Mehr Liebe! Wien setzt auf homosexuelle Ampelmännchen

In Wien stehen die Ampelmännchen nicht länger einsam an Kreuzungen herum. Einige von ihnen werden durch schwule, lesbische und heterosexuelle Liebespaare ersetzt.

Love is in the air ...

Wien regelt den Verkehr mit Herz: Statt einsamer Ampelmännchen sorgen demnächst verliebte Ampelpärchen für Verkehrssicherheit. An 49 Standorten werden die Ampelmännchen durch schwule, lesbische und heterosexuelle Paare ersetzt, die sich an den Händen halten oder umarmen.

Das Ziel: mehr Toleranz und mehr Sicherheit

Für die neuen Motive wurden Kreuzungen ausgewählt, an denen Fußgänger besonders oft bei Rot über die Straße gehen. Denn bei dem Projekt geht es nicht nur um mehr Toleranz, sondern auch um mehr Sicherheit. "Mit den neuen Ampelsymbolen soll die Aufmerksamkeit an den Wiener Ampeln erhöht und Unfälle verhindert werden", sagte Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou von den Grünen. Und ergänzte: "Es ist natürlich kein Zufall, dass sie während des Song Contests ausprobiert werden - als Zeichen für Akzeptanz und Weltoffenheit." Um festzustellen, ob die rot-grünen Liebespaare tatsächlich die Verkehrssicherheit erhöhen, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Opposition empört sich über "Genderwahnsinn"

Die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) geißelt den "rot-grünen Genderwahnsinn", den Rechtspopulisten gehen die Motive der homosexuellen Paare "viel zu weit“. Die Partei erstattet sogar Strafanzeige gegen Maria Vassilakou, weil die unorthodoxen Ampelmännchen angeblich gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Dabei werden sie Ende Juni wieder entfernt, wenn der Eurovison Song Contest, der Life Ball zugunsten HIV-positiver Menschen und die Regenbogenparade vorbei sind.

Mit Küssen gegen Homophobie

Österreich hat sich in Sachen Geschlechtertoleranz bereits 2014 hervorgetan, als es Conchita Wurst zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen schickte. Und als zu Beginn des Jahres ein lesbisches Paar wegen eines Kusses aus dem Kaffeehaus "Café Prückel" geworfen wurde, versammelten sich Tausende Wiener zu einer Kuss-Demo.

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