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Selbstversorgung: 8 Tipps für den Alltag

Selbstversorgung: Frau mit Obstkiste auf dem Feld
© StockMediaSeller / Shutterstock
Ein Haus im Grünen, ein paar Hühner und eine Kuh und Felder mit Getreide – so idyllisch stellt man sich Selbstversorger vor, oder?! Doch Selbstversorgung geht auch im Alltag. 8 Tipps, wie es gelingt. 

Was ist Selbstversorgung?

Bei der Selbstversorgung geht es darum unabhängig zu sein, von Supermärkten, großen Herstellerfirmen und Konsorten und sich selber in materieller Hinsicht versorgen zu können – von den Lebensmitteln über Kleidung bis hin zur Behausung. Nicht nur Konsument, sondern Produzent zu sein.

Selbstversorgung heute muss aber nicht bedeuten, von A bis Z alles selber zu machen. Für viele ist vor allem die Lebensmittelversorgung ein bedeutender Punkt in der Selbstversorgung, auch wenn Strom nicht eigenproduziert oder das Haus selber gebaut wurde.  

Nun besitzt nicht jeder ein Haus außerhalb der Stadt oder ein so großes Grundstück, dass man Nutztiere halten könnte. Muss ja auch nicht! Selbstversorgung ist auch im kleineren und vor allem im Alltag möglich. Wir stellen dir 8 Wege vor.  

Selbstversorgung: 8 Tipps für den Alltag

1. Gemüse anbauen

Selbstversorgung: Frau gießt Tomatenpflanzen auf dem Balkon
© vaivirga / Shutterstock

Selbst angebautes Gemüse muss kein Traum bleiben, nur weil man als Stadtpflanze in einer Wohnung lebt. Ein (kleiner) Balkon oder eine Terrasse sind dabei zwar sehr hilfreich, aber bspw. gelingt Kräuter pflanzen auch auf der Fensterbank! Dieses Gemüse kannst du z. B. auf dem Balkon ziehen:

2. Produkte selber machen

Es braucht keine eigenen Getreidefelder oder eine Milchkuh, um ein Stück weit unabhängiger zu sein. Viele Lebensmittel lassen sich aus ein paar Grundzutaten selbst herstellen, ohne fragliche Zusätze aus der Industrie:

So kannst du Hefe selber machen:

Frischer Hefeteig, auch wenn es im Supermarkt keine Hefe gibt: Dieser Trick macht es möglich.
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3. Haltbarmachen

Zu viel gekaufte Lebensmittel oder aus dem eigenen Anbau lassen sich nicht immer sofort verbrauchen. Statt sie nun ihrem Schicksal zu überlassen, gibt es Mittel und Wege, sie haltbarzumachen und so bei Bedarf auf sie zurückzugreifen. 4 Methoden  Lebensmittel haltbar zu machen:

Selbstversorgung: Eingemachte Lebensmittel
© monticello / Shutterstock

4. DIY-Kosmetika

Machst du deine Kosmetik selber, bist du nicht mehr davon abhängig, wann welcher Shop deine Lieblingslotion vorrätig hat – du machst sie einfach selber! Und viele Grundzutaten können für verschiedene DIY-Kosmetik- und Pflegeprodukte verwendet werden, hier findest du Inspiration:

5. Haushaltsgegenstände selber machen

Was für Kosmetik und Lebensmittel gilt, kommt ebenso für Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände aus dem Alltag in Frage:

6. Reparieren statt neu kaufen

Auch eine Art Selbstversorgung: Dinge zu reparieren, statt gleich etwas Neues zu kaufen. Schont Ressourcen und spart Geld! Wer selber handwerklich nicht geschickt ist, findet in vielen größeren Städten Repair-Cafes oder Nachbarschaftshilfe. Alternativ schaffen zum Beispiel Tutorials auf Videoplattformen bei einigen Handwerks-Problemchen Abhilfe.

Selbstversorgung: Alte Teekannen als Blumentopf
© dave_liza / Shutterstock

Mit Upcycling gibst du alten Dingen ein neues Leben, indem du sie zweckentfremdest und einfach für etwas anderes nutzt! Manchmal reicht es auch, wenn es gut aussieht und uns ein schönes Wohngefühl vermittelt, wie ein alter Teekessel als Blumentopf.

7. Kleidung nähen/stricken

Nicht nur Kleidung zu reparieren lohnt sich, das Selberstricken oder Nähen hat ebenfalls Vorteile. Du strickst oder nähst dir eigene Stücke nach deinem Geschmack, unabhängig von aktuellen Modetrends und passt alles auf deine Figur an, sodass es sitzt wie angegossen! Tipps:

8. Teilen statt besitzen

Manche Dinge brauchen wir eigentlich gar nicht zu besitzen. Wie viele Menschen haben ein Auto in der Garage stehen oder auf dem (kostenpflichtigen) Parkplatz und nutzen es höchstens für den Wocheneinkauf? Sie zahlen nicht nur die Anschaffung des Wagens, sondern auch Steuern, Instandhaltung und Reparaturen. Car-Sharing, Stadträder oder Tauschläden sind Möglichkeiten, Dinge mit anderen zu teilen – und selber womöglich noch Geld (und Platz) zu sparen.

Selbstversorgung für Fortgeschrittene

Wem das noch nicht genug ist oder wer das alles bereits tut, kann das Level der Selbstversorgung selbstverständlich steigern:

Wurmkiste

Kompostieren in der Wohnung, yes, das geht! Mit einer Wurmkiste hast du nur nur am Anfang einen kleinen finanziellen und zeitlichen Aufwand, aber danach wirst du damit ganz leicht deine Küchenabfälle los und bekommst dafür kostenlosen Dünger!

Selbstversorgergarten

Besitzt du einen Garten, ist dort der Anbau von Obst und Gemüse eine gute Möglichkeit, sich selber im größeren Stil mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Vorteile: Du weißt woher es kommt, womit die Pflanzen behandelt wurden – und vor allem schmeckt Selbstgemachtes ja immer besser!  Bevor du jedoch wie wild dein Lieblingsobst anbaust, solltest du im Vorfeld einen Plan bzw. Pflanzplan erstellen. Achte auf folgende Aspekte:

  • Wie viel Quadratmeter hast du zur Verfügung?
  • Wie viel von welchem Gemüse/Obst verbrauchst du oder ihr?
  • Was davon würde sich lohnen selber anzubauen?
  • Berücksichtige die natürlichen Voraussetzungen, wie das vorhandene Klima oder den Boden
  • Achte auf die Fruchtfolge
Selbstversorgung: Garten mit Salat
© WindAwake / Shutterstock

Hühner halten

Immer frische Eier im Haus? Mit eigenen Hühnern im Garten ist das kein Problem! Wichtig dafür ist genügend Platz, am besten ein eigener Bereich nur für die Tierchen, und ein Hühnerstall (vorher das örtliche Baurecht checken ...). Hühner gelten als Kleintiere, daher sind sie im angemessenen Umfang in Wohngebieten erlaubt – natürlich ist eine artgerechte Haltung Pflicht. Und die Nachbarn dürfen davon nicht belästigt werden, das könnte unter Umständen vor Gericht landen.   

Selbstversorgung: Hühner im Garten
© mavo / Shutterstock

Vermeide diese Fehler als Selbstversorger

  • Unterschätze nicht den anfänglichen Aufwand, z. B. bei der Hühnerhaltung oder dem Planen und Anlegen des Gartens.
  • Kaum jemand fällt als Meister vom Himmel, setze dich nicht so sehr unter Druck, vieles von dem Wissen kommt mit der Zeit!
  • Berechne vorher, wie viel Gemüse du wirklich verbrauchen kannst/willst.
  • Pflanze nicht zu viele verschiedene Gemüse- und Obstsorten, konzentriere dich anfangs auf wenige Sorten.

Schon gewusst? In unserer BRIGITTE-Community kannst du dich mit Gleichgesinnten rund um die Pflanzenwelt austauschen.


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