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Exotische Zimmerpflanzen: Lust auf Monstera & Co.

Exotische Zimmerpflanzen: Lust auf Monstera & Co.: Wohnraum mit Pflanzen
© Photographee.eu / Shutterstock
Sie galten lange als Staubfänger, heute feiern exotische Topfpflanzen ihr Comeback. Woher kommt der Trend? Was ist bei der Pflege zu beachten?

Herzförmige, große Blätter, immergrün, mit kräftigen Stielen: Monstera deliciosa! In Südamerika windet sie sich lianenartig an den Stämmen von Urwaldriesen, bei uns ist die Exotin eine gefragte Mitbewohnerin.

Comeback der Zimmerpflanze

Ihre erste Hochphase hatte die Monstera, auch als Fensterblatt bekannt, in den 1960ern, begrünte mit Ficus und Gummibaum Großraumbüros, WG- und Lehrerzimmer. Andere Dschungelpflanzen wie fleischige Sukkulenten, hochgewachsene, glänzende Aspidistras, Marantas mit roten Maserungen ... wurden in Panoramafenstern auf- und ausgestellt: klein neben groß, üppig neben schmal. Sie wurden mal gehegt und gepflegt, mal kümmerten sie als Staubfänger vor sich hin – und irgendwann waren sie out.

Inzwischen sind sie zu hippen Designobjekten gewachsen, die nicht mehr nur in Baumärkten, sondern in Szene-Shops gekauft werden. Die Hamburger "Plant Station" etwa bietet in einer Tankstelle aus den 50ern 400 verschiedene Pflanzenarten; Modeketten wie Urban Outfitters räumen Ladenecken frei für Efeututen in Makramee-Töpfen und Minibäume in eiförmigen Terrarien.

Zum Gedeihen gebracht haben den Dschungel-Kult die sozialen Medien. Auf Plattformen wie Pinterest und Instagram zeigen "Plantfluencer", Influencerinnen und Influencer, die sich mit Pflanzen beschäftigen, wie man das Zuhause in eine grüne Oase verwandelt. Vor allem "Millennials", geboren zwischen 1980 und 1999, begeistern sich für die Botanik. Mit Internet und Handy aufgewachsen, möchte diese Generation sich auch mal wieder die Hände schmutzig machen, statt nur über Bildschirme zu wischen. Wobei die Zeit ohne Handy, aber mit Gießkanne ebenso wichtig ist wie der Online-Auftritt – sonst hätte die Zimmerpflanze ihr Comeback nie geschafft. Sucht man auf Instagram nach dem Hashtag "Urban Jungle", findet man rund 3,2 Millionen Beiträge – und immerhin 236 000 Fotos allein von der Pilea, deren runde Blätter an Ufos erinnern.

Und die Monstera? Ist eine Art Wappen-Grün der Dschungel-Bewegung geworden und prangt nun auch auf Tapeten, Kissen, Tassen. Schön für all jene, die so gar keinen grünen Daumen haben!

Platz finden 

Hat sie genug Licht oder zu viel Sonne? Mag sie Heizungsluft? Reagiert sie sensibel auf Zug? Der richtige Standort ist wichtig für Gesundheit und Wachstum der Pflanze. Haben Sie ihren Lieblingsort gefunden, sollte der Platz nicht so oft wechseln. Am besten im Frühjahr an einen neuen Ort gewöhnen, wenn mehr Tageslicht und Wärme die Räume fluten, sie einen Wachstumsschub bekommt und robuster wird. Und: Nicht jede Pflanze ist für Tiere und Kinder geeignet. Ficus, Dieffenbachia, Monstera etwa sind giftig, sollten also nicht angeknabbert werden.

Trend hängen 

2020 sehr angesagt ist die Tillandsia – auch "Airplant" genannt. Das Wärme liebende Gewächs braucht keine Erde, versorgt sich ausschließlich über die Luft und durch regelmäßig aufgesprühtes, entkalktes Wasser, kann also platzsparend und ohne Topf von der Decke baumeln. Und das sieht nicht nur im Badezimmer toll aus. Einfach Tillandsien einzeln mit einer Nylonschnur oder einem Strick an Haken befestigen.

Exotische Zimmerpflanzen: Lust auf Monstera & Co.: Hängepflanzen
© Followtheflow / Shutterstock

Zeichen lesen 

Jede Pflanze ist anders, bei Krankheits- und Schädlingsbefall aber reagieren sie ähnlich. So kann Sonnenbrand braune Flecken auf den Blättern entstehen lassen – Zeit für einen Standortwechsel. Wenn sie fallen, deutet das auf Zugluft, Wasseroder Lichtmangel hin. Sind sie komplett braun, ist die Luft zu trocken, sind sie gelb oder verwelkt, leiden sie unter Staunässe. Weiße Punkte können Schildläuse sein – mit Seifenwasser entfernen. Ist ein Pilz zu sehen, am besten pflanzlich, etwa mit einer Neemöl-Sprühdusche bekämpfen.

Exotische Zimmerpflanzen: Lust auf Monstera & Co.: Verschiedene Pflanzen
© Followtheflow / Shutterstock

Gesund wohnen 

Ein Drittel des Lebens verbringen wir im Schlaf. Auf eine gesunde Umgebung zu achten, macht also Sinn – und Pflanzen filtern die Luft, etwa von Schadstoffen wie Benzol aus Lacken. Zudem geben sie das Gießwasser über die Blätter ab, und der feine Dampf sorgt für ein ideales Raumklima. Empfehlenswert sind Aloe vera, Efeutute und Grünlilie: am besten in Tongranulat pflanzen – die Kugeln beinhalten keine Nährstoffe, Bakterien und Schimmel können sich nicht siedeln.

Exotische Zimmerpflanzen: Lust auf Monstera & Co.: Frau im Schneidersitz umgeben von Pflanzen
© RossHelen / Shutterstock

Das etwas andere Vitamin B

Werner Peitzmann ist Pflanzen- und Gartenexperte bei Compo

Brauchen Pflanzen auch Ruhe?

Definitiv! Pflanzen können schnell überpflegt werden, wenn sie zu oft eingesprüht, abgewischt oder gedüngt werden. Und ein Standortwechsel kann unangenehm sein – der Ficus benjamini zeigt das, indem er Blätter abwirft.

Schadet die Strahlung von Fernseher und Computer?

Tatsächlich sind die schlechten Lichtbedingungen in der Nähe solcher Geräte ungünstig: Es ist zu dunkel, woran sich die Pflanzen nicht gewöhnen können.

Wachsen Pflanzen schneller, wenn wir mit ihnen sprechen?

Pflanzen reagieren nicht auf Stimmen, aber wenn wir mit ihnen sprechen, bauen wir eine Beziehung zu ihnen auf: Wir erkennen schneller, wenn es ihnen schlecht geht, und können gleich helfen.

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BRIGITTE 04/2020

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