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Autark leben 10 Tipps für mehr Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit

Autark leben: Frau hält Gemüsekiste in der Hand
© Jacob Lund / Shutterstock
Es muss nicht gleich der Komplettaustieg sein: 10 Tipps, wie du im Alltag autark leben kannst.

Warum überhaupt autark leben?

Autark zu sein, bedeutet unabhängig zu sein, sich selber versorgen zu können und auch sich selber zu genügen. In einer Gesellschaft, in der wenige große Konzerne etliche Bereiche des Lebens in der Hand haben, und die zunehmend leistungs- und konsumorientiert ist, reift bei einigen Menschen der Wunsch nach (mehr) Autarkie heran. Gründe für ein autarkes Leben sind jedoch vielfältig, manchmal auch eine Mischung aus mehreren Aspekten, zum Beispiel das Bedürfnis nach einem gesünderen Lebensstil, nach mehr Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit, nach weniger (Leistungs-)Druck, nach Unabhängigkeit (von Konsum und Unternehmen) und nach mehr Selbstbestimmung und Freiheit.

Allerdings kann auch der Gedanke an eine komplette Autarkie durchaus beängstigend sein und ist nicht für alle der richtige Lebensweg. Nun ist es dafür keineswegs nötig, seinen Job an den Nagel zu hängen, in eine Jurte im Wald zu ziehen und als Einsiedler sein Leben zu verbringen (mal ab von den rechtlichen Schwierigkeiten, die das mit sich brächte ...). Mehr Unabhängigkeit und Kontrolle über das eigene Leben ist auch anders möglich, zum Beispiel mit einem autarken Haus.

Autarkes Haus

Ab wann ein Haus als autark gilt, ist nicht genau definiert. Häufig ist damit die energetische Autarkie gemeint, durch bspw. einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Neben unabhängiger Energie- und Wärmeversorgung kann zusätzlich auch die autarke Wasserversorgung bzw. das Abwassersystem gemeint sein. In diesen Bereichen gibt es jedoch gesetzliche Vorgaben,  z. B. beim Anschluss an das Kanalisationsnetz, über die man sich im Vorfeld erkundigen sollte. In Wohn- oder Bauwagen als auch Tiny Houses lässt es sich mit verschiedenen Lösungen (z. B. Komposttoilette, Holzofen) weitestgehend autark leben.

Die Vorteile eines autarken Hauses liegen ganz klar in der Reduzierung laufender Kosten (z. B. Strom), auf der anderen Seite stehen am Anfang häufig hohe Investitionen in Technologien an. Auch die Unabhängigkeit von verschiedenen Anbietern und deren Preispolitik ist durchaus vorteilhaft. Hundertprozentige Unabhängigkeit gibt es dann doch nicht, denn dann ist man halt von seinen autarken Technologien abhängig und hat besser keine Ausfälle (aber auch da gibt es natürlich Überbrückungslösungen!).

Autark leben – aber wie?

Du verspürst den Wunsch, autark zu leben, doch wie sieht das in deiner Vorstellung konkret aus? Ist es das Leben und Arbeiten auf dem Bauernhof mit kompletter Selbstversorgung, ein Zusammenleben im Ökodorf, ein einfaches Leben im autarken Tiny House? Oder sind für dich nur Teilbereiche aus irgendwelchen Gründen interessant?

Um herauszufinden, was zu dir passt, solltest du dich fragen, warum du den Wunsch nach Autarkie hast. Bedürfnis nach (mehr) Naturverbundenheit oder komplette Unabhängigkeit von Unternehmen? Erst wenn du weißt, was für dich wichtig ist, kannst du entscheiden, wie weit du gehen willst. Zur Orientierung kannst du dir ein Ziel sowie Teilziele definieren und formulieren und dein autarke(re)s Leben Schritt für Schritt angehen. Auch im Kleineren lässt sich autarkisch leben.

DIY, Garten und Federvieh – das Leben etwas autarker machen

Ob als Start in ein autarkes Leben oder einfach nur ein Stück weit mehr Unabhängigkeit: diese 10 Tipps helfen dir im Alltag dich mehr und mehr selber zu versorgen.

1. Gemüse anbauen

Der Klassiker in der Selbstversorgung ist ein eigener Garten für Obst- und Gemüseanbau. Dieser lässt sich im großen Stil aufziehen, sodass du (und deine Familie) davon leben könnt. Dafür braucht es jedoch ausreichend und geeignetes Land sowie viel Arbeit, Zeit und Lernwilligkeit. Sinnvoll ist ein Pflanzplan, damit das ganze Jahr über genug geerntet werden kann.

Auch mit weniger Grundstück, selbst auf einem Balkon, gelingt die Obst- und Gemüsezucht! Hier erfährst du, was du bei einem Hochbeet auf dem Balkon und beim Hochbeet befüllen beachten solltest.

2. Kompostieren

Ein Kompost mag nur ein kleiner Schritt sein, unterstützt dich jedoch in der Selbstversorgung mit gutem Dünger. Einen Kompost anzulegen ist ganz einfach, selbst in einer Wohnung findet eine Wurmkiste immer einen Platz.

3. Regenwassernutzung

Regenwasser solltest du nicht als Trinkwasser verwenden, doch für Haus und Garten ist es optimal. Fange Regenwasser (bspw. in einer Regentonne) auf und nutze es in trockenen Phasen zum Gießen der Pflanzen oder als Toilettenspülung.

4. Lebensmittel selber machen

Nicht alle Lebensmittel müssen fertig im Supermarkt gekauft werden. Vieles davon kann man ganz leicht selber machen, hier findest du eine Auswahl:

5. Lebensmittel haltbar machen

Ob nun gekauft oder selbst angebaut: Übrig gebliebene oder überschüssige Nahrungsmittel lassen sich auf verschiedene Weisen haltbar machen:

Damit beugst du nicht nur Lebensmittelverschwendung vor, sondern schaffst dir einen passablen Vorrat an!

6. Hühner halten

Eigene Hühner liefern regelmäßig frische Eier, dafür braucht es nicht mal eine große Herde. Worauf du noch beim Hühner halten achten solltest, erfährst du hier. Andere Tiere wie z. B. Ziegen können natürlich ebenfalls gehalten werden, nur in einem Wohngebiet wird das vermutlich schwierig ... 

7. Rad fahren

Brauchst du wirklich ein Auto? Wenn nicht, verkaufe es. Fahrrad fahren fördert deine Gesundheit und du sparst dir alle Verpflichtungen und Kosten rund ums Auto – und tust der Umwelt einen großen Gefallen.

8. Reparieren und Upcyclen

Ein kleines Loch im Ärmel oder ein kaputter Toaster – viele Dinge können mit kleinem Aufwand repariert und müssen nicht neu gekauft werden. Wer selber kein Händchen dafür hat, bekommt Unterstützung in einem Repair-Cafe oder anderen nachbarschaftlichen Hilfsangeboten. Dinge, für die du keine Verwendung mehr hast, werden zum Fall fürs Upcycling! Aus unnützen Gegenständen gestaltest du mit wenigen Handgriffen und etwas Fantasie etwas neues, an dem du Freude hast. 

9. Pflegeprodukte selber machen

Für viele Pflege-Produkte des Alltags existiert eine einfache DIY-Variante, probiere folgende Ideen mal aus:

Neben Pflegeprodukten lassen sich auch Haushaltsgegenstände und -mittel einfach herstellen:

10. Fertigkeiten aneignen

Ein wesentlicher Punkt sind Fertigkeiten. Je mehr du selber beherrschst, desto unabhängiger kannst du werden. Stellst du Haushalts- und Pflegemittel selber her oder pflegst einen Gemüsegarten, eignest du dir bereits eine Menge Know-How (z. B. auch über Permakultur im Garten) an. 

Niemand muss ein Händchen für alles haben – probiere aus, was dir liegt und woran du Spaß hast oder was du für deinen Alltag gebrauchen kannst. Grundkenntnisse im Nähen, Stricken oder andere handwerkliche Skills sind ebenfalls vorteilhaft. Einiges lässt sich nach dem Motto "Learning by doing" aneignen, für anderes gibt es on- und offline Anleitungen oder Kurse (z. B. Heimwerkerkurse).

Tipp: In der BRIGITTE-Community kannst du dich mit anderen rund ums Heimwerkern austauschen. 


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