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Fenster abdichten So geht's Schritt für Schritt

Fenster abdichten: Frau spürt Luftzug am Fenster
© Elizaveta Galitckaia / Shutterstock
Undichte Fenster, durch die Zugluft in die Wohnung kommt, sind ein Ärgernis – auch für den Geldbeutel. Hier erfährst du, wie du Fenster abdichten kannst.

Fenster sind zwar dafür da, hin und wieder frische Luft in die Wohnung zu lassen, doch nur dann, wenn man es möchte. Zugluft lässt den Energieverbrauch durchs Heizen in die Höhe schnellen und kann Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung verursachen. Außerdem trägt eine gute Dämmung auch dazu bei, Lärmbelästigung zu vermeiden. Nicht zuletzt führt Zugluft auch zu Erkältungen.

Fenster abdichten: Die Vorbereitungen

  • Es gibt unterschiedliche Arten von Fenstern, für die sich unterschiedliche Arten der Abdichtung eignen. Man unterscheidet zwischen Holzfenstern, Alu – oder Kunststofffenstern. In Neubauten sind meist Alu- oder Kunststofffenster verbaut, in Altbauten meist Holzfenster. Schau dir dein Fenster genau an, ein Holzfenster dichtet man nämlich etwas anders ab, als ein Kunststofffenster.  
  • Willst du die Stelle ermitteln, an der die Zugluft eindringt, schließe die Zimmertür und gehe langsam mit einer Kerze, einem Feuerzeug oder einem Räucherkegel an deinem Fenster entlang. Wenn die Flamme an einer Stelle flackert, hast du die Stelle gefunden. In vielen Fällen kannst du es auch schon sehen, wenn die alte Fensterdichtung bereits porös ist.
  • Prüfe allerdings auch den Schließmechanismus. Liegt der Fensterrahmen nicht richtig, ist das Schließen des Fensters nicht so einfach und auch das kann eine Ursache für ein undichtes Fenster sein. Ist das der Fall, kannst du die Schrauben am Fensterflügel einfach mit einem Schrauben- oder Inbusschlüssel nachjustieren.
  • Bevor du deine Fenster abdichtest, entferne die alten Dichtungen und Klebereste, öle die Beschläge und befreie die Flächen von Schmutz und Fett. Leichte Verschmutzungen können mit Wasser und Spülmittel entfernt werden, starke Verschmutzungen hingegen mit Spiritus. Der Bereich muss anschließend gut getrocknet sein, bevor du die neuen Dichtungen aufbringst.

Fenster abdichten: Die Möglichkeiten

Im Baumarkt findest du zahlreiche Fensterdichtungen. Dazu gehören: 

  • Gummidichtungen
  • Vorgefertigte Schaumstoffdichtungen
  • Acrylmasse
  • Silikon
  • Fensterkitt
  • Dichtungsprofile zum Einbauen

Fenster abdichten mit Gummidichtungen und Schaumstoffdichtungen 

Gummi- und Schaumstoffdichtungen, die es vorgefertigt in der Form von Bändern zu kaufen gibt, sind in unterschiedlichen Breiten und Längen erhältlich. Miss also vorher deinen Fensterrahmen aus. Um das Spaltmaß für die Breite herauszufinden, kannst du etwas Knetmasse, in Frischhaltefolie eingepackt, zwischen Fensterrahmen und -flügel legen und bei geschlossenem Fenster etwas warten. Damit kannst du in den Baumarkt gehen und dir den Dichtstoff in der richtigen Größe geben lassen. Hinweis: Schaumstoffdichtungen haben eine Lebensdauer von ungefähr zwei Jahren. Etwas langlebiger ist der Dichtstoff aus Gummi, der mindestens acht Jahre hält. Noch länger halten sie, wenn du sie hin und wieder mit Grafit pflegst. Das hält den Gummi elastisch. 

Die Dichtungsbänder sind eine schnelle und einfache Lösung für undichte Fenster. Sie lassen sich auch nachträglich noch auf die richtige Größe zuschneiden. Dazu musst du sie einfach in den Fensterfalz zwischen Glas und Fensterrahmen kleben. Sie sind vor allem für Fensterrahmen aus Metall oder Holz geeignet.

Achtung: Achte darauf, dass du Kunststofffenster mit einer bereits eingebauten Gummidichtung nicht noch zusätzlich abdichten solltest! Frage hier am besten deinen Vermieter und/oder einen Fensterbauer, was man tun kann, wenn es undicht ist. 

Fenster abdichten mit Silikon und Acrylmasse

Von ihrer Konsistenz weisen Silikon und Acryl wenig Unterschiede auf: Sind sie ausgehärtet, gleichen beide Materialien Gummi und besitzen eine hohe Elastizität. Silikon ist aber leicht glänzend, während Acryl matt und ein wenig wie Kaugummi ist. In der Funktionalität sind die Unterschiede gravierender: Silikon ist wasserabweisend, Acrylmasse kann man leicht überstreichen. Daher eignet sich letzteres besonders gut für Holzfenster. Eine Silikondichtung eignet sich gut bei Untergründen, die viel Feuchtigkeit oder Bewegung ausgesetzt sind.  So ist Silikon beispielsweise bei einem Fenster im Bad sinnvoll. Das Material muss allerdings in der gewünschten Farbe im Handel erworben werden, da es nicht überstreichbar ist. Die beiden Materialien werden auf identische Weise verarbeitet: 

  1. Die alte Masse wird aus den Fensterfugen mit einem Teppichmesser entfernt.
  2. Die Fensterfugen werden mit Wasser und Spülmittel gründlich gereinigt, damit der Dichtstoff auch gut hält.
  3. Mit einer Kartusche trägst du Silikon oder Acrylmasse auf. Mithilfe eines Silikonglätters oder einer Spachtel kannst du die Oberfläche glätten.
  4. Lasse die Masse ein paar Stunden trocknen.

Fenster abdichten mit Fensterkitt

Alte Fenster aus Holz sind häufig mit Fensterkitt abgedichtet. Dieser ist nicht langlebig und sollte daher immer mal wieder erneuert werden. Das geht ganz einfach: 

  1. Erhitze den alten Fensterkitt mit einem Föhn.
  2. Entferne ihn gründlich aus der Fensterfuge mithilfe eines Stechbeitels.
  3. Schütze die Glasscheibe mit Malerkrepp.
  4. Trage Leinölfirnis in der Fensterfalz auf.
  5. Fensterkitt ist wie Knete. Rolle ihn in entsprechend breite Würstchen und drücke ihn in die Fuge.
  6. Streiche den Fensterkitt glatt und beseitige überschüssiges Material mit einem Kittmesser.
  7. Lasse den Fensterkitt für ungefähr eine Woche trocknen, anschließend kann er überstrichen werden. Gelegentlich kann erneut Leinölfirnis aufgetragen werden.

Fenster abdichten: Das musst du außerdem beachten

Fenster sollten innen und außen abgedichtet sein: Innen ist ein Dichtstoff nötig, der luftdicht abschließt. Der Dichtstoff außen muss hingegen folgende Kriterien erfüllen: Er muss wasserdicht und dampfdiffussionsoffen sein. Die Außendichtung muss außerdem in einem 30 bis 45 Grad Winkel angebracht werden, damit sich keine Feuchtigkeit sammeln kann.

Hinweis: Das Abdichten der Fenster in Altbauten gestaltet sich sehr schwierig. Hier sollten Spezialisten und Bauherren zu Rate gezogen werden.

Noch mehr Haushaltstipps? Du kannst auch selbst Kunstleder reparieren, Schimmel an der Wand entfernen und die Dusche abdichten

Brigitte

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