Igel füttern? Nur unter diesen Umständen!

Wir füttern Igel, weil wir ihnen etwas Gutes tun wollen. Doch nicht immer tut es ihnen gut. Wann wir Igel füttern sollten –und wann besser nicht. 

Das fressen Igel normalerweise

Igel sind Insektenfresser und verspeisen z. B. Falter, Schmetterlinge, Ameisen, Mücken, Heuschrecken, Wespen, Bienen und Käfer, ernähren sich aber auch von bspw. Regenwürmern, Tausendfüßlern, Spinnen und Asseln.

Nüsse, Obst und Gemüse hingegen gehören nicht zu ihrem Futter!

Igel füttern: ja oder nein?

Jein! Igel sind Wildtiere und benötigen in der Regel keine Zufütterung, sondern finden in der Natur genug Nahrung. Es gibt wenige Ausnahmesituationen, in denen Igel füttern eine gute Sache ist!

Igel füttern – nicht immer eine gute Idee

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Wenn du Igel nicht richtig fütterst, kann das ernsthafte Konsequenzen für ihre Gesundheit bedeuten. Igel vertragen zum Beispiel keine Milch, sie können dadurch Durchfall bekommen, der in schweren Fällen zum Tod führen kann. Vor allem Jungtiere müssen lernen, Futter zu suchen – und sollten nicht ständig einen gut gefüllten Futternapf vorfinden. Zudem kann sich der natürliche Rhythmus eines Igels verschieben: wird die Nahrung knapp, stellt er sich auf Winterschlaf ein.  

In diesen Situationen kannst du Igel füttern

In einigen Ausnahmefällen ist es durchaus sinnvoll, Igel zu füttern:

  • Igel im Winter: Erwacht ein Igel zu früh aus dem Winterschlaf und findet wegen des gefrorenen Bodens keine Nahrung.
  • Der Igel wiegt zu wenig: Ein Igel sollte ca. 1000 Gramm und ein Jungigel etwa 500 Gramm wiegen, bevor er in den Winterschlaf gehen kann. Ansonsten besteht die Gefahr, dass er verhungert.
  • Anhaltende Trockenheit: Bei einem sehr heißen Sommer kann in Ausnahmefällen auch hier ausgezehrten Igeln zugefüttert werden. Auch ein Schälchen mit Wasser ist sinnvoll.

Igel füttern – und zwar so!

Trifft eine der Ausnahmesituationen zu, fütterst du den Igel am besten mit Katzenfutter und Haferflocken, spezielles Igelfutter ist nicht notwendig.

Für die Fütterung im eigenen Garten kannst du eine Futterstelle einrichten, diese sollte jedoch möglichst sicher vor Füchsen, Katzen und Hunden sein. Dazu kannst du eine alte Kiste oder Obstkiste nehmen und eine Öffnung, durch die der Igel passt, schaffen. Dann legst du noch eine kleine Absperrung neben den Eingang (z. B. ein Ziegelstein oder Holzstück), sodass der Igel daran vorbeigehen muss, um an den Napf dahinter zu kommen. Von oben beschwerst du die Futterstelle mit Steinen oder vollen Gießkannen. Und so könnte ein (selbstgebautes) Igelhaus aussehen:

Füttern reicht einmal am Tag (ca. 150 Gramm Portion), am besten zum Abend hin. Ein Jungigel kann bei Zufütterung im Herbst pro Tag ca. 10-15 Gramm zunehmen, aber erst wenn die Nahrung knapp wird, stellt sich der Igel auf Winterschlaf ein. Also: Gibt die Natur wieder selber genug Nahrung her oder hat der Igel genügend Gewicht, aufhören mit dem Füttern. Von alleine lassen sie nämlich nicht von dem bereitgestellten Essen ab.

Noch mehr Tipps rund um Garten und Tiere findest du hier: Insektenhotel selber bauen, Kartoffelkäfer bekämpfen und Wespennest entfernen. Auch für die Gartengestaltung haben wir tolle Ideen für dich: Kleiner Garten: 10 Do's and Dont's, Hecke schneiden und Tulpen pflanzen

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