Wie dir der Bio-Garten jede Menge Arbeit abnimmt

Gärtnern macht glücklich - aber eben auch viel Arbeit. Wer sich mit gesundem Obst und Gemüse selbst versorgen will, kann sich aber mit dem richtigen Wissen viel Aufwand sparen.

Ein Garten macht Arbeit, das weiß jedes Kind. Wobei: Arbeit ist ja relativ. Denn das Schöne am Gärtnern ist doch das unbeschreiblich befriedigende Gefühl, etwas mit den eigenen Händen geschaffen zu haben. Kann man das wirklich noch Arbeiten nennen?

Für Angelika Ertl, die "geborene Gärtnerin" und Autorin des Buches "Jetzt haben wir den Salat", ist es vielmehr das Leben selbst. Denn während die meisten von uns jeden Tag ins Büro gehen, um Geld zu verdienen, mit dem wir Essen kaufen können, nimmt Angelika Ertl den direkten Weg - und versorgt sich mit ihrem Bio-Garten selbst.

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Warum ein Bio-Garten weniger Arbeit macht

Zurück zur Natur - immer mehr Menschen in den Städten sehnen sich danach. Die glückliche Gärtnerin mit dem Sonnenhut aus Stroh, die in einem geflochtenen Korb all die Schätze aus dem Garten nach Hause trägt - wer würde sich das nicht wünschen? Doch der Gedanke an die Arbeit, die damit einhergeht, schreckt viele ab.

Dabei macht der Garten die meiste Arbeit selbst ... wenn man es richtig macht. Richtig machen - für Angelika Ertl bedeutet das, die Natur machen lassen und auf jegliche Chemikalien, synthetische Dünger und Antibiotika verzichten. Denn Antibiotika sind für sie antileben: Sie zerstören Bodenlebewesen und damit die Selbstheilungskräfte des Gartens.

"Die Natur regelt sich von selbst und stellt Gleichgewichte her, von denen wir Menschen nur träumen können", beschreibt Ertl begeistert in ihrem Buch, warum sie selbst ihren Garten in einen Bio-Garten verwandelt hat und nun immer mehr Menschen dabei hilft, dasselbe zu tun. Alles, was der Gärtner tun muss, ist mit einem gesunden, selbstgemachten Boden ein Umfeld dafür zu schaffen, in dem das "kleine Gartenpersonal", wie Ertl Regenwürmer und Co. nennt, arbeiten kann. Denn wer Regenwürmer hat, der muss nicht mehr düngen und nicht umgraben. Das macht der Wurm alles von allein. Für uns heißt das: weniger Arbeit!

Positiver Nebeneffekt: Wer keine zusätzliche Erde, keinen Dünger und keine Spritzmittel kaufen muss, spart auch noch Geld!

So funktioniert der perfekte Bio-Garten

Für Angelika Ertl ist es eine einfache Rechnung: "Je biologischer der Garten ist, umso weniger Probleme habe ich mit Schädlingen oder Pilzen." Ein Bio-Garten ist ein perfekt ausgeklügeltes System, das sich selber heilt und in dem alles zur Verfügung steht, was der Garten braucht. "Abgestorbene Pflanzenteile, Früchte, Blüten und Blätter fallen auf die Erde, verrotten und werden von Mikroorganismen im Boden zersetzt. Nährstoffe werden dadurch freigesetzt und können so von den Pflanzen wieder aufgenommen werden." Sprich: Der Garten kümmert sich um sich selbst.

Alles, was der Mensch dann noch tun muss, ist dafür zu sorgen, dass der Boden gesund bleibt. Dafür arbeitet Ertl unter anderem mit ätherischen Ölen und sogar mit Homöopathie. Dass es funktioniert, beweist ihr eigener riesiger Garten in der Steiermark, in dem die Vegetarierin fast alles anbaut, was sie zum Leben braucht. In ihrem Buch "Jetzt haben wir den Salat" erklärt sie Schritt für Schritt, wie man den eigenen Garten nach und nach in einen Bio-Garten verwandelt und wie man ihn hegt und pflegt, damit er wächst und gedeiht.

Gesunder Boden bedeutet gesunde Menschen

Dort lernen wir: Beim Bio-Garten geht es vor allem eine gute Erde und darum, den Boden wieder schätzen zu lernen. Denn der Boden hat die Eigenschaft: alles zu regenerieren. "Wenn ein guter Boden da ist, kannst du gesunde Lebensmittel haben. Und wenn du gesund isst, dann wirst du selber gesund", sagt Angelika Ertl im Interview mit brigitte.de. Für sie ist alles vernetzt: Gesunder Boden bedeutet gesunde Menschen.

Dass ein Quadratmeter Erde so viele Mikroorganismen beherbergt wie der menschliche Darm, der ebenfalls essentiell für die eigene Gesundheit ist, ist für Ertl kein Zufall. Alles hängt zusammen. Und damit noch nicht genug: Ein gesunder Boden bedeutet sogar ein gesundes Klima, denn Humus bündelt CO2. Bio-Gärtner tun also nicht nur sich selbst etwas Gutes und sparen mit dem Bio-Garten Zeit und Geld, sondern engagieren sich auch noch für den Klimaschutz.

Wenn du das selber einmal ausprobieren willst, kannst du dir von der Expertin Schritt für Schritt erklären lassen, wie du deinen Garten mit Liebe und Geduld in einen Bio-Garten verwandelst. Das Buch "Jetzt haben wir den Salat" von Angelika Ertl ist im Oliva Verlag erschienen und kann unter anderem im Shop von Angelika Ertl bestellt werden. Dort sogar mit Widmung zum Verschenken.

Ulrike Köhler
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