Heimweh? Was wir im Urlaub am meisten vermissen

Das Körnerbrötchen am Morgen, die beste Freundin oder die Lieblingsserie im Fernsehen? Was die Deutschen im Urlaub vermissen, überrascht. Und was fehlt euch in den Ferien am meisten?

Paradox: Im Urlaub vermissen wir unser Zuhause

Hach, was hatten wir darauf hingefiebert: endlich Urlaub, endlich frei sein, endlich barfuß laufen, endlich tun und lassen, was wir wollen! Aber warum schleicht sich dann doch irgendwann das Heimweh ins Gemüt? Wo in den schönsten Wochen des Jahres alles perfekt sein sollte?

Was wir im Urlaub am meisten vermissen, hat die "BAT-Stiftung für Zukunftsfragen" ermittelt und über 4000 Deutsche repräsentativ dazu befragt. Es ist eine Binse, dass wir es gern gemütlich haben, trotzdem überrascht das Ergebnis: Die meisten von uns vermissen das eigene Bett.

Mit großem Abstand folgen das "gemütliche Zuhause", das Haustier und die gewohnte Umgebung. Spätestens bei diesen Ergebnissen verwundert es nicht länger, dass so viele Hotels damit werben, dass man sich bei ihnen "wie zuhause fühlen" könne.

Hallo, Klischee! Frauen vermissen die Familie, Männer den Fernseher

Frauen und Männer vermissen auf Reisen unterschiedliche Dinge. So sehnen sich Frauen oft nach der Familie, dem eigenen Bett, dem Haustier und dem Badezimmer. Männern hingegen fehlen öfter Fernseher, Zeitung und das gewohnte Essen.

Das Abenteuer hat ausgedient

Der Urlaub reduziert sich zunehmend zu einer Kopie der Heimat mit weniger Verpflichtungen und besserem Wetter

Offenbar geht der Urlaubstrend zu Ferien, die vor allem Bequemlichkeit bieten. Neues und Fremdes kennenzulernen, steht nicht mehr im Vordergrund. Professor Dr. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der "BAT-Stiftung für Zukunftsfragen", sagt: "Dank Handy und E-Mail, Facebook und Skype wird das Heimweh nach Personen immer seltener. Auch müssen Reisende mittlerweile fast nirgendwo auf der Welt mehr auf heimische Produkte – von der Sportschau bis zum Brotaufstrich – verzichten. Die Kehrseite der Medaille: Der Urlaub reduziert sich zunehmend zu einer Kopie der Heimat mit weniger Verpflichtungen und besserem Wetter."

Reisemotive wie "Land und Leute kennenlernen", "Neues ausprobieren" und "sich auch einmal überraschen lassen" würden immer seltener. Dabei, so weiß Reinhardt, ist "der Kontrast zum Alltag mit entscheidend für das Urlaubsglück." Und tatsächlich sollten wir wieder die Lust daran entdecken, über den Tellerrand zu schauen, um zu sehen: Es gibt noch was anderes auf der Welt als das eigene Süppchen, in dem wir schmoren. Diese Erfahrung inspiriert uns auch dann noch, wenn wir längst wieder in unseren Alltag zurückgekehrt sind - und in unser ach so gemütliches Bett.

Und was vermisst ihr am meisten?

Wie geht es euch im Urlaub? Vermisst ihr überhaupt etwas - und wenn ja, was? Tauscht euch aus in der BRIGITTE-Community! Hier seht ihr die Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

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