Mallorca: 33 Geheimtipps für unsere Lieblingsinsel

Auf Mallorca tut sich was: Junge Mallorquiner kochen kreativ nach alten Rezepten, renovieren Stadthäuser und bauen Wein an. Hier kommen tolle Tipps für euren nächsten Mallorca-Urlaub.

Palma, du Inspirierende

Versteckte Patios, neu eröffnete Läden, moderne Kunst: Ein Bummel durch die Hauptstadt ist voller Entdeckungen.

Terrasse des neuen Design-Hotels Cort. Der Treffpunkt schlechthin in Palma, gegenüber vom Rathaus, zu einem Vier-Sterne-Haus gehörend. Unter dem uralten Olivenbaum kühlen Inselwein bestellen und dem Treiben auf dem Platz zuschauen (Plaça de Cort, 11, www.hotelcort.com).

Gibson, Nicolas, España. Zwei Bars beleben die kleine Plaça del Mercat in der Altstadt: Das "Gibson" ist tagsüber Café mit hübscher Terrasse und abends Weinkneipe - gegenüber leuchten hunderte von Flaschen hinter der Theke der Bar "Nicolas". Immer gut für einen Drink: die versteckt gelegene "Bar España" (Carrer de Can Escursac, 12).

La Luna. Die liebste Schweinerei der Mallorquiner ist die weiche Paprikawurst. Die heimische Produktion erkennt man am Gütesiegel "Sobrasada de Mallorca de Cerdo Negro". Die Marke "La Luna" hat inzwischen Tradition, erhältlich im gleichnamigen Laden (Carrer dels Oms, 3, www.la-luna.es).

Es Rebost. Für diese Marke haben sich einige Freundinnen zusammengetan: "Ametlla+". Ihre gerösteten Mandeln, Mandelöle und Mandelwürzmischungen (aus Mandeln, Orangen, Ingwer, Tomaten) bekommt man jetzt in den Feinkostläden der Insel, etwa im Spezialitätengeschäft und Restaurant "Es Rebost" (Avda. de Jaume III, 20, www.esrebost.com/de).

Die Patios von Palma. Verspielte Idyllen auf kleinem Raum, oft seit Jahrhunderten unverändert. Was sich wohl hinter den fensterlosen Mauern, Eisentoren und Holztüren der abweisenden Renaissance-Adelspaläste in der Altstadt verbirgt? Jetzt kann man bei begleiteten Patio-Touren in die intimen Innenhöfe hineinschauen. Führung mit Tapas-Tasting und einem Palastbesuch im "Palau March" für 35 Euro (www.mallorcarutes.es).

Galeria Kewenig. Moderne Kunst in einer romanischen Kapelle: Jule Kewenig in der gleichnamigen Galerie liebt Gegensätze (Oratorio de Sant Feliu, https://kewenig.com).

Plaça de la Llotja. Der quadratische Platz an der historischen Seehandelsbörse "Llotja de Palma" im ehemaligen Fischerviertel Villa de Baix ist ein wunderbarer Einstieg in das Nachtleben der Stadt: Bars ohne Ende. Von hier aus kann man das Ausgehviertel bequem zu Fuß zu erkunden.

Hotels: Sternklare Nächte

Im Uhrzeigersinn: Hotel de la Villa, Es Turó, La Carrotja

Vom Bett aufs Meer gucken - oder in die Mandelbäume: wunderbar gelegene Hotels, Fincas und Häuser.

Can Estades. Draußen vor dem Balkon des "Erdbeerzimmers" erstreckt sich eine liebliche Hügellandschaft, dahinter der Tausender im wilden Westen, der Galatzó. Landgut mitten auf dem Land bei Calvià. DZ/F ab 130 Euro (Camí de Son Pillo, 15, Calviá, Tel. 971 67 05 58, www.can-estades.com).

Mirabó de Valldemossa. Nie mehr aufstehen aus der Hängematte auf dieser Finca auf 500 Meter Höhe. Neun Zimmer im modernen Landhausstil. DZ/F ab 140 Euro (Ctra. Valldemossa Km 15.950, Valldemossa, Tel. 661 28 52 15, www.mirabo.es).

Son Mico. Die Finca ist seit Langem in Familienbesitz. Jetzt haben die Schwestern Isabelle und Ines Coll drei Apartments mit Antiquitäten und ein Café eingerichtet. Traumhafter Blick über den Nordwesten der Insel. DZ/F ab 90 Euro (Ctra de Deia, Sóller, Tel. 971 63 82 24, son.mico@hotmail.com).

Agroturismo Finca Dalt Murada. Urlaub auf dem Bauernhof, umgeben von Mandelbäumen und Weinreben. Erst vor Kurzem haben die Besitzer das historische Bruchsteinhaus liebevoll umgebaut. DZ/F ab 90 Euro (Camí de Raiguer s/n, Binissalem, Tel. 971 42 53 00, www.fincadaltmurada.com).

Hotel de la Vila. Gemütlich und individuell hat Catalina Alorda dieses alte Dorfhaus an der höchsten Stelle des Örtchens Llubí gestaltet. Es gibt zwei Salons für alle und sechs schlichte, aber geschmackvolle Zimmer. DZ/F 85 Euro (Plaça de Son Ramis, 5, Llubí, Tel. 608 90 41 62, www.hoteldelavila.com).

Alcúdiá Petit Hotel. Die beiden ehemaligen Fischer Juan und Jaime und Partnerin Maria Antonia verwandeln mit viel Geschick verfallene Dorfhäuser in preiswerte kleine Hotels. Das neueste steht in der Altstadt von Alcúdia. Junges, frisches Design. DZ/F ab 80 Euro (Carrer d'En Serra, 23, Alcúdia, Tel. 971 54 59 82, www.alcudiapetithotel.com).

Son Cardaix. Das Frühstück, wahlweise in der alten Ölpresse oder in der schattigen Laube, die schlichte Eleganz der Zimmer und Suiten - alles sehr verlockend. DZ/F ab 110 Euro (Ctra. Palma-Artá, Km 63,2, Tel. 971 82 91 38, www.soncardaix.com).

Living Houses Santanyi

Living Houses Santanyi. Im Ferienhaus wohnen, auf Wunsch mit Babysitter, Frühstück, Wellness, Profi-Koch. Luxuriöse Wohlfühl-Atmosphäre. Ab 220 Euro pro Nacht (über das "Hotel Santanyi", Plaça de la Constitució, 7, Santanyi, Tel. 971 64 22 14, www.living-houses-santanyi.com).

Agroturismo Sa Carrotja. Orange schäumen Bougainvilleas, blutrot glühen Hibiskushecken, weiße Oleander stehen Spalier am Pool: Der Garten dieser Finca im Süden der Insel ist ein Traum. DZ/F ab 125 Euro, nur für Erwachsene (C/. Sa Carrotja, 7, Ses Salines, Tel. 971 64 90 53, www.sacarrotja.com).

Es Turó. Solch einen grandiosen Blick findet man selten auf Mallorca. Den verdankt die 250 Jahre alte Finca ihrer Lage ganz im Süden der Insel bei Ses Salines auf einer Anhöhe. Der Sohn des Hauses Juan Nadal und seine Frau Catalina entrümpelten sie und richteten die 17 Zimmer im trendig mediterranen Landhausstil ein. Im Restaurant schmeckt leichte Bistro-Küche. DZ/F ab 90 Euro (Camí de Cas Perets s/n, Ses Salines, Tel. 971 64 95 31, www.esturo.com).

Restaurants: Neue Inselküche

Im Uhrzeigersinn: Joan Marc, Forn de San Juan, Andreu Gensetra

Herd frei für die jungen Köchinnen und Köche, die uns mit kreativen mallorquinischen Gerichten überraschen.

Forn de Sant Joan. Austern mit Limetten-Kräuterschaum, Krebsfleisch-Mango-Tatar mit Avocado und Herings-Kaviar: Edel-Tapas zum Niederknien gibt es in diesem Restaurant in Palmas Ausgehviertel La Lonja (C/.Sant Joan, 4, Palma, Tel. 971 72 84 22, www.forndesantjoan.com).

Celler Santi Taura. Einer der besten jungen wilden Inselköche. Traditionelle mallorquinische Rezepte. Wöchentlich wechselndes Menü für 33 Euro (C/. Guillem Santandreu, 38, Lloseta, Tel. 971 51 46 22, www.restaurantsantitaura.com).

DaiCa. Caty Pieras hat ihren Job als Spitzenköchin im Schlosshotel "Son Vida" aufgegeben, um im verträumten Llubi ein Restaurant mit Zimmern zu eröffnen. Dort kreiert sie aus frischen Inselprodukten wunderschön arrangierte Menüs wie Königsgarnelen mit Kopfsalatsuppe, Cannelloni mit Huhn und Steinpilzen, Cremespeise mit Palo (Kräuterlikör) und Zimteis. Menü 30 Euro, DZ ab 80 Euro (Carrer Nou, 8, Tel. 971 52 25 67, www.daica.es).
 

Marga Coll im Restaurant "Miceli"

Miceli. Mit einem vollen Einkaufskorb kommt Marga Coll jeden Tag vom Markt. In ihrem Restaurant in Selva im Esszimmer ihres Elternhauses gibt es keine feste Speisekarte. Die Gäste sitzen auf der Terrasse und warten gespannt, was kommt. Selleriecremesuppe, Zackenbarsch mit Paprika-Tomatensoße, Lammspieß mit Gemüse-Couscous. Vier-GängeMenü 27 Euro (Ángels, 11, Selva, Tel. 971 87 37 84, www.miceli.es).

Andreu Genestra ist nicht nur ein bildschöner Mann - er kann auch hervorragend kochen. Gern geht er mit seinen Gästen zuerst in den Garten und zeigt sein selbst angebautes Gemüse, seine freilaufenden Hühner, seine noch ganz jungen Rebstöcke. Alles bio. Sein Restaurant findet man im Landhotel "Predi Son Jaumell", Vier-Gänge-Versuchsmenü 35 Euro (Carretera Cala Mesquida 1, Capdepera, Tel. 971 56 59 10, www.andreugenestra.com).

Joan Marc war Chefkoch im Fünf-Sterne-Hotel. Jetzt steht er am Herd, wo er aufgewachsen ist, in Inca, neben der Bar seiner Eltern. Und bereitet leichte, vorzügliche mallorquinische Frischeküche zu. Sein Restaurant "Joan Marc" ist mit viel Holz gestaltet, als Dekoration dient edler Schmuck, den seine Schwester herstellt und verkauft. Auf der Karte findet man nur halbe Portionen. Wer fünf bestellt, hat tolle Geschmackserlebnisse (Plaça del Blanquer, 10, Inca, Tel. 971 50 08 04, www.joanmarcrestaurant.com).

Strände: Aufbruch zu stillen Wassern

Cala S'Alumnia

Keine Frittenbuden, keine Bettenbunker, keine Souvenirshops - abgelegene Buchten.

Colònia de Sant Pere. Das Wasser an dem kleinen sichelförmigen Strand dieses verschlafenen Ortes ist klar und warm. Auf der neu angelegten Promenade gleich dahinter reihen sich Apartments von Mallorquinern, gute Fischrestaurants und Bars aneinander. "Blau Mari" heißt eine davon. Dort auf der Terrasse unter schattigen Bäumen in einem Buch zu schmökern, vor sich einen frisch gemixten Fruchtcocktail: am liebsten für immer (Blau Mari, Paseo del Mar, s/n, Tel. 971 58 94 07).

Platja Ses Covetes. Spazieren Sie am Ende eines Strandtages an diesem hinteren Abschnitt von Es Trenc nicht wieder zurück Richtung Parkplatz, so wie die Allermeisten. Bleiben Sie einfach, bis die Sonne sinkt. In der Strandhütte "Es Murters" mit der Piratenflagge auf dem Palmendach läuft bestimmt gute Musik. Dann schauen Sie mit den anderen Gästen staunend zu, wie sich der Himmel so rot färbt wie der Campari im Glas (Straße von Campos Richtung Südwesten nach Ses Covetes nehmen).

Platja Ses Covetes

Cala des Mármols. Eine zauberhafte, 50 Meter breite Bucht zwischen steilen Felswänden, mit feinstem weißem Sand. Das Wasser schimmert karibisch blau. Solche Einsamkeit muss man sich schon erwandern: vom Leuchtturm Ses Salines aus losziehen (etwa sechs Kilometer) oder, viel schöner, von der S'Almunia-Bucht aus (fünf Kilometer) - auf alten Pfaden über die Klippen die Steilküste entlang.

Cala S'Almunia. Am frühen Abend ist diese Nachbarbucht der hoch gehandelten, aber inzwischen zu vollen Cala d'es Moro bei Cala Llombards richtig heimelig. Eine Handvoll ehemaliger Fischerhäuser steht dort, es gibt keinen Sand, nur eine Plattform aus Beton, auf der die Boote herausgezogen werden. Dort plaudern mallorquinische Familien und Liebespaare, gehen schnorcheln im durchscheinenden Wasser und schauen zu, wie die Gischt aus den Löchern in den Felsen schießt (Zufahrt: vor Hinweisschild Cala Llombards rechts und dann durchschlängeln bis zum Ende und von dort geradeaus die Treppen hinuntergehen bis zum Wasser).

Sant Elm. Zwei unbewohnte Inseln hat man immer im Blick vom schönen Sandstrand dieses kleinen Küstenortes aus: Dragonera, das mit zugekniffenen Augen wie ein schlafender Drache aussieht, und vorn links das wesentlich kleinere Pantaleu. Wem es am Strand zu voll ist, was gerade in der Saison leicht passieren kann, der mietet sich ein Tretboot, fährt rüber zur Insel und schaut sich den Trubel aus der Ferne an.

Ausflüge: Das Leben ist ein Spaziergang

Bootsausflug mit dem Llaüt

Vier besondere Streifzüge über die Insel.

Am Fuße des Puig Major. Da müssen wir hoch? Den Kopf im Nacken, starren wir auf eine senkrecht vor uns aufsteigende kahle Felswand. Salva, unser durchtrainierter Wanderführer, grinst. "Ich wollte euch nur den höchsten Berg Mallorcas mit fast 1500 Metern zeigen. Keine Sorge, wir gehen sanft bergab, abseits der ausgetretenen Pfade." Mit purem Vergnügen: zu verwunschenen Eichenwäldern, stillen Landgütern, wilden Ziegen, terrassierten Hängen mit Olivenbaumhainen und einem steinernen Dorf: Fornalutx, eines der schönsten der Insel. Salva ist hier geboren (Wanderführer Salvador Suau und seine beiden Kollegen bieten geführte Wochen- und Tageswanderungen mit guter Verpflegung für 49 Euro pro Person an, Tel. 639 71 32 12, www.mallorcamuntanya.com).

Auf dem Muleta-Rundweg nach Port de Sóller. Auf uralten Pfaden windet sich der Weg ab Port de Sóller durch ein hügeliges Hochland. Vorbei an Trockensteinmauern, Johannisbrothainen und knorrigen Olivenbäumen, an alten steinernen Gutshöfen, durch duftenden Kiefernwald. Eine kurze Rast in der bewirtschafteten Schutzhütte Muleta — eine der fünf, in der Fernwanderer übernachten können. Und dann geht es weiter vom weißen Leuchtturm Cap Gros bergab, Port de Sóller immer im Blick. An einem Nachmittag gut zu schaffen. Wer weiter will: Dies ist eine Etappe auf dem neuen GR-221, den die Mallorquiner "Ruta de pedra en sec" nennen: Trockensteinroute. Er durchquert auf 135 Kilometern in mehreren Etappen die gesamte Tramuntana, von Port d'Andratx bis Pollenca.

Mit dem Llaüt die Küste entlang. Unvergessen, dieses Robinsongefühl in der einsamen namenlosen Bucht. Der Höhepunkt unserer Bootstour mit dem Llaüt, einem typischen mallorquinischen Holzboot. "Es ist viel charmanter und stabiler als all die anderen Boote und echte Handarbeit", schwärmt Skipperin Alejandra Stabile. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht und schippert Feriengäste zu den verschwiegensten Stellen der Nordküste. Am Hafen von Alcúdia legt sie ab. Halbtagestour mit Verpflegung 65 Euro pro Person (Alejandra Charter Mallorca, Tel. 661 76 05 60, www.alejandra-charter.com).

Zur Einsiedelei von Bétlem. Ein wildes Stück Mallorca, wie es früher einmal war. Von der Strandpromenade in Colònia de Sant Pere aus geht es erst etwa eineinhalb Stunden an der Küste entlang durch lichten Pinienwald und vorbei an scheinbar unberührten, menschenleeren Buchten. Einkehrtipp: Restaurant "Casablanca" in der kleinen Feriensiedlung Bétlem (Paseo Arta, Tel. 971 58 94 04) mit schöner Meeresterrasse und günstigen Mittagsmenüs. Von hier aus wandert man weiter (Einstieg an der Landstraße Ma 3331, Km 7,5, beschildert), noch knapp eine Stunde in Serpentinen bergauf zur Ermita de Bétlem, einer stillen Klosterkirche (erklärt ist dieser Weg als eine von 39 Touren im Wanderführer von Dietrich Höllhuber, 204 S., 15 Euro, Michael-Müller-Verlag).

Text: Nicole Schmidt, BRIGITTE
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