Turin: Die besten Reisetipps für eine zauberhafte Stadt

Turin, die Hauptstadt des Piemont, versprüht einen geheimnisvollen Zauber. Auch unsere Autorin Annette Rübesamen erlag ihm. Seit 25 Jahren lebt sie im Piemont.

Rosetta besucht, die in einer Villa aus dem 17. Jahrhundert in den Hügeln oberhalb von Turin wohnt. Im verwunschenen Garten saßen wir auf einer Bank unter einer Magnolie und sahen auf die Stadt hinunter. Wie ein riesiges Schachbrett dehnt sie sich mit schnurgeraden Straßen in die Ebene hinein, diszipliniert und unwirklich zugleich. Dahinter wächst die Kette der Westalpen senkrecht in den Abendhimmel. "Wusstest du eigentlich, dass Cesare Pavese in unserem Haus gelebt hat?", fragte Rosetta. "Er erzählt davon in seinem Roman ‚Das Haus auf dem Hügel‘."

Überall in der Stadt fahren Straßenbahnen

Elegante Palazzi, kilometerlange Arkaden, schnurgerade Platanenalleen

Pavese war der Melancholiker unter den italienischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Er lebte in Turin, und er schrieb schwermütig und voller Poesie über die Menschen und manchmal über seine Stadt. Pavese kommt mir auf den Turiner Brücken in den Sinn, weil ich weiß, dass er gern auf dem Fluss Po ruderte. Oder wenn ich im Schatten der kilometerlangen Arkaden spaziere, wo sich immer noch holzvertäfelte Cafés aneinanderreihen und Esoterikerinnen auf Klapptischchen Tarotkarten legen.

Typisches Café an der Piazza Vittorio Veneto

Denn nicht nur bei Pavese verbarg sich hinter der Oberfläche ein Hang zu Mystik, Zauber und Kreativität. Auch Turin arbeitet mit doppelten Böden. Die wie mit dem Lineal gezogenen Platanenalleen, die strenge Eleganz der Palazzi – alles nur Kulisse! Dahinter liegt eine Stadt voller Geheimnisse. Mit unheimlichen Mumien und altägyptischen Sarkophagen im weltberühmten Museo Egizio. Mit dem Heiligen Gral (behaupten die Turiner), der sich unter der Kirche Gran Madre di Dio befinden soll. Mit der besten zeitgenössischen Kunst ganz Italiens.

"Stadt der Leidenschaft" hatte Pavese Turin genannt, "weil sie dem Mußegang gegenüber wohlgesonnen ist".

Mein Lieblingcafé zum Müßiggang ist der "Circolo dei Lettori", ein Literatur-Café in einem Barock-Palazzo mit Samtsesselchen. Nur Pavese, den schüchternen Melancholiker, kann ich mir hier nicht vorstellen. Ich glaube, er wäre lieber oben in den Hügeln geblieben.

Turin: Die besten Reisetipps

Hotels in Turin

Hotel Victoria. Von außen ein strenger Kasten, innen warm, freundlich, sehr geschmackvoll. DZ/F ab 136 Euro, hotelvictoria-torino.com

Magazzini San Domenico. Lässiger Schick im ehemaligen Lagerhaus mitten im Altstadtviertel Quadrilatero. DZ/F ab 100 Euro, magazzinisandomenico.it

Hotel

Restaurants in Turin

Porto di Savona. Gemütliche Stuben, die die Klassiker piemontesischer Küche bieten. www.portodisavona.com

Guido Gobino. Turins bester Chocolatier verkauft seine sündigen Kreationen in einem winzigen Lädchen. guidogobino.it

Bar Cavour. Sehr angesagt sind die höhlenartigen Räume in Grau und Gold. Beste Gin-Auswahl der Stadt und feinste Häppchen. delcambio.it

Museen in Turin

Museo Ettore Fico. Ehemalige Kachelfabrik mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im Viertel Aurora, ein Stück authentisches Arbeiter-Turin. Via Cigna 114, museofico.it

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BRIGITTE WOMAN 10/2019

Wer hier schreibt:

Annette Rübesamen
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