Viertelsteckbriefe

Sie brauchen einen ersten Überblick über die Stadt? Tinka Dippel und Nicole Balzereit haben die spannendsten Dresdner Viertel für Sie beschrieben.

Altstadt

Straßenbahn: S11 bis Haus der Presse, Am Zwingerteich, 4/8/9 bis Theaterplatz, 4/8/9/11/12 bis Webergasse, Prager Straße, 3/7 bis Synagoge, 3/7/12 bis Pirnaischer Platz, fast sämtliche Linien bis Postplatz

Pavillon im Zwingerhof

Was jeder von Dresden kennt, steht vor allem hier. Und fasziniert jeden Besucher: der Zwinger, die Semperoper, das Albertinum, das Schloss - und die komplett rekonstruierte Kuppel der weltberühmtem Frauenkirche. Die barocke Architektur ist einen ausgiebigen Rundgang mit viel Zeit zum Gucken wert. Aber nicht nur von außen gucken: Hinter den altehrwürdigen Mauern befinden sich einige riesige Schätze (das Grüne Gewölbe, die Alten Meister,...). Besonders an dieser Altstadt ist, dass ihre Silhouette nicht mehr 100 Prozent barock ist, sondern ein paar Bausünden aus DDR-Zeiten das Ensemble durchbrechen. Ein Wehrmutstropfen ist, dass man sich den Blick auf all die Schätze mit sehr vielen anderen Dresden-Besuchern teilen muss. Und wenn Sie einen guten, entspannten, preiswerten Kaffee trinken wollen, sparen Sie sich das wenn möglich lieber für die Neustadt auf.

Schöne Plätze zum Ausruhen: der Zwinger, der Theaterplatz, die Augustusbrücke, die Brühlsche Terrasse

Großer Garten

S-Bahn: S1/S2/S3 bis Dresden Strehlen, Straßenbahn: 1/2 bis Straßburger Platz, Comeniusplatz, Lipsiusstraße oder Karcherallee, 4/12 bis Straßburger Platz, 9 bis Zoo oder Querallee, 10 bis Straßburger Platz, Großer Garten oder Lennéplatz, 13 bis Straßburger Platz, Großer Garten, Lennéplatz, Zoo oder Querallee

Nicht weit vom Zentrum, im südöstlichen Stadtteil Seevorstadt liegt er, Dresdens rechteckig geformter, rund zwei Quadratkilometer großer Volkspark. Als Lust- und Jagdgarten mit Palais wurde die Anlage ursprünglich für den Kurprinzen und späteren Kurfürsten Johann Georg III angelegt; seit 1814 darf hier auch das gemeine Volk seine Freizeit verbringen. Und zu unternehmen gibt es einiges: exotische Tiere im Zoologischen Garten beobachten, ausgefallene Pflanzen im botanischen Garten entdecken, einem Konzert vor der Freilichtbühne lauschen, mit einem Boot über den Carolasee rudern - oder einfach nur gemütlich mit der Parkeisenbahn herumfahren. Die wird - bis auf die Posten von Lokführer und Bahnhofsleiter - ausschließlich von Dresdner Schülern bedient. Highlight im Nordwesten des Parks: die Gläserne Manufaktur von Volkswagen.

Schöne Plätze zum Ausruhen: viele Bänke im gesamten Park und die Restaurants "Grand Café" und "Galerie" im Carolaschlösschen mit malerischem Blick auf den Carolasee

Striesen

Straßenbahn: 4/10 bis Mosenstraße oder Bergmannstraße

Der bevölkerungsreiche Stadtteil Striesen war ursprünglich ein Bauerndorf. Im 19. Jahrhundert wurde er einerseits zum Industriestandort und Arbeiterviertel, andererseits zum grünen Wohnvorort von Dresden mit schicken Villen. Nachdem der frühere Dorfkern im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, entstanden hier Ende der 50er Jahre die ersten Großblockbauten Dresdens. So stehen heute Plattenbauten und alte Villen nebeneinander. Seit der umfassenden Sanierung der Altbauten Anfang der 90er Jahre ist Striesen eine besonders beliebte Wohngegend.

Schöne Plätze zum Ausruhen: Hermann-Seidel-Park

Blasewitz

Straßenbahn: 6/12 bis Lene-Glatzer-Straße, Prellerstraße oder Schillerplatz

Das ehemalige Fischer- und Winzerdorf östlich des Zentrums entwickelte sich um 1900 herum zu einem noblen Villenvorort. Mit seinen - mittlerweile restaurierten - historischen Gründerzeithäusern ist Blasewitz heute eines der gehobenen Viertel Dresdens. Kein Wunder: Nicht nur die Villen sind hübsch anzuschauen, auch die Lage am westlichen Elbufer ist traumhaft. Von der Stahlbrücke "Blaues Wunder" (offiziell: Loschwitzer Brücke), die über die Elbe in den Stadtteil Loschwitz führt, hat man einen herrlichen Blick auf die Dresdner Silhouette. Am Ufer: zahlreiche Biergärten zum Ausruhen und Seele baumeln lassen.

Schöne Plätze zum Ausruhen: die Elbwiesen und der Waldpark

Tolkewitz und Wachwitz

Straßenbahn: 4/6 bis Ludwig-Harmann-Straße, Btf. Tolkewitz, Schlömilchstraße oder Wasserwerk Tolkewitz, 12 bis Ludwig-Hartmann-Straße

Südöstlich von Blasewitz und Striesen, auf der westlichen Seite der Elbe, liegt das ehemalige Fischerdorf Tolkewitz. Dank seiner vielen Villen und der Lage an der Elbe zählt es ebenfalls zu den gehobeneren Vierteln Dresdens. Was es hier neben schönen Häusern und dem Elbufer sonst noch so gibt? Ein still gelegtes Krematorium im Jugendstil und ein großes Wasserwerk mit anschließendem Trinkwasserschutzgebiet auf den Elbwiesen. Direkt am Elbhang am östlichen Ufer der Elbe liegt das alte Fischerdorf Wachwitz - genau gegenüber von Tolkewitz und etwa 7,5 Kilometer von der Dresdner Innenstadt entfernt. Alles wirkt hier noch ein wenig dörflich: der Stadtkern, die Landschaft, die Häuser. Und deshalb darf sich Wachwitz auch Teil des Weltkulturerbes "Dresdner Elbtal" nennen. So gar nicht historisch dagegen: der Fernsehturm, der hoch über dem Stadtteil thront.

Schöne Plätze zum Ausruhen: Johannisfriedhof, Mini-Strände an der Elbe Höhenpark Wachwitz, Rhododendrongarten

Loschwitz

Im "Körnergarten"genießt man den Blick aufs "Blaue Wunder".

Fast wie ein mediterraner Ferienort wirkt der Stadtteil Loschwitz im Nordosten von Dresden, wenn man ihn von Blasewitz am gegenüberliegenden Elbufer aus betrachtet: üppiges Grün an steilen Hängen, dazwischen kleine und große Tupfer - meist weiße, verschnörkelte Villen und manchmal sogar kleine Schlösser - von reichen Dresdnern ab dem späten 19. Jahrhundert gebaut, nachdem der seit dem Mittelalter betriebene Weinbau auf den sandhaltigen Südhängen an der Elbe durch Auslaugung des Bodens und den Schädling Reblaus unrentabel geworden war. Noch heute wohnt hier, wer Geld hat. Im Vordergrund dieses Elbpanoramas: das "Blaue Wunder", die Loschwitzer Brücke, die Loschwitz mit Blasewitz verbindet. Ganz in der Nähe: der Körnerplatz mit seinen schönen Gründerzeithäusern. Lange Zeit vernachlässigt, hat sich hier in den letzten Jahren einiges getan: Es wurde kräftig saniert und jetzt gibt es wieder Läden, Cafés und Galerien. Nur ein paar Schritte weiter liegt der alte Dorfkern, in dem noch viele Fachwerkhäuser der ehemaligen Fischer, Fährleute und Weinbauern erhalten sind. Um vom unteren in den oberen Teil von Loschwitz zu gelangen, muss man sich nicht allzu sehr anstrengen: Die älteste Standseilbahn der Welt führt ins Viertel Zum Weißen Hirsch, die älteste Schwebebahn nach Oberloschwitz.

Schöne Plätze zum Ausruhen: die Terrasse des Restaurants "Körnergarten" mit wunderschönem Blick auf die Elbe und das "Blaue Wunder"

Weißer Hirsch

Straßenbahn: 11 bis Mordgrundbrücke, Plattleite, Am Weißen Adler

Den lustigen Namen hat dieses Viertel von einer Weinschänke aus dem 17. Jahrhundert. Bekannt wurde es im 19. Jahrhundert als Kurort. Das Lahmann-Sanatorium und einige Sanatorien, die sich darum ansiedelten waren für Wohlhabende aus aller Welt ein Grund, sich hoch oben über der Elbe einer ganzheitlichen Behandlung zu unterziehen. Nach und nach machten auch immer mehr Läden und Cafés auf und das Viertel entwickelte sich auch zur Wohngegend. Der Kurbetrieb kam nach dem Zweiten Weltkrieg zum Erliegen. Die Wohngegend gilt nach wie vor als eine der besten der Stadt. Wem das Grün der vielen Gärten nicht reicht, der hat nur ein paar Schritte in die riesige Dresdener Heide. Und wer meint, dass in so einer gediegenen Gegend nicht viel los ist, der wird auf jeden Fall positiv überrascht werden.

Schöne Plätze zum Ausruhen: in der Heide, die Terrasse des Luisenhofs

Äußere Neustadt

S-Bahn: S1/S2 bis Bahnhof Neustadt, Straßenbahn: 3/6/11 bis Bahnhof Neustadt, Albertplatz 6/11/13 bis Bautzner/Rothenburger Straße, 11 bis Pulsnitzer Straße 13 bis Bischofsweg, Alaunplatz, Görlitzer Straße, 7/8 bis Bischofsweg, Louisenstraße, Albertplatz

Second-Hand-Shop in der Neustadt

Dieses Viertel ist vor allem und zu Recht für seine außergewöhnliche Kneipendichte bekannt. Nach der Wende haben sich die alten Kopfsteinpflaster-Straßen zu großartigen Ausgehmeilen entwickelt. Einige der Bars, Cafés und Restaurants haben inzwischen Tradition, neue kommen regelmäßig dazu. Neben der Kneipenszene existiert aber auch eine zweite, wachsende und sehr interessante Szene: die der Kunstgalerien. Auf jeden Fall kann man Tag und Nacht eines hier ganz bestimmt am besten: sich treiben lassen und sehr viel entdecken.

Schöne Plätze zum Ausruhen: Alaunpark, Garten vom "Oosteinde" an der Prießnitz

Albertstadt

Straßenbahn: 7/8 bis Tannenstraße, Stauffenbergallee oder Heeresbäckerei

Die Albertstadt im Norden von Dresden war mal eine der größten zusammenhängenden Kasernenanlagen Deutschlands. Benannt wurde sie nach Albert I., dem damaligen König von Sachsen. Nach der Einweihung 1877 wechselten die Bewohner zusammen mit den Truppen der deutschen Geschichte: Die königlich sächsische Armee, die Reichswehr der Weimarer Republik, die Wehrmacht des Dritten Reiches, die Volkspolizei und Artillerieschule der Nationalen Volksarmee der DDR - sie alle waren hier untergebracht. Seit der Wiedervereinigung wird ein Teil von der Bundeswehr genutzt und beherbergt die Offizierschule des Heeres. Andere Teile haben heute nichts mehr mit dem Militär zu tun: Hier sitzen das Dresdner Stadtarchiv und das sächsische Landesfunkhaus des MDR, in anderen Gebäuden sind Wohnungen entstanden.

Schöne Plätze zum Ausruhen: die Heide

Hellerau

Straßenbahn: 8 bis Am Hellerrand, Heinrich-Tessenowweg, Festspielhaus Hellerau oder Brunnenweg

Eine lebendige Vergangenheit hat der Stadtteil Hellerau im Norden von Dresden. Anfang des 20. Jahrhunderts baute der Tischler Karl Schmidt hier zusammen mit dem Architekten Richard Riemerschmid und dem Reformer Wolf Dohrn die "Dresdner Werkstätten für Handwerkskunst" und eine der ersten deutschen Gartenstädte auf. In den Werkstätten wurden die ersten industriellen Möbel Deutschlands gefertigt: formschön, qualitativ hochwertig, erschwinglich. Der Gedanke, auch den sozial weniger gut Gestellten ein gewisses Maß an Lebensqualität zu ermöglichen, steckt auch hinter dem Gartenstadt-Konzept. Raus aus den engen Mietskasernen der grauen Industrieviertel, rein ins Haus im Grünen - zusammen arbeiten, wohnen und sich erholen vor den Toren der Stadt, lautete die Devise. Für die Arbeiter der Werkstadt entstanden kleine Reihenhäuser, für die höher Gestellten Villen im Landhausstil. Mit seiner "Rhythmischen Gymnastik" erweiterte der Schweizer Tanzpädagoge Emile Jacques-Dalcroze das Hellerauer Reformprojekt schließlich noch um die Aspekte Kultur und Bildung. Das Festspielhaus entstand, und Intellektuelle und Künstler aus ganz Europa kamen zu Besuch. Doch bereits mit dem Ersten Weltkrieg verloren die reformpädagogischen und kulturellen Konzepte von Hellerau wieder an Bedeutung. Heute wird das Festspielhaus wieder ein zunehmend wichtiger Veranstaltungsort in Dresden: Das erst 2003 eingezogene "Europäische Zentrum für Künste" greift mit seiner zeitgenössischen Kunst den Ursprungsgedanken von Hellerau wieder auf. Und auch die "Deutschen Werkstätten Hellerau", wie sie heute heißen, fahren mit dem Anknüpfen an alte Traditionen - in Verbindung mit moderner Technik - sehr gut: Sie feiern internationale Erfolge mit ihren umweltverträglichen und hochwertigen Innenausbauten.

Schöne Plätze zum Ausruhen: Sommergarten auf dem Gelände des "Gebäudeensemble Deutsche Werkstätten Hellerau"

Radebeul

S-Bahn: S1 bis Radebeul Ost, Radebeul-Weintraube, Radebeul West Straßenbahn: 4, alle Haltestellen zwischen Hauptstraße und Schloss Wackerbarth

Die kleine Stadt grenzt im Osten direkt an Dresden. Berühmt ist sie vor allem für ihre wunderschönen Weinhänge und für Karl May, der hier lebte und im nahe gelegenen Elbsandsteingebirge Inspiration für seine Winnetou-Geschichten fand. In und um Radebeul stehen viele imposante Villen mit toll angelegten Gärten. All das plus die Lage direkt an der Elbe ergibt mindestens vier gute Gründe für einen Abstecher. Man kann auch mit der Straßenbahn hierher fahren, aber dann verpasst man eine Wanderung durch die Weinberge, die sich zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter lohnt.

Schöne Plätze zum Ausruhen: Altkötzschenbroda, die Weinberge

Mickten

Straßenbahn: 4/13 bis Mickten, 9 bis Trachauer Straße oder Mickten

Recht gut erhalten ist der Stadtteil Mickten im Nordwesten von Dresden. Der Dorfkern aus alten Bauernhäusern steht heute unter Denkmalschutz und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe "Elbtal Dresden". Nicht weit davon entfernt: der Erlweinhof - ursprünglich als Lagerhaus gebaut, heute saniert und zum gehobenen Kongress-Hotel umfunktioniert. Wer sich weniger für Historisches interessiert, den zieht es vielleicht in das Einkaufszentrum "Elbepark".

Schöne Plätze zum Ausruhen: Biergarten Lindenschänke an der Grenze zu Übigau

Pieschen

S-Bahn: S1 bis Dresden Pieschen, Straßenbahn: 3 bis Trachtenberger Platz, Zeithainer Straße, Liststraße oder Großhainer Platz, 4/9 bis Altpieschen, 13 bis Altpieschen, Rathaus Pieschen, Bürgerstraße oder Liststraße

Mit seinem fertig gestellten Hafen und der ersten deutschen Fernbahnlinie erlebte das ehemalige Fischerdorf Pieschen im Nordwesten von Dresden Mitte des 19. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Aufschwung und wandelte sich rasch zu einem Arbeiterwohnviertel. Mit der Zeit verlagerte sich das Zentrum von Altpieschen hin zur Bürgerstraße und ihren Seitenstraßen - zusammen mit der Oschatzer Straße damals wie heute eine beliebte Einkaufsgegend. Mit der umfassenden Sanierung der alten Häuser hat sich Pieschen in den letzten Jahren vor allem bei jungen Leuten zu einem beliebten Wohnviertel entwickelt.

Schöne Plätze zum Ausruhen: das Ballhaus Watzke an der Elbe

Innere Neustadt

Straßenbahn: 4/9 bis Palaisplatz, 4/8/9 bis Neustädter Markt, 3/6/7/8/11 bis Albertplatz, 3/7/8 bis Carolaplatz

Im Neustadt-Teil zwischen Albertplatz und Elbe gibt es weniger alternative Szene und bunt angemalte Häuser. Flaniermeile ist hier vor allem die Hauptstraße, eine Fußgängerzone mit Bäumen und Bänken, eingerahmt von Läden und Cafés. Auch wenn nicht jede Fassade besonders schön ist: Es gibt auch hier einiges zu entdecken. Gehen Sie auf jeden Fall auch in die Nebenstraßen. Dort finden Sie z.B. die alte Markthalle und das Kunsthaus in der Rähnitzgasse. Am Albertplatz steht das Erich-Kästner-Museum. Der Kinderbuchautor wurde in Dresden geboren. Besonders hübsch anzusehen sind die Fassaden in der Königstraße und der Rähnitzgasse. Dort gibt es auch einige sehr schicke Cafés, Bars und Läden.

Tinka Dippel & Nicole Balzereit
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