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Was du wann tun solltest Die SOS-Guideline für Verbrennungen im Advent

SOS-Guideline für Verbrennungen im Advent: Kind greift in die Kerzen
© kazakova0684 / Adobe Stock
Ob an der Kerze, am heißen Tee oder beim Keksebacken – Verbrennungen im Advent passieren schnell. Wir haben die wichtigsten Tipps bei Verbrennungen und erklären, wie du vorbeugen kannst.

Inhaltsverzeichnis

So schön die Adventszeit ist, so gefährlich ist sie leider auch für Groß und Klein. Das Risiko für Verbrennungen und Verbrühungen steigt zu dieser Jahreszeit. Kein Wunder – wenn es draußen kalt wird, sehnen wir uns nach Kerzen und Heißgetränken wie Tee oder Kakao. Insbesondere Kleinkinder unter fünf Jahren können Gefahren noch nicht gut einschätzen und sich schnell an heißen Flüssigkeiten oder Kerzenlicht verbrennen. Darum ist es wichtig, achtsam zu sein. Auch wenn viele Verletzungen häufig harmlos sind, ist es gut zu wissen, was bei Verbrennungen zu tun ist. 

Wenn es brennt: Besser mit Decke oder kaltem Wasser löschen? 

Besonders Adventskränze können plötzlich schnell anfangen zu brennen, wenn die Nadeln trocken werden und die Kerzen runterbrennen. Um auf eine solche Situation vorbereitet zu sein, stellst du am besten einen Eimer mit kaltem Wasser und einen Putzlappen in Reichweite. So kannst du im schlimmsten Fall schnell reagieren. Kleine Flammen lassen sich in den ersten Sekunden mit einem nassen Lappen ersticken. Besonders empfehlenswert sind zudem Löschdecken und kleine Feuerlöscher. 

Brände, die in der Küche entstehen, zum Beispiel Öl oder Fett in der Pfanne, sollte niemals mit Wasser gelöscht werden. Entweder erstickst du die Flamme mit dem Pfannendeckel oder mit einem feuchten Küchentuch, einer Decke oder einer Jacke. 

Erste Hilfe und Tipps gegen Verbrennungen

Hast du dich am Herd oder einer Kerze verbrannt, stellt sich die Frage: Was ist richtig? Mit kaltem Wasser kühlen oder nicht? Kleinflächige Verbrennungen am besten unter den Wasserhahn halten und sofort mit fließendem Leitungswasser in Zimmertemperatur für 10 Minuten lang kühlen. Tipp: Als kleinflächig gilt in etwa die Größe der Handfläche der betroffenen Person. Schmerzlindernd wirkt es allerdings nur, wenn die Überspülung mit Wasser sofort erfolgt. Danach können feuchte Umschläge und Brandsalben helfen, sie fördern die Heilung und reduzieren die Schwellung. 

Damit es nicht zu einer Unterkühlung kommt, verwende am besten keine Coolpacks oder Eiswürfel und das Kühlen an der verbrannten Stelle sollte zeitlich begrenzt werden. Wenn das Gesicht betroffen ist, eignen sich feuchte Tüchern zum Kühlen. Hier achte am besten darauf, dass die Atemwege freibleiben. Nach dem Kühlen kannst du die Wunde mit einem lockeren und keimfreien Verbandtuch bedecken.

Generell wird bei Brandwunden davon abgeraten, Hausmittel zu verwenden und die Brandblasen zu öffnen. Verbrühte oder verbrannte Kleidung sollte schnell (aber vorsichtig) entfernt werden. 

Daran kannst du eine Verbrennung erkennen

  • Verbrennung 1. Grades: Es kommt zu Hautrötungen, diskreten Schwellungen und leichte Schmerzen. Die Wunde verheilt narben- und folgenlos. 
  • Verbrennung 2. Grades: Es entstehen Hautrötungen und Blasen. Die Folge sind starke Schmerzen und die Verbrennung verheilt nur selten narbenlos. 
  • Verbrennung 3. Grades: Es bildet sich graue, weiße oder schwarze Haut, an den verbrannten Hautstellen tritt kein Schmerzempfinden mehr auf, da die Nervenzellen der Haut zerstört sind. Die Art der Verbrennung verheilt nur unter Narbenbildung, große Wunden müssen mit plastisch-chirurgischen Hauttransplantationen geschlossen werden. 

Wann kannst du eine Verbrennung selbst behandeln und wann solltest du zum:r Arzt:Ärztin? 

Bei Kindern sollten auch kleine Verbrennungen und Verbrühungen immer ärztlich untersucht werden. Verbrennungen 1. Grades und auch einzelne Brandblasen können zu Hause behandelt werden. Bist du dir nicht sicher, ob es sich nur um erstgradige Verbrennungen handelt, kannst du den Notdienst anrufen. Bei Verbrennungen 2. Grades solltest du zeitnah einen Arzt: eine Ärztin aufsuchen. Verbrennungen 3. Grades müssen sofort von einem:r Arzt:Ärztin behandelt werden. Generell gilt: Wenn mehr als 10 Prozent der Körperoberfläche betroffen sind, ist meistens eine stationäre Behandlung erforderlich.

So kannst du Verbrennungen (besonders bei Kindern) vermeiden

Mit Kindern in der Adventszeit entstehen schnell heikle Verbrennungssituationen. Um die eine oder andere Verbrennung zu vermeiden, platziere Tassen mit heißen Getränken in der Tischmitte, sodass Kleinkinder nicht herankommen. Zudem kannst du auf herunterhängende Tischdecken verzichten und am besten nichts Heißes trinken, während du ein Kind auf dem Arm hältst oder auf dem Schoß sitzen hast.

Kinder am offenen Feuer solltest du immer im Auge behalten. Und versuche darauf zu achten, Kerzen rechtzeitig auswechseln, bevor sie ganz heruntergebrannt sind. Wenn du den Raum verlässt, lösche immer alle Kerzen. Es lohnt sich. selbst achtsam mit Feuer umzugehen und Kindern ein gutes Vorbild zu sein. Schließlich machen Verbote oft neugierig. Darum kläre dein Kind stattdessen am besten über Gefahren auf. Zudem sollten nur ältere Kinder unter Aufsicht Feuerzeuge oder Streichhölzer benutzen. Vorzugsweise schmückst du den Tannenbaum mit Lichterketten anstatt mit echten Kerzen und platzierst den Adventskranz, sodass die Kinder nicht herankommen. 

Auch Wärmflaschen können in der kalten Jahreszeit zu leichten Verbrühungen führen. Versuche, die Flasche nicht mit kochendem Wasser aufzufüllen. In der Küche achte am besten darauf, dass du auf den hinteren Herdplatten kochst. Topf- oder Pfannengriffe solltest du, wenn möglich, zur Wand hin ausrichten und ein Kinderschutzgitter an der Herdvorderseite befestigen.

Verwendete Quellen: drk.de, Kinderärzte im Netz, gesundheit.gv.at., gesundheitsstadt-berlin.de und apotheke.de

Brigitte

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