Einmal tief durchatmen, bitte! Warum uns Pflanzen gut tun

Sie reinigen die Luft und die Seele: Acht Gründe, warum uns Pflanzen in Wohnung und Büro richtig gut tun.

Besonders in der Heizperiode angenehm: Pflanzen verdunsten 98 Prozent des Gießwassers über die Blätter. So befeuchten sie die trockene Heizungsluft, die Kopfschmerzen und gereizte Nasenschleimhäute verursachen kann. Ganz nebenbei können sie Heizkosten senken: Mit Pflanzen fühlen wir uns in einem zwei bis drei Grad kühleren Raum genauso wohl wie in einem entsprechend wärmeren Raum ohne Pflanzen – denn in trockenen Räumen frieren wir schneller.

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Pflanzen produzieren Sauerstoff und schlucken Kohlendioxid. Die bessere Atemluft wirkt sich direkt auf unsere Konzentrationsfähigkeit aus. Pflanzen ersetzen zwar nicht das Lüften, aber in Sachen Sauerstoff bringt das Lüften sowieso nur bei Durchzug etwas. Tipp: Besonders viel Sauerstoff produziert die Madagaskarpalme.

Pflanzen sind Luftfilter und entziehen der Raumluft Schadstoffe aus Möbeln und Teppichen, was besonders im Büro relevant sein kann. Für jede Aufgabe gibt es Spezialisten: Aloe und Grünlilie schlucken besonders viel Formaldehyd, das von einigen Kunststoffen abgesondert wird und als krebserregend gilt. Efeu und Drachenbaum bauen das Lösungsmittel Benzol besonders effektiv ab.

Pflanzen sind Staubfänger. Wie wir selbst täglich zu Hause beobachten können, setzt sich Staub auf den Blättern ab, anstatt in unserer Atemluft herumzufliegen. Bitte immer mal wieder abstauben!

Pflanzen, Erde und Töpfe schlucken Lärm. Klar, dass eine Grünlilie auf der Fensterbank weniger Lärm dämpft als ein bodentiefer Gummibaum.

Der Psychologe John Klein Hesselink von der niederländischen Forschungs-Organisation TNO hält die psychologische Wirkung von Pflanzen für stärker als die physiologische. Hesselink hat nachgewiesen, dass Pflanzen dem Menschen helfen, Stress abzubauen und sich zu erholen. Eine mittelgroße Pflanze pro Mensch bzw. pro 12 Quadratmeter reicht aus, um in Sachen Sauerstoff und Psyche einen positiven Effekt zu erzielen.

Die Phytophilie, die Liebe des Menschen zu Pflanzen, lässt sich zwar nicht beweisen, gilt aber als unbestritten: Menschen fühlen sich von jeher zu Pflanzen hingezogen, denn wo es Pflanzen gab, gab es Wasser, Früchte und Schutz. Psychologen glauben, dass das der Grund ist, warum wir Urlaub im Grünen machen, im Park oder Wald spazieren gehen - und uns Grünzeug ins Haus holen. Pflanzen steigern unser Wohlgefühl, auch ohne dass wir sie bewusst anschauen.

Für Claudia Gölz vom Grünen Presseportal sind Pflanzen sogar Partnerersatz. In den 60ern wurden Pflanzen aufs Fensterbrett verbannt, "in den beziehungsschwierigen Zeiten der Berufsnomaden sind sie ein Beziehungsthema geworden", sagt sie. Untersuchungen haben gezeigt, dass Pflanzen heute so manche Beziehung überdauern und beim Auszug selbst von dem einen oder anderen Mann mitgenommen werden. Große Pflanzen sind vitale Lebewesen, die auf einen warten und Zuwendung brauchen - mit denen man aber nicht Gassi gehen muss.

Text: sar
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