Komm mit nach Madrid!

Die spanische Metropole hat viel zu bieten: Zahlreiche Museen und Einkaufsstrassen reihen sich neben Clubs, Bars und urigen Restaurants. Ruhe dagegen findet man in den naturbelassenen Parks und verwinkelten Gässchen der Stadt. Kein Wunder also, dass unsere Bym-Redakteurin gar nicht mehr weg wollte.

Ein Besuch im Prado - einem der größten Kunstmuseen der Welt - ist Pflicht

Zwei Fehler mache ich am ersten Tag in Madrid. Erstens: Ich ziehe mich zu warm an, weil der Himmel bewölkt ist und die Klimaanlage läuft. Zweitens: Ich möchte mit meinem besten Freund Martin um 17 Uhr etwas Essen gehen - aber die Restaurants sind geschlossen. Merke: In Madrid ist das Wetter sehr kapriziös und die Spanier essen erst ab 21 Uhr zu Abend. Trotzdem gefällt mir die Stadt auf Anhieb. Die Luft schmeckt nicht nach Abgasen, die Straßen sind sauber, und ich kann mich umsehen, ohne gleich in eine hündische Hinterlassenschaft zu treten.

Dabei bin ich eigentlich kein Spanien-Fan. Ein fürchterlicher Lehrer hat mir das Land verleidet - ungerechterweise. Und die Sprache gleich mit. Meine Spanischkenntnisse sind seither verkümmert. Aber was soll man machen, wenn der beste Freund für zwei Jahre in Madrid BWL studiert? Ein Besuch ist Ehrensache. Vamos!

Komm mit nach Madrid!

Hinkommen

Am billigsten kommt ihr mit >> Germanwings, >> Air Berlin und >> Lufthansa nach Madrid. Der >> Flughafen Madrid-Barajas liegt im Nordosten der Stadt und hat eine sehr gute Metro-Anbindung. Achtung: Der Flughafen ist sehr groß und ihr solltet euch rechtzeitig erkundigen, in welches der vier Terminals ihr für den Rückflug müsst.

Unterkommen

Ob im edlen Hotel Ritz oder in einem günstigen Backpacker Hostel - in Madrid kommt man unter. Zwei Jugendherbergen sind zum Beispiel Ricardo Schirmann (Casa de Campo, Metrostation Lago) und >> Santa Cruz de Marcenado (Santa Cruz de Marcenado, 28). Hier findet ihr eine >> Liste mit Unterkünften jeder Preisklasse. Ebenso unter: www.hostelscentral.com.

Rumkommen

Martin wohnt in einer WG im Zentrum der Stadt. Doch auch wer nicht so zentral wohnt, ist mobil. Die >> Metro ist gut ausgebaut, zumeist klimatisiert und ein Ticket kostet gerade mal einen Euro. Die Busse sind ebenfalls zu empfehlen und die Taxis wesentlich günstiger als in Deutschland. An den Touristeninformationen erhaltet ihr kostenlose Stadtpläne und Infobroschüren - auch in deutscher Sprache.

Sehen

Beim Palacio de Cristal im Parque de El Retiro kann man wunderbar entspannen

Museen:

In Madrid gibt es zahlreiche, großartige Museen. Nicht verpassen sollte man das >> Museo del Prado. Mein Tipp als angehende Kunsthistorikerin: Das Gemälde "Die Familie Karls IV" von Francisco de Goya (erste Etage). Goya stellte die königliche Familie nur scheinbar prunkvoll dar. Von Nahem malte er sie äußerst schonungslos und wirklichkeitsnah - wie ganz gewöhnliche Menschen. Der Familie fiel es nicht auf. Sie war mit ihrer Verewigung sehr zufrieden. Der Eintritt in den Prado ist sonntags frei - das Museum ist an diesem Tag allerdings überlaufen. Angenehmer: Unter der Woche reingehen und einen der Seiteneingänge benutzen. Denn alle EU-Studenten unter 25 müssen auch unter der Woche nichts zahlen.

Martin empfiehlt zudem das >> Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, das Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert zeigt.

Und wer es kurioser mag: Im >> Museo Nacional de Ciencias Naturales gibt es ausgestopfte Tiere und Fossiliensammlungen zu sehen. Zudem soll sich dort das größte Faultier der Welt befinden (diese Angabe ist allerdings ohne Gewähr). Das Naturkundemuseum wird zurzeit umgebaut.

Vom See Casa de Campo kann man auf die Stadt blicken

Parks:

Einige der schönsten und ruhigsten Momente in Madrid verbringe ich im "Parque de El Retiro". Er ist mit dem New Yorker Central Park vergleichbar - hier "tanken" Madrids Bewohner Natur. Es gibt einen schönen Glaspalast (Palacio de Cristal), viele kleine gepflegte Wege und einen künstlich angelegten See, für den man Boote mieten kann.

Wenn ihr noch mehr Natur wollt, ist der "Casa de Campo" der richtige Ort. Früher war der Park der Königsfamilie zum Jagen vorenthalten, heute dürfen alle über die Waldwege spazieren. Nehmt die Metro bis zur Haltestelle"Lago" (See), schon seid ihr da. Tipp: Die Restaurants, die sich am See angesiedelt haben, sind teuer und touristisch - besser ist es, später im Stadtzentrum zu essen.

In Madrid gibt es viele Gässchen mit kleinen hübschen Läden zum stöbern

Essen:

Hier lautet das Stichwort natürlich "Tapas". Tapas sind kleine Speisen, die z.B. mit Schinken, Oliven, Käse oder Fisch zubereitet werden. Auf Tapas-Bars stößt man in ganz Madrid. Die Köstlichkeiten sind meist an der Theke ausgestellt.

Die beste Pizza unseres Lebens essen Martin und ich im >> "Fashion Restaurant Manggia!". Die Gäste können dem Koch zuschauen, wie er Pizzen zubereitet. Das Restaurant befindet sich in der Calle Hortaleza, 118.

Die beste Pizza gibt es im Manggia!

Durch Zufall stoßen wir auf das kleine Restaurant >> Yerbabuena. Dort gibt es leckere vegetarische Gerichte zu erschwinglichen Preisen (Calle Bordadores, 3).

Martins Mitbewohner Holger schwärmt mir vom Miesmuscheltopf vor, den die "Taberna Maceira" (Calle Jesús 7) anbietet. Das Restaurant serviert traditionelle galizische Küche - man sollte aber vor 22 Uhr dort sein, wenn man nicht warten möchte.

Mit Starbucks ist die Kette >>"faborit" zu vergleichen. Lecker sind die frisch gepressten und günstigen Fruchtsäfte.

Ausgehen

Es heißt: Madrid sei die Stadt Europas mit den meisten Bars Wer tanzen möchte, kann das im >> Club Palacio Gaviria (Calle Arenal, 9). Mehrere Säle im italienischen Renaissancestil dienen als Tanzfläche für ein internationales Publikum - der Eintritt (10-15 Euro) ist allerdings recht teuer.

Einkaufen

Eine große Einkaufsmeile befindet sich rund um den Platz Puerta del Sol. Hier gibt es kleinere Schuh- und Kleiderläden, aber auch Markenshops wie Zara oder H&M. El Corte Inglés ist eine Art spanischer Kaufhof - allerdings recht teuer. Wenn du selbst kochen möchtest: Im Untergeschoss befindet sich meist eine sehr gut sortierte Lebensmittelabteilung.

Fazit: Madrid ist eine offene Stadt. Die Bewohner begegnen mir freundlich und hilfsbereit. Ein Straßenkehrer zeigt mir den Weg zum Prado, ein Kellner erklärt mir geduldig die Speisekarte.. Mit Französisch und Englisch komme ich zwar ganz gut durch, aber nach einer Woche ist klar: Ich muss dringend meine Spanischkenntnisse entstauben und einen Sprachkurz machen. Am liebsten schon im nächsten Jahr - und natürlich in Madrid.

10 Tipps und Regeln für Madrid...

So parkt man in Madrid

1. Wertsachen Den Geldbeutel nicht in der Gesäßtasche oder im Rucksack aufbewahren - das wäre wie eine Einladung zum Diebstahl. In Madrid wird leider immer wieder vor Taschendieben gewarnt. 2. Ampeln Ampeln haben nur halbe Gültigkeit. Sicherer ist es, auch bei Grün auf den Verkehr zu achten.

3. Ausgehen Kann man in Madrid sieben Tage die Woche. Aber Vorsicht: Vor ein Uhr ist meist nichts los.

4. Flohmarkt Der Rastro am Sonntag (Metro-Station La Latina) - der legendäre Flohmarkt Madrids.

5. Trickbetrug Lass dich auf der Straße nicht anquatschen. Dies ist fast immer ein Trick, um dich abzulenken und dann zu bestehlen. 6. Prüderie Gibt es in Madrid nicht. Knutschen in der Öffentlichkeit ist normal.

7. Kein eigenes Auto U-Bahn fahren! Günstig, effizient, klimatisiert und schnell.

8. Musik Radio! Eine perfekte Mischung aus internationalem Pop und Latino-Musik.

9. Kleidung Das Wetter in Madrid ändert sich schnell - auf Ausflüge möglichst eine Jacke oder einen Schirm mitnehmen.

10. Natur Casa de Campo! Ein riesiger Park, der nur zwei Metrostationen außerhalb des Zentrums liegt. Ideal für einen ruhigen Spaziergang.

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Text und Bilder: Bym-Redakteurin
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