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Grün, grüner, nachhaltig: 10 Tipps für einen nachhaltigen Garten

Nachhaltiger Garten: Erwachsener und Kind pflanzen einen Baum
© A3pfamily / Shutterstock
Ein nachhaltiger Garten? Ist gar nicht so schwer umzusetzen! Wir zeigen dir 10 Anregungen, die jedem gelingen. 

Nachhaltigkeit ist in aller Munde – und das zweifelsfrei zurecht, sie wird auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Auch wir können mit kleinen und größeren Entscheidungen nachhaltig(er) leben. Und welcher Lebensbereich eignet sich besser als unser Lieblingsort: der Garten. Er ist Lebensraum, Augenweide und Entspannungsort zugleich und lässt sich mit ein wenig Umstellung nachhaltiger gestalten. 10 Anregungen für dich.

Nachhaltiger Garten – 10 Tipps fürs Gärtnern

Wie gelingt ein nachhaltiger Garten? Wir haben da ein paar Ideen, mit denen du Nachhaltigkeit in deinem privaten Stück Natur gezielt umsetzen kannst!

1. Wasser bewusst nutzen

Nachhaltiger Garten: Kind vor einer vollen Regentonne
© Maria Evseyeva / Shutterstock

Hahn aufgedreht oder einen Rasensprenger die Arbeit verrichten lassen, das ist sicherlich in vielerlei Hinsicht praktisch und zeitsparend – nur leider wenig nachhaltig. Denn das Wasser aus dem Hahn wurde aufwendig aufbereitet, eine sinnvolle Alternative für den Garten ist eine Regentonne (oder wer die Kosten nicht scheut schafft eine Zisterne an). Das Regenwasser kann zu stark sonnigen und trockenen Zeiten für die Beet- und Gartenbewässerung genutzt werden.

2. Torffreie Blumenerde

Hobbygärtner kommen oft nicht drumherum Blumenerde zu besorgen. Doch die ist häufig mit Torf angereichert, welches aus Hochmooren abgebaut wird – und das ist leider überhaupt nicht gut für unsere Umwelt. Dadurch wird das Ökosystem gestört und große Mengen CO2 freigesetzt. Laut NABU werden rund ein Drittel von den etwa zehn Millionen Kubikmetern Torf in Deutschland von Hobbygärtnern verbraucht. Experten schätzen, dass die Vorräte in 50 Jahren erschöpft und das artenreiche Ökosystem zerstört sein wird, wenn der Torfabbau in Deutschland weitergeht wie bisher. Also: Wenn Blumenerde, dann am besten torffrei!

3. Heimische Pflanzen

Nachhaltiger Garten: Roter Fingergut im Garten
Roter Fingergut ist sowohl Gift- als auch Heilpflanze – und ein schöner Blickfang im nachhaltigen Garten. 
© jo.pix / Shutterstock

Zuchtblumen verzaubern uns oft mit ihrem schönen Anblick. Häufig sind solche Schönheiten aber auch pflegeintensiv und anfällig für Krankheiten. Wer auf die schöne Blütenpracht bspw. einer Rose nicht verzichten möchte, kann aus einer kleinen aber feinen Auswahl an heimischen Wildarten wählen, wie z. B. der Bibernellrose. Die heimischen Wildrosen sind robuster bei Trockenheit und weniger krankheitsanfällig als ihre gezüchteten Kollegen.

Heimische Bäume sind z. B.:

  • Gemeine Eibe
  • Holzapfel
  • Hainbuche

Heimische Sträucher:

  • Haselnuss
  • Kornelkirsche
  • Rote Johannisbeere
  • Gemeiner Wacholder

Heimische Stauden/Einjährige:

  • Fetthenne
  • Roter Fingerhut
  • Klatschmohn

Die heimischen Pflanzen haben noch einen anderen Effekt ... mehr dazu siehe Punkt 7.

4. Nachhaltiger Pflanzenkauf

Genauso wichtig wie die richtige Blumenerde sind die Pflanzen selber. Im Gewächshaus und mit chemischen Schutzmitteln schnell hochgezüchtet, sind sie meist alles andere als nachhaltig. Das wird am besten vermieden, wenn man auf Pflanzen aus dem biologischen Anbau setzt.

5. Auf Mischkultur setzen

Wer einen Gemüsegarten anlegt, sollte sich das Prinzip der Mischkultur zu Herzen nehmen. Was steckt dahinter? Es gibt Sorten, die sich perfekt ergänzen und das sollte jeder Hobbygärtner für sich nutzen. So helfen sich einige Pflanzen untereinander, indem sie beispielsweise Schädlinge oder Krankheiten vom Pflanzen-Nachbarn fernhalten oder sich im Wachstum fördern.

Nachhaltiger Garten: 10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit
© Dehner

Hier erfährst du mehr über Selbstversorgung

6. Fruchtfolge beachten

Neben der Mischkultur ist die Fruchtfolge für einen nachhaltigen Garten unabdingbar, denn damit wird der Boden bestmöglich genutzt. Monokulturen, also immer wieder die gleichen Pflanzensorten, fördern Krankheiten und führen zu abnehmender Fruchtbarkeit. Sinnvoller ist es, Pflanzen nach ihrem Nährstoffbedarf nacheinander zu pflanzen. Dabei spricht man von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern. Die Fruchtfolge beginnt mit Starkzehrern, da sie am meisten Nährstoffe benötigen, gefolgt von Mittel- und abschließend Schwachzehrern.

7. Tiere anlocken

Eine Artenvielfalt im Garten gilt nicht nur für die Pflanzenwelt. Wo Schädlinge aufkreuzen, gehören auch Nützlinge zum grünen Kosmos ... Zu diesen gehören beispielsweise Wildbienen, Hummeln, Vögel oder Regenwürmer. Mit einer Wildblumenwiese, anderen bienenfreundlichen Pflanzen oder Nistkästen holst du dir die natürlichen Schädlingsbekämpfer in den Garten.

8. Natürlichen Dünger verwenden

Mit Dünger wird der Nährstoffgehalt des Bodens verbessert, was wiederum den Pflanzen zugute kommt. Wenig nachhaltig zeigen sich chemische Dünger, daher setzt du für deinen Garten idealerweise auf eine natürliche Variante: den Kompost.

Damit versorgst du den Boden und wirst auch noch lästige Küchen- und Gartenabfälle los!

Nachhaltiger Garten: Komposthaufen
© Evan Lorne / Shutterstock

Tipp: Kennst du schon die Wurmkiste? Damit lässt sich auch in der eigenen Wohnung kompostieren ... 

9. Heimische Hölzer

Heutzutage wird vieles aus Kunststoff hergestellt: es ist günstig, langlebig und hat mit solchen Eigenschaften längst seinen Siegeszug in unseren Alltag errungen. Was im ersten Augenblick viele Vorteile zu haben scheint, ist am Ende für die Umwelt ein großer Nachteil. Ein erheblicher Teil unseres Mülls landet im Meer, dort braucht eine Einkaufstüte dann etwa zehn bis 20 Jahre, eine Plastikflasche etwa 450 Jahre um abgebaut zu werden – kein schöner Gedanke.

Besser beraten sind Freunde des Outdoorzimmers mit Möbeln aus Holz: Im Garten sehen Holzmöbel oder eine Holzterrasse nicht nur besser aus, sie passen auch zu einem nachhaltigen Lebensstil. Dabei ist es sinnvoll auf tropische Hölzer mit langen Transportwegen zu verzichten und stattdessen auf langlebige heimische Hölzer zu setzen, z. B. Eiche.

Auch ein Hochbeet ist idealerweise nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz gebaut. Hier zeigen wir dir, wie du ein Hochbeet befüllen kannst. 

10. Upcycling

Manche Dinge haben wir vor langer Zeit gekauft, vielleicht wurden sie ein paar Mal benutzt – und nun liegen sie ungenutzt herum und landen womöglich irgendwann im Müll. Dumm nur, dass dafür bereits wertvolle Ressourcen aufgebraucht wurden und die Dinge nun achtlos in der Mülltonne landen. Dafür gibt es glücklicherweise einen Plan B! Mit Upcycling gibst du aussortierten Gegenständen ein zweites Leben: Aus einer alten Holzkiste wird ein Blumenkübel, eine alte Teekanne zur Gießkanne, usw. 

Übrigens: In unserer BRIGITTE Community kannst du dich mit anderen rund um Garten und Pflanzenwelt austauschen.


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