Wintermärchen: Schöne Winterhotels

Wir haben uns auf die Suche nach kleinen, kuscheligen Winterhotels in den Alpen gemacht. Egal, ob Alpin oder Langlauf - für jeden ist was dabei. Und wenn's mal einen Tag lang nur schneit, auch egal.

Schweiz

In Lenzerheide gibt es nicht nur traumhafte Pisten und Rodelbahnen

Hotel Guarda Val "Noch es bizzele Aceto", fragt Roberto Pisilli freundlich. Wir sitzen in der Sonne, ein lauwarmer Wind weht, auf den Tellern Salat mit angerösteten Kürbiskernen und Safran-Risotto mit Parmesan. Roberto könnte auch Wasser, Himbeersaft oder Maschinenöl über den Salat tröpfeln, es würde der Stimmung keinen Abbruch tun. Wir befinden uns auf einer Sonnenterrasse 1600 Meter über dem Meer bei Lenzerheide, mit Panoramablick auf glitzernde Dreitausender, verwitterte Almhütten und verschneite Kiefernwälder. Roberto Pisilli ist Restaurationsleiter im Hotel "Guarda Val". Das steht in einem Ort namens Sporz, und so ungewöhnlich wie der Ortsname ist das Hotel selbst - kein Hotel im klassischen Sinn, sondern eine Ansammlung von zehn Häuschen und Hütten, mit insgesamt 34 gemütlichen Bauernzimmern, geräumigen Apartments und eleganten Suiten.

Die Suite "Stailetta" etwa wirkt von außen wie ein Geräteschuppen, innen aber wandelt man über beheizte Marmorböden zum Whirlpool. Wer aus der Sauna ins Freie tritt, um vor dem Bergpanorama auszudampfen, muss aufpassen, dass er nicht im Misthaufen landet.

Hotel Guarda Val, CH-7078 Lenzerheide, Tel. 00 41/81/385 85 85, Fax 385 85 95, www.guardaval.ch Anreise: Auto: auf der Autobahn Zürich-Chur bis Ausfahrt Chur Süd. Bahn: gute Verbindungen bis Chur, von dort mit dem Postbus in 20 Minuten nach Lenzerheide ( www.sbb.ch ). Skigebiet: 155 Kilometer Pisten, davon 71 km leicht, 65 km mittel. Rund um den Ort 52 km Langlaufloipen, 80 km Winterwanderwege, vier Rodelbahnen. Infos: Tourismusverein Lenzerheide-Valbella, Via principala 68, CH-7078 Lenzerheide, Tel. 00 41/81/385 11 20, Fax 385 11 21, www.lenzerheide.ch .

Schweiz: Hotel Misani

Erlebnis: das "Misani" in St. Moritz

Im diesem Hotel kann sich niemand über die Zimmer beschweren. Denn im "Misani" sind die Gäste mitverantwortlich für die Einrichtung. Aus einem großen Fundus kann sich jeder aussuchen, was er gern in seiner Umgebung hätte. Eine Kuckucksuhr? Eine Wasserpfeife? Ein Kronleuchter? Ein Gummibaum? Ein Hirschgeweih? Bitte sehr, in wenigen Minuten sind die Sachen auf dem Zimmer - kostenlos. Nur DVD-Spieler oder Satinbettwäsche kosten zehn bis zwanzig Franken Miete. Und wer sein Haustier vermisst, kann sich Flurina mieten. Der Leih-Hamster gehört auch zum Unterhaltungsangebot des Hotels.

Die Grundausstattung der sonnengelben "Basic-Style"-Zimmer ist stilvoll, aber schlicht. Wer es abenteuerlicher mag, bucht eines der "Erlebniszimmer", die nach Themen wie "Wildnis" oder "Orient" eingerichtet sind. Im orientalischen Zimmer mit Diwan, Wasserpfeife und Spiegelchen fühlt man sich mehr in Marrakesch als in St. Moritz-Celerina. Die drei Restaurants im Haus könnten unterschiedlicher nicht sein: im Gewölbekeller die urige Weinstube "Bodega", dann die "Ustaria", eine traditionelle Bündner Wirtschaft mit Holzvertäfelung und Geweihen an der Wand, und das "Voyage", ein schickes Design-Bistro mit einer Speisekarte aus fünf Kontinenten.

Hotel Misani, CH-7505 St. Moritz-Celerina, Tel. 0041/81/833 33 14, Fax 833 09 37, www.hotelmisani.ch. Anreise: Auto: über Zürich, Landquart, Davos und den Flüelapass (Achtung, Wintersperre) nach St. Moritz. Oder schneller und bequemer per Autoverladung durch den Vereinatunnel ( www.rhb.ch/autoverlad/vereina ). Bahn: bis nach Chur, von dort mit der Rhätischen Bahn durch Kehrtunnels und über Schwindel erregende Viadukte bis zur Station Celerina, von dort drei Gehminuten ( www.sbb.ch und www. rhb.ch ). Skigebiet: 350 Kilometer Pisten, davon 70 km leicht, 245 km mittel; 180 km Langlaufloipen, 150 km Winterwanderwege, 4 Rodelbahnen. Infos: Kur- und Verkehrsverein St. Moritz, Via Maistra 12, CH 7500 St. Moritz, Tel. 00 41/81/837 33 33, Fax 837 33 77, www.stmoritz.ch.

Schweiz: Hotel Engiadina

Wenn Edith Mineralwasser holen geht, nimmt sie einfach eine Kiste mit leeren Flaschen, läuft quer über den Dorfplatz von Bad Scuol, vorbei an den wunderschön bemalten Fassaden der Bauernhäuser, hinüber zum Brunnen. Aus zwei verschiedenen Rohren fließt Mineralwasser der besten Qualität, auf der einen Seite leicht prickelnd mit viel Eisen und Mineralsalzen, auf der anderen Seite mild und still. Edith, Wasserträgerin und gute Seele des Hotels "Engiadina", schleppt die volle Kiste zurück zum Hotel. Jeder Gast bekommt täglich eine Karaffe gesundes Mineralwasser aufs Zimmer. In Bad Scuol, wo 20 Mineralquellen entspringen, gehört Heilwasser zu den Grundnahrungsmitteln.

Das Arvenholz im Restaurant und in den Gästezimmern duftet so frisch und leuchtet so hell, als habe der Zimmerer gerade erst seine Arbeit beendet. Dabei sind die Wandschränke, Eckbänke und Holzvertäfelungen fast 300 Jahre alt. Das Geheimnis: Wasser. Zweimal pro Woche wird das Gasthaus komplett von innen abgewaschen, mit Wasser und Seifenlauge, vom Boden über die Möbel bis zu den Wänden. In den Zimmern riecht es wie in einer Sauna nach dem Aufguss - holzig, gesund, natürlich.

Hotel Engiadina, CH-7550 Scuol, Tel. 00 41/818 64 14 21, Fax 818 64 12 45, www.engiadina-scuol.ch ; DZ/F ab 78 Schweizer Franken. Anreise: Auto: über Davos und den Flüelapass ins Unterengadin und nach Scuol. Oder per Autoverladung durch den Vereinatunnel( www.rhb.ch.auto verlad/vereina ). Bahn: von Zürich bis Chur oder Landquart mit der Räthischen Bahn über Klosters und durch den Vereinatunnel nach Scuol. Skigebiet: 80 Kilometer Pisten, davon 35 Kilometer leicht, 30 Kilometer mittelschwer, 15 Kilometer schwer, 4 km Rodelbahn, 79 km Langlaufloipen. Infos: Scuol Information, CH-7550 Bad Scuol, Tel. 00 41/818 61 22 22, Fax 818 61 22 23, www.scuol.ch .

Italien

Hotel Bella Vista Im Hotel "Bella Vista" am Ende des Trafoier Tals in Südtirol dagegen liegen Mütter und Väter entspannt auf der Sonnenterrasse. Etwa 50 Meter entfernt zieht ein Schlepplift ihre Kinder auf einen Hügel. Man hat Zeit. Für sich, für einen langen Blick auf eine Handvoll verschneiter Bauernhäuser, auf das Stilfserjoch inmitten der Ortlergruppe. Genug Zeit für eine Wanderung zur Wallfahrtskirche Heilige Drei Brunnen. Die Kinder werden von 10 bis 15 Uhr bestens betreut: Skiunterricht, Spielen, Mittagessen, Rodeln. Die Chefin Petra Thöni-Gander weiß, was für ein Erbe sie übernommen hat. "Immer schön schlicht bleiben" ist ihre Devise. So bleibt es bei den 27 Doppelzimmern in dem ehemaligen Bauernhaus, von denen einige in geräumige Familiensuiten umgebaut worden sind: warme Grüntöne, Holzbetten, moderne Bäder, großer Balkon. Hotel Bella Vista, Stilfserjochstraße 17, I-39020 Trafoi/Südtirol, Italien, Tel. 00 39/04 73/61 17 16, Fax 61 22 50, www.gustav-thoeni.com. Anreise: Auto: über den Reschenpass nach Mals und Prad, von dort in Richtung Stilfs und Trafoi. Bahn: bis nach Landeck oder Bozen, das Hotel organisiert auf Anfrage gern die weitere Anfahrt. Urlaubsexpress z. B. von Dortmund bis Bozen, www.nachtzugreise.de . Skigebiet: 15 leichte Pistenkilometer, 5 Loipen, Rodelbahn, 3 Kilometer Wanderweg. Für Anspruchsvollere: Skigebiet Sulden mit 40 Kilometer Pisten (von leicht bis schwer), Loipe im Dorf, 5 km Rodelbahn, Halfpipe an der Madritschhütte. Infos: Ferienregion Ortlergebiet, www.ortlergebiet.it .

Italien: Hotel La Stüa

Die Stube, rundum schwer getäfelt mit Zirbelholz, hat dem Hotel "La Stüa" den Namen gegeben. Ingrid Vanzo allerdings nennt sie "Sala di Sissi", denn an der Wand hängt ein Porträt der österreichischen Kaiserin. Schließlich gehörte das Trentino bis zum Ersten Weltkrieg zu Österreich. Schon damals war das Haus ein Hotel. Seit über 30 Jahren ist das Hotel allerdings schon im Besitz der Vanzos. Sie haben jedes der 20 Zimmer anders eingerichtet, hier ein altes Bett, dort eine bemalte Kommode. Hotel La Stüa, Piazza Dante, I-38033 Cavalese, Tel. 00 39/04 62/34 02 35, Fax 23 11 20; DZ/F ab 65 Euro, Spezialität: Heubad im Keller. Anreise: Auto: über den Brenner bis Ora/Auer, dann hinauf ins Val di Fiemme (deutsch: Fleimstal). Bahn: über den Brenner nach Bozen/Südtirol, von dort mit dem Linienbus etwa eine Stunde nach Cavalese ( www.oebb.at). Skigebiet: Im Val di Fiemme 100 Kilometer Pisten, davon 38 km leicht, 51 km mittel; über 50 km Loipen. Sie sind Teil des Gebiets Dolomiti Superski. Infos: Informationsbüro Val di Fiemme, 38033 Cavalese, www.valdifiem me.info .

Italien: Ciastel Colz

Es ist ein dunkler, mondloser Winterabend, und das schwere Gittertor in der Schlossmauer öffnet sich nur widerstrebend. Vor uns ragt das Schloss in den Himmel, wuchtig und mit winzigen Fenstern, aus denen sanfte Lichtschimmer fallen. Verschlossen das mit Eisenplatten beschlagene Portal. Es ist ganz still, ganz dunkel und ganz kalt. Wir fühlen uns wie in einer Südtiroler Version der Rocky Horror Picture Show. Da wird die Schlosstür aufgeriegelt, und der Hausdiener begrüßt uns mit einer leichten Verbeugung. Wir schreiten die alte Steintreppe hinauf in den ersten Stock. Auf Silberkandelabern brennen Stumpenkerzen, und Schlossmägde in bodenlangen Schürzen huschen mit Tabletts voller Gläser vorbei. Wir nehmen einen Aperitif in dem Salon mit verblassenden Fresken an der Wand und den himbeerroten Samtsofas...

Von wegen Rocky Horror - wir spielen die Hauptrollen in einem Wintermärchen! Die Burg, die im 16. Jahrhundert als Wohnsitz einer Adelsfamilie erbaut wurde, die später der Gemeinde von La Villa als Schule und als Armenhospiz diente, ist heute ein schwer romantischer Schlupfwinkel für Verliebte und andere Skifahrer, den die Schlossherren - Wilma und Stefan Wieser - mit viel Einsatz und gutem Geschmack pflegen. Draußen liegt das abwechslungsreiche Skigebiet von Alta Badia, aber mindestens ebenso verlockend wie der Pistentag ist der Schlossnachmittag bei Tee und Lektüre oder das Wellness-Center mit Sauna und Whirl-Wannen. Die Zimmer - drei Doppelzimmer und eine Suite - liegen teilweise in den alten Wachtürmen.

Ciastel Colz, Strada Marin 80, I-39030 La Villa (BZ), Tel. 00 39/04 71/84 75 11, Fax 84 41 20, www.colz.siriolagroup.it. Anreise: Auto: über den Brenner bis zur Ausfahrt Franzensfeste-Pustertal, von dort etwa 30 Kilometer ins Pustertal bis kurz vor Bruneck. Dann rechts hinein ins Gadertal und ca. 30 km rauf nach La Villa. Bahn: die nächste Bahnstation ist Bruneck, von dort weiter mit dem Bus ( www.oebb.at ). Skigebiet: 130 Kilometer Pisten, davon 70 km leicht, 53 km mittel; 40 km Loipen, 80 km Winterwanderwege,sechs Rodelbahnen. Infos: Auskunftsbüro La Villa, Stra. Picenin 10, I-39030 La Villa (BZ), Tel. 0039/0471/84 70 37, Fax 84 72 77, www.altabadia.org .

Österreich

Adolf Zudrell vom Kristberg

Panoramagasthof Kristberg: Das Schöne am "Kristberg" ist, dass dort im Winter keine Autos fahren. Das noch Schönere am "Kristberg" ist, dass Adolf Zudrell, der Seniorchef, uns deshalb an der Gondelbahn mit dem Motorschlitten abholt. Das Allerallerschönste am "Kristberg" ist die Aussicht, die man vom Panoramagasthof der Familie Zudrell aus hat. Das Haus liegt wie auf einem Balkon hoch über Silbertal, einem kleinen Ort im Montafon, und ist nach Süden ausgerichtet. Um kurz nach acht geht im Winter die Sonne über den Bergkuppen auf, zieht ihre Bahn über die Gipfel Vorarlbergs und versinkt gegen 18 Uhr hinter den Zacken des Rätikons.

Der Gasthof selbst ist ein Haus mit dunkler Holzfassade und roten Fensterläden, die 17 Zimmer sind einfach und traditionell eingerichtet. 30 Meter neben dem Gasthaus steht das "Kristberghüsli", ein Holzhäuschen, das man komplett als Ferienwohnung mieten kann. Der Morgen beginnt mit dem Weckruf von Egon, dem Hahn. Die Brüder Jürgen und Günter Zudrell machen Frühstück: Müsli, Eier mit Speck, Kaffee und frische Semmeln. Wer sich unbedingt anstrengen will, kann sich auf der elf Kilometer langen Panoramaloipe oder auf den Skipisten austoben. Übertreiben kann man es zum Glück nicht, denn der Kristberger Skizirkus besteht aus zwei Schleppliften. Wem das nicht reicht, der fährt auf Skiern oder mit der Gondel ins Tal und ist innerhalb einer halben Stunde mitten im Pisten-Rummel, im Skigebiet Hochjoch auf der anderen Talseite oder im Skizirkus Silvretta-Nova.

Panoramagasthof Kristberg, Kristberg 240, A-6780 Silbertal, Tel. 00 43/55 56/722 90, Fax 72 29 05, www.kristberg.at; Anreise: Auto: von Bregenz über die Autobahn zur Abfahrt Bludenz Ost, von dort über die B188 ins Montafon. Von Schruns bis ins Silbertal. Kristberg ist im Winter nur per Gondelbahn erreichbar. Neben der Talstation in der Ortsmitte von Silbertal ist ein großer Parkplatz (Achtung: letzte Gondelbahn um 18.30 Uhr). Bahn: Schnellzugstation Bludenz, Montafonerbahn von Bludenz bis nach Schruns, von dort direkte Busverbindung nach Silbertal.(www.oebb.at). Skigebiet: 209 Kilometer Pisten, davon 113 km leicht, 67 km mittel. Infos: Montafon Tourismus, Montafoner Straße 21, A-6780 Schruns, Tel. 00 43/55 56/72 25 30, Fax 748 56, www.montafon.at.

Österreich: Hotel Garni Knappaboda

In Lech ist der Himmel knallig

Von außen sieht das Hotel "Knappaboda" aus wie ein typischer Alpengasthof: Balkone aus dunklem Holz und schnörkelige Fassadenmalereien. Die Zimmer sind lindgrün, fliederfarben oder hellblau gestrichen. Frische Frühlingsfarben erwarten einen auf dem Frühstückstisch: knallgelbe Teekannen, orange Tassen, rosa Teller. Die Tischdecken sind auf die Vorhänge abgestimmt, und fast traut man sich nicht, den Multivitaminsaft zu trinken, die Erdbeermarmelade auf die Semmel zu schmieren und das Gelb aus dem Ei zu löffeln, weil dann die gesamte Farbkomposition durcheinander gerät. Muss aber trotzdem sein, denn für das riesige Skigebiet von Lech-Zürs ist die Zufuhr von Vitaminen, Eiweiß und Kohlehydraten dringend notwendig.

Die Lifte kann man zu Fuß erreichen, und zurück kommt man auf Skiern - das Hotel liegt direkt an der Skipiste von Zürs nach Lech. Die Nachmittags-Jause steht schon bereit: weiß bepuderter Gugelhupf, Kaffee, Tee, Erbsensuppe (im Übernachtungspreis inklusive). Abendessen bieten die Walchs nicht an, deshalb muss man ein paar Schritte laufen, zum Beispiel bis zum "Hus Nr. 8" (Tel. 332 20), wo ein anderer Walch (Christian) Tiroler Spezialitäten wie Käse-, Spinat- und Grammelknödel serviert.

Hotel Garni Knappaboda, Omesberg 461, A-6764 Lech am Arlberg, Tel. 00 43/55 83/352 00, Fax 352 15, www.knappaboda.com Anreise: Auto: über die Flexenstraße und Zürs nach Lech. Bahn: Urlaubsexpress z. B. bis Langen am Arlberg, www.nachtzugreise.de ; regelmäßige Busverbindungen nach Lech sowie Taxi-Transfer ( www.taxi-lech.at ). Skigebiet: 110 Kilometer Pisten, davon 44 km leicht, 44 km mittel. Infos: Lech-Zürs Tourismus, A-6764 Lech am Arlberg, Tel. 00 43/55 83/216 10, Fax 31 55, www.lech-zuers.at .

Deutschland

Im "Benediktenhof" verzichtet man gern auf Après-Ski und geht freiwillig früh ins Himmelbett

Landhotel Benediktenhof Hier gibt es keine Turbo-Gondelbahnen, die hunderttausende von Skifahrern in die Höhe transportieren, keine Achter-Sessellifte und keine Höhenrekorde - die Gipfelstation liegt auf 1600 Meter Höhe, hier gibt es "nur" 35 Kilometer Pisten. Das hört sich jetzt erst mal weniger toll an, aber die Winzigkeit des Skigebietes Brauneck ist ein Riesenvorteil, besonders für Familien, Anfänger und Genuss-Skifahrer. Dazu gibt es auch anspruchsvolle Abfahrten, zum Beispiel den Garland-Hang mit seinen Buckeln und steilen Schuss-Strecken.

Das Hotel "Benediktenhof" ist ebenso winzig, charmant und familiär wie der Hausberg der Münchner Skifahrer. Es liegt in Arzbach, einem typischen oberbayerischen Dörfchen mit 650 Einwohnern, Zwiebelturmkirche und Blick auf die Benediktenwand und das Brauneck. Landhotel Benediktenhof, Alpenbadstraße 16, 83646 Arzbach, Tel. 080 42/914 70, Fax 914 729, www.benediktenhof.de. Anreise: Auto: von München über die Autobahn Richtung Garmisch-Partenkirchen, Ausfahrt Wolfratshausen, über Bad Tölz in Richtung Lenggries bis Arzbach. Bahn: von München aus mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) nach Bad Tölz, von dort aus Hotel-Abholdienst ( www.bayerischeoberlandbahn.de ). Skigebiet: 35 Kilometer Pisten, davon 6 km leicht, 25 km mittel; 32 km Winterwanderwege, 70 km Loipen, 1,5 km Rodelbahn in Wegscheid. Infos: Verkehrsbüro Lenggries, 83661 Lenggries, Tel. 080 42/501 80, Fax 50 08 40, www.brauneck-bergbahn.de.

Deutschland: Hotel Zum Adler

Der grüne Kachelofen bollert hinter meinem Rücken, die Kalbswurstsuppe mit geschmolzenen Zwiebeln und Brot-Croûtons dampft auf dem Tisch, und draußen tanzen die Schneeflocken. Im Restaurant, das mit honiggelbem, 200 Jahre altem Fichtenholz getäfelt ist, serviert Küchenchef Armin Hollweck nicht nur typische Allgäuer Gerichte, sondern auch Vollwertkost und Gourmetküche. Darüber könnte man fast vergessen, dass Oberstaufen für seine kargen Schrothkuren berühmt ist.

In dem denkmalgeschützten Haus gegenüber der Peter-und-Paul-Kirche mitten im Ort werden seit 1705 Gäste bewirtet, seit mehr als zehn Jahren wird es als Restaurant und Vier-Sterne-Hotel von der Familie Hollweck geführt. Von meinem Zimmer mit den bunten Streifengardinen und hellen Holzmöbeln schaue ich auf den Kirchplatz und den großen Tannenbaum vor dem Hotel, dessen Äste unter der Schneelast wippen. Im Kurort gehen überall die Lichter an, und ich muss mich entscheiden. Heubad? Aroma-Dampfgrotte? Oder doch lieber in die Sauna?

Hotel Zum Adler, Kirchplatz 6, 87534 Oberstaufen, Tel. 083 86/932 10, Fax 47 63, www.adler-oberstaufen.de. Anreise: Auto: A 7 bis Nesselwang, am Dreieck Allgäu auf die A 980/B12 entweder in Richtung Isny bis Weitnau, dann "über Land" nach Oberstaufen oder am Autobahnende der A 980 nach Immenstadt. Bahn: direkte Verbindungen bis Oberstaufen ( www.bahn.de ). Skigebiet: 40 Kilometer Pisten, davon 11 km leicht, 22 km mittel; 127 km Loipen, 60 km Wanderwege, Natur-Rodelbahn. Infos: Kurverwaltung, Hugo-von-Königsegg-Straße 8, 87534 Oberstaufen, Tel. 083 86/930 00, Fax 93 00 20, www.oberstaufen.de .

Frankreich

Chalet-Hotel Le Crychar "Bonjour", sagt die 27-jährige Céline Bouchet, sieht die verfrorenen Gesichter und ruft: "Vite, du vin chaud!" Glühwein zum Aufwärmen, wunderbar! Im Kamin knackt das Holz, darunter, im Ofen, backt eine Apfeltarte. Seit 19 Jahren empfangen Yvette und Denis Bouchet ihre Gäste im Chalet "Crychar". Es liegt auf 1277 Meter Höhe oberhalb des Skidorfs Les Gets, das seinen alten Dorfkern komplett zur Fußgängerzone umgewandelt hat und keine Bettenburgen aus Beton zuließ. Die Leierkastenmusik vom Nostalgiekarussell neben dem Eislaufplatz dringt leise bis hinauf zum Hotel. Antiquitäten aus den Savoyen schmücken hier das Kaminzimmer, dunkles Holz und Naturleinen den Frühstücksraum. Durch rot karierte Gardinen fällt der Blick auf die Pisten von Les Chavannes.

Wer Halbpension bucht, wird abends von Grégory mit Wandersaibling, Wachteln in Weißwein oder einem deftigen Raclette mit Reblochon- Käse verwöhnt, gefolgt von flambierten Clementinen auf Pain perdu, getränkt mit Grand Marnier. Lieber nicht Kalorien zählen... Das gilt auch für das Frühstück. Würzige Bergkäse neben hausgemachten Marmeladen, Croissants, Kuchen. Schluss jetzt!

Chalet-Hotel Le Crychar, Route de la Turche, F-74260 Les Gets, Tel. 00 33/450/ 75 80 50, Fax 79 83 12, www.crychar.com. Anreise: Auto: ab Genf auf der (gebührenpflichtigen) Autoroute Blanche A 40 bis zur Abfahrt Cluses, dann rund 20 km hinauf nach Les Gets. Bahn: Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind Thonon (40 km) und Cluses (22 km). Skigebiet: Das weltgrößte zusammenhängende Skigebiet erschließen 212 Lifte mit 650 Kilometer Pisten, davon 29 km schwer, 111 km mittel; 235 Loipen-Kilometer. Besonders schön: die Höhenloipen am Mont Chéry mit Panoramablick auf den Mont Blanc. Vier Rodelbahnen, neun Snowparks, drei Halfpipes, Eislaufen, Schneeschuhwanderungen, Gleitschirmfliegen mit Ski, Eistauchen, Hundeschlittentouren. Infos: Office du Tourisme de Les Gets, B.P. 27, F-74260 Les Gets, Tel. 00 33/450/75 80 80, Fax 79 76 90, www.lesgets.com

Fotos: Bethel Fath
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