Sawadee Kha Bangkok!

Sie ist bunt, chaotisch und voller Gegensätze: Bangkok. Die Hauptstadt Thailands. Nicht selten ist die Stadt nur Anfangs- und Endpunkt einer Reise. Viel attraktiver erscheinen die Bilderbuchstrände im Süden. Zu Unrecht. Denn in Bangkok lernt man Thailand wirklich kennen...

In der facettenreichen Stadt liegen arm und reich, Tradition und Moderne, Ruhe und Chaos nah beieinander. Bangkok vereint in sich viele verschiedene Welten. Das hektische Treiben auf den Märkten und in den Garküchen am Straßenrand, das futuristisch anmutende Einkaufsparadies am Siam Square, die unzähligen Tempelanlagen und das westlich geprägte Backpackerland rund um die Khao San Road sind nur einige ihrer Highlights.

Hinkommen:

Nach Bangkok geht es nur mit dem Flugzeug. Ab 700 Euro fliegen beispielsweise >>Qatar Airlines und >>Emirates in die Millionenstadt. Wer im Reisebüro bucht, erhält üblicherweise ein Rail&Fly Ticket gratis dazu. Damit könnt ihr von eurem Wohnort kostenlos mit einem ICE in die Abflugsstadt und wieder zurückfahren. In Bangkok angekommen, fahrt ihr am schnellsten und bequemsten mit dem Taxi in die Stadt. Am Flughafen trefft ihr auf viele junge Rucksackreisende, die zur Khao San Road wollen (im Übrigen der einzige Straßenname, den die thailändischen Taxifahrer problemlos auf Englisch verstehen). Teilt euch das Taxi, so wird es noch günstiger. Insgesamt kostet die Fahrt inklusive Anfahrtsgebühr und Autobahnmaut ca. 200-250 Baht (1 Euro = 52 Baht). Vorsicht: Achtet auf das "Taxi-Meter" Schild auf dem Dach des Wagens und besteht darauf, dass das Taximeter während der Fahrt läuft. Sonst verlangen die Fahrer oft überhöhte Preise.

Unterkommen

Um die Khao San Road befinden sich unzählige Hostels und Hotels (ab 300 Baht die Nacht). Viele von ihnen sind sehr einfach eingerichtet und die Lautstärke von der Straße ist bis spät in die Nacht zu hören. Weitere Unterkünfte findet ihr in der Soi Rambruttri. Hier ist es wesentlich leiser, trotzdem keineswegs langweilig. Absoluter Geheimtipp ist das >>Shambara Boutique Hostel. Das alte, im traditionellen Stil erbaute Haus liegt wie eine Ruheoase versteckt in einer kleinen Seitengasse der Khao San. Die herzliche und familiäre Atmosphäre, die sehr sauberen Zimmer und die wunderschön angelegte Terrasse stehen außer Konkurrenz (Doppelzimmer pro Nacht ab 500 Baht). Um sicher zu gehen, solltet ihr wenigstens für die ersten zwei Tage eine Unterkunft von zu Hause aus buchen. In der Hauptsaison ist es schwer, abends ein freies Zimmer zu finden.

Rumkommen

Tuk-Tuks

Es gibt viele Möglichkeiten Bangkok zu erobern. Mit dem Taxi kommt ihr günstig in alle Ecken der Stadt. Aber: Meidet die Rush-Hour (6 bis 9 und 16 bis 20 Uhr). Die Straßen sind chronisch verstopft und ihr kommt nicht voran. Die U-Bahn ist noch günstiger als das Taxi (ca. 15-39 Baht), aber das Netz ist nicht sehr weit ausgebaut. Vor allem rings um die Silom Road und dem Siam Square ist die Hochbahn, der Skytrain, die beste Option. Sie ist schnell und bietet eine gute Aussicht über die Straßen.

Sehr zu empfehlen sind die Expressboote auf dem Menam Chao Phraya. Von 6 bis 18.40 Uhr fahren die Boote vom Norden in den Süden der Stadt für gerade mal 9-32 Baht. Eine tolle Aussicht inbegriffen.

Die Motorradrikschas, die sogenannten Tuk-Tuks, prägen das Stadtbild Bangkoks. Jedoch sollten sich nur risikobereite Reisende damit durch die Stadt chauffieren lassen. Neben der Gesundheitsgefährdung durch die Autoabgase werden die Gäste gerne betrogen. Die Masche: Die Fahrer locken Touristen mit unglaublich billigen Preisen an. Sitzt der Gast im Tuk-Tuk, bringt der Fahrer ihn in den meisten Fällen nicht an den gewünschten Ort, sondern in ein Vertragsgeschäft. In Zusammenarbeit mit dem Ladenbesitzer versucht der Fahrer nun dem Tourist mit ominösen Angeboten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Also Vorsicht!

Sehen

Tempel Wat Phra Keo

Für jeden jungen Reisenden ist die Khao San Road der erste Stopp in Bangkok. Alex Garland, der Autor von "The Beach", nennt sie die Dekompressionskammer Thailands. Hier knallt der Osten auf den Westen, hier vermischen sich die krassen Gegensätze. Der perfekte Ort, um von der einen in die andere Welt abzutauchen. Unzählige Bars sowie Verkaufs- und Essensstände säumen die laute und schrille Straße. Bis tief in die Nacht ist sie die pulsierende Ader der lebendigen Sieben-Millionen-Stadt.

China Town ist hingegen Asien pur. In diesem Viertel Bangkoks fühlen sich Westler fast wie auf einem anderen Planeten. Exotische Farben, unbekannte Gerüche und eine außergewöhnliche Fülle an Waren aus Fernost erwarten den staunenden Besucher. Die Straßen wimmeln von Menschen und Autos. Die überladenen Geschäfte an den Straßenseiten bieten neben Kurz- und Elektrowaren auch Schmuck und gewöhnungsbedürftige Snacks wie Hühnerzehen an.

Die Tempelanlagen der Stadt sind die idealen Rückzugsorte nach einem Tag in der lauten, hektischen Stadt. Der Königspalast und der auf dem Palastgelände liegende Königstempel Wat Phra Keo sind zwar überwältigend schön, zur Erholung jedoch nicht geeignet. Die Menge schiebt sich schwerfällig voran, oberhalb der Masse ragen Regenschirme verschiedener Reisegruppenleiter hervor. Am besten schnell bestaunen und dann weiter in den nahegelegenen Tempel Wat Pho. Hier sind viel weniger Touristen, das Geplätscher der kleinen Wasserspiele beruhigt und die Kühle innerhalb der Tempelmauern ist angenehm. Auf dem Gelände befindet sich die traditionsreichste Massageschule Thailands. Zwischen 8 und 18 Uhr können die müden Glieder wieder für das spätere Shoppen fit gemacht werden. Eine traditionelle Thaimassage (Füße, Beine, Rücken, Nacken, Arme und Kopf) kostet 220 Baht für 30 Min., eine Stunde 360 Baht.

Ganz in der Nähe des Tempels könnt ihr noch eine weitere thailändische Eigenart bewundern: Hunderte Thais nutzen den Sararom Royal Park als Open-Air-Fitnessstudio. Auf den bevölkerten Laufbahnen drehen Jung und Alt ihre Runden, von einem Podest gibt eine Aerobiclehrerin der Menschenmenge Anweisungen.

Einkaufen

Weekend Market

Bangkok ist ein Shoppingparadies. Neben Souvenirs und Plagiaten gibt es Unmengen von Klamotten und Accessoires abseits der europäischen Mainstreammarken. Rund um den Siam Square befinden sich die edlen und hochmodernen Kaufhäuser wie das Siam Discovery und das Siam Paragon sowie kleinere Boutiquen. Obwohl der Verkauf von gefälschter Ware auch in Thailand illegal ist, kann sie überall gekauft werden. Sogar in den Untergeschossen der Kaufhäuser. In der Patpong Road und der angrenzenden Silom Road bauen fliegende Händler jeden Abend ihre Stände auf. Wer übers Wochenende in Bangkok ist, sollte sich auf keinen Fall den Weekend Market entgehen lassen. Der am nördlichen Zipfel der Stadt gelegene Markt lockt jeden Sonntag von 7 bis 18 Uhr fast 200 000 Thais und Touristen an. Hier bekommt ihr eigentlich alles: Individuell designte T-Shirts, Keramik, Souvenirs... Die Stände liegen eng beieinander in Gassen, in denen sich die Hitze staut. Lange lässt es sich nicht aushalten. Kommt früh und geht vor der Mittagshitze.

Essen

Ein Stück des ursprünglichen Thailands findet sich an fast jeder Ecke der Stadt. Die kleinen, rollenden Garküchen laden zu einer kulinarischen Reise ein. Vor den Augen der Kunden wird das Essen frisch und hygienisch zubereitet. Für Einsteiger ist das Nudelgericht Patai (ca. 30 Baht) genau das Richtige. Thailanderprobte können sich an das scharfe Green oder Red Curry wagen (ca. 50 Baht). Besonders gut ist das Essen rund um Khao San Road und der angrenzenden Soi Rambruttri. Hier sind alle Gerichte auf Englisch beschrieben. Auf den Märkten nahe den Piers ist das anders. Dort verkehren fast nur Thais, es gibt entweder keine oder nur eine auf Thailändisch geschriebene Speisekarte. Da hilft nur schon Bewährtes bestellen oder mutig probieren.

In den Untergeschossen der Kaufhäuser befinden sich die in den Reiseführern viel gelobten Food Centers. Zwar ist die Auswahl an Essen riesengroß, die für Massen ausgerichteten Lokalitäten mit steriler Atmosphäre kommen aber nicht gegen die Originalität und das Preisleitungsverhältnis der Garküchen und Essenstände auf den Straßen an. Empfehlenswert zum Frühstück ist Ricky's Coffeeshop (Phra Athit Road, 22), zum Abendessen das Intellektuellen- und Künstler-Restaurant Hemlock (Phra Athit Road, 56). Im Verhältnis zu Europa ist das Essen in Thailand ausgesprochen günstig.

Ausgehen

In Bangkok kommt auch das Nachtleben nicht zu kurz. Die Zentren liegen in der Khao San und der Sukhumvit Road. Eine aktuelle Liste mit allen Öffnungszeiten und Adressen findet ihr >>hier. Was bei einem Bangkoktrip nicht fehlen sollte, ist ein Besuch der angeblich höchsten Freiluftbar der Welt: >>The Dome im State Tower. Der atemberaubende Blick über die Stadt bei Sonnenuntergang ist unvergesslich! Cocktails kosten um 380 Baht. Die Türsteher achten penibel auf die Kleidung der Gäste. Flip-Flops und kleine Rucksäcke sind nicht erwünscht.

Fazit

Wer die weite Reise nach Thailand auf sich nimmt, sollte Bangkok nicht bloß auf dem Weg zu den Stränden im Süden durchreisen. In der Hauptstadt könnt ihr viel erleben, vieles entdecken und dabei selbst mit kleinem Budget leben wie Könige. Also: Auf nach Bangkok!

Fotos Caroline Rollinger
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