Aufräumen: Ein Wochenende zum Ausmisten

Zu manchen Dingen kommt man einfach nie: Ausmisten, aus den Urlaubsfotos ein Album basteln oder die Steuererklärung machen. Mit diesem Plan können Sie an einem Wochenende Ihr Leben ausmisten.

FREITAG: Überwinden

Aufschieberitis kennt jeder, etwa 40 Prozent der Menschen weltweit leiden manchmal darunter, besonders häufig sind Studenten betroffen. Das Phänomen hat sogar einen medizinischen Fachausdruck: Prokrastination. Drei Fragen und drei Antworten dazu: 1. Warum kann ich nicht einfach anfangen? Die gute Nachricht: Sie sind nicht faul. Die meisten Aufschieber wollen ihre Aufgaben nur besonders perfekt machen. Und weil das gesteckte Ziel so hoch ist, dass man im Grunde nur versagen kann, schaffen sie am Ende gar nichts. Die einfache, aber wirkungsvolle Lösung: Vergessen Sie Ihren Perfektionismus und setzen Sie sich kleinere Ziele!

2. Kann mir die Aufschieberitis auch nützlich sein? Viele Menschen sind sogar erstaunlich produktiv, während sie ihre eigentlichen Aufgaben vor sich her schieben. Misten den Kühlschrank auf, bringen das Altglas weg oder sortieren Urlaubsfotos. Solange sie danach ihre eigentlichen Aufgaben anpacken, kein Problem.

3. Wann muss ich mir Sorgen machen? Wenn Sie es nicht mehr schaffen, die wichtigen Dinge in Ihrem Leben zu organisieren. Unter wwwpsy.uni-muenster.de/Prokrastinationsambulanz können Sie testen, ob Ihr Aufschiebeverhalten eventuell behandlungsbedürftig ist.

Lesenswertes zum Einstimmen oder Aufschieben

Aufräumen: Ein Wochenende zum Ausmisten

Ursus Wehrli: "Kunst aufräumen": Gehören Sie zu den Menschen, die ihre machen müssen und plötzlich erst mal den Kleiderschrank ausmisten? Dann können Sie sich auch gleich hingebungsvoll diesem Klassiker widmen: Klee, Mondrian, Picasso - platzsparend und übersichtlich neu geordnet. Eine schöne Therapie für säumige Sortierer aller Art. (14,90 Euro, Kein & Aber)

Christine Rettl und Selda Marlin Soganci: "Mamas Wundertasche": Es gibt Räume, die müssen geschützt sein. Egal, wie chaotisch es in ihnen zugehen mag. Mamas Handtasche zum Beispiel, da steckt die ganze Welt drin. Ein Wunder und ein Augenschmaus. (14,90 Euro, Verlag Nilpferd in Residenz, ab 4 Jahre)

Kathrin Passig und Sascha Lobo: "Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin": Ordnung ist das halbe Leben? Man kann auch planlos glücklich sein! Dieses längst überfällige Lob der Disziplinlosigkeit ist der Feind aller To-do-Listen und der Freund des inneren Schweinehunds, der auch artgerecht gehalten sein will. (19,90 Euro, Rowohlt Berlin)

SAMSTAG: Loslegen!

Provisorien abschaffen Leuchten: Die nackte Birne im Flur hängt da jetzt auch schon seit dem Einzug vor zwei Jahren. Wir empfehlen: die Kugel als ultimative Deckenleuchte. Preiswert: als Japankugel aus Papier ab 7,90 Euro; das Original: aus milchigem Opalglas ab 35,90 Euro; edel: aus Glas und Chrom ab 66,95 Euro. Online zu bestellen z. B. bei www.wohnlicht.com Aufhängen: Sie haben keine Vorhänge vor den Fenstern, weil Sie den Stoff nicht auf die richtige Länge umnähen können? Umkleben werden Sie ja wohl können: Das Wundermittel gibt's bei Ikea, heißt Sy und kostet 2 Euro für 10 Meter. Anhängen: Ein Gang zum Baumarkt, 20 Haken gekauft und überall in der Wohnung angebracht, werden zwar nicht Ihr Leben, wohl aber Ihre Wohnung verändern. Für Jacken, für Handtücher, für Lassen, für Schlüssel, für Plastiktüten... Digitalisieren: Schon längst wollten Sie die alten Videos digitalisieren lassen, damit man sie wieder anschauen kann. Unter www.videooncd.de oder bei www.medienrettung.de. geht das einfach und perfekt. Sind es mehr als zwei Bänder, lohnt sich aber die Anschaffung eines Digitalisier-Geräts, das gibt's nämlich schon ab 37 Euro z. B. bei Amazon.

Ausmisten für Grobmotoriker

Hotlines überlisten Die meisten Hotlines von Telekom, Vattenfall und Co. sind auch am späten Abend und am Wochenende noch besetzt - das ist die beste Zeit, um dort anzurufen, weil man keine Zeit in der Warteschleife verbringt und alle Anliegen freundlich und schnell bearbeitet werden.

Freunde loswerden Wir haben Liz Pryor, Autorin von "Was hab ich falsch gemacht? Wenn Frauen einander nicht sagen, dass die Freundschaft vorbei ist", gefragt, wie's geht. Ihr Rat:

1. Verschwinde aus ihrem Leben! Sag Einladungen ab, ruf nicht zurück, zieh dich zurück. 2. Man kann auch im persönlichen Gespräch "Schluss machen". Das tun allerdings nur wenige, es ist aber eine besonders respektvolle Möglichkeit. 3. Mein Ratschlag: Denken Sie gut darüber nach, bevor Sie diesen Schritt unternehmen. Dann schreiben Sie einen Brief oder eine E-Mail, in dem Sie die Gründe für den Freundschaftsabbruch erklären und auch, dass Sie darüber nicht noch mal reden möchten. Erklären Sie, dass es Ihnen ehrlicher scheint, diesen Brief zu schreiben, als sich einfach aus ihrem Leben zu stehlen. Sagen Sie Danke für die gute Zeit miteinander, und wünschen Sie ihr das Beste für die Zukunft.

Freunde halten Die Studienfreundin in Halle, die Ex-Mitbewohnerin in München, Sie in . Eigentlich hätten Sie sich schon längst mal wieder melden müssen. So machen Sie vertröstete Freunde glücklich:Wertschätzung muss man anfassen können: Wenn Sie das nächste Mal im Internet ein Buch für sich selbst bestellen, bestellen Sie gleich eins mit für die Freundin in Halle. Zeigen Sie ihr, dass Sie an sie denken.

Schlagen Sie einen Termin für ein gemeinsames Wochenende vor. Bis dahin brauchen Sie kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn Sie sich nie melden.

Schreiben Sie einen Brief statt einer E-Mail.

SONNTAG: Neu starten!

Tatort-Bügeln Gebügelt wird ab sofort nur noch nebenbei. Perfekt dafür: der "Tatort" am Sonntagabend. Kompliziertes wie Rüschenblusen, während Vorspann oder längere Dialoge laufen, Hosen oder Geschirrtücher bis zum Showdown aufheben, weil man die fast blind bügeln kann.

Der 6-Punkte-Plan Sauberes Geschirr in der Maschine? Single-Socken unterm Bett? Verblühte Rosen auf dem Esstisch? Träumen Sie nicht länger davon, endlich alles erledigt zu haben, sondern verdonnern Sie sich sonntags vorm Schlafengehen dazu: Sechs Dinge werden weggeräumt, ordentlich sortiert oder entsorgt. Und für den hektischen Alltag legen Sie sich "Den Tag meistern" zu, das Beste, was es zum Thema "Dinge erledigen" auf dem Buchmarkt gibt. Das Prinzip: die Sechs-Punkte-Listen zum Ausfüllen. Schön designt sind die außerdem. (Verlag Seitmann & Söhne, 16,50 Euro, www.seltmannundsoehne.de)

Toter Briefkasten Bei offiziell aussehenden Briefen kriegen Sie Ausschlag, und der Begriff "funktionierendes Ordnungssystem" erinnert Sie an Ihre Eltern? Zur Not tut's auch eine kleine Schublade oder ein Karton, in den alle Post wandert, die wichtig aussieht. Ist sie voll, wird sortiert.

Aufräumen: Ein Wochenende zum Ausmisten

Systematisch denken Damit nach dem Aufräumen auf Ihrem Schreibtisch nicht wieder Briefe, Rechnungen und andere Messie-verdächtige Loseblatt-Sammlungen herumfliegen, rät Birgit Müller, Beraterin für Office Management (www.buero-und-sekretariat.de), zu folgendem System:

1. Checkliste schreiben. Simple Wahrheit: Was da steht, müssen Sie nicht im Kopf haben. Die lange Liste der lästigen Pflichten dort aufhängen, wo Sie oft vorbeikommen - in der Küche, im Bad, an der Eingangstür. Da nervt sie so lange, bis alle Punkte abgehakt sind. 2. Vorsortieren. Statt einer Ablage für Wichtiges lieber zehn: jedes neue Papier, jeder Brief landet gleich in der richtigen Abteilung: Bank, Schule, Rechnungen, Handy, Geburtstage, Fotos, Reisen... 3. Termine abstimmen. Sie können nicht zum Monopoly-Abend fahren, weil Ihr Mann geschäftlich unterwegs ist? Ihre Tochter weiß nicht, dass Ihr Sohn am Freitag das Auto braucht? Termin-Koordination funktioniert am besten, wenn die ganze Familie auf einen einzigen Kalender Zugriff hat. Zum Beispiel übers Mailprogramm Outlook. Morgens wird aktualisiert.

Belohnung Belohnen Sie sich für die Ordnung in Ihrem Leben. Planen Sie ihren Sommerurlaub, die neuen Pflanzen für den Garten oder eine neue Küche. Ob Sie die dann wirklich kaufen, ist nach getaner Arbeit fast nebensächlich.

Kommentare (1)

Kommentare (1)

  • Anonymer User
    Anonymer User
    Wer bügelt denn Geschirrtücher?? Die Zeit kann man sich doch sparen.

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