Putzen für Paare: 9 Tipps für mehr Gelassenheit

Wie schafft man es, den Haushalt in einer Partnerschaft konfliktarm zu bewältigen? 9 Fragen zum Putzen für Paare an den Paartherapeuten Friedhelm Schwiderski.

Aufgaben verteilen!

BRIGITTE: Wie geht man das Haushaltsproblem am besten an?

Friedhelm Schwiderski: Verständigen Sie sich darüber, ob es Dinge gibt, die der eine lieber tut als der andere, und umgekehrt. Bestenfalls ergibt sich so eine ganz natürliche Aufteilung: Du machst die Wäsche, ich staubsauge. So entscheiden Sie nach Lust und Kompetenz.

Und wenn Beide Kloputzen und Abstauben doof finden?

Dann sollten sie sich die Arbeiten gerecht in einer Weise aufteilen, mit der beide gut leben können - sie könnten sich z.B. wöchentlich abwechseln oder auslosen.

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Konflikte vermeiden - so geht's!

Was ist, wenn der Partner sich nicht an die Abmachungen hält?

Darüber muss man sprechen. Sonst entstehen leicht Fantasien wie "Mein Mann interessiert sich nicht für mich", oder "Meiner Freundin ist unsere Beziehung egal" - obwohl gar kein böser Wille dahintersteckt. Alles muss ja auch erstmal eingeübt und trainiert werden.

Ein häufiges Problem ist, dass die Frau dem Mann hinterherputzt, weil sie mit seiner Arbeit unzufrieden ist - und dann sauer ist.

Wenn einer mehr sieht als der andere, kann er die Aufgabe aufschreiben, z.B. auf eine Tafel in der Küche: "Da sind noch ein paar klitzekleine Chipskrümel auf dem Sofa!" Das ist besser, als die Arbeit selbst zu erledigen, denn das erzeugt Frust. Idealerweise lässt man dem anderen aber den Freiraum, die Dinge auf seine Art zu machen - ohne reinzureden.

Das Reinreden ist ein klassischer Konfliktfall ...

Richtig, und bei bestehenden Verabredungen sollte man sich möglichst zurückhalten. Wenn gemeinsam gekocht wird, hilft es, klarzustellen, wer die Regie hat. Der andere muss die Entscheidung dann akzeptieren und sollte die Art zu kochen nicht kritisieren. Am schönsten ist es natürlich, miteinander kreativ zu sein: Er wirft eine Handvoll exotischer Gewürze in den Topf, sie fängt an zu pürieren, und beide freuen sich an der Kreativität des anderen. Aber das ist die hohe Kunst.

Und wie erlernt man die?

Mit Toleranz. Den anderen zu lassen, ist etwas sehr Grundlegendes. Man sollte sich möglichst nicht eng machen, sondern offen sein und sich überraschen lassen – so wie auf Reisen, wo man fremde Speisen probiert. Trotzdem fallen auch aufgeklärte Paare immer wieder in alte Rollenmuster zurück. Die alten Geschlechternormen wirken noch sehr stark.

Kommunikation ist das A und O!

Der Mann repariert, die Frau putzt: Wenn beide mit der klassischen Rollenverteilung zufrieden sind, dürfen sie aber weiterwursteln, oder?

Es kann trotzdem sein, dass sich mit der Zeit Unzufriedenheit einschleicht. Man sollte da immer wieder drauf gucken.

Haben Sie auch Tipps, wie man das Putzen als Paar einigermaßen angenehm über die Bühne kriegt?

Man kann zusammen überlegen, wie das Ganze Spaß macht. Vielleicht verabredet man sich zum Putzen - z.B. samstags von 11 bis 12 Uhr - und danach macht man dann was Schönes zusammen. Man kann sich auch darüber freuen, dass man gemeinsam eine Ordnung herstellt, mit der sich beide wohlfühlen. Ungeliebte Arbeiten werden außerdem angenehmer, wenn man bewusst wahrnimmt, was man gerade tut: Wie fühlt sich die Tasse an? Warm oder kalt? Dann habe ich mehr davon, wie ein kleines neugieriges Kind, das Saubermachen spannend findet.

Interview: sar
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