"Putzen schenkt uns Lebensqualität"

... sagt Linda Thomas, Reinigungsexpertin und Gründerin einer ökologischen Putzfirma - und verrät uns ihre besten Putztipps.

BRIGITTE: Wie macht Putzen Spaß, Frau Thomas?

Linda Thomas: Bei mir persönlich hat es sich in etwas Freudvolles verwandelt, als ich Folgendes erkannt habe: Ordnung zu schaffen ist eine schöpferische Tätigkeit, ähnlich wie künstlerisches Arbeiten. Oft haben wir gerade dann das Bedürfnis nach Ordnung, wenn es uns schlecht geht. Räume ich mein Zimmer oder Büro auf, spüre ich, wie auch mein inneres Durcheinander wieder übersichtlicher wird. Zweitens: Putzen ist kein notwendiges Übel! Wir schenken damit uns und unserer Familie ein Stück Lebensqualität. Wenn wir die Einstellung zum Saubermachen ändern können, verwandeln wir das Putzen ins Pflegen. Die Pflege des eigenen Umfeldes ist eine grundlegende menschliche Kulturerfahrung, die droht verloren zu gehen. Wer die Hauspflege als banal einstuft, läuft Gefahr, die Beziehung zu seinem Umfeld zu verlieren.

Womit putzen Sie am liebsten?

Mit Produkten auf natürlicher Basis. Sie sind nicht nur genauso effektiv, sondern oft sogar besser als konventionelle Mittel, die auch noch die Umwelt belasten. Man muss nur ein kleines bisschen Chemie verstehen: Kalk löst sich durch säurehaltige, Fett durch basische oder alkalische Mittel. Ich arbeite zu Hause mit Wasch- oder Feinkristallsoda und Zitronensäure, die ich in Wasser auflöse, je ein Teelöffel auf 250 Milliliter, und dann in eine Sprühflasche fülle. Weil ich so auf Farb-, Duft- und Konservierungsmittel, auf Verpackung und Etiketten verzichte, spare ich viel Geld. Und das kann ich dann wunderbar in gute Mikrofasertücher investieren.

Und wie bekämpfen Sie Keime?

Durch sorgfältiges Händewaschen. Und durch Pflanzenöle, die ich meinem selbst gemachten Putzmittel beifüge. Natürliche Duftstoffe wie ätherische Öle und Pflanzenessenzen sind nicht nur gesünder, die meisten sind auch ausgezeichnete Desinfektionsmittel, vor allem Lavendel, Rosmarin, Thymian, Eukalyptus, Teebaumöl, aber auch Rosmarin, Rose und Pfefferminze. Meiner Meinung nach kann man zu Hause getrost auf Desinfektionsmittel, Scheuermittel und Glasreiniger verzichten. Auch auf die Behälter, die am WC-Schüsselrand hängen - sie haben keine Reinigungskraft und enthalten zu viele Farb- und Duftstoffe. Und die verursachen viel öfter Allergien, als wir denken.

Was tun Sie gegen schlechte Gerüche?

Lüften! Und ich entferne die Quelle des Gestanks. Sauber riecht nicht! Duftsprays oder -kerzen überdecken den Geruch nur und sind meistens ungesund.

Noch ein praktischer Putz-Tipp?

Machen Sie bestimmte Handlungen zum Ritual. Ich habe zum Beispiel ein Mikrofasertuch neben dem Waschbecken im Bad liegen. Nachdem ich mich zum Schlafengehen fertig gemacht habe, wische ich es aus, dann strahlt mich morgens immer ein blitzblankes Becken an.

Interview: Julia Decker BRIGITTE 03/2015
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