Happy End: Was nun mit dem berühmten kleinen Haus aus Seattle passiert

Warum dieses kleine Haus tatsächlich mehr ist als ein kleines Haus zwischen zwei Wolkenkratzern. Und was nun mit dem Häuschen passiert.

Das von Wolkenkratzern umgebene kleine Haus in Seattle ist inzwischen weltberühmt: weil seine Bewohnerin Edith Macefield sich geweigert hatte, ihr Haus zu verkaufen und umzuziehen, als ihre Nachbarschaft neuen Wolkenkratzern weichen musste. Und weil ihr Zuhause und ihre Geschichte an das fliegende Haus aus dem Pixar-Film "Oben" erinnern.

Macefield war 2008 gestorben, das Haus wurde immer wieder verkauft. Jetzt bekommt es endlich sein Happy End: Das Haus soll einem gemeinnützigen Zweck zugutekommen, berichtet Today.com. Der zuständige Immobilienmakler Paul Thomas hatte bereits vor Monaten angekündigt, man wolle das Haus stiften, bevorzugt an eine gemeinnützige Organisation. "Das Haus wird wirklich forttreiben, aber nicht in der Luft", sagte Thomas. "Ich kann mir kein denkbar schöneres Ende dieses Kapitels der Edith-Macefield-Geschichte vorstellen."

Nun ist es fast so weit. Eine gemeinnützige Organisation ist gefunden, die sich um das Haus kümmern wird. Der Opal Community Land Trust (OPAL) will das kleine Haus an eine neue Stelle umsiedeln - und zwar auf die nördlich von Seattle gelegenen Orcas Island, die ebenfalls zum US-Bundesstaat Washington gehören. Dort soll das Haus aufgemöbelt werden, um wieder in altem Glanz zu erstrahlen. Schließlich soll es als bezahlbares Zuhause für eine Familie in Not dienen. Für den Umzug muss die Organisation noch rund 200.000 Dollar sammeln, eine Kickstarter-Kampangne ist bereits eingerichtet. Mit dem Umzug von älteren Häusern hat man bei OPAL Erfahrung - und wird sich bestimmt auch gut um dieses ganz besondere Häuschen kümmern. Auch wenn es nicht wie im Film "Oben" an Ballons davonschweben wird, die Zukunft für das Haus von Edith Macefield sieht gut aus.

Can we call this a victory? It was announced today that Ballard's own Edith Macefield House will be moved to Orcas...

Gepostet von Edith Macefield House am Dienstag, 4. August 2015

Hier könnt ihr noch mal die ganze Geschichte zu dem kleinen Haus lesen

Dieses kleine Haus im amerikanischen Seattle ist von Wolkenkratzern umzingelt und steht für Bewohner und Besucher der Stadt als Zeichen des Widerstands gegen den Bauwahnsinn - jetzt droht der Abriss. Seine Besitzerin ist längst tot. Edith Macefield starb 2008 im Alter 86 Jahren. Lange hatte sie sich gewehrt und viel Geld ausgeschlagen, als man ihr Haus kaufen wollte, um den Platz für einen Wolkenkratzer zu nutzen. Die baute man schließlich drumherum.

Das etwa 56 Quadratmeter große Haus, das um 1900 gebaut wurde, steht jetzt allerdings kurz vor seinem Ende - und zieht noch einmal Massen von Besuchern an. Die binden Luftballons an den Zaun, der das Haus abschirmt. So wie der Opa aus dem Film "Oben". Der wollte nicht ins Altersheim und hat kurzerhand Ballons an seinem Haus befestigt und ist einfach davon geflogen.

Laute Opernmusik gegen Baukräne

Eine Investmentfirma aus North Carolina will das Haus nun verkaufen, nachdem der Besitzer nach Macefield die Hypothekenschulden nicht mehr bezahlen konnte. Die Stadt verbietet die Nutzung als Wohnhaus, weil das Viertel, in dem das kleine Haus steht, heute ein reines Gewerbegebiet ist. Ein Abriss ist wahrscheinlich, sagt der Makler gegenüber der New York Times. Aber es gibt doch noch ein bisschen Hoffnung.

Der Verkäufer möchte der ursprünglichen Besitzerin Edith Macefield in irgendeiner Art und Weise gedenken. Diese hatte seinerzeit laut Opernmusik gespielt, als die Baukräne anrollten und Besuchern Geschichten von ihrem Wagemut als verdeckte Agentin im Europa während des Zweiten Weltkriegs berichtet. Für viele Besucher ist Macefield eine Heldin im Kampf gegen das Kapital, für andere war sie nur eine alte Närrin, weil sie nicht habe wahrhaben wollen, dass sie ihr Haus ohnehin verlieren würde. Doch sie hat nicht nachgegeben.

Ein Oma-Tattoo zum Gedenken an die Besitzerin

American IRA, die Firma, die das Haus verkauft, ließ verkünden: "Wir wissen nicht, was mit dem Haus passieren wird, aber wir können und werden dafür sorgen, dass es einen Platz geben wird, an dem Menschen Edith Macefield ihre Anerkennung zollen können."

Es gibt schon ein Macefield Music Festival in Seattle mit dem Haus als Logo. Einige Menschen sollen sich sogar das Haus als Tattoo haben stechen lassen, wie es eine Dokumentation kürzlich berichtete. Und es gibt einen Cocktail, der nach Edith Macefield benannt wurde - der Frau, die sich auch mit viel Geld hat nicht kaufen lassen. Mal schauen, was sich die Investmentfirma einfallen lassen wird, um dieser besonderen Frau zu gedenken.

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