Blütenrausch

Es grünt, sprießt und blüht: Jetzt im April ist Pflanzzeit angesagt. Gartenexpertin Friederike von Ehren präsentiert ihre Vorschläge für wunderschöne Blumen-Arrangements und gibt Tipps für Balkon und Garten.

Eine Primel allein macht noch keinen Frühling. Und vier Primeln in einem Topf, um eine Narzisse herum drapiert, ergeben auch keine äußerst originelle Pflanzschale, an der sich das Herz groß erfreut. Dass man Kübel und Kästen allerdings auch wesentlich fantasievoller bepflanzen kann, zeigt Gartenexpertin Friederike von Ehren in ihrem Hamburger Gartencenter: "Jetzt kann man schon richtig aus dem Vollen schöpfen und die schönsten Arrangements zusamenstellen".

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Immer mit dabei: Das Hornveilchen. Die kleinen Viola cornuta sind der absolute Trend in diesem Jahr und sie haben ihre großen Verwandten, die Stiefmütterchen, glatt aus den Kübeln verdrängt. "Hornveilchen blühen unglaublich lange, von Mai bis September, und in wunderschönen Farben - orange, gelb und pink. Und sie lassen sich mit ihren kleinen zweifarbigen Blüten prima kombinieren", sagt Friederike von Ehren. Zum Beispiel so:

Farbenfroh: Die ganze bunte Pracht in einem Topf vereint: mit einer Scheinquitte (Chaenomelis) in der Mitte, Narzissen, gefüllten Ranunkeln, Hornveilchen, Heuchera (Purpurglöckchen) und Gänsekresse. Grundsätzlich sollte man beim Bepflanzen von Kübeln und Kästen auf einen gewissen Strukturaufbau achten: Gut ist immer etwas Hohes für die Mitte zu wählen und etwas nach unten Rankendes für den Rand (zum Beispiel immergrünes Efeu oder Muehlenbeckia).

Variation in Blau: In dem Kupfer-Kübel wurden hellblaue Primeln zusammen mit Anemonen, Hornveilchen, Glockenblume (Campanula) und Hyazinthen kombiniert. In der Mitte steckt eine kleine Zierweide, dazu kommen noch eine gefüllt blühende weiße Narzissen, Christrose und Efeu.

Klassischer Dreiklang: Rosa mit Weiß und Blau kombiniert, sieht immer schön aus.

Ganz in Weiß: Mit gelb-weißen Hornveilchen, gefüllten Primeln, Margeriten, Tulpen, Bellis und immergrünem Schneeball (Viburnum tinus) verbreitet dieser Topf pure Eleganz. Als Ranke wurde Muehlenbeckia eingesetzt. Der farblich passende Kübel unterstreicht noch die Wirkung.

Sommerfrische: Rosa, Pink, Purpur und Weiß wirkt als Farbkombination leicht und frisch. Primeln, Bellis (Taudendschön) und Muehlenbeckia als Ranke blühen um die Wette.

Alles gelb: Ein Kübel bepflanzt mit Narzissen, Primeln, Tulpen, Campanula und Christrosen.

Pflanztipps fürs Frühjahr

  • Pflanzen, die mit Ballen gekauft werden, müssen unbedingt jetzt im April gepflanzt werden - das betrifft alle Heckenpflanzen, kleinere Hausbäume oder Solitärsträucher. Später sind diese Pflanzen in der vollen Wachstumszeit und grünen. Eine Anpflanzung sollte dann erst wieder ab September (bei Nadelhölzern) und Mitte Oktober nach dem Laubfall (bei Laubbäumen) erfolgen.
  • Regelmäßig gießen: Gerade die immergrünen Pflanzen wie Kirschlorbeer, Bambus, Thuja und Taxus müssen immer intensiv gewässert werden. Das gilt insbesondere für die frisch gepflanzten Gewächse, die ja nur aus der kleinen Erdkugel, dem Ballen leben. Da reicht das Regenwasser nicht. Also: Reichlich gießen in den ersten drei Jahren und auch in der kalten Jahreszeit.
  • Ganz entscheidend ist der Gießrand: Ein kleiner Wall, der rings um die Pflanze in der Größe des Ballens angelegt wird, sorgt dafür, dass das Wasser am Ballen gehalten wird.
  • Im Gegensatz dazu lassen sich Containerpflanzen den ganzen Sommer über einpflanzen. Die werden schon im Topf gezogen und man braucht nur noch den Topf vorher abzuziehen. So lassen sich zum Beispiel blühende Rosen, aber auch Rhododendren, Obstgehölze und Stauden bequem einsetzen.
  • Standort: Achten die darauf, ob Sie sonnige oder eher schattige Standorte bepflanzen möchten und wählen Sie dementsprechend geeignete Pflanzen aus.
  • Erde: Gute Pflanzen brauchen auch gute Nahrung, also gute Erde. Und keinen Bauschutt, oder staubtrockenen Torf, der schon aus der Tüte bröselt. Qualitativ hochwertige Erde ist mit Tonmineralen angereichert, damit sie Wasser anlagern kann - sonst muss man im Sommer alle zwei Stunden gießen. Außerdem ist die Erde bereits gut vorgedüngt und gelockert (z.B. von Kompo).
  • Regelmäßig düngen: Alle Blühpflanzen werden um so schöner und voller blühen, je mehr Nahrung ihnen zur Verfügung steht. Wer keine Lust hat wöchentlich zu düngen, kann auch einen Langzeitdünger verwenden.
  • Frostschutz: Stiefmütterchen, Hornveilchen und Narzissen können Nachtfröste aushalten, vorgetriebene Pflanzen aus dem Gewächshaus vertragen ihn dagegen oft nicht. Wer also ganz sicher vor Nachtfrösten sein will, wartet mit empfindlichen Pflanzen bis nach den Eisheiligen und die "kalte Sophie" Mitte Mai. Wer nicht so lange warten möchte, kann die Pflanzen auch mit einem leichten Tuch abdecken, und sie näher an die Hauswand ziehen.
Uta Bangert
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