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Gas sparen Diese einfachen Tipps solltest du unbedingt kennen

Die Verbraucherzentrale gibt Tipps, wie du im Haushalt ganz unkompliziert Gas sparen kannst.
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Gas sparen wird derzeit wichtiger denn je. Denn der Ukraine-Krieg hat auch Auswirkungen auf die Energieversorgung; in Deutschland gilt aktuell die Frühwarnstufe des Notfallplans für Gas. Hier erfahrt ihr, welche kleinen Veränderungen helfen, Gas zu sparen und so die Speicher möglichst voll zu halten.

Die Umwelt schonen und Geld sparen: Eigentlich gibt es bereits genügend gute Gründe, sparsam mit seinem Gasverbrauch umzugehen. Doch als Reaktion auf die Aktivierung des Notfallplans für den Fall, dass Gas zukünftig nicht mehr aus Russland geliefert wird, fordert nun auch Wirtschaftsminister Robert Habeck die Bürger:innen nochmals dazu auf, auch im Haushalt Gas zu sparen. Hilfreiche Tipps, wie man im Alltag Gas einsparen kann, haben wir hier zusammengestellt. 

Gas sparen: Die aktuelle Lage

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (52, Bündnis 90/Die Grünen) hat am 23. Juni 2022 die zweite Eskalationsstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Grund sei die gefährdete Versorgungslage in Deutschland aufgrund der beschränkten Lieferungen aus Russland. "Wir sind in einer Gaskrise. Gas ist von nun an ein knappes Gut", erklärte Habeck. An die Verbraucher appellierte Habeck, in ihren Privathaushalten den Gasverbrauch zu reduzieren. Derzeit drohe akut noch kein Mangel, im Hinblick auf den kommenden Winter werden die momentanen Vorräte, die in den Gasspeichern lagern, allerdings nicht ausreichen. Doch wie kann man als kleiner Verbraucher nun seinen privaten Verbrauch drosseln?

Gas sparen beim Heizen

  • Mit programmierbaren Thermostaten kann in Räumen weniger oder nur zu definierten Uhrzeiten geheizt werden. Gegebenenfalls beteiligen sich die Vermieter bei der Anschaffung der Thermostate – nachfragen lohnt sich! Aber auch ein eigenständiger Austausch kann sinnvoll sein (Anschaffungskosten ab ca. zehn Euro). Anleitungsvideos zur Installation der Thermostate gibt es auf Youtube. Bedenkt nur, dass ihr die alten Thermostate aufbewahren müsst. Solltet ihr aus der Wohnung wieder ausziehen, können sie später wieder anmontiert werden.  
  • Fenster abdichten: Aufgrund undichter Fenster und Türen gelangt viel Wärmeenergie nach draußen. Ob Fenster und Türen gut verschließen, prüft ihr am besten mit einem Blatt Papier: legt das Papier auf den Rahmen und verschließt das Fenster oder die Tür. Wenn sich das Blatt herausziehen lässt, ist das Fenster undicht. Entsprechend können die Dichtungen erneuert oder die Fensterflügel nachjustiert werden.
  • Heizungen freihalten: Möbelstücke, dicke Vorhänge oder Ähnliches, was die Heizkörper verdeckt, minimiert die Heizwirkung, da sich die Wärme dahinter staut. Achtet entsprechend darauf, dass die Heizkörper möglichst frei stehen oder ein Sofa beispielsweise mit einem Abstand von 30 cm zum Heizkörper platziert wird. Ebenfalls sollte die Heizung regelmäßig von Flusen und Staub gereinigt und auf Heizkörperverkleidungen verzichtet werden.
  • Wärme im Raum halten: Vorhänge und Rollos vor den Fenstern tragen dazu bei, die Wärme im Raum zu speichern.
  • Heizung entlüften: Wenn sich Luft im Heizkörpersystem befindet, werden die Heizkörper nicht richtig warm. Der Energieverbrauch steigt entsprechend. 
  • Heizungsanlage ausstellen: Solange es noch warm ist, sollte die Heizungsanlage ausgestellt oder auf den Warmwasserbetrieb umgestellt werden, so der Rat der Verbraucherzentrale. 
  • Heizung während der Heizperiode drosseln:Reduziert man die Raumtemperatur um ein Grad, können bereits sechs Prozent der Heizkosten eingespart werden. Vor allem, wenn niemand zu Hause ist, kann die Temperatur abgesenkt werden. Das spart viel Energie. Zur Info: Der Abstand zwischen jeder Stufe auf dem Thermostat beträgt etwa 4 Grad, die einzelnen kleinen Striche zwischen den Zahlen definieren jeweils einen Grad. Bei Stufe fünf wird der Raum auf 28 Grad geheizt. Achtung: Während der kalten Jahreszeit gar nicht zu heizen, ist nicht zu empfehlen. Dadurch würden die Innenwände zu stark abkühlen und das Schimmelrisiko steigen.
  • Richtig lüften: Zur Lüftung von Räumen ist Stoßlüften sinnvoll, anstatt das Fenster auf kipp zu belassen. Lüftet mehrfach täglich für wenige Minuten am besten mit Durchzug bei gegenüberliegenden Fenstern und Türen. So halten die Bauteile ihre Temperatur und die Heizung muss anschließend nur die frische Luft erwärmen.
  • Hydraulischen Abgleich vornehmen lassen: Bei einem hydraulischen Abgleich vom Fachpersonal wird die Heizleistung pro Zimmer berechnet und die Heizkörper entsprechend darauf eingestellt. Wie Habeck während der Pressekonferenz zur Gas-Alarmstufe am 23.06. mitteilte, können dadurch ebenfalls bis zu 15 Prozent an Heizkosten eingespart werden.
  • Dämmen: Bei Hausbesitzern kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, über eine Dämmung der Heizkörpernischen sowie der Heizungsrohre nachzudenken. Auch die Rollkästenläden schließen nicht winddicht ab, wodurch Wärme verloren geht. Hier kann ebenfalls eine Dämmung mit geringem handwerklichen Aufwand angebracht und so Energie eingespart werden. Bei Mietwohnungen ist an dieser Stelle erst Rücksprache mit dem/der Vermieter:in notwendig.

Gas sparen in Küche und Bad

Bürger, die ihr Warmwasser über Gasthermen oder Gasboiler erhitzen, können aktiv ihren Verbrauch massiv minimieren. Das spart Ressourcen und ist überdies noch günstiger. Am effektivsten: Warmwasser einsparen, wo es nur geht. Folgende Tipps können dabei helfen:

  • warmes Wasser in der Küche (zum Beispiel für Nudel- oder Teewasser) extern mit dem Wasserkocher erhitzen und nur so viel Wasser verwenden, wie tatsächlich benötigt wird. Zusätzlich gilt immer: Deckel auf den Topf und die passende Kochstelle verwenden!
  • Duschen statt Baden und Wasser ausstellen beim Einseifen.
  • Beim Duschen können Sparduschköpfe mehr als 60 Prozent des Wasserverbrauchs drosseln.
  • Duschdauer und Duschtemperatur reduzieren: Eine Reduktion der Duschdauer von acht auf sechs Minuten, kombiniert mit einem Sparduschkopf und einer reduzierten Wassertemperatur von 38 auf 36 Grad bringt laut "Bayerischen Rundfunk" eine Ersparnis von knapp 180 Euro im Jahr.
  • Wasserspeicher auf fixe Zeiten programmieren: So braucht man vor allem nachts oder bei längeren Abwesenheiten nicht das Wasser auf Temperatur zu halten. In Mehrfamilienhäusern, in denen die Warmwasserversorgung zentral für das ganze Haus geregelt wird, sind die Hauseigentümer in der Verantwortung, die Heizzeiten möglicherweise neu anzupassen.
  • Auch mit der Reduzierung der Temperatur des Wassers in den Speichern lässt sich Gas sparen. Aber mit Bedacht: Unter 55 Grad in den Speichern droht die Ausbreitung von Legionellen.

Stromsparen ist Gassparen

Wer nicht direkt bei Warmwasser, Heizung oder Herd mit Gas versorgt wird, kann ebenfalls mithelfen. Denn was viele nicht wissen: Stromsparen ist Gassparen! Zwar wächst im deutschen Energiemix die Quote der erneuerbaren Energien stetig, mehr als 10 Prozent des deutschen Stroms kommen jedoch aus der sogenannten Gasverstromung. Heißt: Klassische Energietipps wie Lichtausschalten, elektrische Geräte nicht auf Stand-by belassen oder die Eco-Modi von Wasch- und Spülmaschinen benutzen, helfen ebenfalls, den Gesamt-Gasverbrauch in Deutschland zu drosseln.

Hier lest ihr außerdem Tipps zum richtig lüften im Winter, richtig heizen und zum Wasser sparen.

Verwendete Quelle:

Brigitte

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