZI-Spendensiegel (DZI = Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen), das für die nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder steht.

Der "normale" Teil der Reise gestaltet sich dann aktiv in Form von Wandern, Trekking oder Radfahren. Dabei bleibt viel Zeit, die Schönheiten des Landes zu entdecken und Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. "Es handelt sich nicht um einen klassischen Pauschalurlaub, bei dem man zwei Wochen lang am Strand liegt", erklärt Mangels. "Hier bucht man einen Erlebnis-Urlaub. Man lernt Land und Leute und viele Hintergründe kennen, die einem Reisenden normalerweise verborgen bleiben."

Der 34-jährige Geschäftsführer von "Explore & Help" studierte in Oxford Betriebswirtschaftslehre und unterstützte dann in Großbritannien jahrelang wohltätige Unternehmen hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit. Dabei kam er auf die Idee, die dort übliche Form von "Spenden-Reisen" in Deutschland einzuführen. In Großbritannien ist diese Form des Reisens gang und gäbe. Mindestens einmal in seinem Leben engagiert sich jeder Brite auf diese Weise bei Hilfsprojekten. Mangels hat selbst während seiner Zeit in England an solch einer Reise teilgenommen und war begeistert: "Es entsteht dabei ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl." In Deutschland muss sich diese neue Reiseform erst noch etablieren.

Mit dem Aufbau seiner Geschäftsidee ist Mangels schon seit Januar beschäftigt. Seitdem kümmert er sich um den Aufbau von Kontakten zu wohltätigen Organisationen und Reiseveranstaltern, die sich einem nachhaltigen Tourismus verpflichtet haben und in den entsprechenden Hilfsprojektländern tätig sind. Seit zwei Wochen ist sein Internetportal nun online. Bei den bisherigen Anfragen hat er ein sehr positives Feedback erhalten. "So etwas spornt mich an", freut sich Mangels.

Weitere Spendenprojekte

Hier können Sie online beim Einkaufen zugleich Hilfsorganisationen unterstützen - ohne einen Cent dazu zu bezahlen:

"Careflower" Auf dieser modisch designten Homepage von Careflower findet man eine Vielzahl außergewöhnlicher Artikel, durch deren Kauf der Kunde verschiedene Hilfsorganisationen mit einem festen Spendenbetrag unterstützen kann. Das Besondere: Die Spende ist bereits im Kaufpreis enthalten. Dabei entscheidet jeder Kunde selbst, welche der beteiligten Hilfsorganisationen er durch seinen Einkauf hilft. Entscheidend ist: Die Produktpreise sind die gleichen wie im Einzelhandel, die Kunden zahlen trotz Spende keinen höheren Preis.

Mit den Spenden, die zu 100 Prozent weitergegeben werden, können derzeit drei Hilfsprojekte unterstützt werden: Kindness for Kids aus München (Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen), Paz y Bien aus Kolumbien (Betreuung und Lebensgestaltung von Flüchtlingen) und der Gemeinschaftsverein Monte Azul aus Brasilien (integrative Sozialarbeit in drei Armutsvierteln in Sao Paolo).

"planethelp" Über 400 Online-Shops kooperieren mit planethelp. Auch diese Site fungiert als Plattform zwischen User, Shop und Hilfsorganisation. Wie bei "Careflower" kann der Nutzer selbst entscheiden, welche Organisation von seinem Einkauf profitiert. Namhafte Partner wie Ärzte ohne Grenzen, Pro Wildlife oder die Deutsche AIDS-Hilfe werden nach einem transparenten System bedacht: Für jeden Einkauf wird der Provisions-Anteil, der an die wohltätige Adresse geht, vor Abschluss des Geschäfts ausgewiesen. Der Clou: Auch bei diesem Online-Shop zahlt der Kunde dabei keinen Cent mehr, als wenn er direkt beim Anbieter kauft.

Anika Ernst
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