Kartoffelkäfer bekämpfen: Mit diesen Tricks klappt's!

Kartoffelkäfer bedrohen deine lang ersehnte Kartoffelernte? Wir erklären, wie du den Kartoffelkäfer bekämpfen kannst. 

Der Kartoffelkäfer wurde Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA nach Europa eingeschleppt – mit verheerenden Folgen. Große Plagen vernichteten in vielen Gebieten ganze Kartoffelfelder und zerstörten das Grundnahrungsmittel der Menschen. Inzwischen stellt der Kartoffelkäfer dank ausgefeilter Bekämpfungsmethoden keine derartige Bedrohung mehr dar, doch weil er äußerst robust und anpassungsfähig ist, ist sein Befall auch heute noch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Wir verraten dir, was du gegen den gefräßigen Blattkäfer unternehmen kannst, wie du deine geliebten Nachtschattengewächse schädlingsfrei bekommst und deine Kartoffeln retten kannst.  

Kartoffelkäfer bekämpfen: Bio statt Chemie

Kartoffelkäfer sind tückische Schädlinge, da sie zum einen hierzulande kaum natürliche Fressfeine haben und zum anderen rasch Resistenzen gegen Insektizide entwickeln. Bewährt haben sich ökologische Bekämpfungsmittel und Hausmittel, mit denen nicht nur Biobauern, sondern auch Hobbygärtner dem Käfer und seinen Larven den Garaus machen können.

Du solltest besser die Finger von Chemiekeulen wie Spinosad lassen, denn Spinosad tötet nicht nur den Kartoffelkäfer, sondern ist auch für Bienen und andere Nützlinge giftig. Es gibt deutlich schonendere Methoden, deine Pflanzen schädlingsfrei zu bekommen.

Kartoffelkäfer bekämpfen: Der richtige Zeitpunkt

Ebenso wichtig wie die Wahl des richtigen Mittels ist der Zeitpunkt der Schädlingsbekämpfung. Der erwachsene Kartoffelkäfer richtet im Prinzip keinen nennenswerten Schaden an, viel schlimmer ist die erste Generation der Larven des Kartoffelkäfers im Frühling.

Sie entsteht aus den abgelegten Eiern der Kartoffelkäfer, welche mit dem Kartoffelaustrieb im Frühling aus dem Boden kriechen. Wird diese Larvengeneration effektiv bekämpft, kann sich das Jahr über keine große Kartoffelkäferpopulation mehr aufbauen.

Kartoffelkäfer: Die besten Bekämpfungsmittel

  • Absammeln: Das altbewährte Hausmittel, die Käfer und Kartoffelkäferlarven abzusammeln, ist zwar mühsam, aber äußerst wirksam. Ebenso solltest du beim Absammeln nach dem gelblichen Eigelege Ausschau halten und dieses auch von deinen Kartoffelpflanzen entfernen.
  • Jauche aus Meerrettich: Meerrettichjauche ist ein natürliches Spritzmittel gegen den Kartoffelkäfer. Mische zehn Liter Wasser mit einem Kilogramm frischem oder 200 Gramm getrocknetem Meerrettich und lasse das Gemisch ein paar Tage in der Sonne stehen. In eine Spritzflasche gefüllt kannst du mit der Jauche nun die Kartoffelpflanzen besprühen. Vergiss die Blattunterseite nicht, denn dort haftet das Eigelege. Du kannst die Jauche auch bereits im Frühjahr vorsorglich auf deine Beete mit Kartoffeln und anderen Nachtschattengewächsen geben, denn sie hält die aus dem Boden krabbelnden Kartoffelkäfer bereits im Vorfeld davon ab, auf den Blättern ihre Eier abzulegen.
  • Brühe aus Minze oder Farn: Ebenso natürlich und unbedenklich ist ein Sud aus Minze oder Farn zur Bekämpfung des Kartoffelkäfers. Übergieße einen halben Eimer Minze oder Farnwedel mit 5 Litern kochendem Wasser. Nach dem Abkühlen filterst du die festen Bestandteile heraus und verdünnst die Brühe im Verhältnis 1:10 mit kaltem Wasser. Der Sud kann nun auf das betroffene Nachtschattengewächs gesprüht werden.
  • Gesteinsmehl und Holzasche: Streust du Gesteinsmehl, also fein zermahlenes Gestein, oder Holzasche auf deine befallene Kartoffelpflanze, entziehen sie den Larven Körperflüssigkeit, was sie letztlich austrocknen lässt. Netter Nebeneffekt: Die beiden Materialien gelten zudem als Dünger, machen die Pflanzen widerstandsfähiger, was sie wiederum weniger anfällig für Schädlinge aller Art macht. 
  • Neem: Pflanzenschutzmittel mit den Wirkstoffen des tropischen Neem-Baums werden im ökologischen Gemüsebau gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt, aber auch Hobbygärtner verzeichnen mit diesem Insektizid Erfolge. Das Mittel wirkt am besten gegen die jungen Larven des Kartoffelkäfers, denn sie sind besonders fressaktiv und nehmen viel des tödlichen Wirkstoffs auf.
  • Bacillus thuringiensis: Auf die Kartoffelpflanzen gesprüht, entwickelt das Bakterium Bacillus thuringiensis einen Giftstoff, der für den Kartoffelkäfer und die Kartoffelkäferlarven tödlich sein kann. Für Menschen, Tiere und Pflanzen ist der Giftstoff allerdings ungefährlich. Fressen die Larven das Bakterium, stellen sie das Fressen ein, was schließlich zum Tode führt. Für die Anwendung im Privatgebrauch zugelassene Produkte, wie Novodor, wirken bereits im frühen Larvenstadium und sollten daher entsprechend frühzeitig auf die Kartoffelpflanze gegeben werden.

In deinem heimischen Garten kannst du noch viel mehr anpflanzen: Apfelbaum pflanzen, Thymian pflanzen, Erdbeeren pflanzen, Heidelbeeren pflanzen oder Oregano pflanzen.

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Kartoffelkäfer bekämpfen: Feld mit Kartoffelkäfern
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