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Weihnachtsmärkte in Österreich


Wer in Österreich Skiurlaub macht, sollte unbedingt auch die Weihnachtsmärkte mitnehmen: Allein wie das duftet!

Gemächlich: Schwarzenberg im Bregenzerwald

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Der Duft, der zwischen den Schindelhäusern hängt, wirkt ein wenig, als habe man Weihnachten mit einem Käsefestival gekreuzt: Glühweinwolken streicheln Gesichter in kalter Abendluft, Vanillekipferln senden ihre Lockstoffe aus - und dazwischen wabert ein weiterer, sehr aromatischer Hauch: "Probieren Sie! Raclette-Brot ist eine Spezialität der Vorarlberger Weihnachtsmärkte", sagt die Frau, die an einem Stand Roggenbrot mit geschmolzenem Bregenzerwälder Bergkäse bestreicht und der Kundschaft reicht: "Bei uns schmeckt der Advent besonders würzig."

In Schwarzenberg sieht er auch noch besonders gut aus - und das nicht nur während des zweitägigen Adventsmarkts: Das Dorf hat viele alte Schindel-Bauernhäuser, so genannte "Wälderhäuser", auf deren Dächern nun weiße Schneepolster ruhen. Durch die Sprossenfenster schimmert das Licht von Kaminfeuern und Kerzen, verwandelt die Anwesen in große Laternen. Leuchten, die bis zu 250 Jahre alt sind, Wirts- oder Handelshäuser waren und mitunter noch ihre ursprünglichen Namen tragen, "Adler" oder "Krone". Die Lichterketten an den Gebäuden sind dezent: ein Advent ohne Rummelplatzflair.

Einer, der nicht nur den Sinnen Raum gibt, sich zu entfalten, sondern auch der Zeit. Als wolle er den Menschen sagen: "Macht langsam - das Christkind fliegt auch nicht so schnell wie ein Jumbo-Jet!" Auf dem Weihnachtsmarkt stapfen die Besucher gemächlich zwischen den Ständen umher. Prüfen im Petroleumlampenschein das Angebot; fast alles ist aus der Region: Nussknacker, Christbaumschmuck, Hausschuhe, handgefertigte Schlitten vom Rodelbauer.

Wer doch mal etwas mehr Action braucht, testet im nahen Skigebiet Bödele die 23 Kilometer Pisten und neun Lifte. Um anschließend den Tag ausklingen zu lassen: bei einem Konzert in der barocken Pfarrkirche. Bei einem Märchen-Mahl im "Gasthaus Adler", bei dem man alten Geschichten lauschen kann. Oder einem Adventsabend in der "Alten Mühle" mit Stubenmusik. Irgendwie hört er sich auch besonders gut an, der Advent - hier in Schwarzenberg, im Ruheraum des Christkinds.

Infos Schwarzenberg

Adventsmarkt am 26. und 27. November. Veranstaltungsreihe "Schwarzenberger Advent" mit Konzerten, Lesungen, kulinarischen Abenden 25. November bis 19. Dezember. Programm beim Tourismusbüro Schwarzenberg, Hof 454, A-6867 Schwarzenberg, Tel. 055 12/ 35 70, www.schwarzenberg.at.

Übernachten "Gasthof Hirschen". Die Zimmer in dem Wälderhaus sind niedrig und teils mit Antiquitäten möbliert. Dahinter ein Neubau mit modernen Räumen. Im Restaurant schmeckt das Sellerieschaumsüppchen mit Milchferkelspitzen so gut wie das Schnitzel. DZ/F ab 139 Euro (Hof 14, A-6867 Schwarzenberg, Tel. 055 12/29 44, Fax 29 44 20, www.hirschenschwarzenberg.at).

Genießen "Adler". Leichte regionale Küche, z. B. gebackene Spanferkelbrust mit Kartoffel- Rucola-Salat (15 Euro), von Sternekoch Engelbert Kaufmann. Altes Haus mit Mobiliar von einst und heute (Hof 15, Tel. 055 12/29 66, www.adler-schwarzenberg.at).

"Alte Mühle". Nettes Gasthaus, das Heimisches mit Italienischem kombiniert, etwa Lammrücken mit Bohnenkrautkruste auf mediterterranem Gemüse mit Polenta für 23 Euro (Dorn 138, Tel. 055 12/37 80, www.alte-muehle.cc).

Das glänzt: Innsbruck in Tirol

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Es muss nicht immer Lametta sein, Bergkristall funkelt ja noch viel mehr: In Innsbruck steht der modern gestaltete Christkindlmarkt an der Maria-Theresia-Straße unter dem Motto "Kristall und Glanz". Mittelpunkt ist eine Kristallbar. Spezielle Glitter-Effekte bietet auch der Christkindlmarkt im Innsbrucker Stadtteil Hungerburg. Aus 860 Metern Höhe überblickt man die Stadt mit Tausenden blinkenden Lichtern (zehn Minuten mit der Standseilbahn). Magenknurren ist auf der Hungerburg nicht zu befürchten: Essen und Trinken gibt es reichlich (Termine der vier Christkindlmärkte in Innsbruck unter www.christlindlmarkt.cc).

Vor Bergkulisse: Lienz in Tirol

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Erst krachen heiße Maroni zwischen den Fingern, dann will man noch ein Stück Erdäpfelstrudel mit Sauerkraut probieren, hinterher schmeckt noch ein großer Lebkuchen, zu dem wunderbar Glühpunsch mit Williams passt... Vor lauter Kostproben auf dem Adventsmarkt (26.11. bis 24.12.) in der dörflichen Altstadt nicht zu übersehen: die kolossale Kulisse der Osttiroler Berge rings um die kleine Stadt! Wintersport beginnt gleich am Ortsrand von Lienz: Langlaufen, Biathlon, Ski alpin z.B. in den Gebieten Hochstein (geeignet für Weltcup-Rennen) und Zettersfeld (für Familien).

Info Tourismusinformation, Europaplatz 1, Tel. 050/21 24 00, www.stadt-lienz.at

Übernachten "Hotel Traube". Mitten in der Altstadt, geräumige Zimmer, die nicht ganz so schön möbliert sind wie die mit Antiquitäten aus der Region bestückten Flure. Pool mit Panoramablick. DZ/F ab 128 Euro (Hauptplatz 14, A-9900 Lienz, Tel. 04852/644 44, www.hoteltraube.at <http://www.hoteltraube.at>).

Genießen "Glanzl". Nennt sich "City Café", ist ein Traditionsbetrieb mit guten Kuchen und Torten (2,20 Euro), z.B. Lienzer Torte mit Sahnecreme. Großer Raucherbereich (Hauptplatz 13, Tel. 04852/620 73, www.konditorei-glanzl.at).

"Zeitlos". Café-Bar mit Lounge-Charakter, für einen Kaffee mit Kuchen (4,30 Euro) oder ein Bier (Zwergergasse 3a, Tel. 0676/636 12 68).

Im großen Stil: Klagenfurt am Wörthersee

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Sind wir schon in Italien? Sieht fast so aus: elegante Arkadengänge, zauberhafte Innenhöfe, prächtige Renaissance-Fassaden. Italienische Baumeister gaben Kärntens Landeshauptstadt am Wörthersee den besonderen Schliff. Am besten zwei Mal durchs Zentrum spazieren: zuerst mit Kamera zum Landhaus, Alten Rathaus, Haus zur Goldenen Gans, Alten Platz und Stadtpfarrkirche (Aussichtsbalkon). Dann mit Geschenkliste zu den Geschäften in der Kramergasse, Wiener Gasse und Burggasse (alle Altstadt). Pause machen auf dem großen Weihnachtsmarkt am Neuen Platz, Würstl mit Sauerkraut essen, mit Glühmost aufwärmen. Im Advent singen Chöre auf dem Balkon im Innenhof des Landhauses (Freitag- und Samstagabend).

Info Tourismusinformation, Neuer Platz 1, Tel. 0463/537 22 23, www.klagenfurt-tourismus.at

Übernachten "Der Sandwirth". Zentral gelegenes Hotel mit Business-Charakter, das aber am Wochenende den Urlaubern gehört. Zimmer im Neubau buchen. Nettes Café im Erdgeschoss. DZ/F ab 125 Euro (Pernhartgasse 9, A-9020 Klagenfurt, Tel. 0463/562 09, www.sandwirth.at .

Genießen "Da Enzo". Das Lokal des Wirts aus Apulien ist herzlich, flexibel und gut (Risotto mit Meeresfrüchten 9,50 Euro). In der Altstadt (Badgasse 10, Tel. 0463/50 11 33).

"Café Domgassner". Guter Kaffee, frische Baguette-Schnittchen, Kuchen, Wein, Zeitungen, nette Atmosphäre (Domgasse 12, Tel. 0463/578 82, www.gut-essen-trinken.at).

Wie früher: Baden in Niederösterreich

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Das Rentier hat sich nicht verirrt. Während seine Geschwister durch Lappland traben, streift es neugierig durch Baden. Die Biedermeierstadt südlich von Wien ist nicht zugepflastert, sondern hat kleine Wälder, Weinberge und einen großen Kurpark. Begleiten lässt sich das Rentier von Walter Gruber vom Meiselberghof westlich von Baden. Der Mann ist nicht verrückt, nur ein Tiernarr, der mit einem seiner Rentiere zur Adventszeit gern durch Baden stiefelt.

Infos über die "Badener Adventmeile", Fackelwanderung und weitere Veranstaltungen bei Tourist Information, Brusattiplatz 3, A-2500 Baden, Tel. 02252/22 60 06 00, www.baden.at).

Übernachten "Villa Gutenbrunn". Ruhig gelegenes Hotel in historischen Mauern. Die hohen Zimmer sind so gestaltet, als gehörten Antiquitäten und W-Lan immer schon zusammen. DZ/F ab 119 Euro (Rollettgasse 6, A-2500 Baden, Tel. 02252/48 17 10, www.villa-gutenbrunn.com).

Genießen "Edelsberger". Traditionelles Wirtshaus. Das gute Schnitzel für 11,90 Euro kommt hier vom Schwein und mit Kartoffelsalat (Marchetstraße 30, Tel. 02252/20 94 54, www.edelsberger.at).

Per Schiff: Wolfgangsee im Salzkammergut

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Strobl am Wolfgangsee wird ab dem 22. November zum Krippendorf; in einer Schaukrippe darf man die Tiere sogar streicheln. Statt per Schlitten fährt man per Schiff zu weiteren Märkten des "Wolfgangseer Advent" nach St. Wolfgang und St. Gilgen. Nur einer darf ausdrücklich nicht an Bord: der Weihnachtsmann (www.wolfgangseer-advent.at).

Text: Doris Ehrhardt, Foto: PR, Franz Killmeyer (1)

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