Frugalismus – sparsam und glücklich leben

Immer mehr Menschen entdecken Frugalismus als Lebensform – doch was steckt dahinter? Wir verraten, wie Frugalisten sparsam und glücklich leben.

Was bedeutet Frugalismus?

Sparsam leben, wenig Geld ausgeben und dennoch – oder eher: deswegen - glücklich sein: Diese Idee steckt hinter Frugalismus. Wer frugal lebt, kehrt dem Konsum den Rücken zu und gibt sein Geld nur noch für die wirklich wichtigen Dinge aus.

Die Bewegung kommt aus Amerika und wurde hier durch Blogger wie "Mr. Money Mustache" berühmt. Die Frugalismus-Bewegung ist eng verwandt mit dem FIRE-Konzept (Financial Independence, Retirement early), dessen Anhänger möglichst schnell finanziell frei sein und nicht mehr für Geld arbeiten gehen müssen wollen.

In Deutschland ist vor allem der Blogger Oliver Nölting als Frugalist bekannt. Er plant, mit 40 Jahren in Rente zu gehen und lebt deswegen seit vielen Jahre mit viel Lebensfreude sparsam.

Frugalismus: Warum soll Verzicht glücklich machen?

Geld nur noch für Notwendiges ausgeben, aber nicht mehr für das, was Spaß bringt? Das klingt doch nach einem langweiligen, trüben Leben, oder? Nun, so mag man im ersten Moment denken, doch Frugalisten sind keine vergrämten Geizhälse, die jeden Tag bei Kerzenlicht zu Hause sitzen und Löcher in die Luft gucken.

Wer die frugale Lebensart verfolgt, fragt sich, was ihn wirklich glücklich macht und im Leben voran bringt. Autor Michael Robert ("100 Tipps für Frugalisten") vergleicht das Leben als Frugalist mit dem Leben eines Studenten: "Ein einfaches Leben im WG-Zimmer, mit vielen Partys und günstigen Urlauben. Dazu vielleicht ein bisschen Studieren und ein kleiner Nebenjob. Das hat zum einfachen und glücklichen Leben gereicht."

Nach der Studentenzeit schrauben wir allerdings meistens unsere Ansprüche und unseren Lebensstandard herauf und arbeiten in der Folge nur noch für unsere hohen Lebenshaltungskosten. Michael Robert fasst sehr prägnant zusammen, wie man einfach frugal lebt:

Verschwende nicht, konsumiere wenig, kaufe nur was du brauchst, kaufe keinen Schrott, belaste und verschmutze unseren schönen Planeten so wenig wie möglich. Fertig.

Du wirst es schon ahnen: Frugalismus hängt mit Konsumverzicht zusammen und natürlich auch mit einer Form des Minimalismus. Doch Frugalisten gehen noch ein Stück weiter, denn sie wählen ihre Lebensform bewusst, um möglichst frühzeitig nicht mehr auf einen Arbeitsplatz zum Broterwerb angewiesen zu sein.

Frugalismus: Was mache ich dann mit dem gesparten Geld?

Frugalisten sparen also eine ganze Menge Geld, indem sie sehr zurückhaltend konsumieren – und dann? Wie machen sie es, dass sie mit ihrem Vermögensaufbau so gut sind, dass sie teilweise schon mit 40 Jahren in Rente gehen?

Die ganze Magie dahinter: Frugalisten versuchen, viel Geld zu verdienen, sehr wenig auszugeben und den Rest zu sparen und zu investieren. Bei einer Sparquote von 50 Prozent (die für leidenschaftliche Sparer nicht unrealistisch ist!) kann man so schon nach knapp 20 Jahren finanziell so frei sein, dass man von seinen Ersparnissen leben kann.

Das gesparte Geld landet allerdings nicht nur auf dem Sparbuch, weil es da kaum Rendite erzeugen würde. Vielmehr investieren die meisten ihr Geld an der Börse, um es langfristig zu vermehren. Hierbei erfreuen sich vor allem so genannte ETF-Sparpläne großer Beliebtheit, bei denen das Geld monatlich in viele verschiedene Aktien fließt (mehr Infos: Fonds und ETFs: Geld anlegen leicht gemacht).

Frugalismus: Drei konkrete Tipps für den Start in ein sparsames Leben

(aus: "100 Tipps für Frugalisten" von Michael Robert)

  1. Eine erste Übung
    Nimm Stift und Papier und einen Taschenrechner zur Hand. Nun rechnest du aus, wie viel Geld du in deinem Leben netto verdient hast. Dies muss nicht auf den Euro genau stimmen, ein grober Überschlag sollte ausreichen. Und nun summierst du den aktuellen Bestand deiner Konten, vergiss nicht eventuelle Altersvorsorgeprodukte. Es könnte sein, dass dir dabei etwas schwindelig wird.
    Dein Lebensverdienst könnte sich auf ziemlich hohe Beträge summiert haben, wobei auf deinem Konto überraschend wenig übrig geblieben ist. Wo ist das Geld hin? Wahrscheinlich hast du einen Großteil für Konsum ausgegeben. Du solltest dir im klaren darüber sein, wo das Geld hin ist, denn du willst daran ja etwas verändern.
  2. Bilde finanzielle Reserven
    Dies ist ein ganz wichtiger Punkt. Du benötigst Reserven, d.h. nicht alles Geld sollte investiert sein. Du solltest ein knappes Jahr locker über die Runden kommen, ohne nervös zu werden. Warum? Weil du dir damit Freiheit und Unabhängigkeit bewahrst! Du musst nicht den erstbesten neuen Job annehmen, kannst auch länger darüber nachdenken was du tun und arbeiten möchtest. Reserven sind der erste kleine Schritt zur finanziellen Freiheit.
  3. Reduziere Ausgaben und rechne hoch
    In der Finanz-Community kursiert eine interessante Faustformel. Nehmen wir an, du kaufst dir vier mal die Woche einen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit für 3,50 Euro. Dies macht 14 Euro in der Woche. Eine wöchentliche Ausgabe multiplizierst du nun mit 752 und du bekommst die Kosten, die in 10 Jahren entstehen. Es wird angenommen, dass du das Geld sonst monatlich anlegst und dafür Zinsen im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte erhältst. Das Ergebnis: 10.528 Euro für Kaffee in 10 Jahren!

Lesetipps zum Thema Frugalismus:

  • "Mehr Geld für mehr Leben" von Vicki Robin und Joe Dominguez
  • "100 Tipps für Frugalisten" von Michael Robert
  • frugalisten.de (Blog) von Oliver Nölting

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