Bienensterben: So kannst du Bienen in Not helfen

Rettet unsere Bienen! Das Bienensterben ist in aller Munde - müssen wir etwa befürchten, dass wir bald keinen Honig mehr bekommen? Und wie können wir Bienen in Not helfen? Wir haben die Antworten!

Alle reden vom Bienensterben - was steckt dahinter?

Die weltweite Bienenbevölkerung geht seit einigen Jahren zurück. Experten befürchten, dass das Bienensterben weitreichende Folgen für andere Insektenarten, Tiere und uns Menschen haben kann. Bienen bestäuben sehr viele Pflanzen, die für einen Großteil unserer Lebensmitteln benötigt werden.

So gäbe es ohne die kleinen Bestäuber keine Äpfel und Tomaten, aber auch keine Produkte mit Raps- oder Sonnenblumen-Öl, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Insekten sind eine wichtige Säule der Pflanzenwelt und damit auch für unsere Lebensmittel.

Was bedeutet das für unseren Honig?

Wenn wir "Bienen" hören, denken wir erstmal an saftige Waben und süßen Honig. Ist also auch der weltweite Vorrat an Honig in Gefahr?

Nein! Denn was sich nur wenige bewusst machen: Vom Aussterben sind vor allem Wildbienen-Arten bedroht. Honigbienen sind allerdings Nutztiere, die von Imkern gehalten und versorgt werden. So lange Imker beschließen, Honig produzieren zu lassen, haben Honigbienen eine Aufgabe und eine Lebensgrundlage. So lassen sich auch typische Winterverluste wieder ausgleichen: indem ganze Bienenvölker nachgezüchtet werden.

Was löst das Bienensterben aus?

Wildbienen sind durch mehrere Faktoren bedroht - und nicht alle gehen vom Menschen aus. So hat sich zum Beispiel die so genannte Varroamilbe (Varroa destructor) in den letzten Jahren als einer der größten natürlichen Bienenkiller etabliert. Die kleine Milbe misst nur knapp anderthalb Millimeter und kann zum Tod von ganzen Bienenvölkern führen.

Aber auch Giftstoffe, die zum Beispiel von Landwirten versprüht werden, sind Auslöser des Bienensterbens. So schaden Unkrautvernichter den Insekten, weil sie ihnen die Pflanzen zum bestäuben nehmen. Es werden allerdings auch einige Insektenvernichter eingesetzt, die für Bienen tödlich sind.

Besonders tödlich für Wildbienen sind so genannte Neonikotinoide, kurz "Neonics", die sich leicht versprühen lassen und sehr wirksam in der Insektenvernichtung sind - vor allem Imidacloprid ist einer der Auslöser des Bienensterbens. Ein Teil der Neonics wurde kürzlich in der EU verboten, doch stattdessen sprühen Landwirte nun mit anderen, nicht minder gefährlichen Giften.

Auch die Fortschritte in der Landwirtschaft und die steigende Effizienz des Menschen sind für Bienen eine Bedrohung. Monokulturen und durchgestylte Grünanlagen machen es den Tieren schwer, Nahrung zu finden. Viele Insekten verhungern schlicht und ergreifend, weil ihnen die Vielfalt und das reichhaltige Angebot einer Wildnis fehlen.

Wie kann ich Bienen in Not helfen?

Wenn du im Sommer eine Biene in Not findest - etwa auf dem Balkon oder im Garten - ist sie wahrscheinlich von der Nektar-Suche erschöpft und kann nicht mehr weiterfliegen. Sie droht nun zu verhungern - aber du kannst du sie mit einfachen Mitteln aufpäppeln und ihr neue Kraft geben:

  1. Mische eine kleine Menge Zucker und Wasser im Verhältnis 3:2 - der Zucker muss sich komplett aufgelöst haben.
  2. Das Zuckerwasser kann Bienen neue Energie geben, damit sie weiterfliegen können. Fülle dafür die Mischung in einen kleinen Behälter ab, aus dem sie gut trinken können.
  3. Geeignete Trinkgefäße: Umgedrehte Kronkorken von Bierflaschen, leere Tabletten-Blisterverpackungen, Teelöffel (nur zu einem Teil gefüllt). Oft werden auch umgedrehte Legosteine benutzt, um die geschwächten Bienen zu tränken - hier ist der Vorteil, dass die Tierchen das Zuckerwasser gut aufnehmen, aber nicht darin ertrinken können.
  4. Stelle das Zuckerwasser nun den Insekten zur Verfügung. Beobachte, ob sie es schaffen, den "Energydrink" zu sich zu nehmen und pass auf, dass sie nicht in der Zuckerlösung ertrinken.

Du kannst natürlich auch eine Bienentränke bauen, an der die fleißigen Bestäuber einfaches Wasser zu trinken bekommen.

Wichtig: Weil Bienen nicht schwimmen können, brauchen sie einen flachen Zugang zum Wasser oder einen Platz zum landen. Klassische Bienentränken bestehen aus einer Schale mit Murmeln, die so weit mit Wasser gefüllt ist, dass die Murmeln aus dem Wasser ragen und die Tiere darauf landen können.

Du kannst wilden Bienen aber auch generell das Leben erleichtern. Schon mit wenigen Handgriffen kannst du dazu beitragen, dass sie in deiner Nachbarschaft ein besseres Leben haben. Dazu gehört:

  • Pflanze eine wilde Blumenmischung: Bienen brauchen Material zum Bestäuben, das ihnen in unseren durchgestylten Gärten und akribisch angelegten Beeten fehlt. ("Wie Blumen die Welt retten können")
  • Lass mal Fünfe gerade sein: Auch ein bisschen Unordnung im Garten macht Bienen das Leben leichter. Versetzte Steine oder Ecken mit Holzstücken schaffen Hohlräume, in die sich die Tierchen zurückziehen können. Auch Totholz kann liegenbleiben, Kies-, oder Steinhaufen erfüllen auch einen Zweck.
  • Wildnis und Unkraut: Ja, das ist eben Natur! Wenn wir "ungewünschte" Pflanzen immer wieder rausreißen oder Zurechtstutzen, nehmen wir Bienen damit den Lebensraum. Lass einfach wachsen - die Insekten werden es dir danken. (Und wenn du einen "wilden Garten" nicht schön findest, kannst du vielleicht zumindest eine Ecke des Grundstücks wild wachsen lassen - besser als nichts).
  • Stelle oder hänge ein Insektenhotel auf: Auch hier profitieren Insekten von Hohlräumen, in die sie sich zurückziehen können.
  • Pflanze selber ganz bewusst Pflanzen an, die Bienen gut tun: Lavendel und Thymian zum Beispiel bieten unseren fliegenden Freunden eine Menge schmackhaften Nektar und geben ihnen eine Menge Kraft - im Gegensatz zu manchen sterilen Blumen, die "einfach nur schön aussehen". Wir zeigen dir, wie du selbst Lavendel pflanzen kannst und was du beim Thymian pflanzen beachten musst. Vielleicht findest du ja Gefallen am Kräuter anbauen

Mehr Anregungen zur Gartengestaltung findest du in unserem Special. Und: Mehr Tipps rund um den Balkon und Garten findest du auch auf unserer Pinterest-Pinnwand - schau doch mal vorbei!

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