Hoch hinaus: Wandertouren in Europa

Wir haben die schönsten Wandertouren in Europa gesucht und gefunden: Die Gipfel des Engadin, ein Gletscherschlund in Norwegen, das Wattenmeer vor Amrum, die Weinberge in der Wachau... 

Imposante Schluchten: Kleinwalserstal (Österreich)

Im Kleinwalsertal kommt man nicht mal eben so vorbei. Das Tal im Bundesland Vorarlberg hat nur einen Zugang, ist auf 15 Kilometern Länge ringsum eingekesselt von den Allgäuer Alpen. Wer hierher fährt, will und bekommt seine Ruhe. Schnuppert an Blüten, die nach Honig und Mandeln riechen und Mädesüß heißen. Genießt eine umwerfend duftende Kräuterwelt, als Garten angelegt am Hörnlepass. Auf den höheren Almen weidet das Vieh, von dem der würzige Walser Bergkäse kommt. Die Attraktion des Walsertals: die Breitachklamm - mit 150 Metern die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. Gletscherschmelzwasser hat sie über Jahrtausende herausgefräst, es donnert laut durch den erstaunlich geformten Stein. Und eine Wand sieht von Weitem aus wie ein streng blickendes Gesicht, Mount Rushmore im Walsertal. Da schweigt man besser.

Warum gerade diese Tour? Weil man unterwegs garantiert das Grand-Canyon-Feeling bekommt. Die Tour: Für die ca. 20 Kilometer lange Wanderung sollten Sie fünf Stunden einplanen. Die Stationen: Riezlern/Eggstraße, Naturbrücke über den Schwarzwasserbach, Schwarzwasserbachweg, Außerschwende, Mittelberg, Hörnlepass, Breitachweg und wieder Riezlern. Wenn Sie mehr möchten: Das Kleinwalsertal bietet 185 Kilometer Wanderwege in drei Höhenlagen von 1000 bis 2536 Metern. Auf der digitalen Wanderkarte (www.walser-omgang.com, kostenlos über "Komoot Outdoor"App im App Store und Android Store) finden Sie kurze oder lange Routen, mit großen oder geringeren Höhenunterschieden. Wer abkürzen will, nimmt den kostenlosen Walserbus, der die Orte im Tal verbindet. Oder, noch besser, lässt sich vom Pferdekutscher Hammerer (Tel. 00 43/55 17/54 65) abholen. Infos über das Tal: www.kleinwalsertal.com

Gut schlafen, gut essen: Chesa Valisa. In diesem Hotel in Hirschegg ist von den Möbeln bis zum Essen alles bio. Und sehr schick. Der Service? Sensationell! DZ/F ab 216 Euro (Apartments sind ebenfalls verfügbar; Gerbeweg 18, Tel. 00 43/55 17/541 40, www.naturhotel.at). Walserstuba. Krustenbraten aus bestem Fleisch ist hier die Spezialität, aber auch die Desserts sind sagenhaft, zum Beispiel das Sorbet mit Rosmarin und Zitronenmelisse (Eggstraße 2, Riezlern, Tel. 00 43/ 55 17/534 60, www.walserstuba.at).

Zu Fuß übers Meer: Nordsee (Deutschland)

"Was, wenn sich die Nordsee heute nicht an den Gezeitenkalender hält? Wenn sie ausgerechnet jetzt von Ebbe auf Flut umschaltet?", fragt Nicol aus unserer Wandergruppe. Alle lachen, schließlich haben wir vorhin genau zugeschaut, wie Wattführer Heinz-Jürgen Fischer Kringel in den Sand malte, um den Gezeitenwechsel zu erklären. Die zehnjährige Klara wollte wissen, wo denn das Meer hinginge, damit wir auf seinem Grund und Boden von Föhr nach Amrum laufen können. Die Antwort in Kürze: Das Wasser bleibt stehen, die Erde dreht sich. Es ist schon sehr speziell, die Welt aus der Krabben-Perspektive zu erleben: bis zum Horizont nichts als Sand und schillerndes Wasser - die Erde ist eine goldbraune Scheibe. Wie ein Zehnfüßler bewegt man sich fort: Die Zehen krallen sich in den halbfesten Untergrund, und die Füße sind so stark durchblutet, dass sie krebsrot leuchten. Das kribbelt - und ringsum krabbeln echte Krabben und Krebse. Spannend, was da alles rumläuft und rumliegt: herzförmige Muscheln, perlmuttglänzende Austern, blaue Nesselquallen. Laufend staunen wir über Winzigkeiten, bis wir nach insgesamt knapp drei Stunden die Hosen runterlassen: Ein Priel muss durchquert werden. Heute ist das Wasser etwa hüfthoch, nach 50 Metern sind wir durch. Vorneweg Maren, Mitte 20, Marathonläuferin. "Morgen", verspricht sie, "habt ihr Muskelkater vom kleinen Zeh bis zum Po." Geht voll in Ordnung.

Warum gerade diese Tour? Weil man sich wie ein Kind fühlen kann, wenn man stundenlang durch den Matsch läuft. Die Tour: Die gut sieben Kilometer lange Wattwanderung von Insel zu Insel geht von Dunsum (Deichparkplatz) im Westen Föhrs nach Norddorf an der Nordspitze Amrums (auch umgekehrt möglich). Sie dauert etwa drei Stunden. Wer sicher gehen und viel erfahren will, sollte die Wanderung mit einem Wattführer machen, z. B. mit Heinz-Jürgen Fischer, der 57 Jahre Erfahrung hat und auch kindgerecht erklären kann, was im Watt so alles los ist (Teilnahmegebühr 6 Euro, Tel. 046 83/14 85 und 0175/460 72 92). Man kann mit ihm im Anschluss noch über Amrum wandern (Tagestour inkl. Rücktransport per Fähre und Bus nach Dunsum: 22 Euro, keine Voranmeldung). Termine: von Mai bis Anfang Oktober, abhängig vom Gezeitenkalender. Mitnehmen: Rucksack (u. a. für die Schuhe), Handtuch (zum Abrubbeln der sandigen Füße), Beutel (zum Muschelsammeln), Fernglas. Anziehen: kurze oder hochkrempelbare Hosen, darunter Badesachen (für die Priel-Querung vor Amrum). Infos: www.foehr.de und www.schutzstationwattenmeer.de Unterm Reetdach schlummern und schlemmen: Landhaus Altes Pastorat. Modern renoviertes Hotel auf Föhr mit entzückenden Zimmern im friesischen Stil. Großer Garten, gute Küche mit regionalen Produkten. DZ/F ab 120 Euro (Süderende, Tel. 046 83/226, www.landhaus-altes-pastorat.de). Schlemmer-Kate. Das Lokal am südlichen Rand von Wyk/Föhr liegt ab vom Schuss, ist aber sehr beliebt. Grund sind die Pfannengerichte (ab 9,80 Euro) mit Fisch oder Fleisch und die geschützte Gartenterrasse (Strandstr. 58, Tel. 046 81/54 43).

Österreich: Wachau - Wo die Donau nach Riesling schmeckt

Plötzlich steht er da, der schräge Vogel: lang und gebogen, auf dem Kopf ein zerzauster Kamm, er blickt direkt auf die Donau herab. Ich treffe ihn auf meinem Weg von Krems über Dürnstein nach Weißenkirchen, und ich beneide ihn: Der Weingartenvogel hat den schönsten Blick der Welt, jeden Tag. Er steht nämlich immer hier, eine Skulptur aus Draht, Weinstöcken und Schneckenhäusern. Und ihm wird nicht schwindelig von der Aussicht - im Gegensatz zu mir: In großen Schlaufen schlängelt sich unten die Donau, dahinter bewaldete Hügel, hier ein Kirchturm, dort ein Kloster. Die Wachau, etwa 80 Kilometer westlich von Wien entfernt, ist eine der schönsten Landschaften Österreichs. Überall Wein, in Terrassen angelegt, dazwischen blüht üppig der Mohn. Ich gehe weiter, bin plötzlich im Wald, es duftet nach Kiefern. Und nach der nächsten Biegung wieder ein Glitzern in der Ferne, der breite Fluss, ein Schiff zieht langsam Richtung Krems. Dann taucht der Kirchturm von Dürnstein auf - fast so blau wie der Himmel. Weiter an Weinfeldern vorbei hinunter in den Ort, überall Heurige mit wunderbaren Weinen aus der Region. Dann, am nächsten Tag, der Höhenweg nach Weißenkirchen, über lange Zeit waldeinwärts. Im Ort gehe ich hinunter zum Fluss, die Strömung ist stark, würde ich einen Weinstock hineinwerfen, wäre er nach kurzer Zeit in Wien. Selbst das Donauwasser, heißt es, schmeckt in der Wachau eine Spur nach Riesling.

Warum gerade diese Tour? Weil die Landschaft mindestens so fantastisch ist wie das Essen. Die Tour Bei dieser Wanderung hat unsere Autorin die ersten beiden Etappen des "Welterbesteigs" zurückgelegt: eine neue Wanderstrecke in der Wachau, insgesamt 180 Kilometer lang und in 14 Etappen aufgeteilt, die sehr gut ausgeschildert sind. Die erste, 12 Kilometer lange Etappe von Krems nach Dürnstein ist leicht und dauert ca. vier Stunden. Die zweite von Dürnstein nach Weißenkirchen ist mittelschwer, 16 Kilometer lang und dauert etwas mehr als fünf Stunden, zu Anfang muss man eine längere Steigung bewältigen. Routen-Infos auf www.welterbesteig.at, hier kann man auch eine Wanderkarte bestellen. Infos über die Region: www.wachau.at Ausruhen und Geniessen Romantik Hotel Richard Löwenherz. Ehemaliges Kloster mit schönen Antiquitäten und tollem Garten, super Lage mitten in Dürnstein. Sehr gutes Restaurant mit DonaublickTerrasse. DZ/F ab 186 Euro (Dürnstein 8, Tel. 00 43/27 11/222, www.richardloewenherz.at). Nikolaihof. Der Hof in Mautern bei Krems bietet nur Bio-Produkte an, im Sommer sitzt man im Innenhof unter einer uralten Linde. Fantastische Weine, sehr gutes Vorspeisen-Buffet (Nikolaigasse 3, Tel. 0043/ 27 32/829 01, www.nikolaihof.at). Gasthaus Jell. In der Altstadt von Krems: bodenständige Küche mit dem gewissen Pfiff, z. B. Jakobsmuscheln mit Blutwurst, leckere Fleischgerichte (Hoher Markt 8-9, Tel. 00 43/27 32/823 45, www.amon-jell.at).

Unterwegs im Märcheneis: Svellnosbreen (Norwegen)

Der norwegische Gletscher Svellnosbreen birgt ein gigantisches, eisiges Labyrinth. Türkisfarbene Wassermassen donnern an uns vorbei aus dem aufgerissenen Gletschermund. Ich greife nach dem im Eis verankerten Seil, krieche durch gläserne Flure, spaziere durch hellblau leuchtende Kapellen und tropfende Säle. Unterwegs im Märcheneis. Dann verlassen wir die Gletscher-Höhle wieder, der Aufstieg zum Galdhøppiggen, dem höchsten Berg Norwegens, beginnt. Wir gehen über ein Geröllfeld, hinauf zum Vorgipfel Keilhaus Topp und weiter zum 2469 Meter hohen Gipfel. Eine erstarrte Landschaft aus schwarzem Gestein und mit Eis gefüllten Hochtälern. Zuweilen erschreckt mich von unten ein Krachen. Es kracht immer, wenn Eismassen sich bewegen. Am Gipfel ein großartiges Panorama: Ich sehe dutzende kleiner und größerer Gletscher. Jetzt möchte ich nur noch stehen bleiben.

Warum gerade diese Tour? Weil man im Inneren des Gletschers aus dem Staunen fast nicht mehr herauskommt. Die Tour: Auf der 14 Kilometer langen Wanderung zum Svellnos-Gletscher und zum Gipfel des Galdhøppiggen im Nationalpark Jotunheimen legt man insgesamt rund 1400 Höhenmeter zurück, zwischen sieben und neun Stunden sollten Sie dafür einplanen. Ausgangspunkt der Tour: das 1100 Meter hoch gelegene Almdorf Spiterstulen (in der Nähe der Stadt Lom). Der markierte Weg führt zunächst zum Fuß des Gletschers. Dann geht es durch den Gletscher über einen Geröllhang zum Gipfel. Der Rückweg führt auf direktem Weg oberhalb des Svellnosbreen wieder nach Spiterstulen. Die Wanderung sollten Sie nur mit guter Ausrüstung (Bergschuhe, warme, regenfeste Kleidung) und bei gutem Wetter unternehmen. Unterwegs gibt es keine Verpflegungsstationen, also ein Lunchpaket mitnehmen. Sicherer ist es, wenn Sie sich einer Führung anschließen (Infos: www.visitnorway.com; je nach Gruppengröße 40-100 Euro). Wenn Sie mehr möchten: Im Nationalpark Jotunheimen liegen Norwegens höchste Gipfel, verschiedene Mehrtages-Touren sind hier möglich. Infos: www.spiterstulen.no. Karte: Jotunheimen Vest 1:50000 (27,80 Euro). Infos über die Region: www.visitnorway.com (Stichwort Jotunheimen). Urig Übernachten: Blockhäuser. Im Almdorf Spiterstulen gibt es uralte Blockhäuser mit Sauna und kleinem Hallenbad im Haupthaus. DZ/F ab 146 Euro (Tel. 00 47/61/21 94 00, www.spiterstulen.no).

Der schönste Spiegel der Berge: Pyrenäen (Frankreich)

Schon von Weitem höre ich das Wasser rauschen. Mitten durch den Nationalpark der Pyrenäen führt der Chemin des Cascades, der Weg der Wasserfälle. Er liegt etwa 30 Kilometer südlich der Pilgerstadt Lourdes, nicht weit von der spanischen Grenze. Es geht steil hinauf, in jeder Kehre bleibe ich stehen, jedes Mal neue spektakuläre Ausblicke auf herabstürzende Wasserfälle und tiefe Schluchten. Weiter oben überspannt die steinerne Pont d'Espagne den Gebirgsbach Gave de Gaube, der hier donnernd ins Tal kracht. An diesem beliebten Ausflugsziel spazieren auch viele Pilger und Priester umher, die aus Lourdes angereist sind. Zwischen Felsblöcken geht der Weg weiter hinauf. Auf Mauleseln oder Pferden ritten einst die französischen Dichter der Romantik am Gave de Gaube entlang. Der Weg über Geröll und Steine ist anstrengend, ich schwitze. Die Vegetation wird spärlicher, hier verläuft die Baumgrenze, mit etwas Glück kann man Gemsen beobachten. Und plötzlich taucht eine ganz andere Farbe auf: der türkisfarbene Lac de Gaube, ein Bergsee in 1725 Meter Höhe, gespeist vom Schmelzwasser der Gletscher. Im kristallklaren Wasser spiegeln sich die schneebedeckten Gipfel. Der legendäre Vignemale, der höchste Berg der französischen Pyrenäen, überragt sie alle. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden: weiter die Berge bestaunen oder gleich in den See springen? Aber wahrscheinlich ist er eh zu kalt.

Warum gerade diese Tour? Weil man unterwegs den herrlich lärmenden Wasserfällen zuhören kann. Die Tour: Die Wanderung vom Ort Cauterets zum Lac de Gaube dauert dreieinhalb bis vier Stunden. Länge: 15 Kilometer, 800 Höhenmeter. Los geht's bei den Thermes de César, den Cäsarthermen am Ortsrand. Man folgt einem Fußpfad über die inzwischen aufgegebenen Thermen Pauze-Vieux, weiter Chemin des Pères, Thermen de la Raillère, Chemin des Cascades, durch den Nationalpark bis zum Pont d'Espagne (1496 m). Von dort weiter einen steilen, steinigen Fußweg am Gave de Gaube entlang bis zum Lac de Gaube. Wer den Rückweg nicht laufen möchte, nimmt den Sessellift Télèsiège de Gaube bis zur Pont d'Espagne, von dort geht es mit einem Bus/ Navettes zurück nach Cauterets. Die Wanderung ist eine Teilstrecke des GR 10, eines Fernwanderwegs, der quer durch die Pyrenäen vom Atlantik zum Mittelmeer führt und mit einem weiß-roten Querbalken ausgeschildert ist. Infos und Kartenmaterial auch im Informationszentrum des Nationalparks, La maison du parc national (Cauterets, Place de la gare, Tel. 00 33/5/62 92 52 56). Wanderrouten in den französischen Pyrenäen und praktische Tipps finden Sie auf: www.balades-pyrenees.com. Karte: Topo-Guide, Pyrénées Centrales, Ref. 1091 (14,90 Euro). Infos über die Region: www.cauterets.com Einkaufen und Einkehren: Fürs Picknick. Leckeres aus der Region in Cauterets in der Markthalle "Les Halles" (Avenue du Général Leclerc). Hôtellerie du Pont d'Espagne. Idyllisches Lokal bei Cauterets, Übernachtung möglich. DZ/F ab 56 Euro (Quartier Pont d'Espagne, Tel. 0033/5/6292 5410, www.hotel-du-pont-despagne.fr).

Hinter jedem Pass eine neue Welt: Engadin (Schweiz)

Über Geröll jeden gottverdammten Höhenmeter emporgekraucht bis hier, auf den Pass, vor und unter mir faltet sich das Gebirge der Plessur-Alpen 1600 Meter ins Tal hinab. An der gegenüberliegenden Seite in den Albula-Alpen wächst es ebenso wuchtig empor, dort werde ich hingehen. Ich bin am ersten Tag von der Ramozhütte früh aufgebrochen, Abstieg zum Ort Alvaneu und dann wieder hoch. Warmes Licht über maßloser Welt, grünsamtene Hänge, monumentales Gestein. Ich kenne nichts Schöneres als die Alpen. Hinter jedem Pass eine neue Welt, hinter jeder Welt eine weitere Welt. Ich gehe von irgendwo los und komme anderswo an. Dazwischen liegen sieben bis 14 Tage Anstrengung, Erhabenheit, Glück. Dieses Mal sind es acht Tage in der Schweiz, Kanton Graubünden. Von der Alp Flix, 2000 Meter hoch, suche ich mir den Pfad zum Pass Fuorcla da Flix, erst über Almen, dann steile Hänge hinauf. Brennende Sonne, quengelnde Muskeln. Bis zur Passhöhe auf 3065 Metern. Zu meinen Füßen ein fremder Planet. Mars mit Gletschern. Grandios und irrwitzig dimensioniert. Am anderen Tag wandere ich früh morgens durch den betörenden Geruch des Nadelwaldes ins Val Chamuera, später das Val Prünella hinauf. Nur noch Berg, Fels, nackte Schönheit. Der Berg ist erst wirklich sexy in Einsamkeit und oberhalb der Baumgrenze. Ein Wasserfall. Und ich inmitten. Jeder Schritt bringt mich dem unermesslichen Himmel näher.

Warum gerade diese Tour? Weil es aufregend ist, sich vom Berg herausfordern zu lassen. Die Tour 1. Tag. Gemütlich: Von Arosa zur unbewirtschafteten Ramozhütte (betrieben vom Schweizer Alpen-Club, SAC, Tel. 00 41/81/ 356 55 02, www.ramoz.sacarosa.ch). Höhenmeter: ca. 550 m. 2. Tag. Lang, weit, hoch: Über die Furcletta hinunter nach Alvaneu und Aufstieg zur unbewirtschafteten Ela-Hütte (SAC, Tel. 00 41/81/ 404 14 03 oder 00 41/78/878 98 41, www.sac-davos.ch) auf 2252 Meter. Höhenmeter: ca. 1600 m, 1530 m. 3. Tag. Moderat: Über Ela-Pass und Walserweg auf die Alp Flix, Unterkunft im romantischen Jurtencamp (für 2-3 Personen pro Nacht 116 Euro, Tel. 00 41/81/637 12 16, www.agrotour.ch) oder Hotel ("Piz Platta", DZ/F ab 208 Euro, Tel. 0041/81/659 19 29, www.flix.ch). Höhenmeter: ca. 840 m, 1070 m. 4. Tag. Nur mit guter Karte und etwas Spürsinn: Über die Fuorcla da Flix zur Jenatschhütte (SAC, Tel. 00 41/81/833 29 29). Der Weg ist nicht offiziell markiert und nur auf neuen Karten zu finden. Alternative: Wanderweg über Fuorcla d'Agnel. Höhenmeter: ca. 1100 m, 450 m. 5. Tag. Relaxed: Das Val Bever hinunter. Übernachtung im Ort La Punt Chamues (Hotels: www.engadin.ch, z. B. "Chesa Antica", DZ/F ab 108 Euro, Tel. 00 41/81/854 15 17, www.chesa-antica.ch). Höhenmeter: ca. 950 m. 6. Tag. Sehr lang, anstrengend, einsam und grandios. Val Chamuera, Val Prünella, über die Fuorclas Prünella und Tschüffer. Von dort je nach Zeit und Kondition entweder Abstieg ins Val da Fain und Übernachtung in Morteratsch (Hotel "Morteratsch", DZ/F ab 120 Euro, Tel. 00 41/81/842 63 13, www.morteratsch.ch) bzw. Pontresina (Hotels über www.pontresina.ch, z. B. Hotel "Steinbock" mit WellnessBereich, DZ/HP ab 183 Euro, Tel. 00 41/81/ 839 36 26, www.hotelsteinbock.ch). Oder Aufstieg zur Georgyhütte (Tel. 00 41/81/ 833 65 65, www.georgy-huette.ch) am Gipfel des Piz Languard - hier hat man einen spektakulären Sonnenuntergangs-Blick. Höhenmeter: ca. 1650 m (Georgyhütte) bzw. 1200 m, 950 m (Abstieg Morteratsch). 7. Tag. Moderat: Abstieg nach Pontresina, das Val Roseg hinauf zur Coaz-Hütte (SAC, Tel. 00 41/81/842 62 78, info@coaz.ch) in grandioser Gletscherszenerie. Höhenmeter: ca. 1500 m, 810 m.8. Tag. Gemütlich: Zurück nach Pontresina. Höhenmeter: ca. 810 m.

Auf die Angabe von Gehzeiten haben wir verzichtet - individuelles Tempo und Kondition sind zu unterschiedlich. Im Hochgebirge nie ohne gute topografische Karten, Kompass und evtl. GPS gehen, Handyempfang ist selten. Wetterbericht einholen, bei Alleingängen jemanden über die Route informieren. Den Trekking-Rucksack möglichst leicht packen, Stirnlampe, Erste-HilfeKit mit Rettungsdecke, Regenponcho und warme Kleidung mitnehmen. Wanderkarten: Swisstopo 1:50000, Nr. 258T, 268T und 469T (www.swisstopo.ch), oder Kümmerly + Frey 1:60000, Nr. 13, 28 (www.swisstravelcenter.ch). Infos über die Region: www.engadin.ch

Hüttenzauber SAC/CAS-Hütten (Chamanna):Vorher anmelden, bei unbewirtschafteten Hütten Proviant nicht vergessen! Übernachtung für Nicht-Alpenvereinsmitglieder 16-32 Euro, mit HP 41-66 Euro. Infos: www.sac-cas.ch

Texte: Simone Rickert, Doris Ehrhardt, Franziska Wolffheim, Peter Linden, Anima Kröger,Tina Uebel

Wer hier schreibt:

Franziska Wolffheim
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