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Wach bleiben, bitte! Wann Schlafen im Flugzeug gefährlich werden kann

Wann Schlafen im Flugzeug gefährlich ist
© anzebizjan / Shutterstock
Aaah, Platz gefunden, angeschnallt, uuund: Zwangspause! Im Flugzeug zu schlafen ist das Beste, was man tun kann. Oder? Leider nicht immer!

Im Flugzeug kann man bestens Schlaf nachholen, schließlich sind die Betätigungsmöglichkeiten an Bord eher begrenzt: Lesen, vielleicht Filme schauen, Reden, Essen – viel mehr ist nicht drin, so festgezurrt auf engem Raum.

Allerdings gibt es zwei Phasen auf jedem Flug, in denen man besser wach bleiben sollte: beim Start und bei der Landung. Denn es gibt Menschen, deren Ohren sonst Schaden nehmen können.

Was ist da los im Ohr?

Der Luftdruck im Flugzeug ist auf 10.000 Metern Höhe ein anderer als am Boden. Normalerweise kein Problem: Unser Körper schaffte es, sich während Start und Landung daran anzupassen.

Und das geht so: Die Luft in unserem Mittelohr ist an den Außendruck unserer Umgebung angepasst. Ändert  sich der Umgebungsdruck, entsteht im Ohr ein Druckunterschied. Dieser wird meist automatisch ausgeglichen, indem sich die Ohrentrompete öffnet. Findet der Druckausgleich im Ohr nicht statt, bekommen wir ein unangenehmes Druckgefühl oder sogar Schmerzen im Ohr. In diesem Fall sorgen wir aktiv für den nötigen Druckausgleich.

Wer schläft, kann nicht reagieren

Ein schlafender Mensch jedoch kann nicht angemessen reagieren, weil er nicht mitbekommt, dass der Druckausgleich nicht stattgefunden hat. Hals-Nasen-Ohrenarzt Armin Mechkat sagte zu "Travelbook", dass es in solchen Fällen sogar zu Einblutungen ins Mittelohr oder das Trommelfell kommen kann. "Im schlimmsten Fall reißt das Trommelfell oder eine dünne Membran im Innenohr, woraus eine akute Schwerhörigkeit resultieren kann."

Diese Gefahr betrifft eher Menschen, die tendenziell empfindlich auf die Veränderung des Außendrucks reagieren oder durch eine Ohrinfektion besonders anfällig sind.

Wie kann ich aktiv für den Druckausgleich sorgen?

Zuallererst muss man natürlich wach sein, um den Druckausgleich im Ohr herbeiführen zu können. Manchmal reicht es schon, mehrmals trocken zu schlucken oder etwas zu trinken, zu essen, Kaugummi zu kauen oder zu gähnen. Wenn das nicht erfolgreich ist, kann man sich die Nase zuhalten, den Mund schließen und dann kräftig pusten. Wenn es im Ohr knackt, hat der Druckausgleich stattgefunden.

"Verschwindet der Druck in den Ohren nicht binnen 24 Stunden, sollte man einen Arzt aufsuchen“, so Achim  Mechkat. Auch, wenn man nach der Landung neben starkem Ohrdruck unter Ohrgeräuschen oder Drehschwindel leidet, sollte man sich schnellstmöglich untersuchen lassen.

Brigitte

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