Omas Badreinigungstipps - nachmachen oder vergessen?

Reinigungsmittel vs. Hausmittel - was hilft wirklich? Wir verraten, wie du die Badewanne wirklich sauber bekommst und wie du Schimmel im Bad loswirst. 

Wir alle kennen die Worte unserer Oma, wenn sie sagt: "Früher haben wir das SO gemacht". Doch halten die guten alten Hausmittel, was sie versprechen? Nicht alle! Tatsächlich schaden manche mehr, als dass sie nutzen. Bernd Glassl, Bereichsleiter Haushaltspflege im Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW), hat weit verbreitete Tipps unter die Lupe genommen. 

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Wie reinige ich Badewannen richtig?

Das Hausmittel der Oma: Badewannen mit einer selbst angerührten Paste aus Wasserstoffperoxid, pulverisiertem Weinstein und Wasser reinigen, anschließend mit Wasser abspülen.
Das sagt der Experte: Bei Omas Tipp wirkt Weinstein als Scheuermittel, Wasserstoffperoxid als Bleichmittel. Doch in welchem Verhältnis die Zutaten verwendet werden sollten, besagt die Rezeptur nicht. Daher ist Vorsicht geboten: Wasserstoffperoxid reizt die Haut und wirkt in hohen Konzentrationen sogar ätzend. Weinstein ist zudem für Acrylbadewannen ungeeignet, da es sie verkratzt.

Besser: Geeignet sind stattdessen Bad- und Wannenreiniger, die auf die typischen Verschmutzungen im Bad angepasst sind. Sie entfernen sowohl Seifenränder als auch leichte Kalkablagerungen.

Was hilft gegen Schimmel?

Hilft Backpulver?

Das Hausmittel der Oma: Der Schimmel soll in Fugen mithilfe von angefeuchtetem Backpulver entfernt werden. 

Das sagt der Experte: Das Natriumhydrogencarbonat im Backpulver wirkt alkalisch, wodurch ein gewisser Reinigungseffekt erzielt wird. Doch das Backpulver enthält weitere Stoffe, die das Schimmel-Problem verstärken können. Als Trennmittel enthält Backpulver Stärkeverbindungen, wie beispielsweise Mehl, die Schimmelpilzen als Nahrung dienen können und das Schimmelproblem dadurch mittelfristig verstärken.

Hilft Salicylsäure und Alkohol?

Das Hausmittel der Oma: Schimmel mit 3 Teilen Salicylsäure und 97 Teilen 70-prozentigem Alkohol lösen, mit Brennspiritus anschließend abwischen.
Das sagt der Experte: Hier ist das Problem, dass diese Chemikalien nicht nur sehr teuer sind, sondern die Dosierung auch ungenau. Hierfür wäre eine Diätwaage zum genauen Abwiegen erforderlich.

Besser: Sprühfertige Schimmelentferner sind daher für Schimmel an Wänden oder Fugen besser geeignet. Sie erleichtern die Arbeit und erzielen eine langfristige Wirkung. Vor allem bei Feuchträumen ist es wichtig, ausreichend zu lüften. So kann die Schimmelbildung vermieden werden.

Fazit

Bernd Glassl warnt demnach vor den oben genannten Hausmitteln: "Der bestimmungsgemäße Gebrauch von Reinigungs- und Pflegemitteln führt am schnellsten und einfachsten zum Ziel und erspart so manchen Schaden an wertvollen Oberflächen und Materialien."

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