Reisebüro Mama: Darum verreisen immer mehr erwachsene Kinder mit den Eltern

Nach Hotel Mama kommt nun auch das Reisebüro Mama: Der gemeinsame Urlaub mit den Eltern wird zur Normalität.

Nesthocker und Boomerang Kids - die Nähe zu den Eltern wächst

Schon vor Jahrzehnten von Soziologen beschrieben, wurde 2001 dem Hotel Mama mit „Tanguy – Der Nesthocker“ ein filmisches Denkmal gesetzt: Volljährige Kinder  - vor allem die männlichen  - wohnen immer länger bei ihren Eltern, weil sie sich gut mit ihnen verstehen und weil es günstiger und bequemer ist, als sich ein eigenes Nest zu bauen. Seit 1980 hat sich die Zahl der 18- bis 25-Jährigen verdoppelt, die das „Hotel Mama“ in Anspruch nehmen. Angesichts rasant steigender Mieten gibt es offenbar immer weniger gute Gründe, die Kinderzimmertür für immer hinter sich zu schließen.

Und dann gibt es neuerdings auch noch die „Boomerang Kids“, wie amerikanische Soziologen sie nennen, die vorübergehend wieder bei den Eltern unterschlüpfen, wenn sie beim Leben auf eigenen Beinen ins Straucheln geraten.

Häufig bezahlen die Eltern den Urlaub der Kinder

Nun zeigt sich, dass (junge) Erwachsene auch zunehmend mit ihren Eltern verreisen. Das geschieht einerseits aus Zuneigung, aber auch, weil die Kinder finanziell von ihnen profitieren. Das hat eine Umfrage von "Enterprise Rent-A-Car" ergeben, bei der 2.878 Deutsche befragt wurden.

Demnach sind zwei Drittel (67 Prozent) der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 im vergangenen Jahr mit ihren Eltern in den Urlaub gefahren, wobei die Eltern in 83 Prozent der Fälle einen Teil ihrer Kosten übernommen haben – seien es die Flugtickets (63 Prozent), die Unterkunft (60 Prozent) oder die Mahlzeiten (46 Prozent).

Elf Prozent gaben an, dass sie mit ihren Eltern eine Art von Urlaub machen können, den sie sich selbst nicht leisten könnten.

Viele haben auch Lust auf die gemeinsame Zeit

Doch finanzielle Erwägungen sind nicht immer ausschlaggebend, wenn ein gemeinsamer Urlaub geplant wird. Die meisten erwachsenen Kinder (62 Prozent) haben Lust dazu, ausgiebig Zeit mit ihren Eltern zu verbringen. Kollegin Sarah (25) beschreibt das so:

Ich war schon mehrfach mit meiner Mama im Urlaub. Seitdem ich nicht mehr in meiner Heimatstadt wohne, sehen wir uns nur noch selten, und von der vertrauten Zeit zu zweit zehren wir nach der Reise noch wochenlang. Wir können lange über Gott und die Welt reden, aber auch glücklich schweigen – und das tut gut.

Andere möchten laut Umfrage ihren Eltern mit dem gemeinsamen Urlaub „etwas zurückgeben“ oder den eigenen Kindern eine schöne gemeinsame Zeit mit den Großeltern ermöglichen.

Mangel an Privatsphäre

Ein gemeinsamer Urlaub kann noch weitere Vorzüge haben: Jenseits von trubeligen Familienfeiern hat man viel Zeit füreinander, kann sich aber auch aus dem Weg gehen, was bei gegenseitigem Kurzbesuchen nicht immer so leicht möglich ist. Und man hat mal wieder intensiveren Kontakt mit Vertretern einer anderen Generation. Das weitet den Horizont – auch wenn das nicht immer reibungslos abläuft.

Womit wir bei den Nachteilen wären: 42 Prozent der erwachsenen Kinder gab an, dass sie es schwierig finden, die Bedürfnisse aller Mitreisenden unter einen Hut zu bekommen. Einige beklagten auch den Mangel an Privatsphäre. Vielleicht ein guter Anlass, die Abgrenzung von den Eltern weiter zu üben.



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