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Flugbegleiterin verrät Das macht die Cockpit-Besatzung auf langen Flügen wirklich

Flugbegleiterin verrät: Das macht die Cockpit-Besatzung auf langen Flügen wirklich
© Volodymyr_Tverdohlib / Shutterstock
Habt ihr euch auch schon gefragt, was Pilot*innen auf der Langstrecke eigentlich so treiben? Schlafen und lesen die auch? Oder müssen sie nonstop auf der Hut sein? Drei Fragen an Flugbegleiterin Delia.  

So ein Langstreckenflug kann – wie der Name schon sagt – verdammt lang werden. Knapp 19 Stunden dauert die derzeit längste Strecke von Singapur nach New York.

Klar, wir Fluggäste versuchen, uns die Zeit mit Filmen, Büchern, Essen und Schlafen zu vertreiben. Aber was macht eigentlich die Cockpit-Besatzung, wenn der Autopilot das Steuern des Flugzeugs übernimmt? Delia, seit 2010 Flugbegleiterin bei einer großen Airline, weiß Bescheid:

Was sind die Aufgaben der Pilot*innen während des Flugs?

Ist die Reiseflughöhe erreicht, wird der Autopilot eingeschaltet, der von den Pilot*innen aber permanent überwacht wird. Bei jedem Flug gibt es einen „fliegenden“ Piloten und einen, der hauptsächlich das Funken und die Überwachung der Geräte übernimmt. Der funkende Pilot steht ständig in Kontakt mit naheliegenden Bodenstationen oder anderen Flugzeugen in der Nähe. Außerdem hat die Cockpit-Crew immer das Wetter im Auge, da es sich auf langen Flügen oft ändert. Damit auch die Co-Piloten Flugerfahrung sammeln, übernimmt einer den Hinflug und der andere den Rückflug.

Dürfen Pilot*innen unterwegs schlafen?

Die Cockpit-Besatzung muss sich auf sehr langen Flügen sogar ausruhen - nach gesetzlich festgelegten Ruhezeiten. Daher wird je nach Flugdauer und Airline auf der Langstrecke eine dritte Pilot*in eingesetzt, damit einer immer Pause machen bzw. schlafen kann. Bei Start und Landung müssen allerdings alle drei im Cockpit sitzen. Ist das Flugzeug auf Flugreisehöhe angekommen, bespricht  man sich, wer sich wann in die Crew-Betten oder Ruhesitze zurückziehen darf. Übrigens: Auf Nachtflügen checkt die Kabinen-Crew auch regelmäßig via Telefon, ob es den Jungs und Mädels im Cockpit gut geht, und dass sie nicht einschlafen. Das passiert aber quasi nie – Pilot*innen sind das nächtliche Arbeiten gewöhnt und trinken viel Kaffee.

Ist Plaudern und Essen im Cockpit erlaubt?

Pilot*innen dürfen sich während des Flugs unterhalten, sofern sie sich dabei nicht zu sehr von ihrer Arbeit ablenken lassen. Während der Start- und Landephase gilt jedoch die „Sterile Cockpit Rule“ (Regel des sterilen Cockpits), wo nur über flug- und sicherheitsrelevante Dinge gesprochen werden darf. Gegessen wird im „Büro mit Weitblick“ natürlich auch.

sar

Unsere Expertin: Delia ist seit 2010 Flugbegleiterin bei einer großen Airline. Auf ihrem Blog delia-wings.de schreibt sie über das Reisen. Seit 2019 ist sie auch Flugangst-Coach. Sie bietet telefonische Coachings an und hat das Buch "Flugangst - Tipps einer Stewardess - Endlich angstfrei fliegen" im Selbstverlag veröffentlicht.  

Buch über Flugangst
© Delia Wings

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