Südseetraum Fidschi

Die blassen Winterzehen in den warmen, weißen Sand eingraben, in bunten Hängematten lungern und dann ins glasklare Meer abtauchen - so oder ähnlich stellen sich die meisten Urlauber die Fidschis vor. Erfüllt die Inselgruppe im Südpazifik diese Erwartungen wirklich? BRIGITTE.de-Mitarbeiterin Stella Paschen hat es ausprobiert.

Ankommen

Morgendlicher Landeanflug

Die Fidschis sind rund 20 Flugstunden von Deutschland entfernt. Steigt man auf der Hauptinsel Viti Levu aus dem Flugzeug und nähert sich der Empfangshalle, hört man schon die Musik. Ein singendes Empfangs-Komitee, bestehend aus vier Männern in geblümten Hemden, begrüßt die Urlauber. Beim Hotel angekommen, lernt man die fidschianische Gastfreundlichkeit gleich ein zweites Mal kennen. Strahlend wird einem der Willkommensgruß "Bula!" zugerufen, ebenfalls nicht selten mit Gesang unterlegt. Meist folgt dann noch ein kleines Gastgeschenk.

Unterkommen

Eine traditionelle Bure auf der Insel Waya Lai Lai

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf den Fidschis sind sehr vielfältig. Wo es früher nur exklusive Hotels und Resorts gab, kommt man längst auch in günstigen Backpacker-Unterkünften unter - vom Luxusappartement bis zur einfachen Hütte gibt es alles. Sehr verbreitet sind die traditionellen Bungalows im fidschianischen Stil, genannt "Bures".

Natur

Wächst überall: Brotfrucht

Strände ohne Ende

Die Natur auf den Fidschi-Inseln ist grandios. Weiße, feine Sandstrände säumen die Inseln, der Ozean leuchtet in allen Türkistönen. Die bunte Unterwasserwelt kann man beim Schnorcheln, Tauchen, Fischen oder Kayaking entdecken: Mantarochen, Delfine, Schildkröten, Riffhaie ... Allerdings sollte man sich nicht auf die beschwichtigenden Worte der Fidschianer verlassen. Erkundigt man sich, ob Riffhaie für den Menschen gefährlich werden könnten, schütteln sie vehement den Kopf: "Nein, nein! Der Riffhai ist 'friendly'!" Zum Glück hat man vor Ort kaum Recherche-Möglichkeiten ...

It's Fiji Time!

Man kann auch Ausflüge zu kleinen Dörfern, Wandertouren und Bootsfahrten unternehmen. Das Nichtstun ist auf den Fidschis aber ebenso beliebt - nicht nur bei den Touristen. "It's Fiji Time!", lautet die Lebensphilosophie der Insulaner. Zeit spielt keine Rolle. Ein Zustand, an den sich deutsche Urlauber erst gewöhnen müssen.

Kultur

Drink mit Hibiskusblüte

Das traditionelle Getränk Kava spielt eine große Rolle in der fidschianischen Kultur. Die Einheimischen zelebrieren den Verzehr regelmäßig, und als Urlauber kommt man nicht drum herum, es zu probieren. Kava wird aus der Wurzel des Pfefferstrauches gewonnen, das Pulver wird mit Wasser vermengt und in Kokosschalen serviert. Bekommt man die Schale gereicht, klatscht man ein Mal in die Hände, ruft "Bula!", und trinkt den Inhalt in einem Zug aus. Gibt man die Kokosschale zurück, klatscht man zum Dank drei Mal in die Hände. Der erste Schluck ist gewöhnungsbedürftig - nicht nur wegen des muffigen Beigeschmacks, sondern weil Kava die Zunge betäubt. Trotzdem sollte man das Getränk nicht ablehnen oder ausspucken. Das würde die Fidschianer in ihrer Gastfreundschaft kränken.

Duftet herrlich: Frangipani-Blüte

Ein wichtiges Utensil der Fidschianer ist die Blüte. Sie sorgt nicht nur für frischen Duft und hübsche Dekoration, sie wird auch als Erkennungszeichen für den Beziehungsstatus benutzt. Ist man Single, wird die Blume ans linke Ohr geheftet. Lebt man in einer Partnerschaft, kommt die Blüte ans rechten Ohr.

Bounty Island

Während auf den größeren Inseln abends Live-Musik, Kava-Zeremonien, Tanz- und Theateraufführungen geboten werden, genießt man auf den kleineren Inseln absolute Ruhe. Die Auswahl der Gesprächspartner ist dann unter Umständen allerdings nicht sehr groß. In einem kleineren Resort kann es durchaus passieren, dass man sich mit einer Handvoll Gästen die Anlage teilt. Es gibt außerdem weder Handy-Empfang noch Internetzugang. Egal, in welcher Himmelsrichtung man nach einem Lebenszeichen auf dem Display sucht: Nichts! Außerdem muss man sich darauf einstellen, dass in Resorts mit niedrigerem Standard die Stromversorgung mit Generatoren geregelt wird. Der Tag endet dann um 22 Uhr, wenn das Licht ausgeknipst wird ... Aber nur so kommt auch das echte "Fidschi-Gefühl" auf.

Wer auf keinerlei Luxus verzichten will, muss auf den Fidschis tief ins Portemonnaie greifen. Kann man dagegen mit rationiertem Strom und in Abgeschiedenheit leben, sind die Inseln ein echter Südseetraum - auch für ganz normale Urlauber.

Reise-Infos

Hinkommen: Die Fidschis liegen 3000 Kilometer östlich von Australien - am besten von dort einen Flug auf die größte Hauptinsel "Viti Levu" buchen. In den Städten Suva und Nadi auf Viti Levu gibt es zwei internationale Flughäfen, die auch kleinere Ziele innerhalb von Fidschi anfliegen. Mit den Boottransfers kann man von hier aus ebenfalls überall hinkommen.

Wohin? Für Touristen sind die kleinen Resortinseln auf den Mamanucas (eine Inselgruppe westlich von Nadi), den Yasawas (nordwestlich von Nadi) oder die Strände der Coral Coast (im Westen der Hauptinsel Viti Levu) interessant. Taveuni und Vanua Levu sind beliebte Ziele für Taucher.

Unterkommen: Im Reisebüro kann man z.B. den so genannten Bula Pass für 7, 14 oder 21 Tage buchen, mit dem man die Inselgruppe "Yasawa Islands" bereisen kann - Boottransfer und Übernachtungen in Resorts inklusive. Nicht zu empfehlen: Aufgrund des fehlenden Telekommunikationsnetzes kann es schwierig sein, sich erst vor Ort eine Bleibe zu suchen.

Hoteltipp: Das White Sandy Beach Resort befindet sich auf der Insel "Nanuya", die zur Yasawa-Gruppe gehört. Schon bei der Ankunft wird man sehr nett begrüßt, das Personal ist herzlich. Die Bures sind groß, sauber und gepflegt, der Strand liegt einem zu Füßen.

Auf der kleinen Insel gibt es eine Tauchschule, die Ausflüge, Schnorchel- und Tauchgänge organisiert, beispielsweise nach Manta Ray. Es gibt auch ein vielseitiges Tages- und Abendprogramm mit Ausflügen zu einheimischen Dörfern, Fidschianische Abende mit Tanz, Kava und traditionellem Essen.

Preis: Bure mit 12 Betten: 27,40 Euro pro Person; private Bure für bis zu 3 Personen: 68,50 Euro

Buchen unter: White Sandy Beach Resort

Text und Fotos: Stella Paschen
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