Umweltfreundlich waschen und putzen

Es muss beim Putzen nicht immer der Aggro-Reiniger sein: Die besten Öko-Tipps für den Haushalt, vom Abfluss bis zur Waschmaschine.

Wäsche

Vieles hat sich bei Waschmitteln verbessert. Gutes für die Umwelt tun können Verbraucher dennoch:

- Bevorzugen Sie Superkompaktmittel statt Kompaktmitteln.

- Verwenden Sie Colorwaschmittel für bunte Wäsche, sie enthalten keine Bleichmittel und optischen Aufheller. Spezialmittel, z.B. für schwarze Wäsche, sind überflüssig!

- Alle Wäschestücke, auch weiße, werden mit den modernen Mitteln bei 30 bis 40 Grad in der Maschine sauber - für den Kochwaschgang gibt es keinen Grund. Ebenfalls seit einigen Jahren komplett überflüssig: der Vorwaschgang.

- Dosieren Sie so sparsam wie möglich, verwenden Sie den richtigen Messbecher. Erkundigen Sie sich bei den Wasserwerken nach dem Härtegrad Ihres Leitungswassers. Je weicher das Wasser, desto weniger Waschmittel ist nötig.

- Waschpulver schneidet in Test regelmäßig besser ab als Flüssigwaschmittel, weil die enthaltenen Stoffe wirkungsvoller sind.

- Für Allergiker wichtig: Hersteller müssen auf ihrer Internetseite die kompletten Inhaltsstoffe deklarieren (wie bei Kosmetika).

Küche

Herdputzmittel: Wischen Sie die noch warmen (nicht heißen!) Ceranfelder mit einem feuchten Lappen ab. Dann benötigen Sie weniger Spezialreiniger; er enthält Silikone, die in der Umwelt überhaupt nicht abbaubar sind.

Handspülmittel enthalten kaum noch gesundheits- oder umweltschädliche Stoffe. Einziges Problem: Die meisten Verbraucher verwenden viel zu viel davon. Tipp: Spülwasser erst wechseln, wenn der Schaum verschwunden ist. Kaufen Sie immer Konzentrate und möglichst dickflüssige Produkte - sie lassen sich besser dosieren.

Spülmaschinenreiniger sind immer umweltbelastend, weil sie große Mengen Phosphate enthalten. Außerdem enthält der Maschinenreiniger aggressivere Stoffe als das Spülmittel. waschen sie sperriges Geschirr wie Töpfe mit der Hand ab. Dann können sie auch das energiesparende 50-Grad-Programm wählen.

Doch es spricht auch viel für die Maschine: Der Bonner Haushaltstechnik-Professor Rainer Stamminger hat ein europaweites Experiment gemacht: Er ließ Versuchspersonen einen Berg von 140 schmutzigen Geschirrteilen per Hand spülen und verglich den Wasser- und Stromverbrauch mit dem einer Spülmaschine. Eindeutiger Öko-Sieger: Die Maschine. Allerdings gilt das nur dann, wenn man die Maschine sehr voll packt und keine Töpfe und Pfannen reinstellt, sondern diese per Hand abwäscht. Dann kann man auch das energiesparende 50-Grad-Programm wählen. Wer ein wirklich gutes Argument für die Maschine braucht: Sie spart pro Jahr, hat Stamminger ausgerechnet, ganze sechzehn Tage Zeit.

Backofenreiniger sind alle mehr oder weniger umwelt- und gesundheitsbelastend. Bevorzugen Sie Mittel, die als "reizend" deklariert sind (schwarzes Kreuz) gegenüber "ätzenden" Reinigern (orangerote Hand). Viel besser: den ca 50 Grad warmen Ofen mit Wasser und Spülmittel säubern. Und übrigens: die Flecken sind ein optisches, kein hygienisches Problem. In vielen anderen Ländern achtet man nicht weiter darauf.

Entkalker: Wasserkocher und Kaffeemaschinen müssen regelmäßig entkalkt werden, sonst verbrauchen sie zu viel Strom. Spezialreiniger sind nicht nötig, verzichten Sie auch auf das "alte Hausmittel" Essig. Dadurch werden Dichtungen porös und Metallteile angegriffen. Nehmen Sie reine Zitronensäure, wie man sie beispielsweise zum Marmelade-Einkochen verwendet.

Silberputzmittel können gesundheitsschädigende Schwefelverbindungen und andere Giftstoffe enthalten. Da viele Hausmittel nicht richtig wirken: Benutzen Sie Ihr Silbergeschirr möglichst nur zu besonderen Anlassen und greifen Sie im Alltag zu Edelstahl.

Bad und WC

WC-Reiniger: Nur mit Muskelkraft kriegt man das Klo nicht sauber. Nehmen Sie Reiniger mit Zitronensäure statt mit Essig oder Salzsäure – sie belasten die Raumluft nicht.

Glasreiniger sind überflüssig. Geben Sie einen Spritzer Spülmittel, Essig oder Spiritus ins Wasser, das reinigt genauso gut.

Duftspender in der Toilette belasten die Luft und haben schlicht keinen Sinn. Motto des Umweltbundesamtes: lieber lüften, statt beduften!

Schimmel: Taucht er in den Silikonfugen von Dusche oder Badewanne auf, hilft nur eines: herausschneiden und erneuern. Dazu spezielles Silikon verwenden, das Schimmelwachstum hemmt. Anti-Schimmelmittel zum Aufsprühen helfen meist nur kurzfristig. Vorbeugung: Dusche trockenreiben, Tür geöffnet lassen, lüften.

Die ganze Wohnung

Allzweckreiniger sind effektiv, preiswert und sparsam; sie unterscheiden sich kaum - weder bei der Reinigungsleistung noch in der Umweltverträglichkeit. Öko ist nicht unbedingt besser: So beanstandete das Umweltbundesamt beispielsweise Reiniger mit Orangenöl, weil dieses allergieauslösend wirken kann. Verzichten Sie am besten auf spezielle "Fettlöser" oder Kraftreiniger, sie greifen die Haut und die Oberflächen von empfindlichen Materialien an. Besser: Allzweckreiniger zehn Minuten einwirken lassen, erst dann scheuern. Für hartnäckigen Schmutz Scheuermilch verwenden. Scheuerpulver enthält Sand, es kann die Armaturen zerkratzen.

Abflussreiniger sollen schnell und bequem Abflussreiniger eine Verstopfung beseitigen. Die Praxis zeigt: eine Saugglocke oder Vakuumpumpe schafft das genauso gut und es dauert auch nicht länger. Abflussreiniger enthalten Natriumhydroxid, sie sind umweltbelastend und gesundheitsschädlich (stark ätzend). Vorbeugung: in allen Abgüssen Siebe anbringen, darauf achten, dass Haare und Essensreste nicht im Abfluss verschwinden.

Imprägniersprays sind gesundheitsschädlich, dürfen nur im Freien angewendet werden. Allenfalls sinnvoll bei Veloursleder. Obwohl von Schuhgeschäften häufig empfohlen, verbessern sie bei anderen Materialien (wie Leder oder Sympatex) den wasserabweisenden Effekt nicht.

Text: Beate KomaFoto: Dot.ti/ photocase

Wer hier schreibt:

Beate Koma
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