Mit diesem fiesen Trick sollen wir beim Einkaufen über den Tisch gezogen werden

Leider funktioniert er immer wieder: Auch wenn wir Verbraucher inzwischen gut aufgeklärt sind, finden Hersteller immer wieder Wege, uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aktuell nutzen viele einen besonders miesen Trick!

Wir Kunden wollen für unsere Einkäufe nicht zu viel ausgeben, aber die Hersteller wollen so viel wie möglich von unserem Geld. Klar, dass wir uns da immer wieder in einem Wettstreit befinden: Wir Verbraucher informieren uns immer besser, um nicht über den Tisch gezogen zu werden, doch auf der anderen Seite überlegen sich findige Experten immer neue Tricks, um an unser Geld zu kommen.

Natürlich weiß heutzutage wirklich jeder, dass man im Supermarkt Preise vergleichen und auch mal in der "Bückzone" nach günstigen Alternativen schauen soll. Wir wissen, was Sonderangebote sind und können dank der Referenzpreise direkt an den Etiketten am Regal ablesen, wieviel 100 Gramm eines Produktes kostet und somit die Großpackung gegen die normale Packung abwägen.

Dennoch hat sich seit einigen Monaten eine neue Unsitte bei den Herstellern durchgesetzt, die uns raffiniert dazu bringt, mehr Geld für weniger Masse auszugeben - indem die Hersteller geschickt mit den Packungsgrößen spielen! Da werden Mengen größer oder kleiner gemacht, manchmal wird drauf hingewiesen, manchmal wird's verschleiert - wie soll man da noch durchsteigen?

Ein aktuelles Beispiel: KitKat fast 10 Prozent teurer

Nestlé hat wieder zugeschlagen – mit einer Fülmengenreduzierung bei Kitkat! Und diesmal richtig frech: identische...

Gepostet von Verbraucherzentrale Hamburg am Freitag, 8. April 2016

Besonders raffiniert ist der aktuelle Fall von KitKat, auf den die Verbraucherzentrale Hamburg nun auf seiner Facebookseite hinweist. KitKat-Riegel sind fast 10 Prozent teurer geworden - und kaum einer merkt's!

Denn: Der Kaufpreis ist gleich geblieben, aber der Hersteller hat die Packungsgröße klammheimlich geändert. Statt 45 Gramm hat ein KitKat-Riegel plötzlich nur noch 41,5 Gramm. Einen Hinweis finden wir als Verbraucher nicht auf der Verpackung. Im Gegenteil: Von außen sehen die Riegel exakt so aus wie vorher - und dass 3,5 Gramm pro Riegel fehlen, merkt doch kaum jemand, oder? In der Summe macht die kleinere Größe allerdings bei einer Verkaufseinheit von 5 Riegeln schon 17,5 Gramm aus - oder anders gesagt: KitKat ist 8,4 Prozent teurer geworden und niemand hat's gemerkt!

Die "Mehr Inhalt!"-Falle

„25 % mehr Inhalt“ verspricht die Haarpflegemarke Guhl auf den Verpackungen ihrer Shampoos. Ein Grund zur Freude? Leider...

Gepostet von Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch, 24. Februar 2016

Es geht aber auch umgekehrt: Mehr drin und trotzdem teurer! Das zeigt etwa das Beispiel "Guhl". Die Shampoo-Flaschen sind seit einigen Wochen größer und haben nun 250 statt 200 ml Inhalt. Draußen drauf steht fett: "+25 % mehr Inhalt" - und als Verbraucher denkt man sich kurz: Toll, mehr drin zum gleichen Preis, das ist doch klasse!

Aber Halt! Von "zum gleichen Preis" hat niemand was gesagt! Auch wenn Guhl plakativ mit der neuen Flaschengröße umgeht, ist es trotzdem eine Preis-Falle, denn für magere 50 ml mehr Inhalt müssen wir Verbraucher einen Euro mehr zahlen: Der Preis für die neuen Flaschen ist von 2,95 Euro auf 3,95 Euro gestiegen - beziehungsweise um 7,1 Prozent!

Die "Billiger und doch teurer"-Falle

Landliebe Milch mit Vanille- und Schokogeschmack gibt es jetzt in 30 Prozent kleineren Flaschen (350 g statt 500 g). Das...

Gepostet von Verbraucherzentrale Hamburg am Montag, 21. März 2016

Bei diesem Beispiel kostet Schoko- und Vanillemilch plötzlich weniger - und ist doch teurer! Das klingt verwirrend? Soll es auch! Hier hat der Hersteller das Flaschen-Design geändert. Und dabei auch noch die Größe nach unten angepasst: Statt 500 gr sind plötzlich nur noch 350 gr drin. Damit das ganze nicht so auffällt, hat der Hersteller auch den Preis nach unten geschraubt - aber eben nicht so stark, wie die Größe! Wer für 350 gr jetzt 0,95 Euro ausgibt statt 1,15 Euro für 500 gr zahlt unterm Strich satte 18 Prozent (!) mehr für eine Flasche.

Die "Neue Rezeptur"-Falle

Versteckte Preiserhöhung bei Milasan Milchpulver: Die Anfangs- und Folgemilch von Milasan hat eine neue Rezeptur. Für...

Gepostet von Verbraucherzentrale Hamburg am Mittwoch, 16. März 2016

Ähnlich wie im Fall KitKat ist hier auch die Packungsgröße ordentlich geschrumpft - aber der Hersteller des Milchpulvers verschleiert es mit einer anderen Methode. Dass die Packung nur noch 500 Gramm statt 800 Gramm beinhaltet, merken wir als Verbraucher in diesem Fall erstmal gar nicht, denn das komplette Design der Packungen wurde erneuert.

Wir werden abgelenkt von neuen Bildchen und Figuren, außerdem lockt uns ein "Neue Rezeptur"-Schildchen erstmal auf eine falsche Fährte: Wir denken, der Hersteller kommuniziert offen, dass er etwas an seinem Produkt geändert hat - allerdings verschweigt er uns, dass es sich auch um eine neue Packungsgröße handelt!

Um uns vollends zu verwirren, ist der Karton auf den ersten Blick auch gleich groß geblieben: Die Vorderseite hat die exakt gleichen Abmessungen wie vorher - nur die Tiefe der Packung ist geschrumpft! Und: Um auch gar keine Skepsis in uns aufkommen zu lassen, ist die neue Packung auch 40 Cent billiger geworden. Doch damit ist sie viel teurer als vorher: Wer 4,45 Euro für 500 Gramm ausgibt statt 4,85 Euro für 800 Gramm, zahlt insgesamt satte 46,8 Prozent mehr!

So schützt ihr euch vor versteckten Preiserhöhungen

Es hilft nichts: Die Hersteller bleiben raffiniert und versuchen immer, uns Verbrauchern einen Schritt voraus zu sein. Das einzige Mittel dagegen ist, aufmerksam zu sein: Wenn ihr eure Produkte, die ihr öfter kauft, kennt und Preise vergleicht, kann euch niemand was vormachen. Haltet auch immer ein offenes Auge auf den Referenzpreis, also den Preis für einen Liter bzw. 100 Gramm.

Zusätzlich könnt ihr euch immer auf den Seiten der Verbraucherzentrale informieren und so auf dem neuesten Stand bleiben, was gut versteckte Preiserhöhungen angeht.

von Florian Meyer
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