Blumengrüße: Fair ist schöner!

Blumengrüße machen glücklich! Doppelt Spaß machen bunte Sträuße, wenn es sich um fair gehandelt Blumen handelt. Die wichtigsten Infos und Adressen im Überblick.

Woher kommen Schnittblumen eigentlich?

Fast die Hälfte der in Deutschland verkauften Schnittblumen kommt von Plantagen aus Entwicklungsländern und wird über holländische Großhändler importiert. Auf den Farmen im Süden sind überwiegend Frauen zu Billiglöhnen beschäftigt. Trotz Verbesserungen in den letzten Jahren werden noch immer große Mengen Pestizide eingesetzt, auch solche, die in Europa verboten sind. In Tests wurden bis zu 16 verschiedene Gifte in Rosen nachgewiesen. Diese belasten Böden und Gewässer und schädigen die Gesundheit der Blumenarbeiterinnen. Häufig fehlt Schutzkleidung wie Gummistiefel, Handschuhe und Mundschutz. Haut- und Atemwegserkrankungen sind die Folge.

Der Hit bei den Blumengrüßen: Rosen

Mehr als drei Milliarden Euro geben wir pro Jahr für Schnittblumen aus, das sind pro Kopf 38 Euro. Dabei liegt die Rose mit großem Abstand vorne: 35 Prozent aller in Deutschland verkauften Schnittblumen sind Rosen, die seit jeher als Zeichen der Liebe gelten. Angeblich hat Kleopatra ihren Geliebten in einem Bett aus Blütenblättern empfangen. Auf den Plätzen folgen Tulpen (11 Prozent), Gerbera und Lilien.

Wie erkenne ich fair gehandelte Blumen und wohin geht mein Geld?

Wir empfehlen, auf das Transfair-Siegel zu achten, da es gute Arbeitsbedingungen und bessere Löhne auf den Plantagen garantiert.

Das Transfair-Siegel: Transfair ist ein gemeinnütziger Verein, der von 36 Organisationen (Kirchen, Entwicklungshilfe) getragen wird. Er handelt nicht selbst mit Produkten, sondern vergibt das Siegel an Unternehmen. Eine internationale Gesellschaft legt Standards fest und überwacht deren Einhaltung. Weltweit sind bereits 50 Blumenfarmen zertifiziert, 17 davon liegen in Kenia. Um das Siegel behalten zu dürfen, müssen jedes Jahr weitere Verbesserungen dazu kommen.

Der Blumenimporteur zahlt zehn Prozent Aufschlag für die fairen Rosen - Geld, das direkt an den "Joint Body" einer Farm, den Gemeinschaftsrat, überwiesen wird. Dieser entscheidet, wie es investiert wird, zum Beispiel in Gesundheitsversorgung, Lehrkräfte oder Hausbauprojekte. Eine kleine Lizenzgebühr geht an Transfair. Der Endpreis im Laden wird von den Unternehmen frei kalkuliert.

2010 wurden in Deutschland 65 Millionen Fairtrade-Rosen in mehr als 6.000 Geschäften verkauft, z.B. bei Rewe, Penny, tegut oder bei Handelsketten wie Blume 2000. Adressen und einen "Blumen-Finder" mit fairen Floristen in Ihrer Nähe finden Sie unter ter www.transfair.org.

Faire Blumengrüße online bestellen

Wenn du den Blumenstrauß nicht persönlich überreichen kannst: Die Firma flowerdreams in Eichenau verschickt faire Blumen. www.flowerdreams.de.

Blumen mit dem FLP-Siegel versendet auch der Online-Shop www.valentins.de aus Mörfelden-Walldorf.

Und die Klimabilanz?

Blumen aus Afrika oder Südamerika einzufliegen, klingt erst mal nach einer Ökosünde. Doch wieder einmal lohnt sich ein zweiter Blick. Die Cranfield University in England hat in einer Energiebilanz Blumen aus Holland und Kenia verglichen. Das überraschende Ergebnis: Die niederländischen Rosen schnitten schlechter ab, weil sie in beheizten und künstlich beleuchteten Gewächshäusern gezogen werden. Außerdem werden in Kenia höhere Erträge pro Fläche erzielt. Die Holland-Blumen verursachen deshalb sechsmal höhere CO2-Emissionen als die per Flugzeug transportierten Kenia-Rosen.

Am allergünstigsten schneiden - natürlich - deutsche Freilandrosen ab. Aber die gibt es nur in den Sommermonaten und das Angebot deckt bei weitem nicht die Nachfrage. Auch Blumen, die nach den strengen Maßstäben des ökologischen Landbaues erzeugt werden, gibt es überwiegend in den Sommermonaten auf Wochenmärkten und in Hofläden.

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Text: Beate Koma Foto: iStockphoto

Wer hier schreibt:

Beate Koma
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Frau bekommt Blumen zum Valentinstag
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