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Samenbombe selber machen Für eine grünere Umgebung! So gelingen DIY-Seedbombs

Samenbombe selber machen: Zutaten für Samenbomben
© Miriam Doerr Martin Frommherz / Shutterstock
Seedbombs bringen mehr Grün in den urbanen Raum. Wie du eine Samenbombe selber machen kannst, erfährst du in unserer kinderleichten Anleitung. 

Schon mal von Seedbombs gehört? Mit den Samenkugeln können auf einfachste Weise Flächen in kleine blühende Oasen verwandelt werden. Die Samenbomben sind vielerorts im Handel erhältlich, lassen sich jedoch sehr gut selber machen! Auch Kinder haben Spaß an so einem DIY-Projekt – und lernen nebenbei noch etwas über unsere Natur. Wenn das kein Argument ist, gleich mal anzufangen ...

Welche Samen für Seedbombs?

Bevor du anfängst, möchtest du natürlich wissen, welches Samengut geeignet ist. Greife zu genügsamen, pflegeleichten und heimischen Pflanzen. Damit die Samenbomben auch ihre Wirkung entfalten können, sollten sie nunmal zum vorherrschenden Klima passen. Vorteilhaft sind ebenfalls bienenfreundliche Pflanzen, die Wildbienen zugutekommen.

Anleitung für DIY-Seedbombs

4 Zutaten für die Samenkugeln

  • Wasser
  • 3 EL torffreie Blumenerde
  • 3-5 EL Tonpulver/Heilerde
  • 1 EL Blumensamen (z. B. Wildblumen für Bienen)

So machst du deine Seedbombs selber

  1. Gib alle Zutaten in eine Schüssel oder einen kleinen Eimer, mit Ausnahme des Wassers.
  2. Vermische den Mix gut miteinander.
  3. Füge nun schrittweise und nach Gefühl Wasser hinzu!
  4. Die Masse sollte nicht flüssig werden, sondern eher etwas zähflüssig sein.
  5. Verknete alles gut miteinander und forme anschließen Kugeln daraus.
  6. Im letzten Schritt legst du die Seedbombs an einen warmen Ort und lässt sie dort etwa zwei Tage lang trocknen.

Tipp: Hast du zu viel Wasser hinzugegeben, gleichst du das mit der Zugabe von Erde ganz leicht wieder aus! Zum Trocknen legst du sie am besten auf eine waschbare Unterlage oder nutzt einen ausrangierten Eierkarton.

Samenbombe selber machen: Eierkarton mit Samenbomben
© finepics / Shutterstock

Danach kann es losgehen mit dem Begrünen! Wie? Mit Werfen! Denn die Samenbomben werden nicht eingepflanzt, stattdessen haben sie alles, was sie fürs Erste brauchen, bereits in sich. Doch von einer wahllosen Verteilung der Seedbombs solltest du aus guten Gründen absehen. 

Wo kann ich Samenbomben werfen – und wo nicht?

No-Gos sind definitiv Gärten, Naturschutzgebiete, Parks und generell Privatgrundstücke, die nicht dir gehören! Die Pflanzenbomben entwickeln sich am besten auf offenen Böden oder tatsächlich auch auf Baumscheiben, während Stellen unter Bäumen und Sträuchern sowie Rasenflächen ungeeignet sind. Auch ist es von Vorteil, wenn sie Licht abbekommen und es bald regnet – oder du hilfst selber nach ...

Doch Obacht: Nicht jede Fläche ist geeignet, wie der Biologe Julian Heiermann gegenüber nabu.de erklärt: "Manche Brachflächen in der Stadt sind wichtig für die Natur. Auch wenn sie nicht unbedingt schön aussehen, werden sie von vielen Tieren genutzt. Eidechsen nutzen die Sonnenseiten von Mauern zum Leben, einige Vogelarten brüten auf dem Boden und brauchen freie Flächen“. Man sollte zudem wissen, dass das (heimliche) Bepflanzen öffentlicher Flächen, auch Guerilla Gardening genannt, nicht legal ist und es eigentlich einer Genehmigung bedarf.

Ursprung der Samenbombe

Über den Ursprung der Samenbomben kursieren verschiedene Theorien: Zum einen wird Masanobu Fukuoka, ein japanischer Reisbauer, als Erfinder der Seedbombs gesehen. Diese Samenkugeln (im japanischen nendo dango) soll er im Rahmen seiner natürlichen Landwirtschaft genutzt haben, bei der weder Chemie noch Bodenbearbeitung notwendig sind. Zum anderen wird die Erfindung schon den alten Ägyptern zugesprochen, die nach dem jährlichen Nilhochwasser das Ackerland damit bewirtschaftet haben sollen.

Richtig bekannt wurden die Samenbomben durch die US-amerikanischen Guerilla-Gärtner in den 1970er Jahren. Liz Christy entrümpelt zusammen mit Freunden einen verwahrlosten Platz in der Lower East Side von New York City. Sie pflanzen Blumen und Bäume und schaffen ein illegales kleines Biotop – und gründen die Green Guerillas. Die Gruppe wird schnell bekannt und Aktivisten fangen an, die Stadt u. a. mit Seedbombs grüner zu machen. 

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Warum? Vor allem, um dem tristen Grau der Stadt ein paar Farbakzente und Nutz- und Zierpflanzen entgegenzusetzen
  • Wann? Am besten im Frühjahr, je nach Pflanzenart auch noch bis Ende des Sommers
  • Wo? Auf offene Böden, wo die Samenbomben Licht und Regen abbekommen
  • Wie? Die Samenbombe auf passende Flächen werfen, das Saatgut ist durch Erde und Tonpulver gut geschützt und muss nicht extra eingepflanzt werden

Tipp: Die selbst gemachten Samenbomben sind übrigens auch ein schönes Geschenk für Familie und Freunde!

Nachhaltigkeit im eigenen Garten

Auch das eigene Reich lässt sich grüner – und nachhaltiger! – gestalten. Damit dein kleines Biotop hinterm Haus gelingt, findest du hier Wissenswertes zur Permakultur im Garten sowie Ideen, wie ein nachhaltiger Garten gelingt. Wer keinen Garten sein Eigen nennt, braucht nicht zu verzagen, auch mit einem Hochbeet auf dem Balkon lässt sich gut gärtnern.

Verwendete Quellen: Berliner Rundfunk 91.4/YouTube, japandigest.de, evidero.de, kistengruen.de, nabu.de


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