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Übelsetzungen: Ferien in der Furienwohnung


Haben Sie in einem spanischen Restaurant vielleicht schon mal die "Sohle zum Eisen" probiert? Oder sind Sie an der Nordsee der seltenen Spezies von Hunden begegnet, die bereits "online" ist? Dann sind Sie in guter Gesellschaft.
Gesehen im Löwenbräu-Zelt auf dem Münchner Oktoberfest
Gesehen im Löwenbräu-Zelt auf dem Münchner Oktoberfest
© Langenscheidt

Sicher, es ist sehr zuvorkommend von Kurverwaltungen, Gastwirten und Hoteliers, ihre Texte extra für uns ins Deutsche zu übersetzen. Und von deutschen Gastwirten, ihre Speisen und Getränke in die Weltsprache Englisch zu übertragen. Aber ein gründlicher Blick ins Wörterbuch wäre manchmal schon angebracht. Obwohl: Dann hätten wir im Urlaub viel weniger zu lachen, und das wäre wirklich schade. Sehen Sie selbst!

Übelsetzungen: Ferien in der Furienwohnung
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Holländische Touristikunternehmen haben eine Marktlücke im Psycho-Reise-Sektor entdeckt: Die "Furienwohnungen" verfügen über schalldichte Wände, gepolsterte Türen und Plastikgeschirr - niemand kann sich verletzen, nichts geht kaputt. Bitte ganz ruhig bleiben, verehrte Furien: "Te huur" ist nichts Anstößiges, es bedeutet "zu mieten".

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Der tschechische "Milan Market" tarnt sich als Kiosk. Dabei reisen Spione aus ganz Europa mit LKWs an, um sich mit falschen Schnurrbärten und Zaubertinte einzudecken. Was die Geheimagenten mit den Zweigen machen? Ist streng geheim.

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Bei dieser Imbissbude auf Mallorca kräuseln sich einem die Stirnfalten. "Süsses kräuselt" oder "salzig kräuselt". Ein süßer Fehler: Kräuseln heißt auf Französisch "crêper".

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In der neapolitanischen Kirche San Giovanni gibt es ein "Hordentuche", für das am Ausgang Opfergaben gesammelt werden. Aber welche heilige Horde wohl mit dem Tuch zu tun hat? ...

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Im Restaurant Alameda im spanischen Tarifa kocht ein schwerer Junge, der hammerharte Sachen serviert: verschiedene Gerichte mit Metall, die vermutlich schwer im Magen liegen. Die eisenharte Erklärung: "Plancha" heißt Bügeleisen, "a la plancha" eigentlich gegrillt. Und die Rasur ist ein falsch übersetztes Meerestier - die Schwertmuschel (navaja).

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Das Frankfurter Restaurant "New China Town" ist keiner dieser Standard-Chinesen, die Glutamat-Mampf von A4 über B6 bis C9 anbieten. Viele Speisen sind so chinesisch, dass man sie lieber nicht übersetzt hätte, etwa der "Schweine-Blut Reisbrei". Das wahre Erfolgsgeheimnis des Restaurants ist aber sein Koch, der in der Küche mit bloßen Händen Geflügel zerfetzt. Das brutale Ergebnis ist unter A128 zu lesen: "Zerfetzt geröstet Ente Reisebrei".

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Der Satz auf dem Schild einer korsischen Campingplatz-Toilette bringt einen ins Grübeln. Was hätte man erwartet, indem man hineingeht? Wen oder was hofft man, dort zu finden? Was wünscht man sich letztlich von Toiletten? So wird ein stinknormaler Klogang zum philosophischen Vorgang aufgewertet. Danke dafür.

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Im französischen Banyuls-sur-Mer ist das Meer besonders tückisch. Bei schlechtem Wetter entsteht das Phänomen der "hohlen See", das Wissenschaftlern Rätsel aufgibt ...

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Urlaub heißt vor allem: nicht arbeiten. Deshalb kann einen dieses Schild auf Teneriffa ganz schön aus der Ruhe bringen. Arbeiten!! Das ist keine Bitte, kein Hinweis, sondern ein Befehl, wie man an den zwei Ausrufezeichen erkennt. Der Zusatz "Machen Sie sich keine Umstände" klingt wie Hohn.

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Dieser Laden am "Ballermann" auf Mallorca ist gut sortiert und auf deutsche Urlauber perfekt vorbereitet. Gedächtnisse kann man auch dort kaufen, wenn man seines im Sangria ertränkt hat. Gedächtnisse? Wenn wir uns richtig erinnern, heißt Gedächtnis auf Spanisch "memoria" - und "recuerdos" sind Andenken.

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Das "Trio des Heims hat Eis und sorbets gemacht"! Das ist schön, aber aus welchen drei Personen mag das Trio bestehen? Vater, Sohn und eisheiliger Geist? Und was muss man an der Waffel haben, um in ein Eis-Heim eingewiesen zu werden?

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Eine Reise in den Dschungel ist äußerst strapaziös - es ist heiß, es ist feucht, und die Magen-Darm-Situation ist oft beklagenswert. Ein Händler an der Straße von Angkor Wat in Kambodscha nach Trat in Thailand hat die Marktlücke entdeckt und vermietet Klos.

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Weihnachten im Hotel Las Vegas auf Teneriffa, das ist etwas ganz Besonderes. Während man sich das Dessert noch als eine Art Baumkuchen vorstellen kann, hinterlässt der brutal zertrampelte Lachs nur Zerknirschung beim Gast ...

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Toilettenregeln sind weltweit ähnlich und leicht zu befolgen. Auf dieses stille Örtchen in einer Raststätte auf Korsika dürfen allerdings nur die "gestern". Und die heute? Und was ist mit denen morgen?

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Auf Italienisch und Französisch werden Touristen im sizilianischen Tal der Tempel charmant um eine kleine Spende für das oft fotografierte Pferd Marco gebeten. Die deutsche Übersetzung ist sehr frei - und bitter für Marco ...

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Nicht nur auf der Kanalinsel Guernsey gibt es viele blöde Stände, die einen als Tourist nerven - überteuerte Andenkenstände etwa. Dieser Stand ist besonders übel. An der Grenze des "Scheiss-Stands" droht Lebensgefahr. Es wird sogar geschossen ...

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Anrüchiges und obszönes Verhalten wird in China in der Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Also bitte nicht ungezogen sein und stets angezogen am Lagerfeuer sitzen!

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Deutsche Besucher des dänischen Leuchtturms müssen den Eintritt erst jagen und dann möglichst am Eingang erlegen, um den Turm betreten zu können. Na ja, Leuchtturmwärter müssen ja nicht unbedingt auch sprachlich eine Leuchte sein ...

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Hier hat sich die Kurverwaltung des Carolinensiels an der Nordsee etwas ganz Witziges überlegt, denn: Wer heutzutage nicht online ist, gilt schließlich als weltfremd - und ist abgehängt vom aktuellen Geschehen. Umgekehrt bedeutet das: Wer online ist, hängt an der Leine, vielleicht ist er sogar abhängig. Die Kurverwaltung hat "online" also gar nicht so falsch übersetzt.

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Alle Fotos und Texte sind dem Buch "Würste der Hölle: Übelsetzungen - Neue Sprachpannen aus aller Welt" (Langenscheidt 2008, 9,95 Euro) entnommen. Die Texte hat Titus Arnu vefasst.


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