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Valencia – Sehenswürdigkeiten und Tipps

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Oper hinter Palmen
© Bert Heinzmeier / Brigitte
Während Barcelona schillerte, führte ihre kleine Schwester Valencia ein Schattenleben, galt als grau und provinziell. Das hat sich geändert: feine Stadtstrände, eine traumschöne Altstadt und pure Lebenslust.

Mein erster Abend in Valencia, ein stiller Altstadtplatz hinter der Kathedrale. Über mir erhebt sich ein Glockenturm in den Sternenhimmel. Achteckig, wuchtig, mittelalterlich. Gegenüber hohe, schmale Häuser mit schmiedeeisernen Balkonen. Palmen rascheln im lauen Maiwind. Aber Romantik ist mir jetzt egal. Ich habe Hunger und mir tun die Füße weh. Dort hängt ein Schild, "Colmado Lalola". Da gehe ich jetzt einfach mal rein!

¡Hola Jesús!

Glück gehabt. Es ist ein Delikatessenlädchen mit Bar, rappelvoll und gemütlich. Ratlos studiere ich die Speisekarte. So viele Tapas! "Du musst unsere Seeigel in Tempura probieren, die Kabeljau-Krapfen und die eingelegten Artischockenherzen. Alles Schätze aus Valencia", empfiehlt mir der Mann hinterm Tresen. Und: "Ich bin übrigens Jesús!" Aha.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Jesús' Kneipe
Jesús' Kneipe. Die Gastro-Bar "Colmado Lalola" ist ein toller Ort, um neue Leute zu treffen.
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Ich finde, er sieht weniger aus wie Gottes Sohn als vielmehr wie ein Model für Hippiemode, mit gepflegtem schulterlangen Haar, Drei-Tage-Bart, Jeans und Cowboystiefeln. Er deutet meinen Blick richtig und ergänzt, er könne nichts für seinen Namen, er sei nun einmal in einem Nonnenkloster um die Ecke auf die Welt gekommen, und das auch noch an Weihnachten. Die ganze Bar grinst.

So lässig hat mich selten eine Stadt empfangen. Satt und glücklich darüber, ohne Plan losgezogen zu sein, sitze ich später mit anderen Gästen in einer Runde zusammen, Jesús mittendrin. Er schwärmt von seinem Viertel und der guten Nachbarschaft, zeigt Bilder seiner Mutter, die hier ein kleines Dorfgeschäft führte. "Damals war El Carmen schäbig, es gab Prostitution und Drogenhandel, keine Spur von trendy. Aber heute müssen wir uns nicht mal mehr hinter der Altstadt Barcelonas verstecken!"

Heute müssen wir uns nicht mal mehr hinter der Altstadt Barcelonas verstecken!

Ach, Barcelona. Drei Jahre habe ich dort gelebt, Anfang der 90er. Als die Stadt im Olympiafieber vibrierte und sich mit kühnen Designbauten rein zum Vergnügen dem Meer zuwandte. Für mich war Barcelona eine Stadt der Wunder! Warum hätte ich nach Valencia fahren sollen, 350 Kilometer südlich gelegen? Das sei ein Provinznest, pflegte mein sehr kluger Freund, Sprachlehrer und Barceloner José Maria zu sagen: "Grau, dreckig, verpennt." Das brannte sich in mein Gedächtnis ein und ich fuhr auch später, als mir Barcelona längst zu hochmütig und viel zu voll geworden war, nie hin. Bis ich auf der Durchreise dann doch einmal einen Tag in Valencia verbrachte.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Seidenbörse
Augenweide. Die alte Seidenbörse im gotischen Stil gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Wie alle Touristen durchstreifte ich die Altstadt. Die monumentale Kathedrale mit ihren versteckten Goya-Bildern. Die 500 Jahre alte gotische Seidenbörse, ein Unesco-Weltkulturerbe. Die lichte Markthalle, wo ich neben Orangenpyramiden und Säcken voller Schnecken die coole "Central Bar" von Sternekoch Ricard Camarena entdeckte. Die Plaza de la Virgen, wo das Abendlicht den Marmorboden und die Basilika in warme Terrakottatöne tauchte. Es war der Hammer. Viel spanischer und so viel weniger hektisch als Barcelona und weder verschlafen noch runtergekommen. Deshalb bin ich wieder gekommen. Und total neugierig, tiefer einzutauchen in diese Stadt, die so gut drauf ist.

Wie Valencias Aufstieg begann

Ich will wissen, seit wann Valencia so zauberhaft ist, José Maria kann sich doch nicht so geirrt haben? Die Valencianer, mit denen man leichter ins Gespräch kommt als mit den zurückhaltenden Katalanen, erzählen mir, dass ihre Stadt in General Francos Zeiten einfach vergessen wurde. Keiner steckte Geld hinein und so dämmerte Valencia lange kraftlos vor sich hin. Und alle waren neidisch auf das schillernde Barcelona. Längst vorbei. Denn dass das 2000 Jahre alte Valencia es geschafft hat, sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehrmals zu häuten, ohne seine Seele oder Traditionen zu verlieren: Darauf sind jetzt alle sehr stolz.

Es begann mit der Umleitung des Flusses Turia, der mitten durch die Stadt floss und oft für Überschwemmungen sorgte. Die örtliche Regierung hätte gerne eine Straße in sein Bett gebaut, doch die Anwohner protestierten. Mit Erfolg.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Stadtpark
Seelenruhe. Der Turia-Park zieht sich wie ein grünes Band durch die ganze Stadt. 
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Und so wurde aus dem Flussbett ein acht Kilometer langer, luftiger Park mit üppigem Grün, Brunnen, Sport- und Spielplätzen. Begeistert radle ich hindurch und denke: Hier würde ich auch gerne wohnen. Und das lange bevor ich das fantastische Ende der Anlage erreiche: Wie vom anderen Stern tauchen plötzlich sechs kolossale Gebäude auf: die Stadt der Künste und Wissenschaften. Natürlich hatte ich davon gehört, sie wurde schon vor über 20 Jahren eröffnet. Aber wirklich davorzustehen: Wow!

Beeindruckende Architektur

Stararchitekt Santiago Calatrava, ein Sohn Valencias, und Felix Candela haben das Ensemble erschaffen. Dazu als Verbindung Promenaden, schneidige Brücken und himmelblaue, künstliche Seen. Darüber, scheinbar schwebend, das blendend weiße Opernhaus, das mich an einen Wal erinnert; das Wissenschaftsmuseum, das auch das Skelett eines Dinosauriers sein könnte; das oval geformte 3-D-Kino samt Planetarium, in dem sich die gläsernen Lider eines gigantischen Auges öffnen und schließen. Großartig, futuristisch, einzigartig.

Aber in seiner Gigantomanie auch ein bisschen größenwahnsinnig. Vielleicht schleiche ich deshalb, wie so viele, erst mal nur ehrfürchtig um diese Architektur-Wesen herum, statt hineinzugehen. "Morgen!", beschließe ich spontan, "sehe ich mir Verdis ‚Rigoletto‘ in der Oper an", ich werde es nicht bereuen. Genauso wenig wie den Besuch des Aquariums, eines der größten Europas.

Dafür hat die damals regierende konservative Partei "Partido Popular" in die Vollen gegriffen: "Endlich raus aus dem Schatten Barcelonas!", war die Devise. Drum herum entwickelten die Stadtplaner ein neues, modernes Viertel. Wieder flossen Milliarden in Metrostationen, Museen, die Altstadt- sanierung – und die Modernisierung des Hafengebiets, um 2007 den "America’s Cup" nach Valencia zu holen, die wichtigste Segelregatta der Welt. Doch auch dabei hatte sich die Regierung vergaloppiert: Nach dem zweiten Rennen, drei Jahre später, zog das Event weiter.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Kajakfahrer vor Oper
Künstlicher See. Mit Kajaks, SUPs und viel Spaß bevölkern die Valencianer den Vorplatz der Oper.
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Dafür können sich Touristen, so wie ich jetzt, auf einem Katamaran durch die Marina ein Stück ins unendliche Blau schaukeln lassen. Von weltmännischem Segelprofi-Flair ist nichts mehr zu spüren. Aber schöner anzusehen als alte Container und abbruchreife Lagerhallen sind die kubischen Pavillons und avantgardistischen Gebäude aus Stahl und Beton allemal. Und ich sehe, dass in den letzten Jahren Segel- und Surfschulen eingezogen sind, Gaststätten, Sportclubs, Start-ups und kleine Unternehmen. Auf mich wirkt das alles trotzdem noch ein wenig steril.

Die Stadtstrände machen Lust auf Meer

Viel mehr los ist an den beiden Stadtstränden gleich daneben. Nicht sehr lange her, da parkten dort noch Autos. Heute erfüllen sie alle meine Sehnsüchte nach Mittelmeer: breit, feinsandig, sauberes Wasser, sanfte Wellen. Und dahinter eine palmenbestandene Promenade mit Restaurants und Cafés.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: Stadtstrand
Städters Freibad. Die Playa de la Malvarrosa, für Wassernixen und Burgherren.
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Ganz Valencia scheint mit mir unterwegs zu sein an diesem sonnigen Sonntagnachmittag im späten Frühling. Jogger, Radler, untergehakte Paare, Damen mit Strickjäckchen, eine Band aus lauter jungen Leuten, die voller Lust mit Trommeln, Tubas und Klarinetten schräge valencianische Musik spielen und dazu tanzen. Und in den proppevollen Paella-Lokalen sitzen Familien um große Tische, essen, palavern und genießen das Leben.

Der Mix macht's

Mir wird klar: Es ist dieser Mix, der Valencia so einzigartig und liebenswert macht. Und deshalb wirkt die Stadt trotz der spektakulären Neubauten auch gar nicht durchgestylt. Die Valencianer selbst sind bodenständig geblieben und freuen sich, dass sie es jetzt so nett haben, auch wenn viel über die uferlose Verschuldung geschimpft wird. Und in Zukunft: Bloß keine weiteren Höhenflüge! Deshalb wurde ein neues, linksgerichtetes Regierungsbündnis gewählt, das einen dritten Weg geht: Die valencianische Sprache fördern, die dem Katalanischen ähnelt, aber keine eigene Flagge hissen wie in Katalonien. Nachhaltiger wirtschaften, Ernst machen mit mehr bezahlbarem Wohnraum, einer fahrradgerechten Stadt, einem Plan, der den Tourismus regelt. Renovieren statt abreißen. Und es funktioniert.

Dafür kämpft Jesús mit in der ersten Reihe. Ich habe mich zwei Tage später noch einmal mit ihm verabredet und er sagt: "Das wahre Herz Valencias schlägt in den Vierteln." Im multikulturellen Ruzafa, das er fast schon zu hip findet. Oder im ehemaligen Fischerviertel El Cabanyal mit seinen aparten Jugendstilhäusern, das seit den 90er-Jahren vom Abriss bedroht war. Es gab Pläne, den breiten Stadtboulevard bis zum Meer dort hindurch zu schneisen. Fünf lange Jahre haben die Anwohner ihre Schilder hochgehalten: "Rettet El Cabanyal", bis es endgültig "Stopp" hieß. Seither geht es dort mächtig aufwärts.

El Carmen: charmant und ausgelassen zugleich

Oder in El Carmen, dem Viertel von Jesús, zwischen den beiden Türmen "Torres de Serranos" und "Torres de Quart": Nachts ist hier Ausgehmeile mit Musikkneipen, Irish Pubs, Clubs und Bars. Aber am Tag herrscht normaler, ruhiger Alltag in den verwinkelten Gassen. "So viel Geschichte hier", sagt Jesús, hebt mich an einer Mauer hoch, lässt mich durch einen rostigen Briefkastenschlitz schauen: Ich erspähe wunderschöne Säulen. "Die gehörten mal zu einem Kloster aus dem 14. Jahrhundert, dahinter stehen noch Reste der römischen Stadtbefestigung", erklärt er begeistert.

Valencia - Sehenswürdigkeiten und Tipps: El Carmen
Enge Gassen. Vor 30 Jahren war El Carmen ein unsicheres Pflaster
© Bert Heinzmeier / Brigitte

Und erzählt von seinem Bäcker, in dessen Backstube maurische Mauern aufragen. Wir gehen vorbei an Bikeshops, Secondhand-Boutiquen, Yoga-Studios, Läden für Schmuck und hübschen Tand, an unscheinbaren Torbögen, hinter denen sich winzige Künstlerateliers verstecken, an einem ehemaligen Konvent, in das ein Kulturzentrum für zeitgenössische Kunst eingezogen ist, an intimen Plätzen mit lila schäumenden Jacaranda-Bäumen, wo Jungs Fußball spielen und Mütter mit Kinderwagen sitzen.

Und dann all die Graffitis! Die Stadt hat die kahlen Mauern freigegeben und Street-Art-Künstler haben sich daran ausgetobt: einstürzende Kirchtürme auf heruntergelassenen Rollläden, lustige Comicfiguren, düstere Science-Fiction-Kunst, ein haushohes Wandbild mit einem Hasen, der ein Hühnchen rupfen will. Ein riesiges Freiluftmuseum! Ich könnte stundenlang weitergucken. Aber Jesús, der Genießer, will los: "Komm, wir gehen noch ins ,Lolita‘, einen ,Agua de Valencia‘ trinken!"

Nicoles Tipp für Valencia

HINKOMMEN

Valencia lässt sich leidlich bequem auch mit dem Zug erreichen, ab Frankfurt/Main z. B. in gut 16 Stunden mit mindestens drei Umsteige-Aufenthalten in Straßburg, Lyon und Barcelona. Direktflüge gibt es von mehreren deutschen Flughäfen aus.

Barracart.

 Am liebsten wäre ich gleich eingezogen. So gelungen fand ich den Mix von Alt und Modern in den sieben Apartments dieses top restaurierten Jugendstilhauses im alten Fischerviertel El Cabanyal. Zu Fuß sind es zehn Minuten bis zum Strand. Ab 70 Euro/Nacht (C/ de la Barraca 79, Tel. 667 85 68 01, www.barracart.com).

Hotel Neptuno. Vor dem Frühstück ins Meer hüpfen und danach in der Stadt bummeln: Dieses freundlich-frische kleine Hotel an der Promenade des Malvarossa-Strandes macht’s möglich. Bus 19 braucht 20 Minuten ins Zentrum. DZ/F ab 122 Euro (Paseo de Neptuno 2, Tel. 963 56 77 77, www.hotelneptunovalencia.com).

NH Collection Valencia. Im Frühstücksraum Rattanmöbel, in den Zimmern indische Antiquitäten, englisch anmutende Sofas, Tische mit Tigerfüßen: Apart und leicht spleenig ist dieses neue Boutique-Hotel samt gutem Restaurant im Zentrum. DZ/F ab 123 Euro (C/ Colón 32, Tel. 963 52 89 00, www. nh-collection.com).

Marqués House. Ein Schmuckkästlein in der Altstadt: Außen eine ehrwürdige Fassade, drinnen 19 moderne Zimmer, ein feines Restaurant und dazu noch die wunderbare Cafébar "Madrid", wo coole Bartender deliziöse Cocktails mixen. DZ/F ab 140 Euro (C/ de l‘Abadia de Sant Martí 10, Tel. 960 66 05 06, www.marqueshouse.com).

GENIEßEN

Casa Montaña. Die schönste Bodega der Stadt ist seit 1836 beliebter Treffpunkt im alten Fischerviertel El Cabanyal. Zwischen Weinfässern und Stierkampfbildern genießt man exzellente Tapas wie Humus aus dicken weißen Bohnen (5 Euro) oder gebeiztem roten Thunfisch (8,90 Euro). Immer voll, deshalb warten oft Leute mit einem Glas Wein vor der Tür (C/ de Josep Benlliure 69, Tel. 963 67 23 14, www.emilianobodega.com).

Casa Carmela. Ganz klassisch auf dem Holzfeuer köcheln hier am Ende der Strandpromenade seit 100 Jahren Reispfannen in vielen Variationen. Die Valencianer lieben dieses Restaurant und essen Paella nur mittags – dabei zu sein, ist ein Erlebnis. Portion ca. 15 Euro (C/ d‘Isabel de Villena 155, Tel. 963 71 00 73, www.casacarmela.com).

Colmado Lalola. Eine altmodische Waage auf der Theke, die Regale voll mit Konserven und Flaschen: In Jesús Ortegas Delikatessengeschäft samt Gastrobar im Vintage-Stil habe ich zum ersten Mal Seeigel in Tempura probiert (7 Euro) und Cloxina, ganz besondere Miesmuscheln (C/ Bordadores 10, www.lalolarestaurante.com).

Lienzo. Sehr kreativ und fantasievoll bekocht Meisterköchin Maria José Martinez ihre Gäste in weißem, schlichtem Ambiente, der Preis von 45 Euro für ein Sechs-Gang-Menü ist ein Schnäppchen (Plaça de Tetuan 18, Tel. 963 52 10 81, www.restaurantelienzo.com).

Convent Carmen. Junge Leute sitzen im schattig-grünen Garten dieses 400 Jahre alten ehemaligen Frauenklosters im El-Carmen-Viertel und holen sich an Foodtrucks Leckereien, ich wählte für 11 Euro frittierte Meeresfrüchte (Plaça del Portal Nou 6, www.conventcarmen.com).

Café de las Horas. Diese herrlich kitschige Cafébar mit Kristalllüstern und Samtvorhängen passt gut ins El-Carmen-Viertel. Unbedingt den Cocktail "Agua de Valencia" probieren: Sekt, Orangensaft, Wodka und Gin – eine Karaffe für zwei Personen kostet 10 Euro (C/ del Conde de Almodóvar 1, www.cafedelashoras.com).

EINKAUFEN

Abanicos Vibenca. Die meisten spanischen Fächer kommen aus Valencia. In dieser Werkstatt kann man Meister Vicente Benlloch Caballer beim Malen über die Schulter schauen. Fächer ab 15 Euro (Plaça Lope de Vega, 5).

Barrio Ensanche. Das elegante Viertel mit Boulevards, die an Paris erinnern, ist die Shoppingzone der Stadt, vor allem in den Straßen rund um den Mercado de Colón (C/ de Jorge Juan, 19), eine zum Gastrotempel umgestaltete Jugendstilmarkthalle. Drei besondere Adressen: Sie7e, Schmuckgalerie, die Goldschmiede arbeiten vor Ort und gern im Auftrag (in einem Tag fertig), mir haben es Ohrringe aus Silber und Smaragd für 120 Euro angetan (C/ Hernán Cortés 28); Sonde Mar, Concept Store in einem Stadtpalast, mit schmeichelnden Kleidern aus Leinen, Baumwolle oder Seide (C/ de Pizarro 14); Poppyns Junges, bezahlbares Design, dazu ein tolles Café im Hof (C/ d’Isabel la Católica 21).

Barrio El Carmen. Wer Vintage-Mode und kleine ungewöhnliche Läden mag, ist hier richtig. Zum Beispiel bei Mon petit secret (C/ de Dalt 38) oder bei Simple (C/ del Palau 5).

L’Oceanogràfic.

 Ganz nah kommt man Haien und Rochen im größten Aquarium Europas in unterirdischen, gläsernen Tunneln. Quallen tanzen zu klassischer Musik und Pinguine turteln im Arktisbecken. Eintritt 31,30 Euro (C/ d‘Eduardo Primo Yúfera 1B, www.oceanografic.org).

Radfahren. Valencia ist prima zum Radeln: 120 Kilometer Radwegenetz und viele Verleihstationen, z. B. Valenciabikes (15 Euro/Tag), die auch geführte Touren anbieten, z. B. durch den Turia-Park, Fr. u. Sa. 10.30 Uhr auf Deutsch, drei Stunden, 27,50 Euro (www.valenciabikes.com).

Escuela de Arroces y Paella Valenciana. Hasen- und Hühnerfleisch, Schnecken, Bohnen, Olivenöl, Safran, geräuchertes Paprikapulver, Rosmarin, Salz, Pfeffer, Wasser, und dann erst Reis dazu: Hier lernte ich, wie eine valencianische Paella gemacht wird. Köstlich! Kurs: 65 Euro (C/ Obispo Don Jeronimo 8, Tel. 961 14 35 40, www.escueladearrocesypaellas.com).

Albufera. Ich wollte mal raus aus der Stadt, bin rein ins Boot und ließ mich dort herumschippern, wo der Reis für die Paella wächst: in der Lagune des Naturparks Albufera. Eine ganz andere Welt, nur zehn Kilometer entfernt, mit einem silbrig glänzenden Süßwassersee, schmalen Kanälen, an deren Ufer Schilf raschelt und Reiher staksen, umgeben von Dünen, Kiefernwäldchen und unendlich scheinenden Reisfeldern (Bus 25 nach El Palmar, dann ans Pier, wo kleine Boote warten. Ca. 45 Min. 5 Euro).

Strände. Da in Valencia fast immer die Sonne scheint, kann man schon ab März und bis in den November hinein im Meer schwimmen! Die Blaue Flagge weht über den überraschend schönen kilometerlangen Stadtstränden Playa la Malvarrosa und Playa Las Arenas mit feinstem hellen Sand. An der palmenbestandenen Promenade dahinter findet man reichlich Cafés und Restaurants. (Hinkommen: mit dem Rad oder Bus 8, Estatión Marina Reial Joan Carles). Rauer, wilder, ruhiger, von Dünen umgeben, naturbelassen, ebenfalls kilometerlang und doch nah dran (12 km) an der Stadt ist die Playa del Saler. Dazu mein Strandrestauranttipp: Arrocería Duna, spezialisiert auf Reisgerichte, um 17 Euro (Paseo Pintor Francisco Lozano módulo 3, Tel. 961 83 04 90, Hinkommen: Mit Bus 25 Richtung El Palmar etwa 30 Min. bis El Saler, dann 10 Min zu Fuß).

GUT ZU WISSEN

Die Valencianer lassen es gern krachen. Zum Beispiel bei den "Fallas", dem Frühlingsfest im März: Riesige Pappmaschee-Figuren werden abgefackelt, dazu explodiert tonnenweise Schießpulver und Mega-Feuerwerke erhellen den Nachthimmel. Bei den dazugehörigen Prozessionen tragen die Frauen ihre aufwendigst genähten schweren Seidentrachten. Genauso am zweiten Sonntag im Mai beim Fest zu Ehren der "Virgen de los Desamparados", der Jungfrau der Hilflosen.

TELEFON

Spanien hat die Vorwahl 0034.

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BRIGITTE 08/2020

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