Sarajevo: Reisetipps für einen ganz besonderen Städtetrip

In Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, fühlt es sich an, als würden die Kulturen sich umarmen, findet Schriftsteller Nicol Ljubic.

In Sarajevo habe ich gelernt, dass es Gegensätze nicht gibt. Eine Stadt kann zugleich Ort des Ostens wie des Westens sein. Ort der Vergangenheit und Gegenwart. Keine andere Stadt hat mir das so vor Augen geführt.

Immer noch aber ist es als Erstes die Naturkulisse, an der ich mich nicht sattsehen kann, vor allem im Sommer: ein Talkessel, umringt von 2000 Meter hohen Bergen, die Sonne glitzert auf dem Flüsschen, das sich mitten durch die Stadt zieht. Die Szenerie wirkt wie ein Stillleben. Bis man eintaucht.

Die Stadt liegt in einem Talkessel, dahinter erheben sich 2000 Meter hohe Berge 

Viele Kulturen und Epochen haben Sarajevo geprägt

Quer durch die Altstadt, von Ost nach West, führt die Saraci-Straße, die dann in die Ferhadija übergeht, eine alte Straße, die all die Schönheit und Widersprüchlichkeiten dieser Stadt vereint. Es ist, als würde sie die Kulturen und Epochen, die Sarajevo über Jahrhunderte geprägt haben und unterschiedlicher nicht sein könnten, einfach umarmen und fest an sich drücken.

Die Ferhadija lässt jede Diskussion darüber, ob der Islam zu Europa gehört, absurd erscheinen. An ihrem Anfang ist der alte Basar, eine Welt aus Kupfertöpfen, Teppichen und dem Duft von Shisha-Pfeifen, verwinkelten Gassen, durch die sich die Menschen schieben und sich mittags vor den Cevabdzinicas drängen, die, ginge es nach mir, zum Weltkulturerbe gehören müssten.

Es heißt, die Cevapcici hätten in Sarajevo das Licht der Welt erblickt. Auf jeden Fall isst man hier die besten der Welt.

Die Saraci führt an der Begova-Moschee vorbei, der prachtvollsten und ältesten des Landes, sie überragt die umliegenden Häuser wie ein Wahrzeichen aus der osmanischen Zeit, der ummauerte Innenhof ist eine Oase der Ruhe in der Altstadt.

Basarviertel 

Ferhadija - das Herz der Stadt

Ein paar Hundert Meter weiter Richtung Westen führt die Ferhadija in den habsburgischen Teil Sarajevos mit prachtvollen Häusern aus der Gründerzeit und der Herz-Jesu-Kathedrale. Auf den Stufen zum Vorplatz sitzen die Jugendlichen, Kinder spielen Ball, während ihre Eltern in Cafés sitzen.

Es ist das, was die Ferhadija auch so besonders macht: Sie ist das Herz der Stadt und pocht und pulsiert zu jeder Tageszeit. Fast hat man den Eindruck, als würde die eine Hälfte der Bewohner in den unzähligen Cafés sitzen, weil man hier immer Zeit für einen gemeinsamen Kaffee hat, während die andere Hälfte durch die Altstadt flaniert. Sarajevo lebt, vielleicht mehr als andere Städte, weil der Bosnienkrieg jedem hier bewusst gemacht hat, wie nah der Tod sein und wie schnell sich Schönheit ins Gegenteil verkehren kann.

Verkauf von Kleidern, Taschen und Kleinkram

Sarajevo - die Reisetipps

Hotels 

Isabegov Hotel. Wunderschönes Haus im osmanischen Stil in sehr zentraler Lage mit dem ältesten Hamam der Stadt. DZ/F ab 100 Euro, isabegovhotel.com

Hotel Europe. Habsburger Flair nahe der Fußgängerzone, inkl. Wiener Café und erstklassigen Restaurants. DZ/F 112 Euro, hoteleuropegroup.ba

Restaurants 

Dveri. Kleines, sehr feines Restaurant, regionale Speisen, Reservierung zu empfehlen. dveri.co.ba

Barhana. Kneipe auf zwei Etagen, an Holztischen gibt es Suppen, Salate und einfache Gerichte. barhana.ba

Caffe Tito. Szenetreff und Bar mit Retro-Feeling, gute Stimmung zwischen roten Bannern und Büste von Tito. Zmaja od Bosne 5.

So erweitern Städtetrips deinen Horizont

Angucken 

BijelaTabija. Ein Fußweg führt durch die östliche Altstadt den 700 Meter hohen Hügel hinauf – an den Ruinen der Weißen Festung bester Blick über die Stadt.

Sarajevo-Tunnel. Unter der Start- und Landebahn des Flughafens hindurch führte während der Belagerung der Stadt ein Tunnel, durch den viele Bewohner versorgt wurden oder flohen, heute ist er ein Museum.

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BRIGITTE WOMAN 10/2019

Wer hier schreibt:

Nicol Ljubic
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