Wollläuse bekämpfen: So wirst du die Schädlinge los!

Wollläuse sind lästige kleine Schädlinge, die unseren Pflanzen zu Leibe rücken und sie eingehen lassen. Wie du Wollläuse bekämpfen kannst und was du beachten musst, erfährst du hier!

Was sind Wollläuse?

  • Wollläuse (Pseudococcidae) sind auch unter dem Namen Schmierläuse oder Wurzelläuse bekannt.
  • Sie stellen eine Unterfamilie der Schildläuse dar und sind an ihren rosa, hellbraunen oder weißen Körpern erkennbar, die mit einer weißen Behaarung umgeben sind.
  • Diese weißen watteähnlichen Knäuel stellen die Schutzhülle der Schädlinge dar. Sie hinterlassen weiße "Schmierspuren". 
  • Wollläuse können zwischen 1 mm und 12 mm groß werden.

Sind Wollläuse gefährlich?

Wollläuse schädigen die Pflanzen so lange, bis diese eingehen. Die Schädlinge saugen den Pflanzensaft aus, injizieren dazu noch ein Gift, das die Pflanze schädigt und hinterlassen Honigtau – eine klebrige Substanz, die Rußtaupilz verursacht. 

Die weiblichen Wollläuse befruchten sich selber und können innerhalb kurzer Zeit bis zu 600 Eier ablegen. Diese Eier können sich überall verstecken: im Substrat, an den Wurzeln, in den Blattachseln oder Blättern.  Daher kommt es schnell zu einem großflächigen Befall, dem man unmittelbar entgegenwirken muss. Andernfalls springen die Schädlinge auf andere Pflanzen über und befallen so alle Zimmerpflanzen.

Welche Pflanzen sind betroffen?

  • Am liebsten lassen sich Wollläuse auf krautigen Pflanzen nieder, wobei Zimmer- und Naturpflanzen gleichermaßen betroffen sein können. 
  • Pflanzen, die häufig betroffen sind: Orchideen, Ananaspflanzen, Zitruspflanzen, Kakteen, Gummibäume, Yuccas, Passionsblume, Korbblütler, Gräser, Hülsenfrüchtler, Weihnachtsstern
  • Oft sind Ameisen ein Indiz, dass sich Wollläuse eingenistet haben. Die Insekten werden vom Honigtau der Wollläuse angezogen. 

Wollläuse bekämpfen: Das kannst du tun! 

Pflanze behandeln

  • Isoliere die betroffene Pflanze sofort und stelle sie in einen hellen und kühlen Raum.
  • Schneide die betroffenen Pflanzenteile ab und entsorge diese.
  • Tränke ein Tuch in Spiritus und entferne die Läuse damit. Teste am besten vorher an einer unauffälligen Stelle, ob die Pflanze den Alkohol verträgt.
  • Halte die Pflanze schräg über die Dusche und dusche sie ab. 
  • Verdünne 15 ml Spiritus, 1 L Wasser und 15 ml Kernseife und fülle die Flüssigkeit in eine Sprühflasche. Sprühe die Lösung alle zwei bis drei Tage auf die Pfllanze. Achtung: Empfindliche Pflanzen, wie zum Beispiel die Orchidee, sollten nicht mit der Lösung eingesprüht werden. Hier empfiehlt es sich, das Mittel per Pinsel aufzutragen.
  • Resistente Kakteen hingegen können bei einem Befall direkt mit Brennspiritus abgerieben werden. 

Pflanze umtopfen

  • Wenn sich die Wollläuse an den Wurzeln niedergelassen haben, musst du die Pflanze umtopfen.
  • Dafür müssen auch die Wurzeln von jeglichem Substrat befreit werden. Schneide gegebenenfalls faulige Stellen ab. 
  • Reinige die Wurzeln mit einem starken Wasserstrahl.
  • Den Topf solltest du gründlich mit Alkohol desinfizieren und am besten noch in die Spülmaschine stellen.
  • Verwende zum Eintopfen nur neues Substrat, das du am besten vorher bei 200 Grad für 20 Minuten im Backofen stellst, um mögliche Eier abzutöten. Das alte infizierte Substrat solltest du umgehend entsorgen. Achtung: Werfe es nicht auf den Kompost, da sich andernfalls die Läuse auch im Garten weiter ausbreiten können. Die Biotonne ist stattdessen der richtige Ort. 

Wollläuse bekämpfen: Mit Nützlingen

Als natürliche Fressfeinde der Wollläuse gelten Schlupfwespen, Florfliegenlarven und der australische Marienkäfer.

  • Schlupfwespen: Schlupfwespen sind für den Garten geeignet. Hier lassen sich die Nützlinge durch Holzstücke mit drei Millimeter großen Löchern anlocken.
  • Florfliegen: Florfliegen sind in Innenräumen geeignet und können innerhalb von zwei Wochen einen leichten Befall von Wollläusen zu Leibe rücken. Achte darauf, dass die Pflanzen unmittelbar nebeneinanderstehen, da nur so die Larven von Pflanze zu Pflanze wandern können. Wenn es sich um einen stärkeren Befall handelt, musst du die Entstehung einer Folgegeneration fördern. Das geht am besten mit verdünntem Honig, der in kleinen Schälchen als Nahrungsquelle dient.
  • Australischer Marienkäfer: Der Marienkäfer benötigt eine Temperatur von mindestens 20 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Sie werden am besten bei Dämmerung und nach Anleitung ausgesetzt. Halte die Räume für einige Zeit geschlossen, sobald du die Käfer auf den Pflanzen verteilt hast. Die Käfer können bequem in Zimmerräumen gehalten werden, da sie später abwandern oder sterben, wenn alle Nahrung aufgebraucht ist. 
Flusensieb reinigen: Handtuchstapel liegt im Wäschetrockner

Wollläuse: So kannst du einem Befall vorbeugen

  • Wenn du dir eine neue Pflanze anschaffst, solltest du diese gründlich auf Wollläuse untersuchen.
  • Zu wenig Licht und warme Heizungsluft sorgen für die optimalen Lebensbedingungen der Schmierläuse – ausreichend Licht und eine gute Belüftung setzt einem Befall entgegen.
  • Vermeide eine übermäßige Stickstoff-Düngung.
  • Allgemeine Pflegefehler schwächen die Pflanze und machen sie anfälliger für Schädlinge.

Auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, Schädlinge zu bekämpfen? Hier findest du die besten Hausmittel, um Schildläuse bekämpfen zu können. Hier erfährst du, wie du Fruchtfliegen loswerden kannst und wie sich Holzwürmer bekämpfen lassen.

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