Wie kommen die kleinen Löcher in unsere T-Shirts?

Eine Frage, die alle umtreibt. Unzählige Thesen. Aber auch Antworten. Denn jetzt ist man dem Phänomen mithilfe von Experten auf den Grund gegangen.

Woher kommen bloß die kleinen Löcher in den T-Shirts? Gibt es kleine Waschmaschinen-Geister, die sich während des Waschgangs an unseren Lieblingsshirts bedienen? Das vermutet BRIGITTE-Kolumnistin Julia Karnick - und ist damit nicht allein. Ein Team der WDR-Servicezeit ist nun der Frage nachgegangen und hat eine wahrscheinliche Antwort gefunden.

Die vier Thesen:

1. Motten

Es sind Motten, die sich durch die T-Shirts fressen. Aber Motten mögen vor allem hochwertiges Material wie Wolle und Seide. Eher unwahrscheinlich, dass sie sich mit 0815-Baumwollstoffen zufrieden geben.

2. Waschmaschine

Ist die Waschmaschine möglicherweise Schuld an den Löchern? Laut Servicezeit tauchen die Schäden erst nach dem Waschen auf. Die Waschmaschine macht die Löcher also quasi erst sichtbar. Nur in wenigen Fällen liegt die Ursache in einer beschädigten Waschtrommel. In anderen Fällen kann Kleidung die mit in der Waschtrommel ist und Knöpfe, Reißverschlüsse oder Nieten hat, die T-Shirts und Oberteile beschädigen.

3. Knöpfe und Co.

Andere Sachen sind schuld, darunter Knöpfe, Gürtel, Reißverschlüsse oder scharfe Kanten an der Arbeitsplatte auf Bauch- und Hüfthöhe. Das permanente Reiben sorgt dafür, dass der Stoff beansprucht wird und schließlich kleine Löcher entstehen.

"Das [T-Shirt] besteht aus einzelnen Maschen, die durch Reibung geschädigt werden. Das heißt, das Garn wird geschädigt. Und wenn das Garn geschädigt ist, dann reicht eine kleine Dehnung oder eine kleine Bewegung, um diese Maschen herausspringen zu lassen [...] und es entsteht ein Loch", erklärt Marcus Weber, Professor am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein in dem TV-Beitrag. Das Loch muss nicht schnell entstehen. Es ist letztendlich eine Frage der Qualität des T-Shirts."

4. Die Hersteller

Die Hersteller wollen es so. T-Shirts und Oberteile sind aus verschiedenen Baumwollqualitäten hergestellt. Klamotten aus kurzstapeliger Baumwolle, die heute viel verwendet wird, sind tendenziell eher anfällig für Löcher. Sind die Löcher also kalkuliert?

Christian Kreiß, Autor des Buchs "Geplanter Verschleiß", sagt gegenüber dem WDR dazu: "Es ist mit Sicherheit geplant, denn so eine wichtige Größe wie die Haltbarkeit, die Lebensdauer von Gütern, das ist für einen Hersteller ganz extrem wichtig und das überlässt man nicht dem Zufall. Ich würde unterstellen (...), dass das festgelegt wird, wie lang diese T-Shirts ungefähr halten sollen."

Die WDR Servicezeit kommt zu dem Fazit, dass es eine Kombination aus Reibung und minderwertiger Qualität ist, die die Löcher in T-Shirts verursacht. Der Preis, den wir für ein T-Shirt hinlegen, entscheidet aber im Zweifel nicht über die Qualität. Der Tipp der Experten: Reklamation!

Und der Tipp unserer Kolumnistin Julia Karnick: "Meine Langzeitforschung hat ergeben: T-Shirts immer in die Hose stecken, wenn man in der Küche steht - vor allem wenn man eine Hose mit Metallknopf oder Gürtel anhat."

Mehr Infos zum Thema auch auf den Seiten vom WDR.

Themen in diesem Artikel

Unsere Empfehlungen

Guten Morgen, Welt!

Guten Morgen, Welt!

Wir servieren euch täglich Trends, Top-Stories und kuriose Netzfundstücke zum Frühstück!

Brigitte-Newsletter

Brigitte-Newsletter

Trends und Tipps aus den Bereichen Mode & Beauty, Reise, Liebe und Kochen - lies zum Wochenstart das Beste von Brigitte.