Familienurlaub: Drei Jungs erobern Rom

Vom vermeintlich kindgerechten Urlaub hatte BRIGITTE-Redakteurin Anja Haegele genug, buchte für ihre Familie eine Ferienwohnung am Kolosseum - und ließ die City-Trip-Spiele beginnen.

"Es ist nicht so, dass man uns nicht gewarnt hätte ..."

Joris glüht. Mein acht Jahre alter Sohn ist vollkommen außer Atem, nassgeschwitzt und seine Haare stehen zu allen Seiten ab. Er stolpert die letzten Stufen der Spanischen Treppe nach oben, in meine Arme, und japst: "Mama! Jetzt bin ich achtmal hoch- und siebenmal runtergejoggt. Sind das 1000 Stufen?"

Es sind sogar mehr als 2000 Stufen, denn die berühmteste Freitreppe der Welt an der Piazza di Spagna in Rom hat 138 Stufen. Vor unserer Reise hatte ich meinem Ältesten versprochen, dass er - entgegen der Familien-Regel "Wir spielen nicht auf Treppen!" - auf dieser würde nach Herzenslust toben und spielen dürfen. Mit seinem Zweitklässler- Mathewissen hat er sich ausgerechnet, dass er achtmal 138 Stufen würde steigen müssen, um die 1000 zu erreichen - und die Abwärtsstufen glatt vergessen.

Während Joris und ich noch einmal alles genau nachrechnen, nimmt Simon, 6, seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Linus in den Würgegriff, was der sich nicht gefallen lässt. Über die Schulter hebelt er ihn nach unten. Linus fällt ein paar Stufen und stimmt, inmitten quietschender Japanerinnen, sein dramatischstes Geheul an.

Linus: "Wir hatten viel Ärger in Rom. Die Brüder haben sich geprügelt, Mama war sauer, und Papa hat geschimpft"

Es ist nicht so, dass man uns nicht gewarnt hätte: "Na, da habt ihr euch was vorgenommen", hieß es. Und: "Erholsam wird das sicher nicht ...". Aber ich war es leid, wegen der Kinder nur noch Ferien in den Bergen oder am Strand zu machen. Ich liebe die Energie, die ich in Städten spüre, es inspiriert mich, Menschen zu beobachten, und Architektur gefällt mir besser als Landschaft.

Und unsere Söhne? Sind Großstadtkinder! Verkehr und Hektik bestimmen ihren Alltag, sie sind zäh und gut zu Fuß. Und sie mögen die alten Römer. Seit wir ihnen das erste "Playmobil"-Set gekauft haben, inszenieren sie Schlachten mit ihren Legionären und Gladiatoren. Und wie oft ich das "Was ist Was"-Buch über die Römer vorgelesen habe, kann ich überhaupt nicht zählen.

Joris: "Die Römer haben echte, gefährliche Kämpfe gekämpft. Mit Schwertern, nicht so langweilig wie mit den Fäusten, wie die Boxer heute. Bei Asterix denkt man immer, die Römer waren blöde, aber das stimmt nicht"

Mein Mann und ich kennen Rom von früheren Reisen - selbst mit auf Kinderformat geschrumpftem Programm würden wir nicht befürchten müssen, etwas zu verpassen. Wir buchten eine Ferienwohnung direkt am Kolosseum. Forum Romanum, Spanische Treppe, Trevi-Brunnen, Pantheon, Piazza Navona, ein paar Kirchen und jede Menge Pizza und Eis: Das schien uns kein überfrachtetes Programm. Wir hielten uns für perfekt vorbereitet. Was wir nicht bedacht hatten, war der Bewegungsdrang von drei kleinen Testosteron-Bomben, der durch bloßes Flanieren nicht im Ansatz befriedigt wird.

Und so fühle ich mich bald schon wie seekrank davon, das Gehampel und Geschubse der vor mir laufenden Jungs zu verfolgen; allzeit bereit, hinterherzuspringen, falls einer von Gehwegen, so schmal, dass sie diesen Namen kaum verdienen, auf die Straße stürzen würde. Ich schwanke zwischen Rührung, wenn sie sich brüderlich die Arme um die Schultern legen, und Zorn, wenn eine solche Umarmung sich binnen Sekundenbruchteilen in einen Würgegriff verwandelt. Mein Herz stolpert kurz vor dem Infarkt, als Simon sich am Trevi-Brunnen von meiner Hand losreißt, in der Menschenmasse untertaucht und erst mal verschwunden bleibt. Schnell ist klar: So kann es nicht weitergehen.

Simon: "Mir hat Rom gut gefallen, weil wir jeden Tag Eis gegessen haben. Einmal durfte ich drei Sorten nehmen! Das durfte ich davor noch nie"

Nichts stellt unsere Bande zuverlässiger ruhig als ein riesiges Eis in der Waffel. Während alle zufrieden schlecken, sortieren wir die Prioritäten neu. "Wir wollen mehr spielen", sagt Simon. "Die Häuser sind langweilig, ich will Römer-Sachen sehen", sagt Joris, der am liebsten ausschließlich in unserem Viertel, am Forum Romanum, bleiben würde. Linus sagt nichts, er ist im Buggy eingeschlafen.


Um den Kindern das Bummeln interessanter zu machen, rufe ich einen Wettbewerb aus. An den Fassaden der römischen Häuser gibt es so viel zu entdecken: Löwen und Adler, Bienen, finstere Fabelwesen, Einhörner und immer wieder die Wölfin mit den Säuglingen. Für jede Tier-Sichtung soll es Punkte geben und am Ende der Ferien Preise aus einem Souvenir-Shop, von denen die Jungs sowieso am liebsten jeden leerkaufen würden.

Der Trick funktioniert - doch die Konkurrenz ist erbittert. Jeder Briefkasten und Türklopfer soll mitzählen, jeder Gullideckel und die Wölfin auf jedem verdammten "AS Rom"-Trikot. Gar nicht leicht, die Kontostände zu verwalten und dabei das Bummeln zu genießen.

Simon: "Ich habe die Statue von Julius Cäsar gesehen, die fand ich schön und auch den Rest von dem Haus, wo er ermordet wurde. Es gab noch einen anderen Kaiser, der hieß Constantin, so wie der Consti aus meiner Klasse"

Dann ist es endlich so weit - wir erkunden das alte Rom. Diesen Tag verbringen wir mit der Reiseleiterin Gudrun König, die auf Kinderführungen spezialisiert ist. Schwer zu sagen, wer glücklicher über Gudruns Anwesenheit ist: die Kinder, die den ganzen Tag an ihren Lippen hängen - oder wir Eltern, zum Platzen stolz, weil sich unsere wilden Jungs voll und ganz auf die Zeitreise einlassen. Es ist schön zu beobachten, wie sie minutenlang still stehen und zuhören und sich nur ganz wenig um die "Playmobil"-Männchen streiten, die sie mitgenommen haben, um damit an Originalschauplätzen zu spielen. Es rührt mich, dass sie das Ruinenfeld des Forum Romanum einerseits als Spiel- und Tobeplatz wahrnehmen und andererseits zärtlich über die Reste der Marmorstatuen streichen.

Während wir Erwachsenen die Geschichte mit dem Verstand begreifen, scheinen die Kinder ganz tief einzutauchen. Gudrun packt Knöchelchen aus, mit denen die Kinder der Antike gespielt haben, und alte, römische Münzen. Joris bekommt, wenn sie spricht, diesen gebannten, leicht entrückten Blick, der zeigt, dass er tief versunken ist. Monate später noch wird er winzige Details - die wir Erwachsenen längst vergessen haben - referieren können.

Doch Gudrun hat viel mehr als nur klassisches Wissen auf Lager. Im Circus Maximus packt sie einen Fußball aus und schlägt vor, die 600 Meter, auf denen in der Antike Wagenrennen gefahren wurden, entlangzubolzen. Für unsere fußballverrückten Jungs ist das - trotz Hundehaufen und Glasscherben, um die herumgekickt werden muss - wie eine lang ersehnte Auszeit, die wir an den kommenden Tagen wiederholen werden.

Ganz nah am Circus Maximus ist die Kirche "Santa Maria in Cosmedin", in deren Portal der antike Lügendetektor "Bocca della Verità" zu sehen ist. Wochen vor der Reise hatten wir davon gesprochen, wenn es um kleine Alltagslügen ging: "Hast du Hände gewaschen?", "Hast du Seife benutzt?", "Hast du Zähne geputzt?", "Denk lieber noch mal nach ... Wer lügt, bekommt von der Bocca die Hand abgebissen", warnten wir und hatten damit bei den Jungs beträchtliche Panik geschürt. Kaum dass sie sich vor der steinernen Maske anstellen wollen, geschweige denn, die Hand reinhalten. Nach einigem Zögern traut sich schließlich der Älteste. Simon zieht nach, nachdem Joris unversehrt bleibt ("Ich weiß ja, dass Joris auch manchmal lügt"), nur Linus legt lieber nicht mehr als eine Fingerspitze in den Rachen des Monsters.

Joris: "Der Petersdom ist die größte Kirche der Welt. Da gibt es auch ein Bild von Maria, wo sie den Jesus hält, als er schon tot ist. Da sieht Maria sehr traurig und trotzdem sehr, sehr schön aus"

Obwohl keiner von uns getauft ist, besichtigen wir die meisten der Kirchen am Wegesrand. Den Kindern gefällt die feierliche Atmosphäre, vielleicht gerade deshalb, weil Gläubigkeit nicht zu ihrem Alltag gehört. Und sie mögen die abenteuerlichen Geschichten, die ich zu all den Heiligenbildern und Bibelfresken zu erzählen versuche. Die kindliche Begeisterung für den Katholizismus gefällt uns, weshalb wir recht spontan beschließen, auch noch den Petersdom zu besuchen.

Wir haben Glück und dürfen uns Gudruns Gruppe anschließen. Ein gutes Dutzend Kinder und noch mal so viele Erwachsene, die sie per Funk und Knopf im Ohr führt. Linus ist begeistert von dem System: andrehen, ausdrehen, laut stellen, leise stellen - der Besuch im Petersdom wird für ihn das Highlight der Reise, getrübt nur davon, dass er das Gerät nach dem Ende der Führung (unter wütendem, ohrenbetäubenden Protest) wieder hergeben muss.

Linus: "Im Petersdom - da gibt es supercoole Hörgeräte"

Joris dagegen ist wie hypnotisiert. Hin und weg von all dem Gold und verschiedenfarbigem Marmor, von den Mosaiken, Grabmälern und Skulpturen. Aber er hat nicht vergessen, woher die Bronze für den barocken Hauptaltar stammt: "Das hat der Papst aus dem Pantheon geklaut. Das hat Gott sicher nicht gefallen!", sagt er empört, und mein kirchenkritischer Mann lächelt zufrieden.

Es ist so voll im Petersdom, dass wir danach das Bedürfnis nach Ruhe haben. Alles was wir uns vorgenommen hatten, ist nun abgehakt, und wir beschließen: raus aus der Stadt! Mit der U-Bahn fahren wir nach Ostia, vom Bahnhof dort sind wir in 10 Minuten am Strand. Weder die Uferpromenade noch der Strand sind besonders schön oder gepflegt - aber der Blick aufs Meer und die frische Luft tun uns gut. Die Jungs genießen es, den letzten Urlaubsnachmittag mit Buddeln und Planschen zu verbringen.

Erst im Flieger, irgendwo über den Alpen, fällt mir mit Schrecken ein, dass ich vor lauter Stress, weil ich Simon am Trevi-Brunnen kurz verloren hatte, keine Münze in das berühmte Becken geworfen habe. Nur wer das getan hat, so heißt es doch, kommt zurück nach Rom. Ein bisschen traurig erzähle ich den Kindern davon. Da tröstet mich Simon: "Ich hab doch fünf Cent reingeworfen, Mama. Ich nehm dich dann mit, wenn ich wieder nach Rom reise!"

Unsere Rom-Tipps (nicht nur) für Familien

Übernachten

FeWo-Direkt. Das Ferienhaus-Portal hat in Rom gut 8000 Wohnungen gelistet - in allen Stadtteilen, Komfort-, Größen- und Preisklassen. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung mit fünf Schlafgelegenheiten in der Nähe des Kolosseums kostet ab 200 Euro pro Nacht (www.fewo-direkt.de).

Hotel Nord Nuova. In dem besonders kinderfreundlichen Hotel bringt Studiosus die Familien-Gruppen unter. Niemand fühlt sich gestört, wenn Kinder toben oder Lift-Wettfahrten machen. Auch schön: die liebevoll bepflanzte Dachterrasse mit Blick auf die Diokletiansthermen. DZ/F ab 69 Euro (Via G. Amendola 3, Tel. 06/488 54 41, www.hotelnordnuovaroma.it).

Hotel de Rome. Design-Hotel direkt am Forum Roma- num. Die Zimmer sind farbenfroh und sehr gepflegt, im Hinterhof gibt es einen kleinen Garten. Freundliches Personal. DZ/F ab 85 Euro (Via del Colosseo 72, Tel. 06/89 56 96 06, www.deromehotel.it).

Hotel degli Artisti. Klassisch-elegantes Hotel mit sensationeller Dachterrasse, oberhalb der Spanischen Treppe gelegen. DZ/F ab 145 Euro (Via degli Artisti 18, Tel. 06/42 01 49 91, www.hoteldegliartisti.com).
Profumo Maison d’Hôtes. Elegantes Gästehaus mit für italienische Verhältnisse üppigem Frühstück. DZ/F ab 81 Euro (Via di S. Giovanni in Laterano 108, Tel. 06/709 60 43, www.profumomaisonroma.com).

Essen und Trinken

La Bottega del Caffè. Wir waren zum Frühstücken hier (besonders cremige Schoko-Cornetti, aber auch salzig gefüllte, ca. 2 Euro); zur abendlichen Aperitif-Stunde ist die Bar bei Einheimischen besonders beliebt (Piazza della Madonna dei Monti 5).

Ristorante Iari. Unser Favorit - nicht nur, weil vis-a-vis "unserer" Ferienwohnung gelegen! Kleine Terrasse auf einer ruhigen Piazza, humorvoller und kinderfreundlicher Service, riesige, köstliche Pizzen, hausgemachte Pasta - umfangreiche und preiswerte Weinkarte. Je nach Marktlage täglich wechselnde Spezialitäten. Unbedingt probieren: Pasta mit Trüffel für 14 Euro (Via del Colosseo 5, Tel. 06/69 19 10 69).

Osteria Rinascimento. Moderne, fast coole Osteria mit klassisch-römischer Küche, z. B. Zucchiniblüten als Vorspeise (6 Euro), "Tonnarelli Cacio e Pepe" (Nudeln mit Pfeffer-Käse-Soße, 7 Euro) und vielen Bio-Fleischgerichten, z. B. "Saltimbocca alla Romana" für 13 Euro (Corso Rinascimento 66, Tel. 06/64 76 11 19, www.osteriarinascimento.com).

La Montecarlo. Laut, eng und immer voll - obwohl der Laden riesig ist. In der Küche arbeiten zehn Mann auf Hochtouren, und die Pizzen (ca. 5 Euro), die auf Alu-Tellern serviert werden, sind günstig und lecker (Vicolo Savelli 13, www.lamontecarlo.it).

Angelino ai Fori. Food-Imperium gegenüber des Forum Romanum mit (schicken und der Lage wegen eher teurem) Restaurant, Feinkostladen, Bar und Eisdiele. Wir mochten die reichhaltig und ungewöhnlich belegten Panini und Tramezzini (Sandwiches, ab 4 Euro). Sehr praktisch vor allem am Sonntag, wenn die Via dei Fori Imperiali gesperrt ist und man auf der Mauer des Forums picknicken kann (Largo Corrado Ricci 40–43a, www.angelinoaifori.com).

Il Fornaio. Sensationeller Bäcker in einem wunderschönen Ladenlokal. Am liebsten würde man alles probieren: Pizza (ca. 3 Euro), gefüllte Teigtaschen, Biscotti, süße Teilchen und natürlich die Brote. Pizza zum Mitnehmen kaufen, zur nahen Piazza Farnese (längst nicht so voll wie die nähere Piazza Navona oder der Campo dei Fiori) laufen und dort auf dem Brunnenrand picknicken (Via dei Baullari 5/7).

Tiberino. Auf der Tiberinsel an einem kleinen Platz ohne Verkehr gelegen, auf dem die Kids toben können. Leckere Panini- und Tramezzini-Sandwiches ab 3 Euro (Via Ponte Quattro Capi 18, www.tiberino.eu).

Pizzeria Rustica. Ein Vatikan-Besuch ist anstrengend, danach brauchen (nicht nur Kinder) schnell etwas auf die Hand. An dieser Straßen-Pizzeria steht man zwar eine Weile in der Schlange, aber dafür sind die frischen Pizzen besonders lecker. Kinder-Favorit: "Margherita" mit Büffelmozzarella und Kirsch-Tomaten, das riesige Stück für 2 Euro (Viale Giulio Cesare 183).

Gunther Gelato Italiano. Für uns Erwachsene die beste Eisdiele! Handgemachtes Eis, es gibt allein zehn verschiedene Sorten Schokolade und extravagante Kreationen wie Birne-Ingwer oder Büffelmozzarella-Pfeffer. Die kleine Portion (zwei Sorten) kostet - wie fast überall – 2,50 Euro (Via dei Pettinari 43, www.gunthergelatoitaliano.com).

Gelateria della Palma. Die Lieblings-Eisdiele der Kinder, wohl weil das Eis besonders zuckrig ist. Mehr als 150 Sorten - längere Entscheidungsfindung einplanen! Drei Sorten 3 Euro (Via della Maddalena 19).

Giolitti. Die älteste Eisdiele Roms ist immer wieder einen Besuch wert, allein wegen der 50er-Jahre-Einrichtung und der Kellner mit perfekt gebundenen Fliegen. Aber auch das Eis ist exzellent! Zwei Sorten für 2,50 Euro, Sahne und Streusel gibt es gratis (Via Uffici del Vicario 40, www.giolitti.it).

Pauschalreise für Familien

Cäsar, Päpste und Gladiatoren. Während dieser speziell für Familien konzipierten Studienreise werden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt phänomenal kindgerecht und für Erwachsene dennoch interessant besucht. Gudrun König begleitet in diesem Jahr vom 7.10. bis 11.10. eine Studiosus-Familienreise nach Rom. Ab 748 Euro/ bzw. 1279 Euro/ Erwachsene inkl. Flug, 4 Übernachtungen, Halbpension, Reiseleitung und aller Eintrittsgelder (www.studiosus.com).

Kinderprogramm

Forum Romanum. Viel Zeit zum Hin- und Herlaufen und Rumklettern einplanen - hier können die Kleinen sich endlich mal gefahrlos frei bewegen. Mit einem der Bücher, in denen (gezeichnete) Folien vom alten Rom über Fotos der heutigen Ruinen gelegt werden können (gibt’s an jedem Souvenirshop) macht es besonders viel Spaß. Ticket 12 Euro/Erwachsene, Kinder haben freien Eintritt; das Ticket gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen auch für das Kolosseum und den Palatin. An den Eingängen Via Sacra oder Via di San Gregorio sind nur selten Schlangen. Alternativ: online kaufen bei www.coopculture.it

Kolosseum. Das größte Amphitheater der Welt ist für Kinder ein unvergessliches, beinahe magisches Erlebnis! Frühmorgens kommen, um die Schlangen zu vermeiden. Viel Zeit und ein Fernglas mitnehmen! Schöner Laden mit wertigen Souvenirs im Obergeschoss.

Petersdom. Ab 7 Uhr ist er offen - und wer ihn ohne Menschenmassen sehen will, sollte um diese Zeit kommen. Ansonsten: Zeit (und Bestechungs-Süßigkeiten) wegen der Schlange vor der Sicherheitskontrolle einplanen. Für alle ohne Höhenangst lohnt sich der Aufstieg auf die Kuppel (frühmorgens, geöffnet ist ab 8 Uhr, sonst ist es mit Kindern im super engen Treppenhaus eine Qual!). Zugang: rechts neben dem Kircheneingang. Bis auf das Dach führt ein Aufzug, von dort gelangt man zu einem Balkon am unteren, inneren Ende der Kuppel. Toller Blick in die Kirche! Von hier führen 320 Stufen auf die Aussichtsplattform in 120 Metern Höhe. Tickets: Lift 8 Euro, Kuppel 6 Euro/Kinder frei.

Via dei Fori Imperiali. Sonntags ist die mehrspurige Straße, die vom Denkmal "Monumento Vittoriano" entlang der Trajanischen Märkte und des Forum Romanum zum Kolosseum führt, für Autos gesperrt. Da gibt es viel zu sehen: Gaukler, Straßenverkäufer, Porträtmaler und unzählige entspannt bummelnde Menschen!

Villa Borghese. Riesiger Park mit vielen Gauklern, Rollschuh-, Segway- und Kettcar-Vermietung. Auf dem kleinen See kann man rudern, wer auf Wiesen zum Picknicken und Toben hofft, wird allerdings enttäuscht - Parkpflege ist leider keine Schlüsselkompetenz der römischen Verwaltung.

Trajanssäule. Die Säule, die die Heldentaten der römischen Armee im Dakischen Krieg rühmt, ist wie ein antiker Comic. Tipp: Einzelne Szenen mit dem Handy fotografieren, damit die Kinder Details in Vergrößerung sehen können (Via dei Fori Imperiali).

Roma Culta. Ungewöhnliche Stadtführungen in deutscher Sprache für Eltern und Kinder, z. B. "Auf den Spuren von Asterix und Obelix" aber auch zu komplexeren Themen der Kunst- und Kulturgeschichte. Gut geeignet für Kinder ab acht oder neun Jahren, weil ein gerüttelt Maß an Konzentrationsfähigkeit und Freude am Mitdenken erwartet wird. Je nach Teilnehmerzahl ab 50 Euro pro Familie (www.romaculta.com).

Gut zu wissen

Bummeln. Wie irre der Verkehr in Rom ist, merkt man erst, wenn man mit Kindern unterwegs ist, die auf den schmalen Bordsteinen hampeln und schubsen. Für Kleinere, die es nicht als unter ihrer Würde betrachten, geschoben zu werden, ist es deshalb absolut empfehlenswert, einen Buggy mitzunehmen, selbst wenn der zu Hause schon lange nicht mehr gebraucht wird. Größere könnten mit dem Such-Wettbewerb nach "wilden Tieren" an den Häuserfassaden in Schach gehalten werden. Für die Buchhaltung des Punktestandes: Klebepunkte und Papier mitnehmen!

Sicherheits-Nummer. Im Petersdom und am Trevi-Brunnen sowieso, aber auch sonst ist ein quirliges Kind in den Menschenmassen schnell aus dem Blick verloren. Wir haben unseren Söhnen jeden Morgen mit Kugelschreiber "Telefono Mama" und meine Handynummer auf den Arm gemalt.

Halbe Portion. Kinderteller kennen die Italiener nicht. Es ist aber üblich im Restaurant (und sogar in Eisdielen) eine "mezza porzione" für die Kleinen zu bestellen - die dann auch nur die Hälfte kostet.

Unbedingt mitnehmen

"Playmobil"-Figürchen. Vor Original-Kulisse bringt es doppelt Spaß, mit den römischen Legionären und ihren Schwertern, den Gladiatoren samt Fangnetzen, Dreizacken und Kampfwagen zu spielen. Und die Eltern haben mal ein paar Minuten Atempause.

Stickerbuch. 180 Aufkleber, mit denen Senatoren, Soldaten und Gladiatoren "angezogen" werden müssen - perfekt, um den Nachwuchs im Restaurant ruhigzustellen, bis die Pizza kommt ("Mein Anziehstickerbuch: Im alten Rom", 5,95 Euro, Usborne-Verlag).

Reiseführer. "Rom für Dich" ist kundiger und dabei sehr kindgerechter Reiseführer mit vielen Rätseln, Comics und Witzen (12,95 Euro, Verlag Lonitzberg).

Telefon. Die Vorwahl von Italien ist 00 39. Die Null vor der ersten Zahl wird mitgewählt.

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Reise in die Vergangenheit
Ein Artikel aus der BRIGITTE 09/17 Text: Anja Haegele
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