VG-Wort Pixel

Urlaub im Dorf


Hier sind neun wunderbare Orte in Spanien, an denen Sie keinesfalls vorbeifahren sollten.

Vejer de la Frontera - Weißes Dorf mit weitem Blick

image

"Relax. You've found us", steht an der schlichten Eingangstür zum "Hotel Escondrijo". Das macht Sinn, weil das Haus übersetzt "Versteck" heißt, im Callejón Obscuro ("dunkle Gasse") liegt und ein Stadtplan im Herzen des Gassengewirrs von Vejer nur grobe Anhaltspunkte bietet. Der uralte Stadtpalast begeistert mit seinem Patio und den großen Terrassen, von denen man über ein weißes Häusermeer blickt. Vejer ist schon beim Bummel entlang der Stadtmauern und durch die unglaublich verwinkelten Gassen eine andalusische Bilderbuch-Schönheit. Pinkfarbene Bougainvilleen schwappen über Ziegeldächer, Palmen werfen scharfe Schatten, und ohne die markanten Türme der ehemaligen Pfarrkirche Divino Salvador fühlte man sich in eine orientalische Medina versetzt. Tatsächlich hielten sich die Mauren in diesem Teil Andalusiens besonders lange, worauf auch der Zusatz "de la Frontera" in vielen Ortsnamen verweist - sie lagen alle an der Grenze zu den rückeroberten Gebieten der katholischen Könige. Dass Vejer trotz seiner mittlerweile 13000 Einwohner immer noch sehr dörflich wirkt, liegt daran, dass sich das Alltagsleben im neueren Ortsteil einen Hügel weiter abspielt - in den eselsbreiten Gassen des alten Kerns lärmt höchstens mal ein frecher Mopedfahrer. Nur wenige Kilometer von Vejer lohnt der Skulpturenpark der Fundación NMAC einen Besuch: rund 20 Werke internationaler Künstler (u. a. Marina Abramovic und Sol LeWitt) in einem Pinienwald.

Unterkunft: Hotel Escondrijo. DZ/F ab 85 Euro (Callejón Obscuro 3, Tel. 956/ 44 74 38, www.escondrijo.com).

Casa Rural Leonor. Mit fantastischer Dachterrasse mitten im alten Teil. DZ ab 45 Euro (Calle Rosario 25, Tel. 956/45 10 85, www.casaleonor.com).

Hotel La Casa del Califa. Stadthaus mit maurischer Dekoration, prächtiger Terrasse. DZ/F ab 70 Euro (Plaza de España 16, Tel. 956/44 77 30, Fax 45 16 25, www.lacasadelcalifa.com).

Calella de Palafrugell - Wilde Küste, sanfte Farben

image

Das rosa Häuschen, das auf einem Felsblock thront? Oder lieber das handtuchschmale in hellem Gelb mit einem Balkon direkt über dem Strand? In Calella fällt es schwer, nicht von einem Zweitwohnsitz an der Costa Brava zu träumen. Farben wie Softeis, dazwischen strahlendes Weiß. Feine Sandbuchten, eher tief als breit, schmiegen sich an den hellen Fels und bieten Badegästen einen komfortablen Zugang. Calella ist ganz dem Meer zugewandt, das man am schönsten von einem der Promenaden-Cafés überblickt. Hier wird der flambierte Cocktail Cremat (Rum und Kaffee) serviert. Mit rund 500 Einwohnern besteht das Dorf aus nicht viel mehr als der langen Strandpromenade, die von einem lauschigen Platz unterbrochen wird, einigen Apartmenthäusern und der Verbindungsstraße nach Palafrugell. Ein herrlicher Spaziergang: der Küstenweg in die Nachbardörfer Llafranc und Tamaríu.

Unterkunft: Hotel La Torre. Weitläufige Terrassen und rustikal in Blau gehaltene Zimmer, reizvoll am Küstenweg gelegen. DZ/F ab 87 Euro (Passeig de la Torre 26-28, Tel. 972/61 46 03, Fax 61 51 71, www.hotel-latorre.com).

Hotel Sant Roc. Großartige Terrasse hoch über dem Meer, helle Zimmer mit z.T. holzgeschnitzten Betten. DZ/F ab 95 Euro, Meerblick-Zimmer nur mit HP, ab 160 Euro (Plaça Atlàntic 2, Tel. 972/61 42 50, Fax 61 40 68, www.santroc.com).

Für Camper: der familiär geführte Platz "Moby Dick" auf mehreren Terrassen über dem Ort, Zentrum und Strände sind in zehn Minuten zu Fuß zu erreichen, pro Person/Auto/kleines Zelt je 3,80 Euro (www.campingmobydick.com).

Santillana del Mar - Der Ort der drei Lügen

image

Sechs Silben, die es in sich sich haben: Santillana del Mar ist weder heilig ("santa"), ganz und gar nicht eben ("llana") und liegt auch nicht direkt am Meer ("del mar"), sondern einige Kilometer landeinwärts. Trotzdem darf man den Einwohnern glauben, wenn sie von Santillana als einer der schönsten Städte (diesen Status hat der 1000-Seelen-Ort seit dem Mittelalter) in Kantabrien an der nordspanischen Küste schwärmen. Im 9. Jahrhundert gegründet, seit 1943 komplett unter Denkmalschutz gestellt. Abends glänzen die Fassaden der Adelshäuser im warmen Sonnenlicht, entdeckt man die mittelalterlichen Details der Fassaden und die üppig mit Blumen geschmückten Holzbalkone. Ganz in Ruhe, denn der Ortskern ist Fußgängerzone. Santillana ist auch ein guter Standort, um das knapp 30 Autominuten entfernte Seebad Santander zu besuchen - und natürlich die 2001 eröffnete, perfekte Kopie der berühmten Höhle von Altamira, die seit Jahren nur Spezialisten zugänglich ist. Die Kunstprofessoren, die die "Neocueva" schufen, arbeiteten so gut es ging mit den gleichen Materialien und Werkzeugen, die die Schöpfer der Gemälde vor 14 000 Jahren benutzten, und imitierten sogar Gesteins-Unebenheiten, die den lebendigen Ausdruck der Bisons, Pferde, Wildschweine und Hirsche verstärken.

Unterkunft: Hotel La Casa del Marqués. Palast des ersten Marqués von Santillana, geräumige Zimmer mit Purpurteppich und Himmelbett, alte Holzbalken an den Decken. DZ ab 120 Euro (Calle Cantón 26, Tel./Fax 942/81 88 88, www.hotelcasadelmarques.com).

Casa del Organista. Ganz in der Nähe der Plaza Mayor, herrlicher Blick, individuell eingerichtete Zimmer mit kräftigen Farben und zum Teil kleinen Holzbalkonen. DZ/F ab 77 Euro (Calle Los Hornos 4, Tel. 942/84 03 52, Fax 84 01 91, www.casadelorganista.com).

Cudillero - Rauer Charme am Atlantik

image

Auf dem Holztresen steht das Glas, gut einen Meter drüber schwebt die Flasche, aus der der Barmann in einem Mix aus Übermut und Selbstbewusstsein den asturischen Apfelwein Sidra ins Gefäß schäumen lässt - das goldgelbe Getränk, das so schmeckt, als hätte man einen milden Herbstnachmittag in Flaschen gefüllt. Nach einigen Gläschen Sidra rollt einem der Name des 2000-Einwohner-Ortes an der Costa Verde im hiesigen Dialekt ganz leicht von der Zunge: "Cuideiru", ein Singsang mit vielen Vokalen. Wie die Sprache unterscheidet sich auch die Stimmung an der "grünen Küste" Asturiens erheblich von den Spanienklischees der sonnenverbrannten Weiten und blitzweißen Dörfer. Dicht an dicht die schmalen Häuser hinter dem winzigen Hafen, als würde eines auf den Schultern des anderen stehen, zwischen ihren kräftig gelb, blau, rosa oder grün getünchten Fassaden blitzt der graue Fels auf. Und wenn es dunkel wird, strahlen die Lichter der Häuser wie aus einem Amphitheater über den schwarzen Atlantik, der im Hafenbecken schwappt. Cudillero verströmt einen rauen Charme, der ein bisschen an schottische Küstennester erinnert - und bildet am Abend eine bezaubernde Kulisse für die Fischrestaurants am Hafen. Die Strände liegen alle etwas außerhalb, besonders schön ist die von hohen Quarzfelsen umrahmte Playa Gueirúa.

Unterkunft: Hotel La Casona del Pío. Ein paar Schritte vom Hafen entfernt, Zimmer zum Teil mit Natursteinmauern und rustikalem Touch. DZ ab 55 Euro (Tel. 985/59 15 12, Fax 591519, www.arrakis.es.

Hotel Casona de la Paca. Villa aus dem Jahr 1877, elegante Zimmer mit Stilmöbeln und schönen Fliesenböden, großer Garten voller Magnolien und Eichen, etwa einen Kilometer außerhalb des Zentrums. DZ ab 86 Euro (El Pito, Tel. 985/59 13 03, Fax 59 13 16, www.casonadelapaca.com).

Baiona - Baden unter der Burg

image

So klein, so eng, so unscheinbar! Und doch gab es am 1. März des Jahres 1493 kein stolzeres Schiff als die Karavelle "Pinta", deren Nachbildung jetzt als schwimmendes Museum im Hafen von Baiona liegt. Nach monatelangen Strapazen, als kaum noch jemand mit der Heimkehr gerechnet hatte, brachte die "Pinta" Kunde von der Entdeckung Amerikas. Die Einwohner von Baiona waren damit die ersten Spanier, die von dem neuen Kontinent der Wunder wussten. Und schon damals ankerte die "Pinta" in Sichtweite der imposanten Festung, die im 11. Jahrhundert zum Schutz vor den Nachbarn aus Portugal gebaut worden war. Heute blickt man beim Bummel über die blumengeschmückten Burgmauern über den belebten Strand, dem der 10 000-Einwohner-Ort in Galicien nicht nur viele Sommergäste, sondern auch einige unansehnliche Apartmenthäuser verdankt. Im alten Kern unterhalb der Fortaleza wirkt Baiona mit krummem Kopfsteinpflaster und gedrungenen Häusern aber immer noch so mittelalterlich, als hätte Kapitän Martín Alonzo Pinzón gerade erst Anker geworfen. Wahrscheinlich ließ er sich gleich nach seiner triumphalen Ankunft die hiesigen Spezialitäten schmecken: seltene Entenmuscheln und frische Austern, Gambas in allen Größen und Zubereitungsarten.

Unterkunft: Parador von Baiona. Innerhalb der alten Kastellmauern, toller Atlantik-Blick. DZ/F ab 120 Euro (Tel. 986/ 35 50 00, Fax 355076, www.parador.es, Provinz Pontevedra anklicken.).

Hotel Tres Carabelas. Altes Steinhaus im Zentrum, schlichte Zimmer. DZ/F ab 45 Euro (Calle Ventura Misa 61, Tel. 986/35 51 33, Fax 35 59 21, www.hoteltrescarabelas.com).

Für Camper: Platz Bayona Playa direkt am Strand, www.campingbayona.com, pro Person / Zelt / Auto je ca. 6 Euro.

Espot - Wunderbare Wasser

Blitzblau funkelnde Gletscherseen, sprudelnde Bäche, Quellen und Wasserfälle - im Nationalpark d ?Aigüestortes i Estany de Sant Maurici in den Pyrenäen fließt und plätschert es überall. Das 300-Einwohner-Dorf Espot, auf 1318 Meter Höhe am weiß schäumenden Bergflüsschen Rio Escrita gelegen, ist der ideale Ausgangspunkt für Touren zu den "gewundenen Wassern", wie Aigüestortes übersetzt heißt. Seine alten, aus unregelmäßigen Steinen erbauten Häuser verteilen sich um die Dorfkirche, im oberen Bereich stehen noch ein paar urige Bauernhöfe. Ein mittelalterlicher Wachturm und die massive romanische Brücke erinnern an die Zeiten, als Espot abgeschieden vom Rest der Welt dahinschlummerte und der Besuch des Nachbardorfs Sort eine mühevolle Tagesreise bedeutete. Eine schmale Straße führt auf vier Kilometern zum Zugang des Parks. Von dort geht ?s in rund einer Stunde hinauf zum See Sant Maurici - und weiter auf zahllosen Wanderwegen durch eine Bergwelt, deren höchste Gipfel fast 3000 Meter erreichen. In der reinen Bergluft der Pyrenäen wirkt jeder Stein wie frisch geschrubbt, jede Weide saftig leuchtend grün, jeder See wie ein Spiegel, und darüber kreisen Steinadler - ein Idyll wie das friedliche Auenland der Hobbits. Und wie im Märchen heißt ein markant gezackter Doppelfelsen, das rund 2700 Meter hohe Wahrzeichen des Nationalparks, "Els Encantats" - die Verwunschenen... Wer es ganz rustikal mag, kann im Park auch in einer der fünf Berghütten übernachten, am ortsnächsten liegt das Refugi Ernest Mallafré beim See Sant Maurici (Tel. 973/ 250118). Aber Achtung: Auch im Sommer kann es hier kühl sein.

Unterkunft: Hotel Saurat. Mitten im Dorf, angenehm geräumige, aber eher schlichte Zimmer mit viel Holz. DZ/F ab 100 Euro (Plaça Sant Martí 1, Tel. 973/624162, Fax 624037, www.hotelsaurat.com).

Hotel Rocablanca. 16 Zimmer in Schilf- und Schiefertönen mit Holzböden, im Haus Sauna, Jacuzzi und Fitnessraum. DZ/F ab 84 Euro ( Carrer Església s/n, Tel. 973/ 624156, Fax 624157, www.rocablanca.net, auch Rafting-Ausflüge, Reiten, Kanufahrten etc. werden organisiert).

Lokale: Das Restaurant des "Hotels Saurat" ist eine gute Adresse für gute Bergküche (Lamm, Zicklein), das "Juquim" an der Hauptstraße serviert bodenständige Küche, Menü etwa 20 Euro.

Einkaufen: Kann man Glück kaufen? In Sort geht das, glauben viele Spanier. Denn das rund 20 Kilometer südlich von Espot gelegene Städtchen räumte schon mehrfach den Hauptgewinn der spanischen Lotterie ab - ein Los der hiesigen Niederlassung La Bruixa d ?Or ("Die goldene Hexe") verspricht also Shopping mit Mehrwert. Sort bedeutet auf Katalanisch ja auch Glück...

Agua Amarga - Schöne Wüste

Kilometerlange unverbaute Strände - ein Traum für Spekulanten, die die spanische Mittelmeerküste schon reichlich zugepflastert haben. Am Cabo de Gata bei Almería konnten ihnen die Naturschützer ein Schnippchen schlagen: Seit die Kapregion 1987 zum Nationalpark erklärt wurde, darf dort nur noch innerhalb bestehender Ortsgrenzen gebaut werden. Und deshalb ist Agua Amarga genau das geblieben, was es war: ein Fischerdorf mit 200 Einwohnern an der Mündung eines Trockentals ins Meer. Übersetzt bedeutet der Name "Bitteres Wasser", und doch gibt es kein süßeres Dörfchen in der afrikanisch angehauchten Halbwüste des Cabo de Gata. Hellbeige wie der Sand sind auch die Kalkfelsen in der Umgebung, besonders reizvoll in der abgelegenen Bucht Cala de Enmedio, die in einer halben Stunde zu Fuß oder über eine Piste zu erreichen ist. Ein Wagen empfiehlt sich hier ganz besonders - um die anderen Dörfer des Naturparks zu besuchen, in den Salinen am Kap die Flamingos zu beobachten oder sich im Dokumentationszentrum an der Straße von Almería nach San José über die Geschichte der regenarmen, vogelreichen Region zu informieren. Oder um sich über Staubpisten zu dem verfallenden Gutshof Cortijo del Fraile durchzuschlagen, dem schaurigen Originalschauplatz von Federico García Lorcas "Bluthochzeit" - und am Abend wieder in die heimelige Atmosphäre von Agua Amarga zurückzukehren.

Unterkunft: Hotel El Tío Kiko. Weiße Kuben am Hang, Zimmer edel-rustikal mit Holzakzenten und Terrakottaböden, Terrassen zum Meer. DZ/F ab 150 Euro (Calle Embarque s/n, Tel. 950/ 138080, Fax 138067, www.eltiokiko.com, auch über die Hotelvereinigung www.rusticae.es zu buchen).

Pension Mikasa. Charmantes Boutiquehotel mit romantischem Garten, kleinem Spa (türkisches Bad, Massagen). DZ/F ab 110 Euro ( Carretera de Carboneras s/n, Tel. 950/ 138073, Fax 138219, www.mikasasuites.com oder www.notodohoteles.com).

Lokale: Auch ein hübsches kleines Hotel, aber vor allem ein Tipp für exzellente französische Menüs unter 20 Euro ist die "Pensión Family" am Ortsrand. Etwa 1,5 Kilometer außerhalb Richtung Carboneras bietet das "La Chumbera" ambitionierte spanisch-katalanische Küche, z.B. Seeteufel mit Mayonnaise von Zitrusfrüchten 18 Euro, Rinderfilet mit gegrilltem Gemüse 16 Euro.

Direkt am Dorfstrand von Agua Amarga lässt man sich im "Restaurante Playa" unter freiem Himmel Meeresfrüchte und Paella um die 15 Euro schmecken. Spezialität: andalusische Reisgerichte, auch mit Hummer.

Einkaufen: Die bunten Accessoires aus Indien und Indonesien in der "Tienda Poco Loco" passen gut zur relaxten Atmosphäre von Agua Amarga.

Grazalema - Bergidyll für Höhlenforscher und Fitness-Freaks

Schwarze Schweinchen wuseln einem zwischen den Füßen herum, Ziegen klettern flink in die Bäume - bei der Wanderung zum "Salto del Cabrero" oberhalb von Grazalema wird der Naturpark bei Ronda ein bäuerliches Bergidyll. Und als Paradies für Freeclimber, Mountainbiker und Höhlenforscher, die in der felsigen Karstlandschaft der Sierra de Grazalema beste Bedingungen finden. Auch Rennradfahrer nutzen diese kaum befahrenen Bergstraßen Andalusiens zum Training. Grazalema selbst schmiegt sich in einen tiefen Taleinschnitt. Die viereckige Plaza España bildet den Mittelpunkt des 2180-Einwohner-Dorfs: Kinder spielen Fußball, alte Männer unterhalten sich auf den Eisenbänken. Wer die späten andalusischen Essenszeiten gewöhnt ist, muss sich in Grazalema umstellen: Hier sitzt man durchaus schon um halb neun am Tisch und verzehrt Deftiges wie hausgemachte Würste, Eintöpfe oder Wildgerichte. Eine Stärkung für den nächsten Wandertag, bei dem man auch eine biologische Besonderheit der Sierra kennen lernt, im Winter übrigens die regenreichste Region ganz Spaniens: Nur hier und im Norden Marokkos wachsen die "Pinsapos" genannten Igeltannen. Achtung: Für manche Wege braucht man eine Vorab-Genehmigung (bei der Infostelle an der Plaza oder übers Hotel), im Hochsommer manchmal sogar einen autorisierten Führer.

Unterkunft: Hotel Peñón Grande. Gepflegte Zimmer in freundlichen, warmen Farben. DZ/F ab 53 Euro (Plaza Pequena 7, Tel. 956/ 132434, Fax 132435, www.hotelgrazalema.co).

Hotel Puerta de la Villa. Traditionelles Haus in eleganten Cremetönen und mit schmiedeeisernen Akzenten, gleich nebenan. DZ/F ab 85 Euro (Tel. 956/132376, Fax 132087, www.grazhotel.com).

Lokale: Das Restaurant "Cádiz el Chico", direkt an der Plaza España, ist berühmt für seinen Schweinebraten. Tagesmenü ca. 10 Euro.

In der "Bar Zulema" in einer engen Gasse um die Ecke kann man sich ein leckeres Tapas-Menü zusammenstellen: z.B. scharfe Kartoffeln, gebratene Fischchen oder hausgemachte Wurst für rund 4 Euro pro Tellerchen.

Einkaufen: Das Büro der Tourist-Info (Plaza España) verkauft im ersten Stock regionaltypische Produkte wie die handgewebten Schafwolldecken ("Mantas"), Keramik, kräftigen Käse und "Pinsapar"-Honig.

Covarrubias - Gesänge zur Entspannung

Nirgendwo ist Spanien stolzer als in Kastilien-León - die vielen Burgen (castillos) gaben dem Landstrich, der als das Herz Spaniens gilt, seinen Namen. Nicht ungewöhnlich also, dass selbst ein Ort von kaum 700 Einwohnern einen beeindruckenden Wehrturm aus dem 10. Jahrhundert, eine ähnlich alte, mehrfach umgebaute Stiftskirche und viele prachtvolle Herrenhäuser besitzt. Seinen Namen bekam Covarrubias wohl von den in die rote Erde gegrabenen Höhlen "cuevas rojas", die in dieser Gegend noch häufiger zu sehen sind. Schiefe Fachwerkhäuser neigen sich dem uralten Kopfsteinpflaster entgegen, krumme Gassen öffnen sich in hübsche Plätze - in Covarrubias ist das Mittelalter an jeder Ecke zu sehen. Für die Jakobspilger war das Dorf ein Pflichtstopp auf dem Weg zum 17 Kilometer entfernten Kloster Santo Domingo de Silos, wo man auch heute noch das Gefühl hat, irgendwo außerhalb von Raum und Zeit zu sein. Dann nämlich, wenn man morgens um neun bei der Messe die gregorianischen Gesänge hört. Wer abends zur Vesper um 19 Uhr kommt und danach einen der berühmten kastilischen Sonnenuntergänge erlebt, ist ohnehin verloren.

Unterkunft: Hotel Arlanza. Mitten im Zentrum, stilvolle, geräumige Zimmer in einem restaurierten Stadthaus, z.T. mit schönen alten Deckenbalken. DZ ca. 60 Euro ( Plaza Mayor 11, Tel. 947/406441, Fax 400502, www.hotelarlanza.com).

Hotel Rey Chindasvinto. Etwas schlichter, an der Kirche. DZ/F ca. 55 Euro (Plaza del Rey Chindasvinto 5, Tel. 947/ 406560, Fax 406534, www.sierradedademanda.com).

Lokale: Beide Hotels besitzen urige Restaurants, besonders beliebt das "Arlanza", das samstags auch Mittelalter-Dinner veranstaltet (reservieren!).

"Restaurant Del Galo", in einer alten Posada; Holzofengerichte (um die 13 Euro) und der typische Eintopf "olla prodrida" (12 Euro).

Einkaufen: Im Kloster Santo Domingo de Silos gibt ?s die gregorianischen Gesänge auf CD.

Weitere Informationen:

Spanisches Fremdenverkehrsamt Myliusstraße 14 60323 Frankfurt Tel. 069/72 50 33 Fax 72 53 13 www.spain.info

BRIGITTE Heft 18/2006

Mehr zum Thema