Reisen mit Hund? Gar nicht mal so einfach!

Mit Hund auf Reisen

Wer einen Hund hat, weiß: Einfach drauf losfahren war gestern! Jetzt wird jede Reise bis ins kleinste Detail geplant. Ein Kommentar von BRIGITTE.de-Redakteurin Julia Gerbeth.

Seit ich mir vor rund zwei Jahren einen Hund angeschafft habe, bin ich organisierter als je zuvor. Das gilt natürlich nicht nur für den ganz normalen Alltag, in dem ich meine Hündin Prima so gut es geht zu integrieren versuche, sondern auch für meine Reisen.

Früher war natürlich alles ein bisschen einfacher: Da konnte man ganz spontan in die nächste Metropole fliegen oder dem Freund zusagen, in dieses schicke Ferienhaus am Meer mitzukommen. Heute lautet die erste Frage, die ich auf ein solches Angebot stellen würde: Sind da auch Hunde erlaubt? Doch selbst wenn man sich mit einem Haustier ein Stück Spontaneität nimmt – ich würde mich immer wieder so entscheiden.

Hund im Flugzeug: ja oder nein?

Früher oder später stellt sich jedem Hundebesitzer die Frage: Sollte ich meinen Hund mit ins Flugzeug nehmen oder nicht? Ich habe es aus verschiedenen Gründen noch nicht getan: Meine Hündin ist mit ihren neun Kilogramm zum Beispiel "zu schwer" für die Flugkabine. Die meisten Fluggesellschaften erlauben Hunde bis acht Kilo an Bord. Das würde bedeuten, dass ich sie als "Sondergepäck" in den Frachtraum geben müsste – und das habe ich noch nicht übers Herz gebracht. Generell braucht man  für den Transport seines Haustieres natürlich auch spezielle Flugboxen. Die Fluggesellschaften haben diesbezüglich verschiedene Vorgaben, die auf den Homepages der Airlines nachzulesen sind.

Ein weiterer Grund, warum mich mein Hund noch nicht auf Flugreisen begleiten durfte, ist, weil ich mir nicht sicher bin, wie er den Flug verarbeiten würde. Manche Hundebesitzer greifen zu Beruhigungsmitteln für den Vierbeiner, doch das ist höchst umstritten – nicht nur aufgrund der möglichen Nebenwirkungen. Für mich muss die Frage, ob ich meinen Hund mit ins Flugzeug nehmen würde, also mit einem "Nein" beantwortet werden. Wäre ich jedoch Besitzer eines kleinen Hundes, würde ich den Versuch in der Flugkabine aber definitiv wagen. Natürlich nicht gleich bei einem 11-Stunden-Flug nach Kanada!

Übrigens: Für manche Hunderassen stellt sich die Flugfrage überhaupt nicht. Boston Terrier, Boxer, Bulldogge, Mops, Pekinese und Shi Tzu gehören zu den stumpfnasigen Rassen – und sind besonders temperatur- und stressempfindlich. Sie sollten besser nicht fliegen.

Auf geht’s ans Meer – oder doch nicht?

Ob Hotel, Ferienhaus oder Pension: Mittlerweile gibt es überall in Europa hundefreundliche Unterkünfte am Meer, in die man seinen Hund für einen kleinen Aufpreis pro Nacht mitnehmen darf. An der Nord- und Ostsee dürfen Hunde in der Nebensaison frei an den Stränden laufen. Das ist eine tolle Option, die ich selbst oft mit meinem Hund nutze. Zwischen dem 1. April und 30. Oktober müssen sich Hundebesitzer jedoch mit abgesperrten Hundebereichen am Strand zufriedengeben. Für mich und meine Hündin war das leider nichts – zu viele Hunde auf kleinem Terrain. Wer nicht gerade einen Wasserhund an seiner Seite hat, wird in der Hochsaison sicher nicht die schönste Zeit am Strand verbringen.

Prima am Strand

Übrigens: Es gibt viele hundefreundliche Länder in ganz Europa. Willkommen sind Hunde zum Beispiel in den Niederlanden (Nordwijk und Wassenar), in Frankreich (Portiragnes, Port la Nouvelle, Côte d’Amor oder Pays de la Loire), in Großbritannien (insbesondere in Schottland) – ein Paradies für Hunde – sowie in Skandinavien. In Dänemark, Finnland und Schweden gibt es etliche Strände, an denen Hunde frei laufen dürfen.

Im Grunde ist ein Urlaub am Meer eigentlich immer eine gute Idee mit Hund – zumindest abseits der Hochsaison.

Oh, wie schön ist’s in den Bergen!

Wer einen Hund hat, muss sich automatisch mit seinen Wanderschuhen anfreunden. Ich persönlich hatte damit noch nie ein Problem: Auch bevor ich einen Hund hatte, zog es mich jedes Jahr wieder in die Berge. Ob das nun die Alpen, Pyrenäen oder Highlands sind, ist dabei eigentlich egal – wichtig ist nur der Naturaspekt. Genauso scheint es auch meine Hündin zu sehen, die mich in alle Wälder, Täler und Berge begleitet, und eine unerschöpfliche Energie und Freude aufweist. Gut, das könnte natürlich auch daran liegen, dass sie zur Hälfte Foxterrier ist.

Prima Berge

Für mich ist der ideale Urlaub mit Hund also eine Reise in die Berge! An keinem anderen Tag im Jahr sehe ich meinen Hund so beglückt und gleichzeitig kaputt, wie nach einem anstrengenden Wandertag. Wer das Glück hat und einen Hund besitzt, den man auch mal ein, zwei Stündchen alleine lassen kann, kann sich so am Abend auch eine Auszeit im Restaurant oder im Wellnessbereich des Hotels gönnen. Genauso schön ist es aber auch in einer Ferienwohnung, wo man den Abend gemeinsam ausklingen lassen kann.

Prima in den Bergen

Was nicht so gut geht

Natürlich gibt es auch die Reisen, die mit Hund nicht mehr ganz so gut gehen. Ich fahre zum Beispiel gerne in den Skiurlaub – auf den Pisten sind Hunde allerdings nicht erlaubt (verständlicherweise!). Ganz darauf verzichten muss man aber nicht, immerhin kann man sich mit seinem Partner oder der Familie aufteilen oder eine schöne Schneeschuh-Wanderung machen.

Auch Städtetrips, Kreuzfahrten und Fernreisen nach Asien sind heutzutage zwar machbar – tatsächlich gibt es schon Reedereien, die Kreuzfahrten mit Hunden anbieten –, aber nicht ohne Aufwand. Ich greife in solchen Fällen lieber auf eine Person aus meinem Umfeld oder meine Hundesitterin zurück, bei denen es meinem Vierbeiner im Zweifel besser geht, als ihm den Stress des Reisens anzutun. Denn für Hunde ist so ein Urlaub im Zweifel nicht ganz so erholsam, wie für Frauchen.  

Videoempfehlung:

Wer hier schreibt:

Weitere Themen

Kommentare

Kommentare

    Unsere Empfehlungen

    KlickstarterNewsletter
    Bild Montagsnl

    Lieblingsartikel direkt in dein Postfach

    Melde dich jetzt kostenlos an!

    Diesen Inhalt per E-Mail versenden

    Mit Hund auf Reisen
    Reisen mit Hund? Gar nicht mal so einfach!

    Wer einen Hund hat, weiß: Einfach drauf losfahren war gestern! Jetzt wird jede Reise bis ins kleinste Detail geplant. Ein Kommentar von BRIGITTE.de-Redakteurin Julia Gerbeth.

    Du kannst mehrere E-Mail-Adressen mit Komma getrennt eingeben

    E-Mail wurde versendet
    Deine Mail konnte leider nicht versendet werden